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Campingplätze in Neuseeland: das Mittelfeld

Ein Großteil der von uns besuchten Campingplätze in Neuseeland, war, nun ja, mittelmäßig. Das soll aber tatsächlich nur im buchstäblichen Sinn aussagen, dass wir hier nichts zu beanstanden hatten. Die Plätze nehmen zwischen durchaus akzeptablen Ein- und Zwei-Sterne-Kandidaten und den teilweise genauso guten, aber durch gute Erinnerungen, den kleinen Tick an Service oder eine Traumlage eben noch etwas besseren Vier- und Fünf-Sterne-Siegern eine mittlere Position ein.

Campingplätze in Neuseeland – die mittelguten Kandidaten

Oamaru Top 10 Holiday Park

Eigentlich ein recht ansehnlicher Platz,  großzügig angelegte Rasenflächen mit ordentlichen Kieswegen, hier stehen fast nur Campervans Seite an Seite. Super Sanitäranlagen, sogar mit Babybadewanne in der Form eines Rennautos, Fön usw.

Entenfütterung im Oamaru Top Ten Holiday Park

Für die Kleinen gab es einen kleinen Spielplatz mit Trampolin und als Gimmick ein Rudel zahme Enten, die schnell lernten, wer sie fütterte. Auch die Lage war schön ruhig und, wichtig in der Gegen um Oamaru, sogar windstill; verkehrssicher an einer Nebenstraße… Unser großes Contra: Die ganze Top-Ten-Holiday-Parks-Kette ist vergleichsweise wahnsinnig teuer und Kinder zahlen hier schon ab einem Jahr mit! Das und das relativ spießige und „geleckte“ Ambiente hat uns doch sehr gestört. Aber, tja: Es ist halt der einzige Campingplatz in Oamaru.

Fazit: Wer Pinguine sehen will, muss hier schlafen und dafür zahlen oder gleich weiter in die Catlins fahren. (Wo es eh viel schöner ist.)

 

Wellington Waterfront Motorhome Park

Zugegeben, für 50 NZ$ bekamen wir hier nicht viel mehr als einen Stellplatz mit angeschlossenem Sanitärkomplex, dessen Ausstattung auch recht schlicht war (keine Ess- und Kochgelegenheiten, keine Dump Station, keine Wäsche). Die Anlage war aber nicht nur makellos, sondern beeindruckte mit vollautomatisierter Hightech (Achtung, nur mit Kreditkarte nutzbar!). Wären wir nur eine Minute nach der Check-out-Zeit durch die Schranke gefahren, hätten wir automatisch einen weiteren Tag bezahlt…

Das große Plus hier war die Lage: zwar direkt neben dem vierspurigen Waterloo Quay mit entsprechendem Verkehrsaufkommen und Lärm, getrennt nur durch einen Maschendrahtzaun, aber eben auch direkt am Hafen – mit Wahnsinnsblick auf die Fähren, Laufnähe zum Zentrum und zu den Restaurants am Hafen und mittendrin in der schönsten Stadt Neuseelands. Der Autolärm nachts war recht erträglich und die morgendlichen Passanten auf dem Weg ins Büro grüßten uns – natürlich – freundlich beim Frühstück. Plus: Es ist schlicht der einzige Motorhome Park im Stadtgebiet von Wellington.

Fazit: Wer Wellington sehen und weder Zeit und Geld für die Parkplatzsuche aufbringen noch per Bus von außerhalb kommen will, der hat schlicht keine Alternative. Und dafür ist der Platz richtig hübsch!

Update: Seit einigen Monaten scheint dieser Platz leider geschlossen zu sein. Über nähere Informationen dazu freuen wir uns!

Wellington Waterfront Motorhome Park

 

Lake Outlet Holiday Park, Wanaka

Abgeschieden, in grandioser Natur und auch noch recht preiswert dank 15 % Rabatt durch Weiterempfehlung eines DOC Wardens.

Der auf mehreren Ebenen angelegte und bewusst sehr verwinkelt gehaltene Platz war eigentlich sehr hübsch und erinnerte uns mit den verkrüppelten Pinien und dem sandigen Boden an die Ostsee auf Rügen. Wir konnten sogar Kaninchen direkt neben unserem Campervan beobachten!

Die Bewertung resultiert aus vielen Kleinigkeiten und einer irgendwie unfreundlichen Klientel; wir fühlten uns nicht recht wohl hier. Der Platz war sehr unübersichtlich, so dass sich die Kinder kaum allein zur Toilette wagten; einen Spielplatz gab es leider nicht. Die Internet-Abdeckung reichte nur auf einzelne Stellplätze, die wiederum keinen Seeblick hatten; jene wiederum waren nicht kindersicher, da an einem Steilhang.

Die Ausstattung von Duschen und Küche war schlicht, aber okay; das (Trink-)Wasser stammte aus dem Lake Wanaka, dessen Wasserqualität hoffentlich entsprechend war. Ach ja: Nach fünf Minuten war Schluss mit Duschen.

Fazit: Lake Outlet Holiday Park ist ein durchaus schöner und sehr naturbelassener Platz, für Eigenbrötler ideal.

Campingplatz Lake Outlet am Lake Wanaka

 

Pines Holiday Park, Hanmer Springs

Dieser Ort atmete für uns den Eindruck eines behäbigen Alterssitzes und war besiedelt mit Rentnern. Sie bevölkerten die Thermalquellen, wegen denen wir gestoppt hatten, die Gehwege und natürlich auch die großen weißen Wohnmobile auf diesem Campingplatz. Hier fühlten wir uns, von allen Seiten beäugt, richtig jung!

Der große, weiträumige Platz war nett und mit ausreichend Picknickbänken übersät, aber ohne Spielplatz und insgesamt eben… etwas charakterlos. Sanitäranlagen und Recycling-Center (!) dafür picobello. Der Fußmarsch zu den Thermalpools von hier soll nur 600 m lang gewesen sein?!

Fazit: Hier macht man nichts verkehrt. Man verpasst aber auch nichts, wenn man vorbeifährt. Was man auch daran sieht, dass wir hier kein Foto gemacht haben.

DOC Campsite Mangawhero, Ohakune

Ein kleiner und abgeschiedener Platz der Standard-Kategorie 2 km außerhalb von Ohakune, wo 20 Stellplätze um eine Grasinsel mit Picknickbänken angeordnet sind. Luxus für einen DOC-Platz ist ein Klohäuschen mit Außenwaschbecken, aber insgesamt wirkt der Platz doch sehr eng und es gibt keine Spiel- oder Laufmöglichkeiten, da ringsum der Wald wartet.

DOC Campsite Mangawhero nach Abreise aller Camper

Dafür belohnt der Blick auf den Mount Ruapehu und nachts hört man Kiwis rufen! Ein kurzer Wanderweg beginnt direkt am Eingang, aber um richtig loswandern zu können, muss man noch ein Stück die Ohakune Mountain Road hinauf fahren.

 

Fazit: Einsam und idyllisch, aber zu langweilig für Kinder.

 

 

 

 

DOC Campsite Whakapapa Holiday Park

Unser erstes Erlebnis mit einem DOC-Platz der Serviced-Kategorie (das heißt: Im Jahr 2002 war es das. Hatte sich aber null verändert seitdem). Lektion: Überlasst den Service lieber der freien Wirtschaft. Es ist halt der einzige Campingplatz im Ort Whakapapa, daher ist man Monopolist – mit allen schlechten Konsequenzen.

Vorbuchen ist hier auch außerhalb der Hochsaison sinnvoll, sonst muss man wieder ein ganzes Stück aus dem Nationalpark heraus bis zur nächsten Stellmöglichkeit!

Mit über 50 Stellplätzen ist der Platz zwar sehr groß, das fällt aber nicht auf; an einem Steilhang im Wald hat jeder einen kuscheligen und blickdichten Einzel-Alkoven, leider ohne Wifi (dafür muss man sich in die Gemeinschaftsküche setzen, und dort herrschen strenge Regeln!).

Unser (sehr kleiner und stromloser) Stellplatz lag direkt an einer Schlucht, ohne Geländer – schluck. Kostete im Übrigen dasselbe wie ein großer Platz mit Power: 19 NZ$ pro Person. Aber immerhin sehr scenic!

Unser Stellplatz im Whakapapa Holiday Park

Die sanitären Anlagen (ja, warme Duschen auf einem DOC-Platz!) waren überraschend heruntergekommen, man bemerkte hier deutlich die hohe Frequentierung des Platzes durch (jüngere) Backpacker. Auch die vielen ermahnenden Schilder und die strikten Regeln erweckten den Eindruck eines Ferienlagers (nach Mitternacht hieß es „Licht aus“ im Gemeinschaftsraum, gewarnt wurde vor „Duschdiebstahl“ usw.).

Was wir schön fanden: Den gemütlichen und gut ausgestatteten Gemeinschaftsraum, das kostenlose BBQ davor und das große Trampolin. Plus: eine Badewanne in einem versteckten Winkel!

Viele kürzere Wanderwege starten direkt hier, für das Whakapapa-Skigebiet muss man noch ein paar Kilometer die Straße hinauf. Das Wahrzeichen „Le Chateau“ ist gleich nebenan für einen Abendspaziergang mit Cocktail.

Großes Sicherheits-Minus: Der Platz liegt in der Lahar-Zone, falls bzw. wenn der Mount Ruapehu ausbricht (was er recht häufig tut, das letzte Mal war 2007!). Man sollte sich also unbedingt den Evakuierungsplan ansehen und die Kinder instruieren: Sobald die Warnsirene ertönt, hat man nur noch zehn Minuten Zeit, um zu Fuß zum Shelter auf der anderen Straßenseite zu rennen!

Fazit: Man kommt nicht wirklich drumherum, wenn man in den Tongariro National Park will, daher sollte man sich einfach damit abfinden. Schön isses ja trotzdem.

Sandspit Holiday Park

Ja, es war Wochenende und Sandspit ist nur 65 km von Auckland entfernt. Weil der superschöne Tawharanui Campground zum Platzen voll war, wichen wir hierhin aus und auch dieser Platz war verdammt voll und sehr eng, Privatsphäre – Fehlanzeige.

Wir quetschten uns direkt an den Rand, direkt an die vorbeiführende Straße. Die Kinder konnten – Plus – den Spielplatz auf der anderen Straßenseite benutzen, ohne – Minus – dass ein Zaun sie

daran gehindert hätte.

Die begehrteren und schönen Stellplätze wären direkt am Wasser des Hauraki Gulf gewesen, mit Blick auf Kawau Island; leider sahen wir nur Watt bzw. Mangrovenwald statt Strand.

Die Ausstattung der Anlage war okay, die Waschräume zum Glück groß und man munkelte sogar von einem kostenlosen Golfplatz und Eseln. Das absolute Highlight war aber echt überraschend, weil es nirgends erwähnt wird: Auf dem ganzen Platz sind Häuser verteilt, die wie ein „Early-Settlers-Museum“ eingerichtet sind, mit vielen detailliert eingerichteten Schaufenstern und Räumen zum Hineinschauen (siehe Bild: Der Mechaniker unter dem Auto ist eine Puppe!). Das ist zwar sehr hübsch, aber man fragte sich: warum??

Fazit: Familienferien in Sandspit sind hier bestimmt ein Spaß! Wenn nur nicht ringsum so viel schönere Natur wäre…

DOC Campsite Nikau Cove

Klein, aber fein mit sechs Stellplätzen und für nur 6 NZ$ pro Person, direkt am einsamen Kieselstrand des Kennepuru Sound. Die Zufahrt über die Kennepuru Road dauert endlos lange (3 km hinter Portage steil abbiegen!) und ist mit dem Campervan eine Herausforderung. Alles, was es hier gibt, sind ein (sauberes) Plumpsklo, ein Wasserhahn und eine Picknickbank. Ach ja, und die endemischen Wetas.

Der „Strand“ ist bei Flut nur 1 m breit und bei Ebbe endlos, Baden ist aber wegen der vielen Steine wenig attraktiv. Ohne Boot kann man hier gar nichts machen außer abhängen, Steine sammeln und seine Mückenstiche kühlen – Einöde pur.

Fazit: Ein Platz für die absolute Abgeschiedenheit; nicht mehr und nicht weniger.

Spaß bei Ebbe am Kennepuru Sound

 

Balclutha Motorcamp

Unser absoluter Überraschungskandidat im  ansonsten extrem unspektakulären „Tor zu den Catlins“ erwartete uns mit sehr freundlichen Betreibern, die unsere Kinder umsonst hereinließen (so dass wir insgesamt nur 30 NZ$ zahlten),

Balclutha Motorhome Park

viel Platz zum Herumrennen, leckeren Birkenpilzen und einer wirklich großartigen Gemeinschaftsküche mit Aufenthaltsraum und Spielbereich. Die Sanitäranlagen waren okay und gepflastert mit einer Menge hinweisender, beratender und auch drohender Schilder (Klopapier-Diebstahl, ahhh!).

Gleich nebenan warteten der „Naish Park“ mit einem riesigen Spielplatz samt Aviarium sowie der „Mighty River Clutha“ (immerhin längster Fluss der Südinsel!), welcher uns allerdings wenig beeindruckte.

Fazit: Wer in Balclutha stoppen muss, kann dies leichten Herzens im Balclutha Motorcamp tun. Am nächsten Morgen dann aber husch, husch, weiter!

Naish Park in Balclutha

 

DOC Campsite Lake Okareka bei Rotorua

Fast hätte ich den vergessen! Ein weltvergessener und herrlich ruhiger Platz (nur zwölf Stellplätze) direkt an den sanften Gestaden des Lake Okareka, wo schwarze Schwäne (und Motorboote) ihre Bahnen ziehen und nur das Klimpern in der Kasse des Vertrauens (8 NZ$ bitte) die Ruhe stört.

Und doch nur eine Viertelstunde von Rotorua entfernt, wo der geneigte Tourist sich diversen haarsträubenden „Activities“ wie Zorbing oder Caterpillaring widmen kann, und noch näher am gewaltigen Whakarewarewa Redwood Forest.

Großes Plus: Hier stinkt es nicht nach Schwefel. Kleines Minus: Dafür stinkt die Toilette und man kann die Tür nicht abschließen. Weltwundermütter gehen ja aber sowieso nie allein aufs Klo, da findet sich immer ein hilfsbereites Kind zum Tür-Zuhalten. (Das ausgewiesene Cooking Shelter habe ich gar nicht bemerkt..?)

Fazit: Guter Platz für Spaß in Rotorua und Ruhe am Abend. Schlechter Platz für Spaß am Abend oder sanitäre Ansprüche. Lake Okareka bei Rotorua

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