Where to go in NZ

Ein Abstecher in die Südsee – empfehlenswerter Abschluss für eine Neuseelandreise?

Von langen und noch längeren Reisen nach Neuseeland haben in diesem Blog schon viele Familien begeistert erzählt. Einige haben ihre Traumreise noch mit einer Stippvisite im Südsee-Paradies „getoppt“. Das interessiert uns: Ist ein Abstecher in die Südsee eine gute Idee, „wenn man schon mal da ist“? Wir haben drei Familien nach ihren Erfahrungen und Tipps gefragt.

Rarotonga

Rarotonga – das klassische Südsee-Paradies? (c) Christiane Gröger

Auf Rarotonga, der Hauptinsel der Cook Islands, war Christiane aus Leipzig mit ihrer Familie für zehn Tage, nach vier Monaten in Neuseeland.

Christiane: „Die Südsee erschien uns irgendwie sehr verlockend. Und wir hatten ein Round-the-World-Ticket, mussten also für den Extra-Stopp nichts extra bezahlen. Die Cook-Inseln sind ein Inselstaat in freier Assoziierung mit Neuseeland. So weit weg von Neuseeland waren wir also gar nicht 😉

Auf Rarotonga gibt es Unmengen von Kokospalmen, eine 32 km lange Straße, die rund um die Insel führt, viele schöne Strände, die zum Schnorcheln und Verweilen einladen, tausende Papayabäume, Mangobäume, Bananenpflanzen und Brotfruchtbäume findet man überall auf der Insel. Mit dem Auto oder Mofa kann man sich mit maximal 50 km/h fortbewegen, das reicht aber völlig aus.

Das Wasser ist bis zur Riffkante flach und warm, die vielen bunten Fische, die man schnorchelnd entdecken kann, sind absolut toll.  Auch die Kleinsten können sich in Ufernähe über die bunten Fische freuen und nach Herzenslust planschen.

Rarotonga

(c) Christiane Gröger

Aber wie im Katalog – also: weißer, sauberer Sand mit Palmen gesäumt – ist es nicht ganz! Die Strände waren nicht ganz so beeindruckend, wie ich es erwartet hatte, und mir gab es auch zu viel Müll. Es ist schön, keine Frage, aber es ist nicht perfekt.

Außerdem fehlten mir die Muscheln, davon gab es nur wenige. Und wenn man mal eine schöne findet, ist sie garantiert von einem kleinen, süßen Einsiedlerkrebs besetzt. Den will man ja nicht rausschmeißen.

Rarotonga

(c) Christiane Gröger

WW: Wie familienfreundlich habt ihr Rarotonga erlebt – gerade im Vergleich zu Neuseeland?

In Neuseeland waren wir von der herzlichen Freundlichkeit der Einwohner total angetan. Diese scheinbar fast allen Neuseeländern innewohnende Liebenswürdigkeit habe ich bei den Einheimischen auf Rarotonga vermisst. Es gibt auch hier freundliche Menschen, aber es ist kein Vergleich zu Neuseeland. Spielplätze wie in Neuseeland findet man auch nicht.

Dennoch kann man Rarotonga als kinder- und familienfreundlich bezeichnen, denn man braucht dort einfach nicht viel zum Glücklichsein! In einigen Hotels gibt es bestimmt auch Kinderbelustigungsprogramme, aber der Strand und das warme, flache Wasser mit den bunten Fischen dürften den meisten Kindern genügen.

Fragt man Pepe: „Wo hat es dir auf eurer Reise am besten gefallen?“, sagt er: „In der Südsee.“ Es ist nicht mein Paradies gewesen, aber es ist ein Paradies für die Kinder. Wir sind mit dem Mietauto an verschiedene Strände gefahren, haben im warmen Wasser geplanscht und geschnorchelt – für mich absolut faszinierend. Als das Wetter etwas schlechter war, haben wir eine Tour ins Inselinnere gemacht. Zu Fuß ging es 14-mal durch einen Fluss – auch mit unserem zweijährigen Theo auf dem Arm war das gut machbar.

Freitags waren wir auf dem Nachtmarkt, dort treffen sich die Einheimischen zum Abendessen und es gibt Musik. Samstags ist ein großer Markt, auf dem man so gut wie alles kaufen kann.

Rarotonga

(c) Christiane Gröger

WW: Ist die Südsee ein teures Pflaster?

Ein klares Ja. Wenn man dort in den Supermarkt geht, sehnt man sich nach den Preisen in Deutschland! Ich fand schon Neuseeland recht preisintensiv, aber das kann Rarotonga locker toppen.

Die einheimische Brotfrucht war auf dem Markt recht günstig und hat, ähnlich wie Kartoffeln zubereitet, sehr lecker geschmeckt. Aber mit etwas Fisch oder Fleisch dazu kommen schnell viele Dollar zusammen. Auch Gemüse wie Paprika, Tomaten und Gurken sind echt teuer. Ach ja: Essen gehen ist noch teurer.

Da man aber außer vielleicht einem Fortbewegungsmittel nicht viel braucht, um einfach die Seele baumeln zu lassen, kann man das verschmerzen. Unser Bungalow  (auf Empfehlung von Bekannten lange im Vorfeld über backpackers.com gebucht) war zwar schon etwas abgewohnt, aber für uns war es ausreichend. Wir waren Selbstversorger, das Meer war keine zwanzig Meter vom Bungalow entfernt, die Hängematte hing unter dem Bungalow und rundherum standen Kokospalmen.

Rarotonga

(c) Christiane Gröger

WW: Wärt ihr gern länger als die zehn Tage geblieben?

Die Kinder definitiv, da sind zum Abschied Tränen geflossen. Ich finde, dass zehn Tage für diese eine Insel gereicht haben. Wenn man aber Inselhopping betreiben will, dann bietet sich etwas mehr Zeit sicher an. Ich hätte gern noch einen Tagesausflug nach Aitutaki gemacht, das soll das Paradies schlechthin sein. Leider war der einzige mögliche Termin ausgebucht.

Irgendwann wollen wir noch einmal in die Südsee reisen. Dann aber woanders hin – vielleicht finde ich dann auch mein Paradies.

Rarotonga

Die Kinder fühlen hier auf jeden Fall wohl! (c) Christiane Gröger

 

Gabi und Gunter Reichert, die nach einer Neuseeland-Reise mit drei (!) kleinen Kindern noch ein paar Tage auf Rarotonga dranhängten, berichten in ihrem Blog von ganz anderen Erlebnissen. Krönender Abschluss ihrer Reise ins Paradies war – eine Lebensmittelvergiftung der Kinder durch Shrimps auf der Pizza.

Diese Tipps für Reisen mit Kindern in die Südsee könnt ihr auch ausführlicher im Blog der 5Reicherts nachlesen:

  • Als Familie hat man oft Probleme mit der Unterkunft: In vielen Hotels und Resorts sind Kinder unter zwölf Jahren oder auch generell nicht erwünscht oder nicht einmal erlaubt.
  • Auch in vielen Restaurants waren wir mit Kindern unerwünscht.
  • Generell sind die Angebote entweder sehr teuer oder sehr billig, eine Mitte gibt es nicht. Die billigen Häuser sind ganz schön heruntergekommen und oft nicht kindersicher, im Gras lauern beißende rote Ameisen und im Wald warten Stechmücken. Im Wasser lauern andere Gefahren: giftige Steinfische zum Beispiel, wegen denen man nie ohne Badeschuhe ins Meer gehen sollte.
  • Besonders sollte man auf die Erreichbarkeit von Geschäften und Restaurants achten – „fünf Minuten zu Fuß“ können locker auch eine Stunde durch Unterholz am Strand entlang bedeuten, wenn man kein (teures!) Mietauto hat. Auswärts essen ist teuer und umständlich, Essen ins Haus bestellen ist ebenso teuer und nur sehr wenige Restaurants bieten das an. Zum Einkaufen und selbst Kochen braucht man ein Auto.
  • Im Endeffekt sind wir widerstrebend zu der Überzeugung gekommen, dass für eine Südseereise mit kleinen Kindern ein Resort doch am besten geeignet ist – dort können sie sicher spielen und haben Spielgefährten und gute Betreuung. Da die Organisation und Selbstversorgung unverhältnismäßig aufwendig und teuer sind, kann man sich genauso gut in die kundige Betreuung eines Resorts begeben.
Rarotonga

Vorsicht, Kokosnüsse! (c) Christiane Gröger

Ulrike und Rolf haben von ihrer Reise durch Neuseeland bereits vor einiger Zeit bei uns berichtet. Das grandiose Ende von zwei Monaten in Godzone war ihre Hochzeit auf Fiji. Was sagen sie zum Südsee-Traum?

Ulrike: „Ich muss leider sagen, dass wir von der Südsee etwas enttäuscht waren. Fiji ist schon schön, aber insbesondere die kleinen Inseln sind halt Tourismus pur, wir kamen uns teilweise wie in Mallorca vor … Möglicherweise sind wir schon sehr von Thailand, Indonesien und insbesondere den Philippinen verwöhnt. Da bekommt man dieselbe und noch schönere Natur für einen Bruchteil der Fiji-Preise. Man hat eigentlich nur dann eine Chance, das wirkliche Fiji kennenzulernen, wenn man die Hauptinsel auf eigene Faust erkundet (was wir zum Glück getan haben).

Für unsere Hochzeit war es trotzdem schön, wir konnten nach der anstrengenden Neuseeland-Rundreise entspannen und hatten uns natürlich wegen des Ereignisses besonders schöne Unterkünfte herausgesucht.

WW: Die sicherlich auch ganz schön teuer waren…

Ja, deshalb wollten wir auf der nächsten Station, in Samoa, wieder sparen und  unserem eigentlichen einfachen Reisestil nachgehen. Dadurch hatten wir allerdings teilweise Schwierigkeiten, überhaupt eine kindgerechte Unterkunft zu finden, die kein Luxusresort war. Beim Essen mussten wir (auch das Baby!) uns zumeist mit Fish and Chips oder Chicken and Chips zufrieden geben.

WW: Haben sich die Entbehrungen denn wenigstens gelohnt?

Samoa ist ganz anders als Fiji, absolut untouristisch. Landschaftlich hat mich die Insel aber nicht vom Hocker gerissen, das haben wir alles schon gesehen.

Letztlich lohnt es sich nicht, extra dafür so weit zu reisen. Wenn man aber schon mal da ist und Geld übrig hat, kann man die Südsee auch gleich „mitnehmen“.

Rarotonga

(c) Christiane Gröger

Wir danken den drei Familien für ihre Erzählungen und ihre Ratschläge! Wer mehr über die Reisen lesen will, kann das in den teilweise sehr ausführlichen Blogs tun.

 

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