Neuseeland für Familien

Auf dem Schiff mit Baby in Neuseeland? Die besten Bootstour-Tipps

Immer mehr Familien nutzen ihre Elternzeit, um das „Land der langen weißen Wolke“ zu entdecken, und immer mehr Eltern machen „einfach so“ mit ihrem Nachwuchs dort Urlaub. Philipp ist selbst gerade mit Frau und Baby-Tochter in Neuseeland unterwegs und stellt heute seine Top Ten der Bootstouren vor – natürlich kleinkindtauglich.

Bootstour mit Baby in Neuseeland

Frei nach Loriot: Eine Neuseeland-Reise ohne Bootstour ist denkbar, aber sinnlos

Philipp bloggt über seine Reise-Erlebnisse in Neuseeland, ihr könnt also ganz genau und detailliert nachlesen, wie die Bootstouren im Einzelnen so waren. Zur Unterstützung haben wir noch ein paar Meinungen anderer Eltern eingesammelt – denn nicht jedes Kind ist gleich, und gerade Schiffstouren und Bootsausflüge können je nach Wetter seeeehr verschieden aussehen.

Philipp: „Wir haben mit unserer Tochter, die am Anfang der Reise neun Monate alt war, im letzten Vierteljahr so einige Seemeilen in Neuseeland zurückgelegt. Die meisten waren gut, einige waren richtig klasse und ein paar ganz wenige fanden wir nicht so empfehlenswert.“

Bootstour mit Baby in Neuseeland

Ob Postboot, Aquataxi oder Privatyacht – Boot fahren fetzt © Philipp Mertens

Die „Pflicht“ für Neuseeland-Reisen: Fähre, Aquataxi und Milford Sound Cruise

Philipp: „Die Fahrt durch den Milford Sound ist für alle Neuseelandreisenden ja praktisch ein Muss geworden. Ganz zu Recht übrigens, ist doch die Kulisse überwältigend und die Anfahrt zum Anleger ebenfalls ein Erlebnis. Die etwa vierstündige Bootstour auf dem geräumigen, jedoch in der Hauptsaison auch oft vollen Schiff ist mit Kleinkindern gut zu bewältigen. Der Buggy darf selbstverständlich mit an Bord, eine Trage macht die Fahrt entspannter für Eltern und Kind und die Erwärmung von Essen fürs Baby ist auch dort möglich. Eine Ecke zum Spielen, Krabbeln, Stehen findet sich auch immer.

Kontakt über www.realjourneys.co.nz oder www.jucycruize.co.nz

Die Überfahrt mit dem Interislander oder der Bluebridge Ferry zwischen Nord- und Südinsel ist ja ebenfalls eine Schiffsreise. Mit Kindern geht das sehr entspannt – es sei denn, man fährt durch einen heftigen Sturm.

Ansonsten ist der Interislander, eine Riesenfähre, ein einziger Spielplatz. Kein Witz – es gibt tatsächlich unter Deck einen großen Indoor-Spielplatz, dazu auf Wunsch kostenlose Schlafräume mit Gitterbettchen sowie Still- und Wickelräume. Diese Bootstour ist sehr komfortabel und bietet ganz nebenbei gerade auf der Etappe durch die Marlborough Sounds wunderschöne Aussichten.“

Eine witzige Anekdote von Julia zeigt, dass ihr hier durchaus Pech mit dem Seegang haben könnt:

„Die Fahrt Picton-Wellington und zurück haben wir einmal im November bei spiegelglatter See gemacht und dann im Januar bei heftigem Wellengang. Unser Baby wurde irgendwann so fahl gelb im Gesicht wie ich das bis dahin nur aus Cartoons kannte und spie dann im Strahl. Ungelogen. Ich empfehle, bei solchem Wetter für alle Fälle Wechselklamotten mit aus dem Auto zu nehmen, da kamen wir nämlich erst wieder nach dem Anlegen ran …“

Philipp: „Kurz, aber nicht weniger gut sind die Fahrten mit dem Wassertaxi durch den Abel Tasman Nationalpark, vorbei am Split Apple Rock zu traumhaften Stränden. Die zweckmäßigen Boote sind wahrhaftig kein Spielplatz für Kinder, bieten aber ausreichend Platz für die kurze Überfahrt. Und da es ständig etwas Neues zu sehen gibt, kommt auch keine Langeweile auf.“

Der Weltwundersohn hat auf diesen Fahrten immer wunderbar geschlafen, weil der Motor so beruhigend brummte…

Bootstour mit Baby in Neuseeland

Zum Krabbeln ist immer Platz © Philipp Mertens

Die Kür: private Touren auf Nord- und Südinsel

Philipp: „Ein Privatcruise auf einer Yacht am Lake Manapouri war für uns ein gelungener Familienausflug. Der einzige Anbieter fährt ca. fünf Stunden über den See, jedoch mit Badestopp und individuellem Programm. Sehr entspannt, allerdings nur wenn der Nachwuchs noch nicht mobil ist, denn die Yacht ist klein! Es ist kein Platz zum Krabbeln oder Laufen, aber die liebevolle deutsche Bootsfrau hat eine eigene Tochter und viel Sinn für kindliche Bedürfnisse.

Wer es nur kurz auf einem Schiff aushält, ein kleines Abenteuer aber nicht missen mag, dem sei die knappe Stunde Fahrt zu den Glühwürmchenhöhlen bei Te Anau empfohlen. Modernes Boot, schöne kurze Überfahrt und tolles Glühwürmchenerlebnis! Der Kinderwagen muss am Anleger bleiben und eine Trage auf dem Bauch von Mama oder Papa ist fast ein Muss. Einziges Manko: Der Ausflug ist recht kostspielig, aber auf jeden Fall das Geld wert!

Für uns ein ganz besonderer Ausflug war der Pelorus Mailboat Run. Acht Stunden fuhren wir auf dem Postschiff von Picton aus durch die Marlborough Sounds und begleiteten den Postboten bei seiner Arbeit. Unsere Tochter Olivia genoss die Fahrt, die wenigen anderen Gäste freuten sich sehr über ihre Anwesenheit. Es gab eine Spielekiste, Bücher und Platz zum Krabbeln und Spielen. Unsere Tochter stellte sich dort zum ersten Mal hin.

Die Zeit verging wie im Flug und die preisgünstige Schiffsfahrt ist mehr als nur eine Alternative zu den Sounds im Fiordland. Wir sahen Delfine um das Boot schwimmen, lernten viel über die Sounds und ihre Bewohner, es war die tollste Bootstour hier in NZ für uns.

Wer in den vollen Genuss kommen will, sollte freitags mitfahren und die Post austragen – sechs Häuser in acht Stunden. Mittwochs und donnerstags fährt das Boot eine andere Route und braucht nur vier bis fünf Stunden.“

Als wir Weltwunderer diese Tour buchen wollten, hat uns der i-Site-Mitarbeiter abgeraten – mit Kindern wäre die viel zu lang und zwischendrin seeehr langweilig. Denkt also daran, dass Babys hier andere Bedürfnisse haben als größere Kinder! Wir haben dann übrigens eine kürzere Tour mit einem Ausflugsboot gemacht, das praktischerweise ebenfalls nebenbei Post auslieferte und Einwohner an ihren Häusern im Pelorus Sound zum Einkaufen abholte. Über mangelndes Lokalkolorit konnten wir uns nicht beklagen!

Philipp: „Auch die Nordinsel bietet einige tolle Bootstouren. Wir haben uns für das historische Schiff „Ernest Kemp“ auf dem größten See des Landes, dem Lake Taupo entscheiden. Knapp drei Stunden geht es zu Felszeichnungen und Schnitzereien der Maori. Das Boot ist der Nachbau eines historischen Schiffs und sieht ein wenig aus wie der Fischkutter von Popeye dem Seemann, toll gemacht. Es ist nicht groß, aber wenn es nicht voll ist, gibt es genug Raum zum Spielen. Viel Platz an Bord ist nicht, aber mit Kind und Trage für die kurze Zeit ein netter Spaß.

Deutlich mehr Platz bietet die „Tucker Thompson„, ein Zweimaster-Segelschiff, mit dem man Tagestouren von 10 bis 16 Uhr durch die Bay of Islands machen kann. Los geht es in Russell und für uns war es ein Riesenspaß. Mehrere Kinder krabbelten und liefen unter den wachsamen Augen der Eltern über Deck. Mittagsschlaf ist sowohl im Buggy auf Deck als auch in einer Koje im Rumpf des Segelschiffes möglich.

Kinder bis 5 Jahre fahren hier (wie eigentlich immer) kostenlos mit. Essen aufwärmen ist kein Problem. Und das Segelerlebnis zwischen den 144 Inseln, begleitet von Delphinen, ist einfach ein Traum!“

Bootstour mit Baby in Neuseeland

Bootstour mit Baby – na klar! © Philipp Mertens

Eine Ergänzung kommt von Reiseblogger Hartmut, die wir Weltwunderer aus ganzem Herzen bestätigen können: „Ich fand die Tour zur (damals gesperrten) Cathedral Cove mit einem Glasbodenboot, das von Whitianga aus startet, richtig klasse. Inklusive Schnorchelstopp, wo es u. a. Rochen zu bestaunen gab!“

Auch mit einem Kleinkind oder Baby fetzt so eine Tour bestimmt, denn sie ist a) recht kurz und b) kann der Boden des Bootes geöffnet werden, so dass man durch dicke Glasscheiben direkt nach unten ins Wasser schauen kann. Unser damals Zweijähriger hat Bauklötze gestaunt über die fetten Fische!

Glass Bottom Boat Tour in Whitianga - spannend!

Glass Bottom Boat Tour in Whitianga – spannend!

Weniger empfehlenswert für Babys: Doubtful Sound Tour

Philipp: „Der Doubtful Sound ist durch seine abgeschiedene Lage nur sehr bedingt mit Baby zu empfehlen. Olivia fand es nicht so toll, morgens um 7 Uhr in Te Anau in den Bus zu steigen, nach Manapouri zu fahren, dort per Schiff einmal über den See zu tuckern, erneut in den Bus zu steigen, sich eine Stunde lang über den Pass chauffieren zu lassen, dann drei Stunden durch den Sound zu fahren und – die ganze Tour auf dem Rückweg noch einmal andersherum mitzumachen.

Das war für sie viel Stress und daher auch für uns Eltern nicht wirklich ein Genuss. Die Schiffe selbst sind aber ebenso komfortabel wie die am Milford Sound.“

Hartmut hat diese Tour mit seinen – ein wenig älteren – Kindern gemacht und war trotz Sch…wetter sehr zufrieden! Dieses Highlight solltet ihr euch also vielleicht wirklich aufsparen, wenn ihr mit Baby in Neuseeland unterwegs seid.

Bootstour mit Baby in Neuseeland

Nicht jede Bootstour ist Baby-tauglich (diese hier in den Marlborough Sounds allerdings schon) © Philipp Mertens

Was sind eure Boots-Highlights mit Kindern?

Philipps Fazit:

„Man muss mit Baby nicht auf jedes Schiff steigen, aber den Milford Sound sollte man sich nicht entgehen lassen. Hauptsache ist, ihr geht auf ein Boot!“

Natürlich gibt es noch viel mehr tolle Bootstouren in Neuseeland – etwa mit dem Dampfschiff von Queenstown über den Lake Wakatipu zur Schafsfarm, Whale Watching in Kaikoura, Delphintouren in der Bucht von Akaroa, in der Bay of Plenty oder die Fährfahrten zu den Inseln rund um Auckland.

Was habt ihr für Tipps, die andere Familien nicht verpassen sollten?

Für Fortgeschrittene: Im Schlauchboot auf den Tasman Glacier Lake

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