Camping

Campingplätze in Neuseeland – was man wissen muss


Neuseeländer lieben Camping; es scheint die bevorzugte Urlaubsform der Kiwis zu sein. In zwei Monaten, in denen wir fast jeden Tag unterwegs zu einem neuen Ziel waren, haben wir ganz schön viele Campingplätze getestet – und meist auch für gut befunden. Ich starte hiermit also eine neue Reihe rund um das Thema Camping. Los geht es mit den Grundlagen: Wo kann man in Neuseeland campen und was kann man da erwarten?

Der schönste Campingplatz der Welt - Moke Lake

Zuerst: Die weiteren Ausführungen speisen sich hauptsächlich aus unseren Erfahrungen, die wir beim Reisen per Wohnmobil gesammelt haben. Dabei ist uns aufgefallen, dass dies in Neuseeland die bevorzugte Art des Camping-Urlaubs zu sein scheint; das Aufbauen von Zelten ist eher selten zu sehen und das tun in der Regel auch nur Kiwis; genau wie einen monströsen Wohnanhänger durch die Gegend zu schleppen oder einen umgebauten Schulbus als Haus zu nutzen.

Da die meisten campenden Touristen Neuseeland also per Wohnmobil bereisen, ist das Land übersät mit privat geführten „Motorhome Parks“ und „Holiday Parks“, es gibt aber außerdem ungefähr 200 vom Staat bzw. dem Department of Conservation unterhaltene DOC-Campsites. Was sind die Unterschiede?

In fast jedem Ort in Neuseeland findet sich mindestens ein privat geführter „Motorhome Park“ bzw. „Holiday Park“, meist hat man die Wahl zwischen mehreren (was besonders in der Hochsaison auch gut ist). Selbst Backpacker ohne eigenes Zelt können in der Regel in „Cabins“ (denke an Ferienlagerhütten ohne Komfort mit metallenen Doppelstockbetten), Lodges oder fest auf dem Platz stehenden Wohnwagen übernachten.

Privat gemanagte Campingplätze liegen überall, gern zentral oder an Hauptverkehrsstraßen und sind daher von überall gut erreichbar. Needless to say, die wahren Schätzchen in dieser Branche (die meist auch ein wenig preiswerter sind) findet man eher ein wenig ab vom Schuss. Recherche im Vorhinein lohnt sich!

Staatlich geführte (oder verpachtete) DOC-Campsites liegen dagegen meist mitten in der Natur oder in den National Parks und sind damit eher ab vom Schuss (mitunter auch nur zu Fuß oder gar nur vom Wasser aus erreichbar!), weshalb es dort sogar in der Hauptsaison ein wenig beschaulicher zugeht. Ausnahmen bestätigen die Regel: Für den DOC-Campingplatz an der Totaranui Bay im Abel Tasman Nationalpark mit 850 Plätzen muss man sich Monate vorher per Internet bewerben, die Stellflächen werden verlost!

Ein Tipp, den ich auf Kiwiblog gefunden habe: Auch wenn der Campingplatz offiziell ausgebucht ist, lohnt es sich evtl., selbst einen Blick zu riskieren. Offenbar verschaffen sich immer mehr Camper über das Internet-Buchungssystem einen Privatcampingplatz, indem sie einfach alle freien Stellflächen selbst buchen.

Ein wichtiger Tipp: Bevor man mit einem Wohnmobil eine DOC-Campsite ansteuert, sollte man die Anfahrtsbeschreibung in der DOC-Broschüre genau lesen! Manche Plätze erreicht man nur über enge, steile „gravel roads“ und mitunter sind Wohnmobile dort überhaupt nicht erwünscht, weil sie zu groß oder zu schwer sind für den weichen Boden.

Im Gegensatz zum gewohnten Anmeldevorgehen ist man auf DOC-Plätzen in der Regel allein. Einchecken muss man selbst, indem man aus einer wettergeschützten Box einen Umschlag entnimmt, den darin liegenden Schnipsel an das eigene Wohnmobil klemmt und dafür den passenden Betrag für die Übernachtung hineintut. Wer es nicht passend hat, der wartet einfach: Am (frühen!) Morgen kommt ein Ranger, der die Umschläge in der Box mit den anwesenden Wohnmobilen und Zelten vergleicht und fehlende Zahlungen persönlich entgegennimmt (und wechselt). Ganz, ganz selten kommt es vor, dass keiner kommt – dann steht vor der kostenlosen Übernachtung nur noch das schlechte eigene Gewissen.

Die Beträge, die man für DOC-Campsites berappen muss, sind wirklich lächerlich niedrig im Vergleich zu privaten Campingplätzen; und für dieses wenige Geld müssen die Ranger einen Knochenjob bei jedem Wetter machen, die wahnsinnig tolle Natur um die Campsites herum erhalten und vor den Auswirkungen des Massentourismus schützen. Wer da nicht zahlt, der schäme sich für immer!!

Schließlich gibt es noch zahlreiche schöne Campingplätze in den Auckland Regional Parks – wenn ich es richtig verstanden habe, so etwas wie ein kommunaler Ableger des DOC. In der Gegend „um Auckland“ – diese reicht immerhin von den Waitakere Ranges im Westen über den Firth of Thames im Süden bis nach Pakiri im Nordosten – liegen 26 Regional Parks mit viel Natur und Küste sowie 38 ausgezeichneten Campsites (die gibt es allerdings nicht in jedem Park). Von Ausstattung und Preis her sind diese mit den DOC-Sites vergleichbar. Auffällig fanden wir den Gegensatz zwischen gähnender Leere der (großen!) Plätze an Wochentagen und kompletter Überfüllung am Wochenende, wenn die Aucklander zur Sommerfrische einfielen. Hier empfiehlt sich definitiv eine gute Routenplanung.

Im Gegensatz zum „Kasse des Vertrauens“-System der DOC-Campingplätze ist das Prozedere hier komplizierter: Man ruft aus dem (meist unbesetzten) Büro der Park-Ranger die Zentrale an, von der man einen Code erhält, den man in das Zahlenschloss eingibt, welches das Einfahrtstor zum Campingplatz verschließt. Bezahlen kann man am nächsten Morgen beim Ranger, der wie gehabt ans Fenster klopft, oder man wirft das Geld in einen Briefkasten am Büro ein.

Soweit zu den absoluten Basics; im nächsten Teil geht es ans Eingemachte, will sagen: die Kosten und was man dafür bekommt.

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