Camping

Campingplätze in Neuseeland – Ausstattung und Preise

Im ersten Teil unserer Campingplatz-Reihe ging es um die Grundlagen. Nun schauen wir uns an, was man bei den diversen Anbietern geboten bekommt und was man dafür löhnen muss.

Ausstattung: Basic, Preis: Basic, Location: Grand!

Privat geführte Campingplätze sind in der Regel speziell auf Wohnmobile ausgerichtet (Camper mit Zelt kommen aber fast immer auch gut unter), kosten zwischen 10 und 20 NZ$ pro Person, haben nahezu immer makellos saubere und oft regelrecht geschmackvoll aufgemachte Sanitäranlagen, Spielplatz und/oder Trampoline und häufig ein eigenes Entenrudel. Auch ein Swimmingpool ist nichts ungewöhnliches; je weiter nördlich man kommt, desto eher kann man einen (mitunter auch beheizten) erwarten, Benutzung natürlich inklusive. (Ein Schmankerl sind in der Beziehung Campingplätze um Rotorua, die gern mal eine heiße Quelle auf dem Gelände in die Badelandschaft integrieren…)

Eine mehr oder weniger komplett ausgestattete Gemeinschaftsküche („communal kitchen“) und ein Aufenthaltsraum mit Büchern und Glotze sind genauso üblich wie mehrere Waschmaschinen und Trockner. Für diese zahlt man zwischen 1 und 4 NZ$, wenn man waschen will.

Das Duschen ist je nach Trinkwasserknappheit der Gegend im Übernachtungspreis inbegriffen oder aber „metered“ (dann wirft man 50-Cent-Münzen ein und kann dafür ca. 5 Minuten warm duschen). „Shower theft“ (also das kostenlose Duschen, indem man sich heimlich auf den Campingplatz schleicht) sowie das Stehlen von Klopapier ist ein offensichtlich verbreitetes und von vielen Besitzern mit großem Missmut angesehenes Kavaliersdelikt, das (geht man von einigen Warnschildern aus) mit Prügeln und Pranger im Dorf geahndet wird! Einige Reisende scheinen sich in ihren Budgets heftig zu verkalkulieren …

Ach ja: Um 10 Uhr vormittags ist auf 90 % der Campingplätze Check-out angesagt.

Weltwunderer Campsite Balclutha Motor Camp

Die super ausgestattete Gemeinschaftsküche im Balclutha Motor Camp

In Teil 4 der Budget-Reihe habe ich zu den Preisen für Campingplätze bereits etwas geschrieben; auf den privaten Campingplätzen haben wir zwischen 18,50 NZ$ und 62 NZ$ pro Nacht bezahlt. Dabei gilt, im Gegensatz etwa zu Deutschland: Man bezahlt nicht den Stellplatz für das Wohnmobil, sondern nur für die Zahl der mitreisenden Personen. Es ist also egal, wie groß ein Wohnmobil ist oder ob man noch ein Zelt danebenquetscht; costs all  the same. Wichtig ist natürlich auch die Reisezeit; während der Peak Season in den Weihnachtsferien der Kiwis steigen die Preise teilweise schockierend hoch. Bei der Budgetplanung und der Campingplatzrecherche sollte man im Hinterkopf behalten, dass die meisten Reiseführer und Broschüren bei ihren Preisangaben nicht die Peak-Season-Preise meinen!

Kinder zahlen auf den meisten Campingplätzen ab fünf Jahren (das entspricht dem Schuleintrittsalter) den Kinderpreis, Kleinere kommen meist kostenlos unter.

Wählt man eine „powered site“, wird es (pro Person!) ein bis zwei Dollar teurer und man kann das Wohnmobil an die Stromversorgung anschließen. Ein Wasserhahn für Brauchwasser findet sich in der Regel ebenfalls an den Stromkästen. Los wird man sein Schmutzwasser an einer „dump station“ auf nahezu jedem privaten Campingplatz; das kostet zur Abwechslung mal nichts.

Faustregel: Die über ganz Neuseeland verstreuten „Top 10 Holiday Parks“ markieren das obere Ende der Preisskala – in der Regel sind sie ca. 10 NZ$ teurer als die Konkurrenz. Außerdem zahlen Kinder hier bereits ab einem Jahr den Kinderpreis – Unverschämtheit, oder? Wesentlich besser fanden wir sie nicht; hier stehen meist große Wohnmobile in langen, akkuraten Reihen auf akkurat gemähtem Rasen in der Nähe des Highways, und es gibt einen Plastikspielplatz.

Eine ebenfalls zunehmend verbreitete Kette sind die „Family Parks“, vor allem auf der Nordinsel. Weiß man schon, dass man mehrmals auf solchen Plätzen unterkommen wird/will/muss, sollte man sich hier beim Einchecken als Mitglied anmelden. Mit dem Mitgliedsausweis erhält man bei allen folgenden Buchungen 10 % Rabatt.

Die DOC-Campsites, gut zu erkennen an den grün-gelben Holzschildern, sind im Vergleich (mit wenigen Ausnahmen) wesentlich billiger. Bezahlt wird auf „first come, first served“-Basis, entweder direkt beim Ranger, der (früh!) morgens freundlich ans Wohnmobil-Fenster klopft, oder man wirft das Geld in einem Umschlag in eine „pay box“ ein. Dafür gibt es gibt keinen Spielplatz, keine Dump Station für Wohnmobile und nur rudimentäre Sanitäranlagen – ein Plumpsklo ist hier die Regel, Wasser zum Waschen gibt es gern auch nur „from creek“, also aus dem Fluss. Im Gegenzug warten diese Plätze mit einer extrem idyllischen oder wenigstens abgeschiedenen Lage auf und man sieht wesentlich weniger große Wohnmobile.

Es gibt drei Kategorien: „Basic Campsites“ kosten nichts, bieten aber auch nichts – bis auf den tollen Platz natürlich. „Standard Campsites“ kosten ab 4 NZ$ pro Person, bieten ein Plumpsklo („long haul“ ist da schon Luxus – dann stinkt es weniger und es gibt kaum Fliegen, weil die Hinterlassenschaften in einen abgrundtiefen Schacht fallen), Feuerstelle oder BBQ, Picknicktische und evtl. einen Trinkwasseranschluss. Die wenigen „Serviced Campsites“ sind mit Personal, WC und den meisten anderen Annehmlichkeiten eines privaten Campingplatzes ausgestattet, kosten dafür aber auch so viel wie ein solcher.

Weltwunderer Neuseeland DOC Campsite Milford Lake Gunn

Idyllische und menschenleere DOC Campsite an der Milford Road (Lake Gunn)

Ob es Internet gibt und was das kostet, erzähle ich im nächsten Teil, um hier nicht den Rahmen zu sprengen.

3 Kommentare

Hier kommt deine Meinung rein.