Gesundheit Reiseplanung und Vorbereitung

Das Neuseelandreise mit Baby Lexikon: von Babybrei bis Wickeltisch

Immer mehr Eltern nutzen die Elternzeit für eine Neuseeland-Reise – klasse! Das bedeutet aber auch, dass all die kleinen Fragen rund ums Baby wichtig werden, die kein Reiseführer beantwortet: Fragen, die man eben nur bei einer Neuseelandreise mit Baby hat. Wir haben sie alle für euch beantwortet.

Neuseeland mit Baby Weltwunderbaby

Unser Weltwunderbaby war noch nicht in Neuseeland – aber es freut sich schon!

Können wir Milch und Brei für unser Baby mit ins Flugzeug nehmen?

Das Flüssigkeitsverbot gilt für Babys und Kleinkinder bis mindestens 3 Jahre nicht. Ihr könnt also für euer Baby alles an Essen und Trinken mit an Bord bringen, was ihr wollt – solange es nachvollziehbare Mengen sind.

Heißes Wasser und Babybrei bekommt ihr bei vielen Airlines übrigens kostenlos während des Fluges, genauso wie Windeln, Feuchties und Pflegecreme.

Dürfen wir Babynahrung im Handgepäck nach Neuseeland einführen?

Lebensmittel, die industriell verpackt und nicht angebrochen sind, könnt ihr problemlos einführen. Vermerkt auf der „Arrival Card“ aber vorsichtshalber trotzdem alle Lebensmittel, die ihr mitbringt – die Biosecurity findet sie sowieso. (Die niedlichen Schnüffelhunde suchen genau danach, und eher weniger nach Drogen.)

Anders sieht es mit angebrochenen Nahrungsmitteln aus. Offene Breigläschen, Kekspackungen und frisches Obst finden vor den Augen der Biosecurity meist keine Gnade – ab damit in den großen Müllcontainer!

Geht nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug wirklich gründlich durch euer Handgepäck: Ein einziger „eingeschmuggelter“ Apfel kann euch mehrere hundert Dollar Strafe kosten.

Wo bekommen wir Windeln („nappies“) in Neuseeland?

Im Supermarkt! Jeder kleine und große Supermarkt hat mehrere Windelmarken zu bezahlbaren Preisen im Sortiment. Ihr bekommt meistens „Huggies“ und „Treasures“ und die Hausmarken der Supermärkte. Pampers könnt ihr in keinem neuseeländischen Supermarkt kaufen – es gibt sie aber offenbar hin und wieder im „The Warehouse“.

Die Qualität der neuseeländischen Windeln ist leider nicht vergleichbar mit Pampers, finden wir. Und Ökowindeln sind Mangelware.

Wo können wir unser Baby in Neuseeland wickeln?

Es gibt zwar in fast jedem Restaurant und öffentlichen Gebäude eine Spielecke, und tolle, saubere öffentliche Toiletten an jeder Ecke, aber Wickelgelegenheiten findet man noch nicht überall.

Findet ihr keinen Wickeltisch, zieht ihr euch für diese Angelegenheit am besten in euren Campervan zurück. (Tipp: Es gibt extra duftende Windel-Müllsäcke, falls ihr die stinkige Angelegenheit nicht sofort extern entsorgen könnt!)

Können wir Schwimmwindeln in Neuseeland kaufen?

Ja. Von „Huggies“ gibt es auch eine Schwimmwindel.

Neuseeland mit Baby Windeln

Stoffwindeln gehen natürlich auch… © Flickr/Richard Fawcett

Wie sieht es in Neuseeland mit dem öffentlichen Stillen aus?

Gut! Neuseeland zählt offiziell zu den stillfreundlichen Ländern. Das heißt, dass ihr weder mit behördlichen Schikanen rechnen müsst noch mit schiefen Blicken von puritanischen Einheimischen.

Natürlich solltet ihr beim Stillen in der Öffentlichkeit trotzdem dezent vorgehen und nicht im 5-Sterne-Restaurant „blankziehen“. 😉

Gibt es in Neuseeland Milchpulver?

Na klar. Allerdings findet ihr wahrscheinlich nicht eure vertraute Marke. Bei Countdown gibt es diverse Milchpuler („formula“), von Aptamil über die australische Marke „Karicare“ bis „Nurture“ von der Kiwi-Marke Heinz/Watties.

Welche Babynahrung gibt es in Neuseeland?

Gläschen mit Gemüse- und Obstbreien (manchmal extra mit Reisflocken), Babymüsli mit Joghurt oder pürierten Mahlzeiten (wie Spaghetti bolognese) gibt es in jedem Supermarkt. Mahlzeiten, die Fleisch enthalten, sind in Neuseeland aber eher für die älteren Babys vorgesehen, die bekannte Gemüse-Fleisch-Kartoffel-Kombi findet man als Gläschen kaum.

Dann gibt es Obstbreie in Tüten (sogenannte Quetschies), Brei und pürierte Mahlzeiten in Dosen und natürlich Reisflocken oder Haferflocken in verschiedener Größe zum Aufkochen oder Anrühren von Breien mit Milch oder Wasser. (Die stehen dann nicht bei der Babynahrung, sondern bei den Frühstücksflocken, weil „Porridge“, also Haferbrei, für viele Erwachsene zum normalen Frühstück gehört.)

Auch Babykekse, Reiscracker, Obstriegel, getrocknetes Obst oder gepuffte Gemüse-Snacks findet ihr reichlich.

Getreideflocken (außer Haferflocken) und auch fertige Milchbreie (in Gläschen oder auch zum Anrühren mit Wasser) sind in Neuseeland dagegen weniger bekannt. Dafür solltet ihr in größeren Städten nach Biosupermärkten Ausschau halten, die führen dann auch „exotischere“ Sachen und Marken, die man teilweise aus deutschen Märkten kennt, wie zum Beispiel „Holle“.

Können wir in Neuseeland Hipp, Alete & Co. kaufen?

Nein. Die bekanntesten Marken sind „Farex“, „Heinz“ und „Watties“. Dazu kommen die Hausmarken „Homebrand“ bei Countdown und die Bio-Marken „Only organic“ und „Heinz organic“ in den großen Supermärkten.

Wir machen „baby led weaning“. Gibt es leckeres Bio-Obst und Gemüse in Neuseeland?

Ja! Von Bananen, Melonen und Avocados bis zu weichgekochten Kumaras (Süßkartoffeln) oder Kürbissen („pumpkins“) ist das Angebot für experimentierfreudige Babys in Neuseeland riesig.

„Organic produce“ findet ihr sowohl in den größeren Supermärkten als auch direkt an der Straße, vor allem in der Region um Nelson. Auf der Website Organic Explorer könnt ihr gezielt nach Bioläden und Biohöfen in Neuseeland suchen. Ob die Qualität genauso streng kontrolliert wird wie bei Demeter & Co., wissen wir allerdings nicht.

Neuseeland mit Baby Cromwell Obst

Lecker Obst gibt es nicht nur in Cromwell © Jocey K

Kann man in Neuseeland Schnuller, Fläschchen etc. kaufen?

Ja, klar!

Wie ist die ärztliche Versorgung in Neuseeland?

Sehr gut. In den Arztpraxen der „general practitioner“ kommt ihr schnell dran und werdet bei größeren Problemen an Spezialisten oder in eines der sehr gut ausgestatteten Krankenhäuser überwiesen – bezahlt wird an Ort und Stelle, aber eure Auslandsreise-Krankenversicherung erstattet euch diese Kosten zurück. Bei kleineren Wehwehchen könnt ihr euch auch in einer Apotheke super beraten lassen.

Ist euer Baby verletzt, weil es einen Unfall hatte, wird die Behandlung sogar komplett vom neuseeländischen Staat übernommen – auch für Touristen!

Können wir in Neuseeland eine U-Untersuchung machen lassen, die wir in Deutschland verpassen?

Nein. Die U-Untersuchungen als standardisierte, kostenlose Entwicklungstests und Gesundheits-Checkups gibt es so nur in Deutschland. Ein Arzt im Ausland kann zwar einen allgemeinen Check-up eures Babys durchführen, wenn ihr darauf besteht; ohne konkreten Anlass oder Verdacht dürfte sich aber eure Auslandsreise-Krankenversicherung mit der Kostenübernahme querstellen.

Auch wenn euch Kinderarzt oder Jugendamt etwas anderes einreden wollen: Die U-Untersuchungen sind (derzeit) nicht verpflichtend, und wenn ihr einen Termin verpasst, weil ihr gerade mit dem Baby in Neuseeland seid, ist das im Endeffekt eure Sache.

Wie ist die Trinkwasserqualität in Neuseeland?

Aus dem Wasserhahn kommt in Neuseeland immer Trinkwasser, sofern ihr nicht auf einem DOC-Campingplatz seid, wo es eigens vermerkt ist, wenn das nicht der Fall ist.

Die Qualität ist durchgängig gut, allerdings wird das Trinkwasser in 70 bis 80 % des Landes gechlort – nur Christchurch, Lower Hutt und Hawke’s Bay werden (noch) mit unbehandeltem Wasser versorgt.

Während gechlortes Wasser zwar geschmacklich nicht optimal ist (bäh!), sieht es mit einem anderen Zusatz im Trinkwasser kritischer aus: Laut dieser Website werden bereits 58 % der Bevölkerung in Neuseeland mit fluoridiertem Wasser versorgt, die meisten davon auf der Nordinsel. Für eine kürzere Neuseelandreise mit Baby dürfte es kaum zu einer Fluorid-Überdosierung kommen. Aber wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, nehmt in fluoridierten Gegenden lieber abgefülltes Wasser zum Zubereiten der Babymilch.

Brauchen wir ein Babyreisebett für den Campervan?

Das braucht ihr nicht nur nicht, es dürfte in die meisten Fahrzeuge gar nicht hineinpassen. Die Bodenfläche ist auch in den größeren Modellen sehr knapp bemessen.

Wenn euer Baby nicht bei euch im Bett mitschläft oder im (per Netz gesicherten) Alkoven, dann ist eventuell ein Pop-up-Zelt praktisch, das ihr AUF einem Bett aufstellen könnt. Sehr kleine Babys schlafen auch super in der Trageschale des Kinderwagens.

Brauchen wir eine Strandmuschel in Neuseeland?

Ein Muss ist sie nicht, aber angesichts der sehr hohen UV-Strahlung doch sehr zu empfehlen. Kauft euch vor Ort im „Warehouse“ oder in einem Outdoor-Geschäft eine Strandmuschel mit kleinem Packmaß. So windfest wie die Nordsee-tauglichen Modelle muss sie nicht sein, achtet eher darauf, dass sie geräumig ist, damit sie wirklich immer Schatten spendet.

Tipp: Hat die Strandmuschel einen Boden, könnt ihr sie auch als Spielzelt abseits der Strände benutzen.

Brauchen wir ein Moskitonetz in Neuseeland?

Nein. Allenfalls für den Buggy oder Kinderwagen könntet ihr ein passendes kleineres Mückennetz mitnehmen.

Wie schützen wir unser Baby vor Mücken und Sandflies?

Eine schwierige Frage, weil das Allround-Mittel DEET für Babys unter 2 Jahren nicht empfohlen wird. Alternativen haben wir in diesem Beitrag über Sandflies in Neuseeland aufgelistet.

Wie sind die Campingplätze in Neuseeland bezüglich Babys ausgestattet?

Babybäder oder abgesenkte Waschbecken findet man auf den neuseeländischen Campsites nur in Ausnahmefällen. Stellt euch darauf ein, euer Baby in einer mitgebrachten Waschschüssel oder im Handwaschbecken zu baden (Vorsicht, das ist mit getrennter Mischbatterie ein riskantes Unterfangen!) oder nehmt es mit unter die Dusche.

Auch Wickeltische sind uns auf Campingplätzen eigentlich nie untergekommen. Eine wasserfeste, gepolsterte Unterlage, die ihr im Waschraum benutzen könnt, macht sich also bezahlt.

Kommt man mit Kinderwagen und Buggy in Neuseeland zurecht?

In den Städten kommt ihr problemlos zurecht, auch die größeren Attraktionen sind in der Regel „wheelchair friendly“ zugänglich, also über flache Wege und Rampen.

Abseits der Wege wird es in Neuseeland mit Baby allerdings schnell schwierig. Für Wanderungen von mehr als zehn Minuten solltet ihr auf jeden Fall eine Babytrage oder ein Tragetuch dabeihaben, sonst verpasst ihr die schönsten Seiten Neuseelands!

Und: Im Campervan kann es eng werden für sperrige Gepäckstücke wie einen Kinderwagen. Fragt vor der Buchung auf jeden Fall nach, welche Gepäckabmessungen in euer Fahrzeug hineinpassen, sonst müsst ihr unterwegs ständig ein- und ausladen und im schlimmsten Fall den Kinderwagen nachts vor dem Fahrzeug abstellen.

Wie viel Spielzeug sollten wir für Neuseeland mitnehmen?

Möglichst wenig! Ein oder zwei Lieblingsspielzeuge bringen euch über den Langstreckenflug. Alles, was ihr danach braucht (Sandspielzeug, Laufrad, Stapelbecher, Bilderbücher), kauft ihr vor Ort – entweder in einem der vielen Souvenirshops, die wunderschöne Spielsachen mit Erinnerungswert anbieten, oder günstig in einem der vielen Secondhand-Shops.

Dort könnt ihr eure Ausrüstung vor der Abreise auch wieder abgeben und damit dann andere Familien glücklich machen. Karma, Baby!

Tipp: In neuseeländischen Bibliotheken gibt es oft sehr gut ausgestattete Spielecken. Einen Regentag mit Baby bringt ihr dort gut herum, oder ihr gönnt euren Kleinen eine Dosis Spielgefährten und Spielzeug-Ausprobieren.

neuseelandreise mit baby

Neuseeland ist ein Paradies für Babys © fringedbenefit

Gibt es in Neuseeland Taxis mit Babykindersitzen?

Taxis, die ihr auf der Straße anhaltet, haben fast nie einen Kindersitz oder eine Sitzerhöhung dabei, Babyschalen schon gar nicht.

Bestellt ihr ein Taxi oder einen Shuttle-Service vor, bekommt ihr mit Glück einen Kindersitz der Gruppe I oder II/III. Auf eine Babyschale solltet ihr auch hier nicht hoffen.

Achtung: Das neuseeländische Gesetz schreibt es Taxifahrern nicht vor, einen Kindersitz an Bord zu haben – es verbietet ihnen aber, Kinder unter sieben Jahren ohne passenden Kindersitz zu befördern (es sei denn, ihr Fahrzeug ist nicht mit Sicherheitsgurten ausgestattet)!

Können wir unsere Babyschale in Neuseeland benutzen?

Ja – alle in der EU zugelassenen Kindersitze (also mit dem ECE-R44.04-Siegel) werden in Neuseeland akzeptiert.

Eure eigene Babyschale ist eurem Baby vertraut, ihr wisst genau, wie sie eingebaut wird, ihr seid sicher, dass sie unfallfrei ist, und ihr könnt sie praktischerweise auch als Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen. Ist dort ein Sitzplatz frei, dürft ihr euer Baby während des Fluges dort hineinsetzen und schlafen lassen.

Wenn die Babyschale auch noch „for use in aircraft“ zertifiziert ist, dürft ihr sie auch dann auf einem Flugzeugsitz verwenden, wenn die Anschnallzeichen leuchten (ade, gefährlicher Schlaufengurt!).

Auch im Taxi (siehe oben) seid ihr dann auf der sicheren Seite.

Können wir uns einen Autobabysitz in Neuseeland kaufen oder leihen?

In Auckland und anderen großen Städten könnt ihr euch dann eine Babyschale vor Ort kaufen; als Importware sind solche Produkte aber ziemlich teuer.

Günstiger und clever ist es, einen Babysitz zu leihen; und zwar nicht bei den Wohnmobilvermietern, deren Sitze in der Regel schon ziemlich abgeranzt aussehen, sondern bei Babyonthemove.co.nz. Deren Mitarbeiter sind speziell geschult und bauen euch die Babyschale auch sachgerecht ein!

Neuseeland mit Baby Babyschale

In der eigenen Babyschale sitzt es sich am besten

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Was interessiert euch noch für eure Neuseelandreise mit Baby? Fragt uns, wir suchen für euch die Antworten!

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3 Kommentare

  • Hallo liebe Weltwunderer,

    wir sind aktuell auf der Südinsel mit unserem Sohn (9 Monate) unterwegs und können uns Markus nur anschließen. Auch wir haben bis jetzt in jedem „Warehouse“ Pampers gesehen.

    Ach ja und bezüglich des Essens: unser Sohn ist großer Freund der Quetschis von Only Organic. Die sind wirklich lecker. Wir haben aktuell 20 Stück im Supermarkt ( Countdown) gekauft, da diese dort im Angebot waren. Es gibt sie in interessanten Geschmacksvarianten. Ergo: Auf Angebote achten. Oft gibt es auch 6 Gläschen für den Preis von 4.

    Und noch ein Tip für einen babyfreundlichen Camperplatz: Der Moeraki Village Holiday Park hat in der Damentoilette Sitzverkleinerungen für die Toiletten und sogar zwei Babybadewannen. Na wenn da mal kein Badespass angesagt ist…

  • Kia Ora,
    erst einmal vielen Dank für den tollen Beitrag. Eine kleine Korrektur: Wir sind derzeit in Neuseeland unterwegs und haben im Warehouse schon öfters Pampers gefunden. Ganz gut zu wissen, denke ich, weil unsere anderen Versuche eher nicht so gut waren.
    Viel Spaß weiterhin.

    • Hallo Markus, das ist tatsächlich ein wertvoller Tipp! Wir haben damals nirgends Pampers gefunden, und die großen Supermärkte haben die Marke nicht im Programm. Tja, im „Warehouse“ gibt es eben wirklich alles 🙂

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