Gut zu wissen

ANZAC Day in Neuseeland – alles, was man wissen muss

Der 25. April ist in den meisten Teilen der Welt ein ganz normaler Frühlingstag. Nicht so in Australien, Tonga und Neuseeland: Hier feiern die Menschen den ANZAC Day. Jedes Jahr seit 1916 wird an diesem Datum daran erinnert, wie neuseeländische und australische (und offensichtlich auch tongaische…) Truppen im Ersten Weltkrieg an der Spitze der Gallipoli-Halbinsel landeten, wo sie nach ausführlichen Grabenkämpfen von den Türken gründlich besiegt wurden. Aber nicht ohne erbitterte Gegenwehr – insgesamt sollen dort auf beiden Seiten 250.000 Soldaten im Dienste des großen Ganzen gestorben sein.

Weltwunderer Graveyard Leigh

Der ANZAC Day ist für Australien und Neuseeland (Tonga lasse ich jetzt mal außen vor, obwohl ich nicht den sicher wertvollen Beitrag der Tongaer Bürger zum Sieg der Entente-Mächte im Ersten Weltkrieg schmälern möchte!) nicht nur ein Gedenktag für diesen einen Tag und diesen einen Krieg, sondern er definiert auch Neuseelands Selbstverständnis als Mitglied des englischen Commonwealth – so wie ich es verstehe, bekräftigt die Teilnahme an den Kriegen dieser Welt das Gefühl der Neuseeländer, eben nicht eine Fliegenschiss-Nation am A… der Welt zu sein, sondern dazuzugehören zu den Großen Entscheidern.

Als Reisender durch Neuseeland findet man in nahezu jedem Ort Beweise für die nationale Bedeutung des Ersten Weltkriegs: Über 500 Gedenktafeln und Memorial-Denkmäler erinnern an die Gefallenen dieses Krieges. Im Ersten Weltkrieg sind laut Wikipedia 16.302 Neuseeländer gefallen, im Zweiten Weltkrieg waren es 11.928.

Obwohl Neuseeland im Zweiten Weltkrieg die höchste Verlustrate aller Alliierten Kriegsparteien im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl erlitt, spielt der Erste Weltkrieg seltsamerweise eine wesentlich prominentere Rolle für die nationale Identität. Hm. Genaueres findet der interessierte Reisende, wie immer, unter New Zealand History Online.

Nach dieser kleinen Geschichtsstunde für Neuseeland-Fans, die auch mal ein bisschen was lernen wollen, runden wir unsere Lektion ab mit dem Rezept für „ANZAC Biscuits“ – leckere Kekse ohne Ei, die, so will es die Mär, von den besorgten Soldatenfrauen zu ihren kämpfenden Männern in die Schützengräbe geschickt wurden. Ohne Ei, weil besser haltbar; aber auch, weil im Ersten Weltkrieg die Eier knapp waren. Die Hühnerfarmer waren alle in den Krieg gezogen…

Here goes: ANZAC Biscuits

1 Tasse Mehl
1 Tasse Haferflocken
1 Tasse Kokosflocken
1/2 Tasse Butter (ca. 120 g)
4 Esslöffel Golden Syrup
1 Teelöffel Natron
2 Esslöffel kochendes Wasser

Mehl, Haferflocken und Kokosflocken mischen, Butter und Sirup schmelzen.
Natron in kochendes Wasser einrühren und in die Butter-Sirup-Mischung geben, zu den trockenen Zutaten geben und alles vermengen.
Jeweils einen Esslöffel Teig auf ein gefettetes Backblech geben und plattdrücken. Bei 150 Grad 15 Minuten im Ofen backen, bis die Kekse goldbraun sind.

Enjoy!

ANZAC Biscuits (c) Flickr_Stephanie

ANZAC Biscuits (c) Flickr_Stephanie

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