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10 kostenlose Dinge, die ihr mit Kindern in Rotorua tun könnt

Anders als die meisten Thermalgebiete der Welt (wie Island, Hawaii oder Yellowstone) sind die Attraktionen von Rotorua für Besucher supereinfach zugänglich, hier steht sogar eine komplette Stadt direkt auf den Geysiren und heißen Quellen. Wir haben 10 Tipps für euren Besuch gesammelt, die euer Budget nicht belasten werden – nur eure Speicherkarten!

Rotorua Kuirau Park Neuseeland 2002

Dampf, zisch, blubber – das ist Rotorua

Rotorua ist schon eine seltsame Stadt: Nicht nur, dass es hier den ganzen Tag übel nach Pups und faulen Eiern riecht – die Gefahren, die direkt unter der dünnen Erdkruste lauern, sind ja offensichtlich. Spätestens der Ausbruch des Mount Tarawera Ende des 19. Jahrhunderts, der die weißen und rosafarbenen Sinterterrassen zerstörte sowie ein komplettes Dorf unter Asche begrub, sollte die Leute zum Umziehen bewegt haben – aber nein, sie blieben hier und Rotorua wuchs zu beachtlicher Größe heran.

Dass auch Touristen in immer größerer Zahl kommen, freut uns natürlich für die Einwohner der Stadt. Es sorgt aber auch dafür, dass immer mehr der eigentlichen thermalen Attraktionen nur noch gegen Eintritt zu sehen sind, und dass eine ganze Reihe weiterer „Attraktionen“ in marktschreierischer Weise an den adrenalinsüchtigen Backpacker gebracht wird – nervig!

Trotzdem gibt es in Rotorua immer noch eine ganze Menge zu tun, bei dem ihr eure Reisekasse getrost verschlossen lassen könnt. Hier sind unsere besten Tipps:

Rotorua selbst

Rotorua ist schon an sich eine krasse Stadt – wo die Erdkruste so dünn ist, dass man vielerorts das Gefühl hat, man laufe auf einem dumpf klingenden Holzbrett und nicht auf festem Grund. Es riecht je nach Windverhältnissen zeitweise wirklich arg nach Pups (-> Schwefel), was kleine Kinder suuuperwitzig finden!

Eher erschreckend fanden wir die vielen kleinen „Baustellen“, an denen klaffende, heiß dampfende Risse in der Straße nonchalant abgesperrt sind. Selbst aus den Gullydeckeln dampft es! Ein Spielplatz, der „Volcanic Playground“ heißt, und heiß dampfende Löcher in Hinterhöfen, in denen Drahtkörbchen mit Eiern und Gemüse hängen, sind ebenfalls sehr sehenswert.

Nicht zuletzt ist die Lakefront von Rotorua einfach schön zum Spazieren und Picknicken – und hier riecht es auch nicht ganz so ekelhaft.

Weltwunderer Rotorua Kuirau Park

Gefährlich!

Kuirau Park

Der Stadtpark von Rotorua bietet schon einen guten Einblick in das, was euch in den teuren Thermalgebieten (Wai-O-Tapu, Whakarewarewa Thermal Village, Waimangu Volcanic Valley) erwartet. Gefällt es euch hier und wollt ihr mehr sehen, könnt ihr loslegen – stellt sich heraus, dass eure Kinder von dampfenden Seen, blubbernden Schlammpools und spotzenden Wasserlöchern gelangweilt oder verängstigt sind (oder dass sie alles tun, um hineinzufallen), dann genügt euch dieser Einblick in die thermale Wunderwelt schon.

Durch den Park führt ein Netz von Wegen, man kann nach Lust und Laune herumgehen (nur nicht vom Pfad ab – gefährlich!). Am See in der Mitte gibt es eine nette Wiese zum Picknicken, aber Achtung – der See ist heiß und duftet nicht eben appetitmachend.

Government Gardens

Ein ganz anderer öffentlicher Park in Rotorua sind die Government Gardens – hier kann man unter anderem das eindrucksvolle viktorianische Badehaus, das heute „Rotorua Museum of Art and History“ heißt, Maori-Schnitzkunst, (natürlich) Geysire und heiße Quellen und eine Menge englischen Rasen bestaunen (und betreten). Allein das war ein Hit für unsere Kinder!

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Tudor-Stil mit englischem Rasen im Government Park © Flickr/anoldent

Sulphur Bay und Sulphur Flats

Gleich hinter dem Government Park liegt die Sulphur Bay, und was das für ein Kontrastprogramm ist! Das ansonsten tiefblaue Wasser des Sees wird milchig-weiß durch die Ausschwemmungen der anliegenden Thermalgebiete. Man kann sich ohne Weiteres auf einen anderen Planeten versetzen. (Die toten Vögel, die hier häufiger herumliegen, sind angeblich erstickt wegen des hohen Kohlendioxid-Gehalts in der Luft. Gruselig!)

Ein Rundweg führt hier vorbei an Sinterterrassen, dampfenden Löchern, Schlammpools und auch Lava-Resten. Spaßig fanden wir den „Coffee Pot“ und „Cameron’s Laughing Gas Pool“, wo tatsächlich Anfang des 20. Jahrhunderts Badegäste für therapeutische Bäder an Stricken in den heißen Schlamm hinabgelassen wurden und (im zweiten Pool) angeblich Lachkrämpfe bekamen.

Südlich des Parks liegen die Sulphur Flats, eine dampfende, graue Ebene, die übersät ist mit verkümmerten Büschen und verdächtigen Schlammpfützen. Der Weg mitten hindurch schließt sich an den Sulphur Bay Walkway an und heißt Te Arikiroa. Achtung, hier kann es sehr matschig werden, wenn es geregnet hat, und mit lebhaften Kindern, die nicht an der Hand bleiben wollen, empfehlen wir diesen Weg nicht!

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Die gruseligen Sulphur Flats © Flickr/scarknee

Maori-Kultur im Ohinemutu Village

Das Whakarewarewa Maori Village ist euch zu touristisch? Dann schaut euch doch einfach in Ohinemutu um. Hier sieht es aus wie in „good old times“, als die Maori vom Stamm der Ngati Whakaue den größten Teil von Rotoruas Einwohnerschaft ausmachten und der Ortsteil das Zentrum von Rotorua bildete. Alte Holzkirchen und Maraes, viele tolle Schnitzereien, und natürlich überall Dampf und Qualm und Gestank.

Tipp: Wenn gerade kein Gottesdienst ist, geht doch mal in die Kirche hinein. Das Jesus-Porträt in Maori-Manier ist … Geschmackssache, aber die Ausführung auf einer Glasscheibe mit dem See direkt dahinter macht schon was her.

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Maori-Kirche – wer’s mag… © Flickr/Dave Smith

Kostenloses Spa im Kerosene Creek

Dieses kleine Naturwunder haben wir schon 2002 besucht und waren verzaubert – inzwischen scheint sich nicht viel geändert zu haben, außer dass jetzt ein Gattertor auf der Zufahrtsstraße zum Parken VOR dem Wald zwingt. Das ist nicht weiter schlimm, denn man muss nur fünf Minuten auf einem gut sichtbaren Pfad gehen, bevor man den dampfenden kleinen Bach sieht. Dann heißt es nur noch, nach der perfekten Stelle suchen und hoffen, dass gerade niemand anders da ist.

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Heißer Bach! © Flickr/David Lynch

Whakarewarewa Redwoods Forest

Über den verwunschenen Wald aus angepflanzten kalifornischen Redwood-Bäumen, der gleich hinter der Stadtgrenze liegt, haben wir schon einen ausführlicheren Beitrag, den wir euch ans Herz legen wollen.

Gleich hier findet ihr auch einen der besten Ausblicke auf Rotorua, und zwar vom Ridgeline Trig Track, auch bekannt als Whakarewarewa Viewpoint Track. Der kürzeste Weg hinauf beginnt am Waipa Carpark (der liegt ein Stück hinter dem normalen Besucherparkplatz, hier starten viele Mountainbike-Strecken). Hier einmal die Brücke überqueren und zweimal links abbiegen auf den Pohaturoa Trail, erreicht man nach 20 bis 30 Minuten den Ridgeline Trig Track, von hier geht es noch ein kurzes Stück bergab.

Hoffentlich habt ihr Zeit, denn etwa alle halben Stunden eruptiert der Pohutu Geyser in Te Puia, und das sieht von hier oben gigantisch aus!

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Der Pohutu Geyser in Aktion © Flickr/Scott Davies

Hamurana Springs Walkway

Hierfür müsst ihr ans Nordufer des Lake Rotorua fahren, der Weg zu den tiefsten und blau-grünsten Quellen der Nordinsel startet direkt neben einem Golfplatz. Ein perfekter Platz für einen Mittagsstopp, denn in dem kristallklaren (und eiskalten) Quellwasser kann man herrlich baden (aufwärmen dann im See), anschließend in der Sonne picknicken – ein Traum!

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Hamurana Springs – märchenhaft, oder? © Flickr/Kathrin & Stefan Marks

Panoramablick vom Rainbow Mountain

Euer letzter Stopp in Rotorua, wenn ihr in Richtung Süden fahrt, liegt 24 km vor der Stadt, ein kleines Stück hinter der Kreuzung mit dem SH 38. Im Rainbow Mountain Scenic Reserve führt ein Weg zu einem supertollen Aussichtspunkt über ganz Rotorua und Taupo – von der Hügelkuppe (über 700 Meter hoch!) seht ihr acht Seen, darunter den Lake Rotomahana mit seinen dampfenden Ufern und den grasgrünen Lake Ngakoro im Wai-O-Tapu-Thermalgebiet, ihr seht den Mount Tarawera und im Süden den Ruapehu, ihr seht die aufsteigenden Dämpfe aus dem Waikite Valley und (Kontrastprogramm) den dampfenden Kühlturm des Ohaaki-Thermalkraftwerks.

Am besten macht ihr euch schon morgens auf den Weg, denn dann könnt ihr exakt um 10:15 Uhr den ausbrechenden Lady Knox Geyser aus der Ferne beobachten (für den es sich wirklich nicht lohnt, Eintritt zu bezahlen – meinen wir).

Flickr_Andy McDowell

Rainbow Mountain von unten © Flickr/Andy McDowell

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