Reisetipps für Vietnam Vietnam Vietnam/Kambodscha

10 Dinge, die ihr in Vietnam auf keinen Fall tun solltet

Zugegeben: Vietnam ist nicht das allereinfachste Reiseland für Familien. Aber allzu schwierig sollte es auch nicht sein, dort zurechtzukommen – selbst wenn ihr noch keine Südostasien-Erfahrung habt. Nur ein paar grundlegende Sachen solltet ihr wirklich unbedingt vermeiden…

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Bloß nicht Nr. 1: während des Tet-Festivals durchs Land reisen

Tet oder auch Chinesisches Neujahr ist der wichtigste Feiertag des Landes. Jedes Jahr Anfang Januar (wann genau, das ist jedes Jahr anders) steht ganz Vietnam kopf.  Kein Wunder: In dieser einen Woche wollen alle Vietnamesen bei ihren Verwandten sein, um gemeinsam Tet zu feiern. Hotels, Züge und der ganze Rest sind also für ungefähr eine Woche komplett ausgebucht und es herrscht komplettes Chaos, weil alle gleichzeitig unterwegs sind und effiziente Organisation nicht der Vietnamesen Sache ist.

PS: Es ist auch keine allzugute Idee, am Independence Day (das ist der 2. September) zu reisen. Aber es geht.

Bloß nicht Nr. 2: in zwei Wochen durchs ganze Land reisen

Vietnams langgestreckte Form erlaubt eigentlich nur eine Strecke von Süden nach Norden (mit einigen variablen Abstechern), auf der sich dann sämtliche Touristen bewegen. Das sollte euch aber trotzdem nicht dazu verlocken, die komplette Entfernung von Saigon nach Hanoi in weniger als drei Wochen „abreißen“ zu wollen.

Dank südostasiatischer Mentalität, chaotischer Verkehrszustände und der feuchten Hitze (die im Süden das ganze Jahr über herrscht) wird so ein Vorhaben garantiert ungeheuer stressig und macht vor allem mit kleinen Kindern keinen Spaß. Wenn ihr das richtige Vietnam mit seinen sehr freundlichen Einwohnern kennenlernen und euch nicht nur über Touristen-Abzocke und wahnsinnige Busfahrer ärgern wollt, dann braucht ihr Zeit. Nur abseits der Touristenattraktionen ist Vietnam wirklich interessant: in den kleinen Gässchen, den friedlichen Parks zur Abenddämmerung oder in den kleinen Dörfern abseits des National Highway.

Weltwunderer Hanoi Vietnam Old Men Play Chinese Chess

Bloß nicht Nr. 3: Leitungswasser aus dem Hahn trinken

Ehrlich gesagt, haben wir keine Ahnung, was dann Schreckliches passieren würde, da wir es nicht ein einziges Mal riskiert haben. Alle Reiseführer waren sich darin einig, dass selbst beim Zähneputzen auf Flaschenwasser zurückgegriffen werden sollte – und so haben wir es auch gemacht. Wir hatten keinen Durchfall und waren auch ansonsten immer guter Dinge, geschadet hat uns die Flaschenwasser-Diät also schon mal nicht 🙂

Bloß nicht Nr. 4: sauer werden, wenn die Vietnamesen eure Kinder „betatschen“

Es kann sehr, sehr schön sein, wenn wildfremde Menschen in einem exotischen Land freundlich auf einen zugehen, die eigenen Kinder bewundern, mit ihnen schäkern, ihnen Süßigkeiten zustecken und einem lautstarke Komplimente für die kleinen Racker machen.

Es kann sehr, sehr nervig sein, wenn fremde Menschen in einem anstrengenden, lauten und heißen Land wild schnatternd auf einen zustürmen, einem das erschrockene Kind aus den Armen nehmen, es zärtlich in die Wangen kneifen oder ihm die blonden Haare wuscheln, ihm dann noch testweise in den Schritt greifen, um zu sehen, ob es ein Junge ist, und sich keinen Deut darum scheren, dass das arme Kind sich lautstark beschwert oder weint. Es nervt garantiert auch irgendwann jeden, wenn die eigenen Kinder ungefragt alle paar Meter eine Kamera vors Gesicht gehalten bekommen oder mit jeder Reisegruppe erneut posieren müssen.

So anstrengend es auch ist, vergesst nicht: Das ist schlichtweg die asiatische Art – die Leute meinen es nicht böse. Ihr könnt euch endlos darüber aufregen, ändern werdet ihr es nicht. Ihr versaut euch nur den eigenen Urlaub.

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Bloß nicht Nr. 5: etwas kaufen, ohne zu verhandeln

… und ohne den ungefähren Wert der Ware zu kennen (Tipp: vorher dezent herumstehen und schauen, mit wie vielen Scheinen ein Einheimischer bezahlt). Lediglich im staatlichen Eisenbahnverkehr wurde der Sondertarif für Touristen abgeschafft.

Vietnamesen wissen, dass ihr als Touristen ungefähr zehnmal so reich seid wie sie, und sie werden euch schon aus Prinzip nicht denselben Preis nennen wie einem Landsmann. Ziemlich wahrscheinlich werden sie mit mindestens dem Zehnfachen in die Verhandlung einsteigen. Eine Erleichterung kann es in touristischen Hotspots sein, im Supermarkt einzukaufen, da stehen die Preise dran.

Ach ja: Wenn ihr etwas gekauft habt, dann schaut euch das Wechselgeld genau an. Falsch herausgeben ist ein sehr beliebter Sport (auch im Supermarkt!), und wegen der enormen Summen (der Wechselkurs macht euch zu Multimillionären) ist es leicht, sich zu verrechnen.

Bloß nicht Nr. 6: auf Trickbetrüger und Abzocker hereinfallen

Leicht gesagt, nicht wahr? Wenn wir uns nicht wirklich umfassend informiert hätten, wären wir sicher auf viel mehr Tricks hereingefallen, die in Vietnam, Thailand und anderen Ländern kursieren. Als Familie ist man vor einigen zwar gefeit (mit uns wollte zum Beispiel niemand pokern), aber eben nicht vor allen.

Lest Reiseführer, lest Internetforen und Reiseblogs, bevor ihr nach Südostasien reist. Wenn ihr gut informiert seid, was euch erwartet, den Wechselkurs im Kopf habt und die Grundzahlen auf Vietnamesisch könnt, dann kann man euch nicht mehr allzu krass bescheißen. Ganz vermeiden könnt ihr es aber sowieso nicht, wetten?

Weltwunderer Vietnam Hoi An Market Women

Bloß nicht Nr. 7: in der Öffentlichkeit laut schimpfen oder sich aufregen

Auch wenn ihr in Vietnam hundertprozentig immer wieder allen Grund dazu haben werdet (siehe Punkt 6): In den asiatischen Kulturen gilt es als extrem unfein, die Contenance zu verlieren und laut zu werden. Wer so etwas macht und sein Gegenüber als Betrüger, Vollidioten oder Nervbold herunterputzt, verliert sein “Gesicht” – das ist nicht nur für einen selbst, sondern vor allem für den Beschimpften enorm peinlich. Die Folge: Ihr macht die ganze Sache nur noch schlimmer.

Bloß nicht Nr. 8: bettelnden und hausierenden Kindern etwas abkaufen

In Vietnam sind sie nicht ganz so auffällig wie im Nachbarland Kambodscha, aber auch hier gibt es arbeitenden Kinder. Vor allem in Saigon haben wir viele kleine Kinder gesehen, die mit Bauchläden auf der Straße Kleinigkeiten verkaufen. Wenn ihr diesen Kindern etwas abkauft, freuen sie sich natürlich, und ihr freut euch auch.

Das Problem: Haben sie Erfolg mit ihrem Geschäft, dann hält sie das nachhaltig davon ab, stattdessen zur Schule zu gehen. Und macht euch keine Illusionen: Das Geld, das sie von euch bekommen, geben die allermeisten Kinder direkt an einen Erwachsenen ab, für den sie hausieren gehen.

Weltwunderer Cat Cat Vietnam Black Hmong Children

Bloß nicht Nr. 9: als Fußgänger auf eine Lücke im Verkehrsfluss warten

Was für ein grandioser Spaß es ist, in Vietnam eine Straße zu überqueren! Nach ein paar Tagen des Zögerns und endlosen Wartens hatten wir den Dreh raus und haben es genossen, wie ein Fischlein im großen Verkehrsstrom mitzuschwimmen. Lachend blickten wir auf die frisch Angekommenen, die am Straßenrand auf eine freie Stelle zwischen den tausenden Mopeds warteten. Und warteten…

Bloß nicht Nr. 10: Moped fahren ohne Helm

… und auch nicht mit kurzen Hosen, bei Regen oder bei Dunkelheit. Was ihr beachten solltet, wenn ihr per „motobike“ unterwegs seid – und eine andere Wahl werdet ihr nicht haben, wenn ihr ein wenig unabhängig sein wollt – das erzählen wir in einem anderen Beitrag ausführlich. Bitte seid wirklich immer vorsichtig, vor allem wenn ihr eure Kinder mit aufs Bike nehmt!

Es macht zwar total viel Spaß, ist aber wirklich ziemlich gefährlich, wenn man sich die Unfallstatistiken zu Gemüte führt. So richtig weiterempfehlen können wir das Mopedfahren nicht mehr, seitdem wir direkt an einem tödlichen Unfall vorbeigefahren sind 🙁

Weltwunderer Vietnam Motobike Helmet

2 Kommentare

  • Vielen Dank für die nützlichen Tipps. Von manchen Sachen, wie der Gefahr des Moped Fahrens, habe ich schon gehört, andere Sachen waren mir neu. Ich werde mich bei meiner Reise nach Vietnam im Augus auf jeden Fall daran halten – und mir die Punkte davor noch mal zu Gemüte führen. 🙂

  • Nummer 9 unterschreibe ich sofort. Da kann man lange warten…
    Und ich finde es immer wieder wichtig, dass transparent gemacht wird, dass das Geschäftsmodell mit Kindern nicht funktionieren darf. Das haben wir in Indien hautnah erfahren.

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