Gut zu wissen

10 Dinge, die ihr vor eurer Neuseeland-Reise bedenken solltet

Wir schwärmen ja immer, wie toll Neuseeland sich zum Reisen mit Kindern eignet. Das stimmt auch, davon sind wir überzeugt. Aber natürlich ist selbst im Land der langen weißen Wolke nicht immer alles eitel Sonnenschein. Ein paar Dinge wollen wir euch vorher zu bedenken geben – damit ihr nachher nicht meckern könnt!

Weltwunderer Neuseeland Glenorchy Lagoon

Das Schlimmste an einer Neuseeland-Reise: das unstillbare Fernweh danach

Günstig reisen? Nicht hier(her).

Seien wir ehrlich: Neuseeland ist teuer. Nicht so teuer wie Norwegen, Gott bewahre. Aber günstig lebt es sich dort nicht, auch wenn man unsere Spartricks beherzigt. Mit Freedom Camping könnt ihr zum Beispiel eure Übernachtungskosten niedrig halten – denn auch die neuseeländischen Campingplätze sind teuer, wenn ihr mit zwei Kindern und in der Hauptsaison dort aufschlagt. Zusammen mit der Miete für euren Campervan kommt da einiges zusammen.

Also fangt an zu sparen, und spart lieber noch ein bisschen mehr Polster an, bevor ihr eure Reise startet – denn nichts ist blöder, als vor Ort ständig knausern und rechnen und verzichten zu müssen.

Tourismus, ahoi!

Neuseeland ist inzwischen sehr touristisch. Das hat gerade für reisende Familien viele Vorteile: eine gute Infrastruktur, Sicherheit und eine gute Organisation, was Ausflüge und Unterkünfte betrifft. Auf Touristen ist man eingestellt, die Infotafeln und Warnschilder sind international verständlich gestaltet, das Reisen ist einfach und unkompliziert.

Allerdings: Wirkliches Neuland entdecken und mit Eingeborenen sprechen, die vor euch noch nie einen Ausländer gesehen haben – das bietet Neuseeland nicht (mehr). Um „off the beaten track“ zu gehen und etwas zu sehen, das außer euch niemand gesehen hat, müsst ihr euch schon ordentlich Mühe geben.

Das heißt nicht, dass ihr euch die überall beworbenen Highlights wie die Bay of Islands, die Waitomo Caves oder den Milford Sound nicht anschauen solltet. Die haben ihren Ruf nicht umsonst, sie sind wunderschön! Aber ihr teilt euch diese Eindrücke höchstwahrscheinlich mit hunderten oder tausenden anderen Touristen, das sollte euch vorher klar sein. Und manchmal ist das Erlebnis dann doch nicht so beeindruckend, wie man gedacht hatte…

Weltwunderer NZ Tekapo Church of the good Shepherd

Touristen gibt es in Neuseeland wirklich viele

100 % pure? Nicht ganz.

Es stimmt schon: Große Teile Neuseelands bestehen wirklich aus wunderschöner, unberührter Natur, wie ihr sie in eurem Leben noch nicht gesehen habt.

Aber große Teile des Landes eben auch nicht. Wer eine Weile durchs Land fährt und nicht nur auf den „Scenic Routes“ bleibt, wird ernüchtert feststellen: In Neuseeland gibt es ausgedehnte Weideflächen, für die riesige Waldflächen abgeholzt wurden. Es gibt ausnehmend bedrückende Wälder mit langweiligen Pinien-Monokulturen, die nur für den Holzabbau existieren. Es gibt hässliche, graue Vororte und Industriegebiete, es gibt vermüllte Ecken und es gibt auch immer mehr sehr verschmutzte Flüsse und Seen, in denen man nicht baden oder angeln sollte.

Das sagen wir nicht, um Neuseeland irgendwie schlecht zu machen – aber immer wieder lesen wir enttäuschte Kommentare von Reisenden, die hier unten wohl das verlorene Paradies auf Erden erwartet hatten. Hier leben ganz normale Menschen, also gibt es hier auch ganz normale Probleme.

Schönes Wetter? Na ja.

„It never rains in Southern California“ – mag sein, aber in Neuseeland tut es das durchaus. In einigen Teilen des Landes regnet es gern ausdauernd und viel, vor allem im Frühjahr und Herbst. Das solltet ihr bei eurer Reiseplanung bedenken, denn so ein Wetterchen kann Routenpläne umwerfen und manchmal, in generell regnerischen Jahren, fallen auch ganze Neuseeland-Reisen „ins Wasser“.

Weltwunderer Neuseeland Queenstown

Manchmal ist auch richtig schlechtes Wetter

Komfort ist was anderes

Neuseeland ist sehr weit weg, auch von den Segnungen der Zivilisation wie IKEA oder Amazon. Das kann dazu führen, dass ihr nach Selbstverständlichkeiten wie einem Teekessel oder einer Espressokanne lange suchen müsst, dass ihr qualitativ minderwertige Produkte findet oder dass Dinge, die eben noch funktionieren, lieber mit Draht und Spucke zusammengehalten werden, als sie komplett zu ersetzen.

So kann es auch passieren, dass euer Campervan, der etwas älter und deshalb viel günstiger als die Luxusvarianten ist, entsprechend alt aussieht und klapprig ist. Jeder Vermieter wird sein bestes tun, um wirklich kaputte Dinge umgehend zu reparieren, auszutauschen oder euch ein anderes Fahrzeug anzubieten. Prüft bei der Entgegennahme alles gründlich (Checklisten findet ihr in meinem Buch „Als Dach der Sternenhimmel. Camping in Neuseeland„), dann gibt es auch nachher weniger unschöne Überraschungen.

Creepie Crawlies

Nein, in Neuseeland gibt es keine giftigen Spinnen oder Schlangen. Es gibt aber sehr wohl ungiftige Spinnen, und auch ansonsten kreucht und fleucht hier Getier in Größen herum, die mich hin und wieder kreischend in den Schutz des Campervans trieben.

Und noch schlimmer: Es gibt in Neuseeland Sandflies, die euch das Leben zur Hölle machen können. Auf den tollen Fotos von der West Coast sieht man sie nicht!

Weltwunderer Neuseeland Wellington Weta Cave Ork

Es gibt wirklich ganz schön ekliges Viehzeugs – schaut mal auf die Schulter dieses Orks!

Sweet as

Hach, die freundlichen Kiwis… Gerade wir Deutschen neigen dazu, Menschen, die sich durchschnittlich netter verhalten als wir, als Heilige zu verklären (anstatt uns einfach zu bemühen, selbst ein bisschen netter zu sein).

Neuseeländer sind Menschen wie wir alle. Viele sind ausnehmend freundlich, herzlich und offen. Aber es kann durchaus passieren, dass ihr an einen unfreundlicheren Zeitgenossen geratet – vor allem in der Massenabfertigung der Campervan-Vermieter, bei touristischen Angeboten und in Städten ist das wahrscheinlicher. Und wenn das passiert, dann lasst euch davon nicht euer Neuseeland-Erlebnis ruinieren; zu Hause hättet ihr das Erlebnis nach fünf Minuten Ärgern ad acta gelegt.

Grenzenlose Freiheit?

Entgegen der Wahrnehmung (und entgegen dem Eindruck, den die touristischen Werbekampagnen erwecken) ist es in Neuseeland gar nicht so einfach, die große Freiheit zu genießen. Weite Teile des Landes befinden sich nämlich als Farmland in Privatbesitz.

Und da Neuseeland an sich nun mal nicht allzu groß ist, heißt das, dass man durchaus häufiger auf Zäune stößt, mit denen die Besitzer ihr Land umgeben. Das liegt sicherlich eher an entfliehenden Weidetieren als am Misstrauen gegenüber fremden Reisenden. Aber wenn man mal eben sein Zelt am Straßenrand aufschlagen oder querfeldein laufen will, ist es halt lästig.

Riesige, menschenleere Weiten wie Australien oder die Mongolei hat Neuseeland nicht zu bieten. Wie denn auch, schaut mal auf die Landkarte!

Weltwunderer NZ Pakiri Beach

Die grandiose Natur ist nicht immer für alle da

Die Brot-Wüste

Für alle, die es vielleicht noch nicht wussten: Neuseeländisches Brot schmeckt nicht. Und die Wurst ist auch nicht so doll.

Am schlimmsten: das Reisefieber!

…und nach dem ganzen Kleinkram am Ende noch die allerwichtigste Warnung: Neuseeland macht süchtig. Nur die allerwenigsten können sich dem Zauber dieses Landes entziehen – trotz all der Dinge, die wir euch zu bedenken gegeben haben. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass euch nach eurer Rückkehr ein immerwährender Stachel der Sehnsucht im Herzen steckt. Also Vorsicht!!

2 Kommentare

  • Ach je, dass es kein perfektes Land gibt, ist sicher allen klar. Auch in anderen Ländern nicht. Und im Urlaub kann ich da großzügig hinweg sehen. Da mich der NZ-Virus gepackt hat, weiß mein Mann, dass wir nächstes Jaht wieder fahren werden. Und ich freue mich jetzt schon.

  • Kann alle zehn Punkte zustimmen, mein erster Trip ging an einigen Punkten kaputt

    Aber dafür hat mich der letzte Punkt so stark erwischt, dass ich wieder hinfahre 😉

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