Rund ums Wohnmobil

Bettwanzen im Campervan: Das müsst ihr wissen

Ekelhaft! Furchtbar! Gefährlich! Wer in seinem Campervan Bettwanzen entdeckt, der ist entsetzt – zu Recht? Und was kann man tun gegen Bettwanzen im Campervan? Wir klären auf und geben Rat, wie immer.

Bettwanzen im Campervan

Was dieses Schild wohl bedeuten mag? © Bed Bug Club von Jason Eppink unter CC 2.0

Man sollte meinen, dass Bettwanzen und der Umgang mit ihnen kein neues Problem sind. Aber das sind sie irgendwie schon – denn in den letzten 50 Jahren waren die kleinen Blutsauger dank des Einsatzes von DDT und anderen Pestiziden in der westlichen Welt weitgehend verschwunden.

Wir erleben jetzt gerade den Backlash: Resistenzen gegen Insektizide und internationaler Reiseverkehr aus und in Gegenden ohne DDT-Rundumschlag haben den Boden für das Comeback der Bettwanze bereitet. Seit etwa zehn Jahren sind sie wieder auf dem Vormarsch – und zwar unaufhaltsam.

Zu den Ländern, die unter dem Comeback leiden, gehört ganz offiziell auch Neuseeland. Anfragen zur Entfernung von Bettwanzen haben sich in den letzten paar Jahren verdoppelt, sagen örtliche Kammerjäger. Und sie erwarten weitere Anstiege.

Eines der größten Probleme beim Umgang mit Bettwanzen ist, dass heute kaum (noch) jemand Erfahrung mit den Viechern hat. Das führt sowohl zu mangelhaften Vorkehrungen gegen Bettwanzen als auch zu falschen Bekämpfungsmethoden – und oft werden die Bettwanzen viel zu spät oder gar nicht erkannt.

Das soll euch nicht so gehen!

Bettwanzen im Campervan

© Adult bed bug, Cimex lectularius von CDC/ Harvard University, Dr. Gary Alpert; Dr. Harold Harlan; Richard Pollack. Photo Credit: Piotr Naskrecki [Public domain], via Wikimedia Commons

Sind Bettwanzen gefährlich?

So eklig das Gefühl auch ist, nachts von Unmassen kleiner schwarzer Viecher gebissen und ausgesaugt zu werden: gefährlich sind Bettwanzen-Bisse nicht. Bettwanzen übertragen, soweit bekannt ist, keine Krankheiten; das Schlimmste, was euch passieren kann, sind Entzündungen der aufgekratzten Bisse.

Da Bettwanzen-Bisse aber häufig gar nicht jucken und von vielen Menschen nicht einmal bemerkt werden, ist auch diese „Gefahr“ eher relativ.

Bettwanzen im Wohnmobil: wie eklig?!

Eigentlich ist es unfair. Campervans bieten für Bettwanzen nun mal die idealen Bedingungen: Wo lebt es sich als Bettwanze wohl besser als in einem Fahrzeug, das nur selten wirklich gründlich gereinigt und alle paar Wochen von anderen Wirten bewohnt wird?

Das soll nicht heißen, dass Bettwanzen schmutzige Häuser oder Campervans bevorzugen; ihnen ist es nur wichtig, dass Wirte zum Beißen greifbar sind.

Tatsächlich treten Bettwanzen-Befälle bei Weitem nicht nur bei Budget-Vermietern auf; es ist keine Frage des Geldes, wann und wo man ihr Opfer wird.

Woran bemerkt man Bettwanzen im Campervan?

Das eindeutigste Anzeichen sind Bisse nach einer Nacht im Campervan. Treten sie reihenartig angeordnet an den Armen und Beinen, am Hals oder im Gesicht auf, sind sie leicht angeschwollen und jucken sie stark (oder auch gar nicht), dann habt ihr vielleicht Bettwanzen im Wohnmobil. (Vielleicht sind es aber auch Flöhe!)

Die Biester sind etwa reiskorngroß, oval und flach – blassbraun, wenn sie hungrig sind, und rotbraun bis schwarz, wenn sie sich an euch gütlich getan haben. Und sie hüpfen nicht, sondern sie krabbeln. Schnell.

Am besten macht ihr euch abends oder nachts (dann sind Bettwanzen am aktivsten) mit der Taschenlampe auf die Jagd: Leuchtet unter dem Bett, in alle Ritzen und Hohlräume. Wenn ihr nicht die Bettwanzen selbst davonkrabbeln seht, findet ihr vielleicht die typischen kleinen Kothäufchen in Schränken oder unter Lattenrosten.

Bettwanzen im Campervan

© „Bed bugs having sex and their eggs“ von OH-BugMan (Own work) unter CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Bettwanzen im Campervan gefunden!! Was tun?

Zuerst mal: keine Panik. Gefährlich sind Bettwanzen nicht (siehe oben).

Euer erster (besonnener) Schritt: Kontaktiert euren Campervan-Vermieter und findet heraus, ob ihr ein Ersatzfahrzeug bekommt oder ob ihr warten müsst, bis euer Fahrzeug gereinigt ist.

Verlasst euren Campervan. Parkt ihn bitte mit großzügigem Abstand zu anderen Campervans – Bettwanzen können einige Meter zurücklegen, wenn sie neue Wirte suchen.

Sucht euch ein Motel oder eine Cabin auf einem Campingplatz, wo ihr für einige Tage bleiben könnt (und erwähnt tunlichst nicht, dass ihr auf der Flucht vor Bettwanzen seid – dann bekommt ihr nämlich kein Zimmer).

Nun braucht ihr ein paar Stunden bis Tage, um euer komplettes (!) Gepäck auf Bettwanzen zu checken. Alles, was sich waschen lässt, solltet ihr bei mindestens 60° C waschen und danach möglichst mindestens 20 Minuten im Trockner trocknen. (Geht dafür in einen Waschsalon und nicht in den Wäscheraum eines Campingplatzes, dort gibt es nämlich nie Maschinen, die heiß genug waschen würden).

Alternativen zum Waschen sind Ersticken – dafür genügt es, wenn ihr die Gegenstände in eine Plastiktüte packt und in die Sonne legt, so dass mindestens 50° C erreicht werden – und Einfrieren. Dann müsstet ihr die Sachen aber schon für mehrere Tage bei unter 0° C lagern können.

Egal, was ihr gemacht habt: In einem Kontrollgang solltet ihr danach alles auf ein weißes Tuch ausschütteln und schauen, ob noch lebende Bettwanzen oder Eier herauspurzeln. Denkt daran, dass Bettwanzen nach vier Wochen aus ihren Eiern schlüpfen; selbst wenn ihr alle erwachsenen Tiere erwischt habt, kann es also einfach wieder von vorn losgehen, wenn euch auch nur ein Ei entwischt ist.

Einen von Bettwanzen befallenen Campervan bekommt ihr von Hand kaum gereinigt. Ihr könnt in allen Ritzen gründlichst staubsaugen (und danach den Staubsaugerbeutel sofort wegwerfen), Matratzen und Kissen in einem Plastiksack oder einer speziellen hypoallergenen Hülle versiegeln.

Oft ist aber eine Profi-Schädlingsbekämpfung unumgänglich, und euer Campervan-Vermieter sollte diese ohne Wenn und Aber umgehend durchführen lassen. Das Mittel der Wahl sind verschiedene geruchsarme Sprays, Pulver und Aerosole. Dazu kommen das gründliche Staubsaugen und/oder eine Dampfreinigung. Die Reinigung muss sehr gründlich sein und idealerweise wiederholt werden; mindestens eine Nachkontrolle sollte erfolgen.

Auch wenn ihr alles blitzeblank haben wollt: Die Oberflächen von Matratzen, Bettbezüge und Decken sollten nicht mit Insektiziden behandelt werden!

Aus aktuellem Anlass: Seid bitte vorsichtig mit Vorwürfen an euren Campervan-Vermieter. Oft schleichen sich Bettwanzen zunächst unbemerkt ein. Da viele Menschen gar nicht bemerken, dass sie von Bettwanzen gebissen wurden, sagen sie dem Vermieter bei der Rückgabe nicht Bescheid – und der wird die nachtaktiven Bettwanzen bei der Reinigung, die oft nicht allzu gründlich ausfällt, nicht zufällig entdecken.

Häufig sind es auch die Gäste, die Wanzen-Eier oder lebende Wanzen im Gepäck mitgebracht haben; aus anderen Unterkünften oder vom Flughafen. Das ist kein Vorwurf an euch – aber ihr solltet mit Vorwürfen an andere genauso sparsam sein.

Erste Hilfe bei Bettwanzen-Bissen

Jucken die Bissstellen gar sehr, solltet ihr genau wie bei Mückenstichen nicht kratzen, um Entzündungen zu vermeiden.

Tragt am besten eine cortisonhaltige Creme auf und wartet ab, bis die hässlichen Bisse wieder verblassen. Nach einer Woche sind sie meistens verheilt.

Die ultimative Bettwanzen-Vorbeugung für Campervan-Mieter

  • Bevor ihr bucht, lest euch die Online-Bewertungen auf Rankers.co.nz durch und prüft, ob häufig von Bettwanzen die Rede ist.
  • Bevor ihr euren Miet-Campervan mitnehmt, sucht Fahrerkabine und Wohnraum ab: Bettwanzenkot oder die leeren Häute von Bettwanzen sind auch am Tag zu finden.
  • Dort solltet ihr mindestens nachschauen: Matratzenränder, Ritzen der (Fahrer-) Sitze, rund um die Betten, an Fußleisten und Teppichrändern
  • Parkt euren Campervan immer möglichst weit weg von anderen Campervans.
  • Lasst euer Gepäck im Campervan und haltet die Türen, wenn möglich, geschlossen.
  • Schmutzwäsche gehört in einen luftdichten Wäschesack und sollte regelmäßig gewaschen werden.

Habt ihr schon mal Bettwanzen im Campervan gefunden? Bitte regt euch hier nicht über den Vermieter auf, sondern erzählt uns lieber, was er dagegen unternommen hat und was ihr gemacht habt!

Hier kommt deine Meinung rein.