Aktuelles

Ahhh… Wasser…! Die große Dürre in Neuseeland

Während wir in Deutschland unter immerwährendem Winter so langsam in tiefe Depressionen versinken, ächzen die Menschen in Neuseeland seit Monaten unter der sengenden Sonne und wünschen sich – Regen. Der ja, wie wir uns erinnern, im Sommer 2012/13 zur Genüge fiel … Unsere Leserin Kerstin hat uns Dürre-Impressionen aus erster Hand geschickt – danke!

Hallo Weltwunderer! Wir sind jetzt mit unseren Kindern schon zwei Monate mit dem Wohnmobil in Neuseeland unterwegs. In diesen zwei Monaten hat es gerade einmal 1,5 Tage (!) geregnet. Im Northland erzählte uns ein Schäfer, hier habe es seit Oktober nur acht (!) Millimeter (!) Regen gegeben. Ansonsten rund um die Uhr schönstes Hochsommerwetter, unglaublich.

Brandstufenwarnung auf höchster Stufe (c) kidsaway.de

             Brandstufenwarnung auf höchster Stufe                          (c) kidsaway.de

Vor 23 Jahren war ich schon einmal hier, damals regnete es fast durchgängig. Ich kenne Neuseeland eigentlich als verregnetes Land, deshalb wollte ich auch erst gar nicht so ganz gern wieder hierherfahren. Und wenn man sich die Wetter-Statistiken anschaut, müsste es eigentlich auch viiiieeeeeel mehr regnen.

Aber mit „green and clean“, neee, das ist dieses Jahr nichts! Vor ein paar Tagen wurde im Northland und dann auf der gesamten Nordinsel der Dürre-Notstand ausgerufen. Sogar an der West Coast auf der Südinsel, einem der klassischen Regengebiete des Landes, das man eigentlich nur grau und nass kennt, herrscht offiziell Dürre!

Vertrocknete Bäume am Straßenrand (c) kidsaway.de

Vertrocknete Bäume am Straßenrand (c) kidsaway.de

Das Land sieht in vielen Regionen richtig verbrannnt aus. Wer schon einmal im Oktober in Andalusien war, der weiß, was ich meine: abgegraste, verbrannte Felder, völlig vertrocknete Bäume, Flüsse, die kaum noch Wasser führen. So eine schlimme Dürre gab es in Neuseeland seit 70 Jahren nicht mehr.

Viele Sportplätze haben durch die Hitze und die Trockenheit ihre Rasenfläche eingebüßt und tiefe Risse bekommen, was die leidenschaftlichen Rugby-Spieler vor ein echtes Problem stellt, wenn im Herbst die neue Saison beginnt. Sobald es dann nämlich doch zu regnen beginnt, verwandeln sich diese Spielflächen in wahre Schlammseen.

Aber noch viel schlimmer ist die Situation für die Bauern: Die Kühe auf der Weide werden nur noch einmal anstatt zweimal am Tag gemolken, die Schäfer werden ihre Schafe diesen Herbst wohl gar nicht decken lassen, weil die Mutterschafe das gesundheitlich nicht schaffen würden. Das Gras auf den Weiden ist weg, die Bauern verfüttern bereits ihre Wintervorräte an die Tiere – eine echte Katastrophe.

Vertrocknete Schlammlöcher - noch nicht einmal die Blubbs mögen so richtig blubbern (c) kidsaway.de

Vertrocknete Schlammlöcher – noch nicht einmal die Blubbs mögen so richtig blubbern (c) kidsaway.de

Ob irgendwann Erlösung kommt? Für die nächsten zwei Wochen ist jedenfalls weiterhin eitel Sonnenschein angekündigt, mit nur vereinzelten Regenschauern dazwischen. Und während man auf der Nordinsel immerhin darauf hoffen kann, dass der Herbst den üblichen Regen mitbringt, gilt das für die Südinsel wohl nicht.

Sollte nicht bald eine längere Regenfront herbeiziehen (wonach es nicht aussieht), müssen auch die Menschen in den Städten wie Auckland und Wellington mit Wasserknappheit rechnen; die Reserven in Wellington reichen angeblich nur noch für wenige Tage. Die Einwohner dürfen jetzt kein Wasser mehr für „outdoor use“ verwenden und sollen versuchen, 30 Liter weniger pro Tag zu verbrauchen.

Das Schärfste angesichts dieser nationalen Krise: Der Bürgermeister von Taupo (da sind wir gerade) hat angeblich für seine Straße eine Ausnahmeregelung von den geltenden „water restrictions“ erlassen und darf seinen Vorgarten weiterhin täglich wässern … unglaublich!

Liebe Grüße,

Kerstin

Vielen Dank für den ausführlichen Bericht und die Fotos, Kerstin – wir wünschen euch eine schöne Weiterreise und so viel Regen wie möglich! 😉

3 Kommentare

Hier kommt deine Meinung rein.