Eure Neuseeland-Reisen mit Kind

Blog-Interview Nr. 21: There’s no place they’d rather be

Unsere aktuelle Interview-Familie hat zwar vor der Neuseeland-Reise fleißig unseren Blog gelesen, aber vom Campervan-Fahren konnten wir sie dann doch nicht überzeugen. Heike und Andreas erzählen von vier Wochen Neuseeland per Mietwagen – und präsentieren als besonderes Mitbringsel einen wirklich atemberaubenden Urlaubsfilm. Hand hoch, wer hier kein Fernweh bekommt!

Kuckuck! Familie Schubert entdeckt Neuseeland (c) Heike Schubert

Kuckuck! Familie Schubert entdeckt Neuseeland (c) Heike Schubert

Weltwunderer: Liebe Heike, erzähl uns doch zuerst bitte ein wenig über eure Familie. Wer seid ihr?

Unsere kleine Familie besteht aus Andreas, Heike und Mattis (6). Wir wohnen in einem mittelgroßen Dorf in Niedersachsen und genießen da den guten Spargel, die weite Sicht und das tolle Technik-Museum phaeno in Wolfsburg, in dem Mattis Dauergast ist.

WW: Wie kam es zu der Idee für eure Neuseeland-Reise?

Unsere Hochzeitsreise vor 15 Jahren ging nach Australien, und seitdem gab es auch den Traum von Neuseeland. 2013 bereisten wir mit Mattis – damals knapp 5 – den Südwesten der USA, was wunderbar geklappt hat. Danach kam die Neuseeland-Idee wieder. Irgendwie fiel dann die Bemerkung „Hmm, wenn Mattis erstmal eingeschult ist, hat sich Neuseeland womöglich wieder für die nächsten zehn Jahre erledigt…“ – das war die Entscheidung!

WW: Seid ihr unterwegs einer festen Route gefolgt?

Ja. Wir haben im Vorfeld viel recherchiert – Blogs gelesen (natürlich auch die Weltwunderer), Videos geschaut… daraus wurde dann eine Route entwickelt, die sowohl für uns Erwachsene als auch für Mattis Highlights enthielt. Wir waren vier Wochen auf beiden Inseln unterwegs und haben wirklich viel gesehen: Neuseeland von unten bis oben – zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Helikopter-Tour auf dem Fox Glacier (c) Heike Schubert

Helikopter-Tour auf dem Fox Glacier (c) Heike Schubert

WW: Wie habt ihr euch in Neuseeland fortbewegt, wo habt ihr geschlafen?

Wir haben lange mit einem Camper geliebäugelt – das wäre ja der Klassiker gewesen! -, sind dann aber doch bei einem Mietwagen in Kombination mit Hotels/Motels/Bed&Breakfast gelandet. Zum einen hatten wir damit in den USA bereits gute Erfahrungen gemacht und zum anderen schwante es Andreas, dass er beim Camper die ganze Arbeit haben würde, da er bei uns Fahrer, Koch und Techniker ist.

Mit dem Auto sind wir wunderbar durch Neuseeland gekommen und die Unterkünfte waren durchweg mindestens in Ordnung, manchmal sogar spektakulär – sowohl vom Reisebüro als auch z.B. von Airbnb.

In der Nähe von Hobbiton gab es etwa ein entzückendes B&B, in dessen Garten ein brandneues Spielhäuschen für die dreijährige Tochter stand…ganz im Hobbit-Stil! Wir waren begeistert!

Hobbit-Spielhaus im Garten bei Matamata (c) Heike Schubert

Hobbit-Spielhaus im Garten bei Otorohanga (c) Heike Schubert

Im Gedächtnis geblieben ist uns auch das Chateau Tongariro. Mitten in der vulkanischen Ödnis steht dieses hochherrschaftliche Anwesen, man betritt das Foyer und hört die Klänge des Barpianisten am Flügel unter dem Kronleuchter…das kam völlig unerwartet und war toll!

Luxus und Stil in der Einöde (c) Heike Schubert

Luxus und Stil in der Einöde (c) Heike Schubert

WW: Ganz konkret: eure Top-Ten-Liste für NZ bitte!

 Platz 1: New Chums Beach auf der Coromandel-Halbinsel. Am fast menschenleeren Strand stürzten wir uns alle drei in die Brandung. Traumhaft!

Platz 2: Der Hubschrauberflug auf den Fox Glacier. Sauteuer und nur 20 Minuten kurz, aber absolut beeindruckend und erinnerungswürdig.

Platz 3: Die Elms Wildlife Tour auf der Otago Halbinsel in der Nähe von Dunedin. Ein Seelöwe hat für uns regelrecht eine Schau abgezogen – so nah, einfach atemberaubend! Dann noch Fur Seals, Albatrosse, Yellow Eyed Penguins…

Platz 4: Glühwürmchen! Wir haben sie in Te Anau und in Waitomo gesehen, aber in Te Anau hat es uns noch ein bisschen besser gefallen (nicht ganz so touristisch wie Waitomo).

Platz 5: Sterne gucken am Lake Tekapo. In völliger Dunkelheit den unwirklich klaren, über und über glitzernden Sternenhimmel mit dem Kreuz des Südens betrachten zu dürfen, war überwältigend. Nur leider für Mattis ein wenig spät, da er noch Jetlag hatte.

Platz 6: Hobbiton. Endlich eine Film-Location, die nicht halb versteckt irgendwo in der Landschaft verborgen liegt. So liebevoll gemacht, jeder Briefkasten, jeder Zaunpfahl…hat uns sehr gut gefallen, trotz der Armeen von Touristen.

Platz 7: Te Papa Museum in Wellington. Zum 75-jährigen Air New Zealand-Jubiläum war auf dem Vorplatz ein echtes Flugzeugcockpit aufgestellt – mit allen Knöpfen zum Anfassen und Schalten. Mattis hat sich dreimal neu angestellt, er konnte gar nicht genug bekommen.

Platz 8: Alle Spielplätze in Neuseeland, allen voran der Spielplatz im Kowhai Park in Wanganui. Wir wussten von euch ja bereits, dass die Kiwis echt schicke Spielplätze haben. Aber in jedem Dorf mit einer Handvoll Einwohnern? Das hat uns wirklich umgehauen.

Platz 9: Whale Watching in Kaikoura. Auf der Hochzeitsreise sind wir noch furchtbar seekrank geworden, aber dieses Mal waren wir vorbereitet. Und es hat geklappt, obwohl die See ziemlich rauh war!

Platz 10: (Waiau) Water Works (Coromandel-Halbinsel). Da hat sich ein Tüftler so umfangreich und fantasievoll ausgelebt – super!

Top-Ten-Auswahl (c) Heike Schubert

Top-Ten-Auswahl (c) Heike Schubert

WW: Wo hat es euch besser gefallen: Nord- oder Südinsel? Auckland oder Wellington?

Da gibt es keinen Gewinner. Beide Inseln haben ihre Einzigartigkeiten und wir sind glücklich, dass wir es geschafft haben, beide in die vier Wochen zu quetschen.

Zu Wellington oder Auckland… wir waren leider jeweils nur kurz in den beiden Städten, würden aber ganz knapp Auckland den Vorzug geben. Das MOTAT (Museum of Transportation and Technology) war einfach ganz wunderbar für unseren kleinen Technik-Fan.

Im MOTAT Museum in Auckland (c) Heike Schubert

Im MOTAT Museum in Auckland (c) Heike Schubert

WW: Habt ihr euch in Neuseeland auch mal über Dinge geärgert, ist etwas nicht so toll gelaufen?

Da war diese Wanderung im Abel Tasman National Park…wir wurden per Boot an eine Bucht gebracht und wurden 7 km weiter in einer anderen Bucht wieder abgeholt. Wir hatten uns vorgestellt, dass wir auf dieser Wanderung immer mal wieder einen Abstecher in die zahlreich vorhandenen Buchten machen könnten, damit Mattis ordentlich im Sand buddeln könnte. Der Wanderweg erwies sich aber als recht schmaler Pfad an der Steilküste hoch über dem Meer entlang, so dass Abstecher so gut wie nicht möglich waren. Das hatten wir aus der Beschreibung leider nicht so richtig herausgelesen…

WW: Welche Tipps würdet ihr anderen Familien geben, die nach Neuseeland reisen wollen?

Ein MP3-Player (bzw. bei uns ein Tablet) mit der Super-Hörspiel-Reihe „Albert E. erklärt“ ist unser Geheimrezept für stressfreie lange Autofahrten. Für Kinder ab ca. 4 Jahren. Top!

Und ein Tipp für Singapore-Airlines-Reisende mit längerem Aufenthalt am Singapore Airport: nach einem Transferzimmer fragen! Wenn man das Hotel in Terminal 2 wählt, kann man dann den Pool nutzen. Um 23 Uhr Ortszeit bei ungefähr 30° C Außen- und Wassertemperatur im Wasser planschen, während die großen Flieger direkt über einen hinweg ziehen, das hatte schon was…und war eine willkommene Erholung zwischen den beiden Langstreckenflügen.

WW: … und wann geht’s wieder los?

Jedes Mal, wenn wir das Video sehen, wollen wir sofort wieder hin! Aber nun beginnt erst mal die Schulzeit. Wer weiß, vielleicht geht Mattis ja später mal auf Work & Travel nach Neuseeland. Dann besuchen wir ihn natürlich dort!

WW: Vielen Dank für das Interview, Heike – und jetzt heißt es endlich „Film ab“ für euren tollen 5-Minuten-Kurzfilm!

 

 

5 Kommentare

  • Hallo Henrike,

    oh Mensch, sorry, dass wir uns nicht eher gemeldet haben, eigentlich wollte das mein Mann (der den Löwenanteil der Reiseplanung übernommen hat) tun…
    Nur war er (und ist er noch) beruflich so eingespannt, dass er es einfach nicht geschafft hat, tut mir sehr Leid!
    Inzwischen seid Ihr wahrscheinlich schon durch mit Eurer Planung…

    Ganz grob vielleicht noch die folgenden Antworten: Am Anfang der Buchungen stand der Flug, den haben wir so weit im Voraus gebucht wie nur möglich (knapp ein Jahr vorher). Auch die Unterkünfte haben wir so ungefähr um den Dreh schon vorher gebucht, ungefähr bis 6 Monate vorher…

    Wir wollten nicht das Risiko eingehen, irgendwo in der Kiwi-Ebene dann doch ohne Unterkunft dazustehen…so ließen sich für uns auch die Etappen besser planen.

    Eine bestimmte App kann ich daher leider auch nicht empfehlen, bei uns lief es ganz „old school“-mäßig über Reisebüro und ganz wenige Unterkünfte über airbnb 🙂

    Preislich kommt es m.E. sehr darauf an, was man haben möchte…für uns hätte es schon ein etwas größerer Camper sein sollen, und dann nahmen sich irgendwann Auto/Unterkunft und Campermiete in unserem Falle nicht mehr viel.

    Großer Vorteil beim Camping ist natürlich, dass man sich komplett selbst versorgen kann…das macht preislich auch noch mal viel aus.

    Ich wünsche Euch einen wundervollen Urlaub!
    Sorry noch mal und viele Grüße,
    Heike

  • Cooles Video! Und eine echt tolle Seite.Ich stehe mit meiner Freundin auch gerade vor der Frage Camper oder B&B. Würde gerne wissen wie weit im Voraus die Unterkünfte gebucht wurden…ob man eine bestimmte App nutzen sollte oder einfach auf gut Glück in einem Ort schauen! ? Und wie sieht es preislich aus? Ist Camping wirklich wesentlich billiger? ?
    Ich würde mich sehr über Antworten freuen 🙂
    Reisezeit ist übrigens November…
    Viele Grüße!

    • Hallo Henrike, Camper oder festes Dach – das ist schon eher eine Glaubensfrage. Wir persönlich meinen ja, dass Campervan einfach das Genialste ist. Und wenn er fürs Freedom Camping geeignet ist, könnt ihr komplett kostenlos übernachten – das ist dann durchaus sehr billig 😉 Ich leite deine Frage mit dem Buchen aber gern an Heike weiter!

  • Wow, ein beneidenswert schöner Urlaub! Ich muss meine Hand auf jeden Fall unten lassen, denn solches Fernweh hatte ich schon lange nicht mehr.

    Liebste Grüße aus dem Defereggental

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