Das große Neuseeland-Campingplatz-Ranking, Teil 1: die unteren Plätze

Da wir auf unserer Neuseeland-Reise sehr, sehr viele Campingplätze besucht haben – und zwar fast 40 –, kann ich unmöglich werde ich nicht jeden einzeln ausführlich vorstellen. Ich habe mich daher für eine objektive Bewertungsskala mit fünf Rängen entschieden, auf der jeder besuchte Campingplatz eingeordnet wurde. Es wurden zehn Gewinner ermittelt, die mit je einem eigenen Artikel geehrt werden.

Wie haben wir nun die Crème de la Crème (und die traurigen Verlierer) ausgewählt? Das ging so: In einer ca. 500 Stunden dauernden Familiensitzung durfte jedes Mitglied der Weltwunderer-Familie seine Wertung für jeden der von uns besuchten Campingplätze abgeben; nach einem in weiteren 500 Stunden ausgetüftelten Bewertungssystem.

Die Kriterien lauteten:
Preis – Das in der Regel ausschlaggebende Kriterium für die Richtung des Daumens, da wir zum Sparen gezwungen waren. Die Gebühren für unseren Aufenthalt schwankten enorm und waren unserer Meinung nach nicht immer gerechtfertigt. Zum normalen Preis für zwei Erwachsene und zwei Kinder (die wir nicht immer korrekt anmeldeten, Asche auf unser Haupt) kamen mitunter noch Gebühren für das Duschen.
Lage – Das zweite ausschlaggebende Kriterium für unsere Wahl; so ausschlaggebend, dass es die anderen Punkte wie den Preis oder die Ausstattung auch mal übertrumpfen durfte. Stichwort „Basic DOC Campsites“: ein Wahnsinnsblick auf grandiose Berge war uns wichtiger als ein Klo mit Wasserspülung. Ist wohl Geschmackssache.
Ausstattung – Nach einigen Tagen ist eine Dusche willkommen, auch bei uns und unseren Kindern. Über unsaubere Waschräume oder eklige Toiletten kann man sich in Neuseeland nie beschweren, daher orientierten wir uns bald an der Kreativität der sanitären Anlagen und dem sonstigen Angebot von Gemeinschaftsküche und Aufenthaltsraum. Hier zeigte sich in der Regel die wahre Ambition des Betreibers.
Spielplatz – Von Bloggerin Frau Zausel bzw. ihrer Tochter als tagesformentscheidendes Kriterium geadelt, maßen wir dem Vorhandensein eines Spielplatzes bei der Campingplatzwahl weniger Bedeutung zu. Um genauer zu sein: Ein Bach oder ein Wäldchen auf dem Platz genügen als Spielplatz zum „Arme Leute“ spielen völlig. Die Weltwundererkinder freuten sich natürlich durchaus, wenn sie einen „richtigen“ Spielplatz vorfanden, allerdings reichten ein schäbiges Trampolin oder ein Nest zufällig gefundener Plastikmännlein dabei meist schon für die volle Punktzahl. Alles, was darüber hinausging, war schlicht der Wahnsinn.
Gimmick – Von zahmen  Entenrudeln über Thermalquellen auf dem Gelände bis zur Schatzkarte für die Kinder kann einen auf neuseeländischen Campingplätzen alles erwarten. Diese Kategorie stellt so etwas wie die Wildcard für ansonsten mittelmäßige Plätze dar, die sie in dauerhafter guter Erinnerung halten.

Bei unserer Bewertung erhielt jeder Campingplatz eine Bewertung zwischen einem und fünf Sternen, die in einem komplizierten Algorithmus aus den fünf Kriterien ermittelt wurden. Die beiden untersten Kategorien stelle ich gleich hier gesammelt vor. Dabei möchte ich meine “schlechten” Bewertungen gleich wieder einschränken: Wir haben keinen einzigen Campingplatz gesehen, der wirklich schlecht gewesen wäre. Aber wenn Konkurrenzkampf herrscht, wirft einen eine nur durchschnittliche Performance schnell auf die letzten Plätze…

Coronation Park, one star Das große Neuseeland Campingplatz Ranking, Teil 1: die unteren PlätzeAshburton: recht teuer und sehr reizlos; Ausstattung schlicht, aber okay; übersichtlich angelegt und verkehrsberuhigt, mit Bäumen; rudimentärer Spielplatz und Pool; insgesamt aber hässliche Lage in einem hässlichen Ort (ja, auch solche gibt es in NZ!)

Fazit: ein Platz für eine Nacht

one star Das große Neuseeland Campingplatz Ranking, Teil 1: die unteren PlätzePounawea Motor Camp: preiswerter Campingplatz in den Catlins, in der Nähe von Owaka; recht großer und unübersichtlicher Platz voller Zelte und Boote, dafür recht eng (weil voll, aber immerhin mit Kiwis); Ausstattung schlicht, aber okay und kreativ; kleiner Laden am Platz, ein Spielplatz soll irgendwo außerhalb sein, aber es gibt zwei große Trampoline! Lage direkt am Meer (bei Ebbe aber ohne Wasser) mit Bootsanleger; sehr abgelegen und kein Internet; ein schöner Wanderweg durch den Urwald beginnt direkt am Platz

Fazit: ein Platz für schönes Wetter, am besten bei Flut und in der Off-Season besuchen

two stars Das große Neuseeland Campingplatz Ranking, Teil 1: die unteren Plätze Waikawa Bay Holiday Park: recht preiswert und nach Vergleich mit anderen günstigen Campingplätzen in und um Picton der hübscheste; sehr großer Platz mit vielen ruhigen Ecken, viel Wiese mit großen Bäumen und freier Platzwahl; ein kleiner beheizter Pool; Ausstattung schlicht, aber okay; Lage: ca. 5 km außerhalb von Picton in der Waipawa Bay, vermutlich direkt am Meer, das haben wir aber wegen Dauerregens nicht gesucht, weswegen auch der schöne Spielplatz ungenutzt blieb.

Fazit: ein Platz für mindestens eine Nacht, bei schönem Wetter sicher länger.

two stars Das große Neuseeland Campingplatz Ranking, Teil 1: die unteren PlätzeDOC Campsite Matata, Bay of Plenty: großer und übersichtlicher Platz der Standard-Kategorie (6 NZ$ pro Erwachsener) auf Lochbetonplatten zwischen Düne/Meer und einem Feuchtgebiet (?), Blick auf den winzigen und fußläufig erreichbaren Ort; sanitäre Anlagen ja, aber sehr einfach, (warmes) Duschen kostet extra; auf dem Platz sind kaum Sitzgelegenheiten, eigene Bestuhlung also wichtig; der Strand hinter der Düne ist toll, wild und menschenleer, aber mit starkem Wellengang – also nichts für kleine Kinder! (Ich hab mich selbst nur bis zum Bauch reingetraut…) Und Schatten gibt es natürlich auch keinen.

Bay of Plenty Matata1 Das große Neuseeland Campingplatz Ranking, Teil 1: die unteren Plätze

Was uns irritiert hat: das Schild am Eingang (der vorletzte Hinweis). Passenderweise haben wir uns auf diesem Platz so richtig schön gekracht; vielleicht ist die Erinnerung daher auch getrübt? Ich wollte es fairerweise erwähnt haben.

DOC Matata Schild Das große Neuseeland Campingplatz Ranking, Teil 1: die unteren Plätze

Fazit: preiswerter, schön gelegener und für DOC-Verhältnisse gut erreichbarer Platz, aber nicht schön genug gelegen, um die typische DOC-Nüchternheit aufzuwiegen. Und ein seltsames Schild.

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