Ausrüstung und Praktisches

Christchurch-Nostalgie und Futurama: Tolle AR-App für iPhone und Android!

Das große Erdbeben in Christchurch ist nun über ein Jahr her, hunderte kleinere haben vielen beschädigten Gebäuden den Rest gegeben und zum Abreißen und Absperren gefährdeter Bauwerke und Straßenzüge geführt. Daneben sind inzwischen auch zahlreiche neue Strukturen entstanden. Wie man sich da noch zurechtfindet? Mit Augmented Reality!

Ich stelle mir das vor wie in meiner Heimatstadt Dresden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Es ist selbst für Alteingesessene schwer, sich in dem völlig veränderten Stadtbild zurechtzufinden.

Fast zwei Drittel der historischen Gebäude im Stadtzentrum von Christchurch sind zerstört, viele Straßenzüge gesperrt und weite Wohngebiete nicht mehr bewohnbar. Das Interesse der Stadtbewohner, aber auch von Besuchern aus nah und fern, an einer „Wiederinbesitznahme“ der Stadt durch schlichtes Erkunden zeigte die rege Nutzung der Stadtrundfahrten und des Cathedral Walkway im November und Dezember 2011.

Nun gibt es endlich die passende App für orientierungslos herumirrende Cantabrians. Anwendungen, die auf Augmented Reality basieren, gibt es ja schon seit Längerem – man kann mit dem Handy in der Hand durch die Stadt laufen und sich zum Beispiel wissenswerte Informationen über die mit dem Display fixierten Sehenswürdigkeiten  anzeigen lassen.

Professor Mark Billinghurst von der Canterbury University nutzte Augmented Reality für die Entwicklung von CityViewAR. Die kostenlose App zeigt dem Benutzer, der mit dem Smartphone in der Hand durch das Zentrum von Christchurch läuft, ein Bild der Vergangenheit vor dem Erdbeben im September 2010 – „Christchurch, as it was“. Die Option „Christchurch in between“ zeigt die Stadt ungefähr eine Woche nach dem großen Beben vom Februar 2011. Für die App wurden Bilder, Dokumente und Informationen von Architekten, dem City Council und dem Historic Place Trust zusammengetragen.

Eine dritte, noch spannendere Funktion wird soeben getestet: „Christchurch, as it will look like“. In einigen Monaten soll man CityViewAR dafür upgraden können.  Geplant ist laut Professor Billinghurst auch eine interaktive Funktion: Die Nutzer können dann ihre Meinung zu den abgebildeten Gebäudeentwürfen rückmelden, wodurch ein echter Dialog mit Stadtplanern und Architekten entstehen könnte. So optimistisch sind eben auch nur die Kiwis…

Die beste Nachricht für alle NZ-Fans, die nicht extra zum Testen der App nach Godzone fliegen können: Die App ist auch von überall sonst nutzbar, dann sendet sie „falsche“ GPS-Daten. Ich hab es mal mit meinem Motorola Defy ausprobiert – leider nicht live vor Ort. Nach meinem Einverständnis, „fake data“ zu empfangen, konnte ich auf einem Satellitenbild der Innenstadt herumlaufen und mir kurze Informationen zu den passierten Gebäuden anzeigen lassen; auf die vielen angebotenen Panoramabilder in AR-Anmutung hat mein Smartphone aber keine Lust und quittiert mein Ansinnen mit regelmäßigen Abstürzen ;-(

Kein Wunder: Man braucht Rechenkapazität für fast 50 MB! Mindestausstattung des Smartphones sind mehr als 1 GHz CPU, mehr als 512 MB RAM und ein Bildschirmdurchmesser von mindestens 9 cm.  Immerhin: Die App gibt es sowohl für iPhone als auch für Android.

Da sie kostenlos ist, würde ich mich über erfolgreichere Nutzerberichte von euch sehr freuen!

Hier kommt deine Meinung rein.