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Der perfekte Reise-Buggy für Neuseeland? Produkttest Britax Römer B-Agile 3

Klar, Tragen ist praktisch, bequem und für kleine Kinder das Beste – meistens. Auf einen Reise-Buggy möchten wir persönlich (!) bei Fernreisen mit Kleinkind trotzdem nicht verzichten. Der Britax Römer B-Agile 3 kommt unseren Erwartungen an den perfekten Reisebegleiter schon ziemlich nahe…

Weltwunderer Britax Römer B-Agile 3

Eigentlich sind wir überzeugte Baby- und Kleinkind-Trageeltern, im Alltag wie auf Reisen. Den zwei Jahre Weltwundersohn haben wir in Neuseeland über Stock und Stein getragen, und das Weltwunderbaby hängt auf jedem Ausflug zufrieden vor Papas Bauch oder an Mamas Rücken.

Aber! Nicht für jede Unternehmung ist das Tragen die praktischste Möglichkeit. Manchmal muss auch noch ein Rucksack geschultert werden, aus einem Stadtbummel wird ein Souvenir-Großeinkauf mit zig Tüten, und nach ein paar Stunden wird auch das leichteste Baby zentnerschwer.

Auf Reisen hat ein Buggy so einige Vorteile.

Das geht schon am Flughafen los:

  • Man kann ihn nach dem Passieren der Sicherheitskontrolle für müde Kinder UND das umfangreiche Handgepäck (plus Autokindersitze, plus Jacken!) nutzen. Die schönen Gepäcktrolleys sind im Transitbereich in aller Regel nicht vorhanden.
  • Ein im Buggy sitzendes Kind sieht einfach mehr nach Familie aus – und bringt euch eine bevorzugte Behandlung beim Check-in, beim Boarding und auch bei der Sicherheitskontrolle. Ihr kommt dann ziemlich sicher als erste dran oder dürft auf einer „fast lane“ an der Schlange vorbeigehen.

(Bei den allermeisten Airlines könnt ihr den Buggy bis ans Gate oder direkt an die Tür des Flugzeugs mitnehmen – achtet aber darauf, dass er mit einem „baggage tag“ versehen wird, falls er verloren geht.)

Auf der Reise nimmt der Buggy im Wohnmobil zunächst wertvollen Platz weg, klar. Zum Wandern eignet sich das Gefährt in aller Regel ebenfalls nicht, es sei denn, ihr beschränkt euch auf glatte Wege. Sobald ihr aber in der Stadt unterwegs seid, wird ein Buggy unheimlich praktisch – auch mit Kindern, die schon recht gut und ausdauernd laufen. Wir haben unseren Buggy in Museen, in Supermärkten, in Geschäften und auch (mit schlafendem Kind) in Restaurants genutzt.

Unser alter, klappriger Buggy war perfekt für die Reise – leicht, schnell wie ein Regenschirm auf schmales Maß zusammenklappbar, gut lenkbar und robust. Nach zwei Kindern, Meeresluft, Regengüssen, Sturm, Sonnenhitze und Dreck hat er den Weg in die ewigen Jagdgründe angetreten. Seinen Nachfolger haben wir in den vergangenen Tagen auf Herz und Nieren getestet:

Hat er das Zeug dazu, uns nach Japan zu begleiten, und können wir ihn euch für eure Neuseeland-Reise empfehlen?

Weltwunderer Britax Römer B-Agile 3

Der B-Agile 3 von Britax ist ein wirklich schöner Buggy, keine Frage. Wir haben für unser Modell in „Chili Pepper“ direkt mehrere Komplimente von Passanten bekommen 😉 Erste Fahrten über Dresdner Kopfsteinpflaster und Spielplatzwiesen überzeugten uns von den guten Fahreigenschaften: Der Buggy ist mit seinen drei Rädern, deren vorderes schwenkbar ist, enorm leicht zu lenken und zu manövrieren.

Wird das Gelände anspruchsvoller, stellt man das Vorderrad mit einem Fußtipp fest und es geht weiter. Ein weiterer Fußtipp bedient die Bremse, die bombenfest sitzt. Mit dem breiten, weichen Schiebebügel ist auch einhändiges Manövrieren kein Problem. Perfekt! (Obwohl: Der Weltwundermann mit seinen fast zwei Metern bemängelt, dass sich der Schiebebügel nicht höher stellen lässt. Für sehr große Eltern ist der B-Agile 3 wohl nicht die richtige Wahl.)

Im Vergleich zum Kinderwagen schneidet der Buggy natürlich nicht ganz so gemütlich ab: Die Federung der Vollgummireifen ist zwar okay, aber einfach nicht so gut wie die von Luftreifen, was sich besonders auf dem rauen Pflaster der Dresdner Neustadt zeigt. Auf den vertrauten Blick zum Fahrer muss das Kind von nun an auch verzichten.

Aber: Das Weltwunderbaby kann je nach Lust und Laune sitzen, lehnen oder komplett liegen – die Lehne ist stufenlos einstellbar, das bieten selbst viele Kinderwagen nicht. Der einfache Mechanismus hierfür funktioniert problemlos, man braucht allerdings immer zwei Hände dafür. Der Latte macchiato muss also kurz beiseite gestellt werden 😉 Auch der Fünfpunktgurt lässt sich in mehreren Stufen auf die Größe des Kindes einstellen.

Noch mehr Komfort fürs Kind bietet das große, wasserdichte Verdeck mit Sichtfenster nach oben und einer großen Geheimtasche hinten. Es lässt sich nicht nur in zwei Breiten-Einstellungen ausklappen, sondern bei Bedarf nochmals tiefer ziehen und dient dann auch bei niedrig stehender Sonne am Vormittag oder Nachmittag als perfekter Sonnenschutz. Das nenne ich durchdacht!

Weltwunderer Britax Römer B-Agile 3

Ein guter Reisebuggy muss nicht nur im Einsatz überzeugen, sondern auch zusammengeklappt.

Hier überraschte uns der B-Agile 3 zunächst mit seinem sehr cleveren Klappmechanismus. Im Produktvideo auf der Herstellerseite könnt ihr euch anschauen, wie das funktioniert – und es geht tatsächlich so einfach und schnell, wie die Dame es dort vorführt. Mit einem Handgriff ist der Buggy flach zusammengeklappt und genauso schnell wieder aufgestellt – sehr schick und vor allem ohne die Gefahr, kleine Kinderfinger dabei einzuklemmen (das haben wir mit unserem alten Buggy mehrmals geschafft…).

Im verschärften Praxistest, nämlich allein mit Baby unterwegs, zeigten sich dennoch einige Schwachstellen an der Idee:

  • Für die Bedienung des Klappmechanismus braucht man auf jeden Fall beide Hände. Den Buggy ausklappen, wenn man ein Kind am Bauch trägt, ist nahezu unmöglich – schwitz!
  • Der zusammengeklappte Buggy ergibt zwar ein flaches Paket (30 cm), aber kein schmales (58 cm). Für die schmalen Gänge eines Abteilwaggons war es fast zu breit, und auch auf die Gepäckablage passte es nur eben gerade so. In unserem Toyota-Hiace-Campervan hätten wir echte Probleme gehabt, den Buggy zu verstauen. Die Räder lassen sich natürlich abklicken, damit könnte man nochmals etwas Platz sparen.
  • Der zusammengeklappte Buggy steht, wenn man ihn denn aufrecht abstellen will, auf dem Schiebebügel. Das bekommt diesem natürlich auf Dauer nicht, man muss also sehr vorsichtig sein. Bei einem Gewicht von stattlichen 8 kg ist gelegentliches Abstellen aber unumgänglich – zumindest für Zartbesaitete wie die Weltwunderfrau 😉

Weltwunderer Britax Römer B-Agile 3

Gibt es den perfekten Reisebuggy?

Wenn ja, dann haben wir ihn noch nicht gefunden. Im Einsatz ist der B-Agile 3 ein toller Wagen: bequem und komfortabel auch für Babys, leicht- und geländegängig, schnell zusammengeklappt, mit cleveren Details und mit viel Platz für Gepäck. Diese Vorteile schlagen sich nur leider negativ auf Gewicht und Packmaß nieder – hier muss man dann Abstriche machen und persönlich entscheiden, ob die eigenen Reisegewohnheiten zum B-Agile 3 passen.

Welchen Buggy benutzt ihr und wie zufrieden seid ihr mit eurem Modell?

1 Kommentar

  • Wenn schon Neuseeland-Fan, wie wäre es dann auch mit einem neuseeländischen Buggy. Der Mountainbuggy Nano wiegt knapp 5 kg, kann 20 kg tragen, hat eine Liegeposition, einen Sonnenschutz, eine untere Ablage, lässt sich auf Handgepäckformat zusammenklappen und kann sogar einhändig ausgeklappt werden. Das Zusammenklappen geht allerdings nur beidhändig.
    Er ist sehr wendig – allerdings nur in der Stadt. Geländegängig ist er nicht.
    Wir haben lange gesucht und haben es nicht bereut.
    Bei uns hat er von Argentien und Chile über Neuseeland, Australien und Hong Kong bis Thailand 7 Monate lang treue Dienste geleistet.
    Kleiner Tip noch – wenn man ihn in Neuseeland kauft, kostet er nur die Hälfte.

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