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Das große Neuseeland-Campingplatz-Ranking: die Fast-Gewinner

Mit dem Vier-Sterne-Ranking kommen wir schon in das Feld der Spitzenanwärter – hier stimmte eigentlich alles, jedenfalls für uns. Was halt fehlte, war das i-Tüpfelchen, das einen Fünf-Sterne-Weltwunderer-Campingplatz definiert. Wir bitten alle Besitzer und Fans der zweitplatzierten Plätze um Verständnis, dass ihre Favoriten es nicht ganz oben aufs Podest geschafft haben; die Entscheidung fiel uns nicht leicht (ich erinnere an den aufwändigen Auswahl-Algorithmus…)!

Hier kommen sie also, die knapp verhinderten Sieger!

Golden Springs Holiday Park zwischen Rotorua und Taupo: trotz Lage an der SH 5 war dieser Platz sehr schwer zu finden („Ask a local?“ Haha!). Unsere erhitzten Gemüter wurden aber schnell angenehm herunter-gekühlt. Die Anlage ist übersichtlich, grün, gepflegt und schon ein wenig … abgenutzt, war uns aber gerade dadurch sympathisch (wie auch die schätzungsweise 80 Jahre alte Besitzerin). Die Küche war klein und fast so gemütlich wie eine echte „Oma-Küche“, die sanitären Anlagen … hätten besser sein können. Größer zum Beispiel.

Der Platz grenzt zwar an den Thermal Highway, wir hörten aber keinen Lärm. Jede Power Site ist mit Hecken umgeben, man hat also wirklich seine Ruhe. Die Rückseite des Platzes ist sein Trumpf: Über das Gelände fließt ein kleiner „Thermal Creek“ mit romantisch versteckten Badestellen; uns war es unter den Büschen im Dampf bei sowieso 30°C Lufttemperatur zu klaustrophobisch, aber am Valentinstag wurde der Creek rege genutzt 😉

Außerdem gibt es einen kleinen „Thermal Walkway“, der zu einem Wasserfall führt und ein wenig Gekraxel erlaubt, was toll bei den Kids ankam; noch toller war der große alte Spielplatz mit einem romantisch-rostigen Flying Fox, am tollsten aber war der Pool mit Rutsche. Viel erfrischender als das Dampfbad im Busch!

 

Fazit: Wer sowieso in der Gegend ist, kommt hier gut unter. Aber eigens herfahren muss man nicht.

Waikouaiti Beach Motor Camp: Eine halbe Stunde nördlich von Dunedin oder ein kurzes Stück südlich von den Moeraki Boulders, war dieser Platz eine echte Zufallsentdeckung: günstig, großzügig und ruhig am Ende einer Sackgasse am Ortsende gelegen, steht man auf einer großen, von Bäumen begrenzten Wiese, die eher von Kiwi-Dauercampern als von Touristen frequentiert ist.

Waikouaiti Beach Motor CampDie sanitären Anlagen und die Küche sind geräumig und gepflegt, sehen aber extrem retro aus, man fühlte sich richtig in die 1960er zurückversetzt. Leider schmeckt hier das Trinkwasser nicht mehr gut. Echt nicht. Als Spielmöglichkeiten gibt es eine Ente, einen rudimentären  Traktorreifen-Sandkasten und ein uraltes Trampolin – und natürlich viel Platz. Die eigentliche Attraktion des Campingplatzes ist aber der nur 50 m entfernte riesige, breite wilde Sandstrand; einer der  wenigen in dieser Gegend, der flach und ruhig genug für kleine Kinder ist. Direkt dort am Strand beginnt auch ein schöner Track durch ein verwunschenes Vogelnistgebiet mit unzähligen schwarzen Schwänen …

Fazit: Wer keinen Komfort braucht, sondern Ruhe sucht, wird hier fündig. Gepflegte Abgeschiedenheit ohne Schnickschnack.

Fiordland Great Views Holiday Park in Te Anau (nein, kein Link – das ist der einzige Campingplatz ohne funktionierende Website!): Ein recht teurer, aber dafür (im Vergleich zu den Alternativen in Te Anau) ruhig und abgeschieden am Stadtrand von Te Anau gelegener Platz mit nur zehn Power Sites; zwei oder drei davon am Rand der (abgezäunten) Schlucht haben sogar romantischen Flussblick. Das Frühstück kann man (bei schönem Wetter) gemütlich auf der schönen Terrasse einnehmen…

Fiordland Great Views Holiday ParkDie etwas seelenlos-sterile Atmosphäre des Platzes wird mehr als kompensiert durch die grandiose Ausstattung: sanitäre Anlagen in mehreren Häusern, mit Fußbodenheizung, ein Fön an jedem Waschbecken, im Waschraum laufen Filme vom Milford Sound auf einem Flatscreen … Der Spielplatz ist groß, abwechslungsreich für alle Altersgruppen und sicher (man ist ja auch ein Mitglied der Family-Parks-Kette). Perfekt ist auch die Lage direkt an der Milford Road, gut für den frühen Start in den Milford Sound. Wir sind wiedergekommen!

Fazit: Perfekter Start- oder Endpunkt für Touren in den Milford Sound; Vorbereitung auf oder Erholung von Tagen mit vielen Erlebnissen und ohne Komfort.

Paekakariki Holiday Park: Mittelgünstiger, sehr großer Platz (180 Stellplätze!) eine halbe Stunde nördlich von Wellington am Ende einer wenig befahrenen Straße, fast direkt an der hochromantisch schwarzsandigen Kapiti Coast. Die Stellplätze sind durch Heckenreihen voneinander getrennt, man ist also durchaus „für sich“. Die Sanitäranlagen sind sauber, aber schlicht, Duschen kostet extra! Auf dem Platz ist ein schöner Spielplatz mit zwei großen Trampolinen, einem Jumping Pillow (das wir leider nicht finden konnten) und einem Bach (Vorsicht, nicht abgezäunt und mit steilem Ufer!).

Gleich nebenan im riesigen „Queen Elizabeth Park“, der letzten intakten Dünenlandschaft an der Kapiti Coast, gab es einen weiteren Spielplatz (der wurde leider im November 2011 abgerissen) und gigantische Rasenflächen warten auf herumtollende Kinder und picknickende Familien. Die Kapiti Coast ist wildromantisch, aber die Wellen sind nicht ohne – baden mit kleinen Kindern ist hier schlecht.

Fazit: Herrlicher Platz für ein paar Tage Familienzeit und Seele baumeln lassen – auftanken kann man bei Tagestouren nach Wellington.

Paekakariki an der Kapiti Coast

Opal Hot Springs & Holiday Park, Matamata: Etwas außerhalb gelegener und daher recht günstiger Platz in klassischer Weg-Wiese-Weg-Anlage. Obwohl es nur wenige Stellplätze sind, gibt es eher wenig Privatsphäre. Opal Hot Springs Holiday Park, MatamataDie sanitären Anlagen sind gepflegt, aber insgesamt schon etwas älter und auch nur rudimentär ausgestattet (seit Februar 2011 aber mit unserem Wasserkessel!). Es gibt zwei schöne Essgelegenheiten in einem Pavillon draußen, aber leider keine (tragbaren) Picknickbänke.

 

Der Trumpf des Platzes: Der Eintritt in das Freibad mit drei großen Thermalpools neben dem Platz, die verschiedene Temperaturen von angenehm bis zu kochend heiß haben, ist inklusive!

Opal Hot Springs, Matamata

Fazit: Unschlagbares Argument für Bademäuse…

Coromandel Holiday Park: Als wir hier eincheckten, war dieser Platz definitiv ein Mitglied in der Kette der „Family Parks“, wir bekamen nämlich mit unserem Mitgliedsausweis 10 % Rabatt (immer noch teurer, als uns lieb war…). Inzwischen scheint der Campingplatz in die Riege der Top Ten Holiday Parks übergegangen zu sein, ist aber hoffentlich immer noch so familienfreundlich. Auch sonst ist hier alles sehr freundlich: die Waschräume, die sehr gemütliche Gemeinschaftsküche, das riesige Trampolin, der große Pool, das Spielzimmer mit einem Shufflepack-Tisch (der leider ab 22 Uhr nicht mehr benutzt werden durfte – die Kehrseite vom Familiencamping halt). Die Wiesen sind groß und picobello gemäht, der Spielplatz ist niedlich und es gibt Picknickbänke für alle… piekfein halt. Coromandel Holiday ParkFür unseren Geschmack schon wieder allzu sauber, möchte ich hinzufügen.

Leider hapert es ganz enorm an der Lage: Während die Coromandel-Halbinsel vor pittoresken und einsamen Stränden schier zu platzen scheint, gibt es hier… nichts. Der Platz liegt im Ort Coromandel Town, was zwar infrastrukturtechnisch sehr günstig ist, aber eben nicht strandmäßig.

Fazit: Ein schöner Platz für eine Nacht – jede Nacht mehr wäre aber eine sträfliche Verschwendung der schönen Strand-Campingplätze in dieser Gegend.

Omana Regional Park, Maraetai: Die Regional Parks im weiteren Umkreis von Auckland funktionieren ähnlich wie DOC Campsites, nur dass hier eine persönliche bzw. (wenn keiner da ist) telefonische Voranmeldung beim Ranger nötig ist (mein erstes Telefonat auf Neuseeländisch, aufregend!). Auf diese Weise bekommt man den Code für das Zahlenschloss genannt, mit dem man das Tor öffnen kann, das auf den Platz führt… wo auf gefühlten 100 Hektar zwei Wohnmobile standen.

Lage: sehr scenic auf riesigen Rasenflächen mit Blick auf die Skyline von Auckland und den Firth of Thames, die Stellfläche wird nur grob unterteilt durch einige Hecken und Wäldchen, mehrere Feuer- und BBQ-Stellen. Ein Manko ist, ebenso wie beim DOC, der fehlende Komfort: Es gibt kein Internet, nur ein (natürlich sauberes und geräumiges) Toilettenhäuschen und einen Wasserhahn mit Schlauch. Tolle Duschen in picobello Sanitäranlagen warten faszinierenderweise außerhalb des Platzes – auf dem Parkplatz für die Tagesbesucher.

Der Gimmick für die Kinder waren neben der idyllischen Lage mit direktem Zugang zum Meer (leider bei Ebbe mit unschönem Watt) und dem Spielplatz am Zugangstor die vier Schweine und die anderen Haustiere, die in offenen Gehegen auf Futter und Streichler warteten.

Fazit: Gerade mit lebhaften Kindern lässt es sich hier gut aushalten; leider liegt der Platz mitten im Nirgendwo, sowohl nach Auckland als auch nach Coromandel fährt man ein ganzes Stück. Generell sind die Regional Parks wie die DOC Campsites immer eine gute Wahl für wenig Geld; an den Wochenenden nutzen das auch gefühlte 100 % der Aucklander, also rechtzeitig da sein!

Takapuna Beach Holiday Park, Auckland: Unser letzter Campingplatz in Neuseeland 2011 war 2002 unser erster … Freundliche Erinnerungen hatten wir wegen damaligen Jetlags allerdings kaum sammeln können; die sind alle neu hinzugekommen. Der Platz liegt für Aucklands Verhältnisse idyllisch, nämlich im ruhigen Stadtteil Takapuna und nur durch einen Pfad vom Strand getrennt (dieser war eher felsig und leider sehr verdreckt… aber Blick auf Rangitoto Island!). In die City kommt man mit Bus und Fähre problemlos, die Straßen ringsum waren mit Restaurants und Pubs gut gefüllt, eine große Eisbar ist gleich nebenan.

Der Platz selbst ist recht eng (klar, in der Stadt) und war auch Anfang März noch knackevoll, aber freundlich und sauber, die Anlagen makellos und kreativ auf Pfählen errichtet – wenn man einen der wenigen Essplätze auf der Terrasse ergattert, isst man mit tollem Ausblick! Klar ist der Platz vergleichsweise teuer und einen Spielplatz gibt es nicht (500 m weiter ist einer im Stadtpark – und ein Strand ist unseren Kindern Spielplatz genug!), aber Fritz, der Camp Warden aus Deutschland, hat das mit viel Witz und wertvollen Tipps mehr als kompensiert.

Fazit: Freundlich, immer noch relativ naturnah und trotzdem mitten in Auckland – was will man mehr?

Takapuna Beach Holiday Park Auckland

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