Schweden

Astrid Lindgren Welt in Småland: Warum wir nicht so begeistert waren

Normalerweise reden wir hier eher über „Herr der Ringe“-Filme, deren spektakuläre Kulissen in Neuseeland zu finden sind. Auch Småland in Schweden bietet eine Vielzahl von Film Locations – für Kinder und nostalgische Erwachsene. Die Spuren von Astrid Lindgren sind überall. In Bullerbyn, in Sevedstorp, aber vor allem in der Astrid Lindgren Värld bei Vimmerby.

Smaland Astrid Lindgren Pippi Langstrumpf Krumelus Pillen

Nie erwachsen werden – in Smaland träumen davon viele Reisende 😉

Wer die Bücher der schwedischen Autorin Astrid Lindgren nicht kennt, wem zu Pippi Langstrumpf*, Michel* und Ronja Räubertochter* nichts einfällt, der hat seine Kindheit wahrscheinlich unter einem Stein verbracht. Wir alle haben sie gelesen und/oder die Filme gesehen. Wir alle zeigen diese Filme heute unseren Kindern mit dem guten Gewissen, ihnen damit das pädagogisch Beste zu bieten.

Wie toll, dass man in Småland an jeder Ecke auf die Spuren dieser Kindheitshelden stößt! Oder? Zugegeben: Vor allem wir Erwachsenen waren es, die auf unserer Småland-Rundreise immer wieder verzückt anhielten und rote Häuschen fotografierten.

Vor allem die Erwachsenen waren es auch, die sich schon Wochen vor unserer Småland-Reise ein Loch in den A… freuten, weil sie bald ihren Kindheitsheldinnen Pippi, Ronja & Co. begegnen würden.

Småland – ein schwerer Fall von Kindheits-Nostalgie?

Smaland Astrid Lindgren Värld

Echt oder nicht? In der Krachmacherstraße verschwimmen die Grenzen

Småland: die echte Astrid Lindgren Welt

Astrid Lindgren wurde 1907 in der Kleinstadt Näs (heute ein Stadtteil von Vimmerby) in einem rot gestrichenen Haus geboren und verbrachte dort ihre Kindheit, und genau dort spielen auch viele ihrer Geschichten. Eine Location-Tour in Småland hat den doppelten Reiz, dass man dabei gleichzeitig die Lebensgeschichte der Autorin nacherleben, die Handlungsorte ihrer Geschichten und die Drehorte der Filme sehen kann.

Da diese Drehorte kaum touristisch vermarktet und von normalen Menschen bewohnt werden, sehen sie heute großteils noch genauso idyllisch aus – man fühlt sich auf Katthult (wo der kleine Michel Svensson zwar nicht wirklich lebte und der eigentlich Astrid Johansson Gård heißt), in Bullerbü (wo Astrid Lindgrens Vater im Mittelhof, dem Mellangården, seine Kindheit verbrachte) und im Ortskern von Vimmerby mit seinen kopfsteingepflasterten Gassen und den niedrigen bunten Holzhäusern wie in der Zeit zurückversetzt, ohne Eintritt zu bezahlen oder sich über Touristenmassen ärgern zu müssen.

Smaland Astrid Lindgren Bullerbyn

Hier liegt das echte „Bullerbyn“

Smaland Bullerbü Astrid Lindgren

Im Mellangården lebte Astrid Lindgrens Vater – und hier wurde auch Bullerbü gedreht!

Smaland Bullerbü Astrid Lindgren

Der Beweis…

Wir waren wirklich verzaubert von der stillen Atmosphäre in Bullerbyn aka Sevedstorp und Katthult aka Gibberyd. Auch wenn wir bei unserem Besuch an einem späten Juni-Nachmittag nicht mehr in den Schuppen schauen konnten, wo Michels geschnitzte Holzmännchen stehen, durften wir doch über den ganzen Hof streifen, den eigens gebauten Spielplatz nutzen und ins Fenster der „Trissebude“ linsen, wo Michel seinen Vater eingesperrt hatte.

Das Örtchen Lönneberga gibt es übrigens wirklich und es liegt ganz in der Nähe – aber einen Bauernhof, wie man ihn aus den Michel-Filmen kennt, gibt es dort nicht. Und in Mariannelund erinnert nur das Ortseingangsschild an seinen berühmtesten Bewohner Michel Svensson.

Smaland Katthult Astrid Lindgren

Der echte Michel im echten Katthult? 😉

Smaland Katthult Astrid Lindgren

Michels berühmte „Trissebude“

Und dann ging es in die „richtige“ Astrid Lindgren Welt: einen beschaulichen Freizeitpark, der 1981 von drei Familien aus Vimmerby erdacht wurde und heute im Besitz der Kommune ist. Aus einigen verkleinerten Nachbauten ist ein riesiges Gelände geworden, auf dem nun auch Filmsets in Originalgröße stehen – Lottas Krachmacherstraße zum Beispiel diente 1991 wirklich als Drehort für die Serie.

Wenn man erzählt, dass man nach Småland in die Astrid Lindgren Värld fährt, wollen alle mitkommen. „Das ist sooo toll da!“, hieß es von allen Seiten. Die Helden seiner Kindheit live treffen, ihre Geschichten in Theaterstücken vor originalgetreuen Kulissen miterleben, vielleicht sogar mit ihnen gemeinsam singen und tanzen!!

Oje, war mein erster Gedanke.

So unbeliebt ich mich bei euch jetzt vielleicht machen werde – die Astrid Lindgren Värld hat mich nicht wirklich begeistert. Aus Gründen.

Smaland Astrid Lindgren Värld

Hier war es für mich schon vorbei. Klettern verboten – in der Pippi-Welt?!

Geständnis: Ich mag Pippi Langstrumpf nicht

Damit bin ich auf der ganzen Welt fast die einzige – eine Google-Suche nach diesem Satz ergibt genau vier Treffer. Auf Englisch hat sich noch niemand dazu bekannt, die verrückte, unangepasste Ephraimstochter nicht zu mögen.

Ich kann das auch begründen: Dieses Mädchen ist mir suspekt. Eine Zehnjährige, die sich von niemandem etwas sagen lässt, alles allein macht (wie zum Henker hält sie ihre Villa sauber?), die superstark ist und immer gut drauf. Die niemals unsicher ist, niemals weint oder Angst hat. Die auch nie versucht, sich in andere hineinzuversetzen – nein, sie macht sich die Welt lieber genauso, wie es ihr gefällt.

Die es okay findet, dass ihr Vater sie allein lässt, um weit weg Eingeborene auf einer Insel zu beherrschen (mit welchem Recht eigentlich?). Klar, sie wird ja bald nachgeholt und ist dann eine „Negerprinzessin“ (ein Wort, das mir die Lippen kräuselt, schon wenn ich es tippe – und das Astrid Lindgren in ihren Büchern zeitlebens nicht abändern wollte).

Die vor allem deshalb ein tolles Leben als Single-Kind hat, weil sie bei Bedarf einfach ihren Koffer voll Gold herausholt. Die also niemals auf etwas verzichten muss, niemals einen Kompromiss machen oder kreativ sein muss, um ihre Ziele zu erreichen. Die auch niemals etwas lernen will oder muss. Plutimikation ist doof, mir doch egal, tralala.

Hat Pippi eigentlich einen Freund oder eine Freundin, der sie vertraut und der sie ihr Herz ausschütten kann? Für Thomas und Annika ist sie eher eine Heldin, die bestimmt, wo es langgeht. Andere Kinder treten nicht auf, Erwachsene sind durch die Bank doof – bis auf den Vater, aber der ist halt weg. Bleiben das Pferd und der Affe – und genau mit diesen Ersatz-Freunden sitzt Pippi dann abends allein in ihrer Villa. Ist das nicht traurig?

Smaland Astrid Lindgren Värld

Die doofe Prüsseliese – um Pippi soll sich keiner kümmern!

All das stößt mir auf, wenn ich an Pippi Langstrumpf denke. Und dann schüttle ich verwundert den Kopf über all die Erwachsenen, die dieses Mädel als Rollenmodell für ihre Kinder – nein, korrekt: für ihre Töchter lieben. Bis hin zum Pippi-Schürzenkleid. Und die dann aber (natürlich!) genervt sind, wenn der Nachwuchs ein echtes Pippi-Verhalten an den Tag legt. Denn alltagstauglich ist eine solche Person wahrlich nicht.

Mit diesen Gedanken im Kopf fuhr ich also nach Vimmerby ins östliche Småland. Und wurde (nicht) enttäuscht.

Astrid Lindgren Värld bei Vimmerby: ein objektiver Bericht

Wie hatte sich die Weltwundertochter darauf gefreut! Hätte sie nicht die Schulfreistellung bekommen, um mich auf diesem Trip zu begleiten, wäre ich wohl jahrelang von ihr gehasst worden.

Ihre Freunde hatten die Astrid Lindgren Welt in den höchsten Tönen gelobt, und die Tochter kennt und mag viele der Figuren des Lindgren-Universums. Ihre kleine Schwester kennt bis dato nur Lotta aus der Krachmacherstraße – ein lebensechtes, nachvollziehbar dickköpfiges Mädchen. (Ich mag sie auch.)

Smaland Astrid Lindgren Värld

Es geht loooos!

Mit leuchtenden Augen machten sich die Mädels also auf den Weg, der sich gleich nach dem Eingang zur Astrid Lindgren Värld gabelte – und für Streit sorgte. Erst zur Villa Kunterbunt und in die Mattisburg? Oder doch lieber auf die Krachmacherstraße und den Spielplatz? Hilfe!

Lektion eins: Für die Astrid Lindgren Värld müsst ihr euch einen ganzen Tag Zeit nehmen, vielleicht sogar zwei. Das Gelände ist groß, verwinkelt und lädt zu ausgiebigen Entdeckungstouren ein. Und kommt gleich früh um 10 Uhr!

Lektion zwei: Leiht euch bloß keinen Bollerwagen für 30 SEK am Eingang. Die Dinger sind schwer, kaum zu lenken und zum Reinsetzen ungeeignet, und an jeder Treppe muss man sie stehenlassen.

Lektion drei: Bevor ihr an die Kasse geht, atmet einmal tief durch. Die Preise sind gesalzen: Erwachsene (ab 15 Jahren!) zahlen 405 SEK, Kinder 295 SEK (mehr Infos unten).

Lektion vier: Nehmt euch einen Lageplan mit und überlegt genau, welche der vielen Aufführungen ihr anschauen wollt!

Smaland Astrid Lindgren Värld

Unsere Winzlinge in der „winzigen kleinen Stadt“

Bis zu 50 kurze und längere Aufführungen finden über den Tag verteilt auf den Bühnen der verschiedenen „Welten“ statt – von Katthult und Birkenlund über die Mattisburg und die Villa Kunterbunt bis zum spektakulären Drachenkampf der Brüder Löwenherz im Heckenrosental. Da zum richtigen Moment am richtigen Ort zu sein, stellte sich schon als Herausforderung heraus.

Und dann sprachen die Darsteller – natürlich – Schwedisch. Und machten – natürlich – nicht exakt dasselbe wie in den Filmen. Weil Theater eben nicht dasselbe ist wie Film oder Buch. Und da sieht ein Höllenschlund, den man sich beängstigend breit vorgestellt hatte, in echt halt nur mäßig gruselig aus. Ich konnte richtig zusehen, wie in den Augen der Weltwundertochter die hoch aufragende, uralte Mattisburg in der Realität zu einer ollen Pappmaché-Kulisse zusammenschmolz. Mööp.

Smaland Astrid Lindgren Värld

Die Mattisburg zwischen den Aufführungen – irgendwie nicht so cool wie gedacht…

Dann lieber einfach so die verschiedenen Sets erkunden! Auch hier gab es Begeisterung und Enttäuschung.

Während wir alle mit viel Spaß in den kleinen Häusern der winzig kleinen Stadt, von Maditas Birkenlund und Lottas Krachmacherstraße herumliefen, Schule und Kaufladen spielten, machte die Tochter in der Villa Kunterbunt ein langes Gesicht – denn hier drinnen wohnt ganz eindeutig kein echtes Mädchen, es gab weder einen Herrn Nilsson noch einen (echten) Kleinen Onkel, und die Pippi Langstrumpf, die vor der Villa Umarmungen verteilte, war mindestens 25 Jahre alt.

Mein Fazit: Wenn „real life“ auf zu genaue kindliche Erwartungen trifft, kann das nicht gutgehen.

Urlaub in Smaland Astrid Lindgrens Värld

Die Villa Kunterbunt – auf Schwedisch „Villa Villekulla“

Smaland Astrid Lindgren Värld

Die Villa Kunterbunt von innen – hier passt doch kein Pferd rein…?

Den meisten Spaß hatten die Kinder am Ende ganz klassisch auf dem Spielplatz: Die Rutschen in Karlssons Haus, der Kletterpfad, bei dem man nicht den Boden berühren darf oder das Riesen-Haus bei Nils Karlsson Däumling sind schon witzig (wenn auch nicht so, dass es einen umhauen würde…).

In der Astrid Lindgren Welt gibt es keine Fahrgeschäfte und auch sonst kaum etwas „cooles“ – erstaunlich eigentlich, dass so viele Kinder hier trotzdem so begeistert sind. Dieser Freizeitpark lebt komplett von der Magie seines Themas, und von der Schauspielfreude seiner Darsteller. Das ist schon etwas ganz Besonderes – wenn man es denn schätzen kann!

Lektion fünf: Die Astrid Lindgren Värld ist wirklich nur etwas für Kinder, die mit Pippi & Co. etwas anfangen können. Für unsere Dreijährige war der Park nicht mehr als ein netter Spielplatz, auf dem seltsam verkleidete Menschen herumliefen, die sie zum Teil erschreckten.

Smaland Astrid Lindgren Värld

So klein sein wie ein Däumling, das fetzt schon mal

Am meisten Spaß machte uns allen das freie Spiel in den Sets, die gerade nicht von Darstellern „bespielt“ wurden. Da, wo in den kleinen Häuschen von Birkenlund (auf Schwedisch Junibacken) die Geschichten von Madita spielen, taten wir im Kaufladen und in der Dorfschule einfach so, „als ob“, und amüsierten uns prächtig.

Urlaub in Smaland Astrid Lindgrens Värld

In der Kinder-Nachbildung von Birkenlund

Smaland Astrid Lindgren Värld

Brave Schülerin, faule Schülerin 😉

Smaland Astrid Lindgren Värld

Wir kaufen „ein Pfund Bratwurst, von der besten“

Astrid Lindgren Welt: unser (versöhnliches) Fazit

Die zwölfjährige Weltwundertochter war, wie sich herausstellte, aus der Pippi-Phase schon herausgewachsen – sie fand kein rechtes Interesse mehr an der Nachstellung von Geschichten, die sie vor sechs Jahren gelesen hat (wie die Zeit vergeht… schnüf). Anders als die dreijährige Tochter, die den Unterschied zwischen einer Buchfigur und einem Schauspieler noch nicht versteht (und daher Angst vor den Mattis-Räubern hat), kann die Große nicht mehr ignorieren, dass das hier eben nur Schauspieler sind und nicht die echten Figuren (und findet eine erwachsene Pippi mit Drahtzopf-Perücke einfach peinlich).

Wir wollen damit aber nicht sagen, dass man in der Astrid Lindgren Värld keinen schönen Tag verbringen kann!

Der Park ist schön angelegt und sehr grün, mit viel Platz auch in der Hochsaison und Beschäftigungsmöglichkeiten für jedes Alter. Die Sets sind sehr liebevoll und mit Detailtreue eingerichtet und es macht wirklich Freude, sie zu entdecken (wenn man ungefähr weiß, was man da sieht).

-> Ines und ihrer Familie hat es (mit Kindern im passenderen Alter) ausnehmend gut hier gefallen

Smaland Astrid Lindgren Welt

In Michels Wohnstube (die enorm groß ist!)

Und wer Schwedisch kann, der findet sicher auch die vielen Theaterstücke interessant, bei denen eine Heerschar von motivierten Darstellern mitwirkt. Die sich ja auch zwischendurch viel Mühe geben, den kleinen Besuchern eine tolle Zeit zu machen – es ist rührend, wenn man sieht, wie die Augen der Kinder leuchten, wenn sie ihre Helden „in echt“ sehen.

Das Essen in den verschiedenen Restaurants ist überraschend gut – es gibt kein Fastfood!, und wer sparen will, kann sich gern sein eigenes Picknick mitbringen. Und in den Souvenirshops gibt es hochwertige, schön ausgesuchte Dinge, die man seinen Kindern gern kauft und die ihr Geld wert sind. (Unter anderem Krumelus-Pillen!)

Smaland Astrid Lindgren Värld

Polkagrisar aus Gränna gibt es auch in der Astrid Lindgren Värld

Wenn ihr also echte Fans der Geschichten von Astrid Lindgren seid, wenn ihr beim Gedanken an Ronja und Birk ein warmes Gefühl im Bauch bekommt, wenn ihr im Inneren am liebsten auch wie Pippi durch die Straßen hüpfen würdet und wenn eure Kinder gerade im magischen Alter zwischen vier und sieben Jahren sind, wo sie all das auch superduper finden – dann nichts wie hin nach Vimmerby!

Aber sagt nachher nicht, wir hätten euch nicht gewarnt 😉

Smaland Astrid Lindgren Welt

Lottas Haus in der Krachmacherstraße ist ein Original-Drehort

Infos zur Astrid Lindgren Welt

Adresse: SE-598 85 Vimmerby (einfach „Astrid Lindgrens Värld“ ins Navi eingeben)

Eintritt:

  • 50 SKR für den Parkplatz (anderswo parken ist nicht möglich)
  • 405 SKR Erwachsene/295 SKR für Kinder von 3 bis 14 Jahren – in der Hauptsaison (die schwedischen Sommerferien von Mitte Juni bis Ende August), 265 SKR für Erwachsene/190 SKR für Kinder in der Vorsaison und an den Septemberwochenenden

Spartipps:

  • Geburtstagskinder (zwischen 3 und 14 Jahren) zahlen keinen Eintritt.
  • Bringt die Oma mit – Senioren ab 65 Jahren zahlen weniger Eintritt als Kinder.
  • Im September ist der Eintritt von Montag bis Donnerstag frei (dann sind aber keine Darsteller anwesend)!
  • Essen darf man nach Belieben mitbringen.

Öffnungszeiten: in der Hauptsaison von 10 bis 18 Uhr, in der Vorsaison und an den Herbstwochenenden von 10 bis 17 Uhr, im September unter der Woche von 10 bis 15 Uhr – seid pünktlich 10 Uhr da und nutzt die Zeit!

Wenn ihr eine lange Anfahrt und einen Campervan habt, könnt ihr auf dem Parkplatz für 200 SKR übernachten.

Urlaub in Smaland Astrid Lindgren Welt

Hallo, Madita!

Disclaimer: Unsere Reise wurde unterstützt von NOVASOL und TT Line. Wir danken SmålandsTurism und Astrid Lindgren Värld für die Einladung und den schönen Tag!

Wart ihr schon in der Astrid Lindgren Welt in Vimmerby? Was meint ihr – sind wir Kulturbanausen oder könnt ihr uns verstehen?

16 Kommentare

  • Von dieser Seite aus habe ich Pippi noch nie betrachtet-aber ich bin auch einfach nicht so der analytische Mensch 🙂
    Die Astrid Lindgrens Värld haben wir uns im Sommer aufgrund der hohen Eintrittspreise gespaart-ob gerechtfertigt oder nicht, wir haben uns in Schweden einfach auf eigene Faust unser Bullerbü gesucht-weil wir lieber eigene Geschichten erleben, als die anderer nachzuspielen…

  • Das ein Mädchen in geringelten Strümpfen allein in einem Haus wohnt, und dazu noch mit einem Äffchen und einem Pferd, nicht in die Schule ging und Nachts einfach irgendwo übernachten konnte; Das sie keine Angst vor irgendwelchen Gaunern, alten moralisierenden Tanten, der Dunkelheit, in der Höhe im Banenkistenfahrradflugzeug, Ballon oder einem mit Konrad Spezialkleister angetriebenen Schrottauto; Einen Koffer voller Goldstücke mit denen sie sich jede Zuckerstange kaufen konnte, wann immer sie wollte, ruppige Kerle verprügelte, Pferde hochheben konnte und sogar in einer Tonne einen riesigen Wasserfall hinunterrauschte…
    Ja, liebe Autorin. Das ist wirklich Realitätsfern-wie wahr.
    Aber Heissa! Dafür habe ich sie als Kind verehrt! Genau mit diesen Einladungen zu so vielen „Fantasiereisen“ hat sie mich zum Lesen gebracht. In einem kärglich eingerichteten Kinderzimmer der 1970er Jahren das zwei Brüder sich teilen mussten, saß zumindest einer in entspannter Haltung unter einer Decke, und ging auf Reisen. Und es hat weder mir, noch meiner Tochter auch nur im Ansatz geschadet, dass sie rotznäsig und altklug zu Erwachsenen war, oder die Schulpflicht verweigerte. Genauso wenig, wie die tschechischen Kinderhelden dieser Tage z.B. Pan Tau, der mit einer Melone zaubern konnte, oder die Knetfiguren von „Luzie dem Schrecken der Straße“ quitschlebendig waren.
    Man muss das nicht gemocht haben. Doch mit dem Argument der Realität zu kommen halte ich einfach, wie soll ich sagen- mit allem Respekt, am Thema vorbei…

    • Hallo Vince, danke für deinen Kommentar.
      Ich hatte eigentlich nirgends geschrieben, dass mir die Figur Pippi Langstrumpf zu unrealistisch ist. Ich finde sie schlichtweg unsympathisch und habe versucht, das zu begründen. Ich persönlich stehe eben mehr auf Mädchen, die aus eigener Kraft stark und mutig sind, Angst haben und sie überwinden – wie z.B. Ronja Räubertochter. Die hat weder Superkräfte noch einen Koffer voll Gold.
      Dass ich damit auf ziemlichen Gegenwind stoßen würde, war mir klar 😉

  • Hallo ich habe nur zwei kurze Anmerkungen, Astrid Lindgren hat ihre Kindheit in Näs verbracht, der Vater von Astrid Lindgren ist auf dem Mittelhof aufgewachsen und Pippi wird von einer Erwachsenen gespielt weil ihre Rolle manchmal etwas gefährlicher ist (in der Höhe herumklettern etc.) und aus Sicherheitsgründen spielt deshalb eine Erwachsene die Rolle. Ich finde das was du geschrieben hast ganz nett, aber wenn man sich so „negativ“ auslässt (mir kommt das was du geschrieben hast sehr negativ vor) dann sollte man auch wirklich ordentlich recherchieren. Und den Eintritt zur Astrid Lindgren Welt finde ich nun nicht billig, aber wenn man in Museen o.Ä. geht ist man oft genauso viel oder sogar mehr Geld los. Und wenn man die Geschichten kennt und wie du sagst liebt dann macht es aber auch Garnichts das sie in Schwedisch sind, denn dann versteht man sie auch so. Unsere KInder waren beim ersten mal 9 und 7, sie haben alles verstanden und fanden es toll obwohl keiner von uns schwedisch spricht.

    • Hallo Susanne,

      danke für deine Anmerkungen – die Fehler habe ich gleich korrigiert.

      Ich finde nicht, dass ich mich „sehr negativ“ über die Astrid Lindgren Welt ausgelassen habe, im Gegenteil: Ich habe mich darum bemüht, die guten Seiten in den Vordergrund zu stellen.

      Deine Kinder waren mit 7 und 9 im perfekten Alter für den Park, meine mit 3 und 12 eben nicht – und das möchte ich bitteschön auch sagen dürfen; allein schon deshalb, weil ich damit vielleicht anderen Familien bei der Entscheidung helfen kann, ob sie das viele Geld für den Eintritt ausgeben sollen oder nicht. Und das ist viel, wenn man mit zwei oder mehr Kindern anreist.

      Liebe Grüße
      Jenny

  • Wir waren zweimal dort und haben beide Male sehr genossen. Mein Sohn ist mehr ein Michel-Fan, meine Tochter steht auf Pippi und Lotta. Anfangs gab es auch lange Gesichter, dass die Vorstellungen auf Schwedisch sind, aber ich verstehe einiges und habe übersetzt. Die Kinder waren begeistert und ich glaube, das beste Alter ist zwischen 5 und 9. Wichtig ist, viel Zeit für den Park zu haben, um alles auszukosten. Liebe Grüße und hej då. Ines

  • Klare Worte sind immer gut – interessant, was Du da so schreibst! Ich war nie in dem Freizeitpark und hatte, wenngleich ich eingefleischter Pippi-Fan bin (jawoll!!), nie eine wirkliche Motivation, hinzufahren. Weil Freizeitparks halt Freizeitparks sind – siehe auch, was Lena oben schreibt. Aber die echten Film- und Biographie-Schauplätze würde ich gerne mal sehen. Kurz: Deine Erfahrungen decken sich mit meiner Bucket List; sehr beruhigend.

  • Hier einmal eine positive Stimme. Wir fanden es großartig – Wir und auch unsere beiden Kinder (7 und 2 Jahre). Vielleicht seid ihr einfach mit zu hohen Erwartungen hingegangen.

    Es muss nicht immer Action sein und ich freue mich unheimlich, dass unsere Kinder diese liebevolle Atmosphäre schätzen konnten.
    Der Eintrittspreis ist kein Schnäppchen, aber für mich absolut gerechtfertigt! Die Theaterstücke auf schwedisch haben unseren Kindern nichts ausgemacht. Nichteinmal irgendwie irritiert. Es war vollkommen klar, dass in Schweden schwedisch gesprochen wird.
    Beide kennen die Astrid Lindgren Bücher vom vorlesen und somit gab es alle Orte bis dahin nur in ihrer Fantasie. Keine Spur von Enttäuschung, eher absolute Begeisterung, diese Schauplätze tatsächlich anfassen zu dürfen.
    Wir waren um 10 Uhr da, mit Park-Plan. Aber wir haben alles einfach auf uns zukommen lassen. Ohne Druck, was wir sehen müssen.
    Sicher haben wir einiges verpasst, aber wir wollen ohnehin bald wiederkommen.
    Ich liebe Astrid Lindgren. Es sind Geschichten. Wunderbare Geschichten. Von Räubertöchtern und zukünftigen Negerprinzessinnen und kleinen, dicken Männern, die fliegen können. Wunderschöne Geschichten für Kinder. Man sollte das alles nicht so eng sehen.
    Bei mir kräuselt sichs eher, wenn es um Frodo oder Gollum geht. Ich mag Herr der Ringe nicht…
    So soll jedem das seine…. 🙂

    • Noch schlimmer finde ich ja Karlsson vom Dach :-/

      Zu Astrid Lindgrens Ehrenrettung möchte ich aber betonen, dass ich viele andere ihrer Figuren sehr, sehr toll finde! Und dass ich bei den Brüdern Löwenherz und Mio, mein Mio ziemlich geweint habe…

  • Es ist halt immer so eine Sache, wenn geliebte Bücher „in echt“ oder auch in Filmen plötzlich reale Gestalt annehmen. Manches sollte vielleicht auch einfach ein Schatz in der Fantasie bleiben.

  • Ich muss Dir in vielem beipflichten! Ich habe es nicht über mich gebracht, darüber zu schreiben, denn so schlecht machen wollte ich es nicht, aber ich war heilfroh, dass ich den völlig überirdischen Eintritt nicht selbst zahlen musste, das hätte mich echt geärgert.
    Ich liebe Pippi übrigens, sie ist gerade für Mädchen ein tolles Rolemodel, wo es mal nicht darum geht, brav, lieb und hübsch zu sein. In welchen anderen Kinderbüchern geht es denn darum, wer das Haus putzt? Karlsson vom Dach zum Beispiel. Das finde ich nicht wichtig. Der Rassismus hingegen ist mehr als kritisch, ich bin froh, dass die Rechteinhaber einer Überarbeitung zugestimmt haben.
    Die von Dir genannten Punkte zur Lindgrens Welt kann ich jedenfalls absolut nachvollziehen. Der damals 7-jährige hatte nur auf den Spielplätzen Spaß und fand alles andere ziemlich langweilig. Der 11jährige fand schlicht alles langweilig, nur die 15jährige konnte etwas mehr in Nostalgie schwärmen wie wir. Die Krachmacherstraße fanden wir auch am nettesten. Wirklich blöd waren die Aufführungen: Völlig überfüllt, wir konnten kaum was sehen, verstehen ja ohnehin nicht und Pippi, naja, die sah halt ständig anders aus, ne, und war eine „alte Frau“ 😀
    Schade, da hätte man mehr rausholen können.
    Lg /inka

    • Dass ausgerechnet Pippi nicht von einem Kind gespielt wurde, hat uns auch sehr gewundert – denn dass das geht, haben ja Ronja, Michel und all die anderen Figuren gezeigt. Vielleicht, weil die Darstellerin stark genug sein musste, um ein Pferd hochzuheben? 😉

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