Vietnam Vietnam/Kambodscha

Bergparadies zum Abschluss: Sapa

Ahhh, ist das herrlich hier… Sapa, ein 3.000-Einwohner-Bergdorf an der Grenze zu China liegt auf 1900 m Höhe und ist daher tatsächlich vergleichsweise kühl. Gestern hatte ich zum ersten Mal in diesem Urlaub eine Jacke an! Im Vergleich zum stickigen, wuseligen Hanoi fühlt man sich hier wie in einem Lungensanatorium à la Thomas Mann.

Reisterrassen SapaNa ja, wenigstens wenn man von der Terrasse des Hotels blickt. Reisfelder auf den typischen Terrassen erstrecken sich, soweit das Auge reicht – wenn sie nicht gerade von dicken, wabernden Wolken verdeckt werden, die gern auch mal den einen oder anderen Regenschauer mitbringen. In den Hotels hier gibt es daher gar keine Klimaanlagen, sondern Heizlüfter und Heizdecken. Muss das hier im Winter kalt sein… Das ist der Blick aus unserem Hotelfenster.

SapaSapa ist außerdem ein Sammelpunkt für zig Angehörige verschiedener Bergvölker, die in den Bergen im Norden Vietnams leben – da gibt es die Schwarzen H’Mong, die Weißen H’Mong und die Blumen-H’Mong, die Dzao, die Thay und wie sie alle heißen. Dass die tatsächlich jeden Tag ganz normal in ihren traditionellen und sehr schönen Trachten herumlaufen und wie anno dazumal in ihren strohgedeckten Lehmhütten leben, ist schon sehr beeindruckend – alles mutet an wie in einem Freilichtmuseum, ist aber echt.

Diese schönen Eindrücke gibt es aber nicht umsonst: All diese „Eingeborenen“ und vor allem die Frauen kommen täglich aus ihren Dörfern nach Sapa gelaufen, um hier Geschäfte zu machen. Und mit wem? Natürlich mit den Touristen. Es ist unglaublich, mit welcher Hartnäckigkeit und Geduld wir Frauen von unseren Geschlechtsgenossinnen hier belagert werden, doch Taschen, Ohrringe oder Kindermützchen „for your baby!“ zu kaufen. Der Weltwundermann wird direkt neben mir total ignoriert, während ich ungefähr tausendmal am Tag „no, thank you, I won’t buy“ sagen muss. Uff!

H'Mong-FrauZum Glück haben wir ja in den letzten vier Wochen in dieser Beziehung ein hartes Training durchlaufen. Statt Shopping (das machen hier vor allem die zahlreichen Wochenendurlauber aus Hanoi) bummeln wir einfach so staunend über die Märkte, touren mit Mopeds durch die Berge und erklimmen steile Pfade zu tollen Wasserfällen. Und alles, ohne zu schwitzen! Ein Paradies.

Silver Waterfall Sapa

Bergregenwald Sapa(Nein, nicht ganz. Heute haben wir unseren ersten Verkehrsunfall gesehen. Von dem Helm und dem Moped war nicht mehr viel übrig. Von einem Krankenwagen nichts zu sehen; ein stoischer Polizist mit Plastiktrillerpfeife hatte sich darum gekümmert, dass flugs ein paar Räucherstäbchen neben dem Toten entzündet wurden.)

Eine Preisfrage habe ich noch: Welchen Tag feiern die Vietnamesen heute mit intensiver Beflaggung und schönen sozialistischen Transparenten? Seid bereit - immer bereit?!

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