Die Buchung

Dies ist Teil 7 von 9 der Artikelserie Gebrauchsanweisung: Nach Neuseeland fliegen mit Kindern

 Die BuchungIch starte heute mal eine kleine Serie zum Thema Fliegen, da die Zeit der Flugbuchungen für die nächste Neuseeland-Saison gerade ihren Höhepunkt erlebt. Also eine kleine Erinnerung an alle, die in diesem Winter nach Godzone fliegen wollen: JETZT buchen. Computer ausmachen, Schuhe anziehen und ab ins Reisebüro. Die Ticketpreise werden nicht mehr günstiger!

Im Teil 1 beschäftigen wir uns mit den Grundlagen: die Wahl der Reiseroute und der Sitzplätze sowie alles, was man vor dem Einsteigen erledigen kann.

Grundsätzlich hat man zwei Optionen: links oder rechts herum, denn Neuseeland liegt von Deutschland aus eben genau auf der anderen Seite des Globus. Die meisten Deutschen scheinen allerdings über Asien zu fliegen, wo die beliebtesten Zwischenstopps Dubai (Shopping!), Singapur (Shopping!) und Hongkong (Shopping!) sind. Weniger üblich (und daher wesentlich cooler), aber genauso möglich sind Seoul oder Tokyo. Was der besondere Vorteil an einer Route über die USA ist, verrate ich später…

Häufig (aber nicht immer, und wenn möglich, sollte ein zweiter Flugzeugwechsel natürlich vermieden werden) heißt es in Australien dann noch einmal, die Maschine zu wechseln. Stopover-Aufenthalte, also Unterbrechungen des Fluges für eine oder mehrere Übernachtungen, sind bei einer Flugzeit von 24 Stunden (und das nur für eine Strecke!) gerade mit Kindern ein attraktiver Gedanke. Bei einigen Airlines findet man spezielle Stopover-Programme, über die dann Hotel, Frühstück, Flughafentransfer etc. günstiger sind; bei stopover-info.de gibt es dazu eine Fülle an Informationen und Tests.

Vorbereitung

Gute Planung beginnt schon lange vor der Reise. Vor dem ersten Mal Fliegen sollten sich die Kinder mit diesem Thema unbedingt beschäftigen können – auf eine altersangemessene Art natürlich. Ängste und Missverständnisse können so gar nicht entstehen. Ideal ist es, wenn die Kinder schon vor dem Abflug einmal auf einem Flughafen waren, die fremdartige Atmosphäre spüren konnten, ein Flugzeug „in echt“ (eventuell starten und landen) sehen können. Es gibt auch viele gute Bilderbücher, in denen Eltern anschaulich zeigen und erklären können, wie so ein Flug abläuft, was es zu essen gibt und vor allem: welche Regeln gelten, über die nicht diskutiert werden kann. Es ist zum Beispiel ungemein nützlich, wenn Kinder schon vor dem Flug wissen, warum sie beim Check-in allein durch ein großes Tor gehen müssen, dass sie ihren Teddy dann loslassen und in einen dunklen Tunnel verschwinden lassen müssen und dass sie im Flugzeug angeschnallt eine ganze Weile stillsitzen müssen – und es hilft, wenn sie wissen, warum das wichtig ist.

Eltern, die selbst noch nie geflogen sind oder gar unter Flugangst leiden, sollten diesen Punkt besonders gründlich und offensiv angehen – nichts ist schlimmer als ängstliche und überdrehte Kinder, die ihre nervösen Eltern „spiegeln“.

Sitzplätze

Schon bei der Flugbuchung ist es in der Regel möglich, den Sitzplatz zu wählen (oder wenigstens zu erfahren, wo man sitzen wird). Hat man die Wahl, sollte man sie nutzen! Bei www.seatguru.com kann man unter Angabe von Airline und Flugnummer die genaue Verteilung der Plätze im Flugzeug ansehen, bekommt Informationen über „gute“ und „schlechte“ Plätze, den Sitzabstand, die Ausstattung etc.

Familien werden in aller Regel zusammen platziert, im Notfall kann man noch in der Kabine die Passagiere um Platztausch bitten. In großen Flugzeugen gibt es richtige Kinderzonen, das sind jeweils die ersten Reihen hinter den Toiletten und Küchen. Dort ist genug Platz für die „Baby-Cots“, in denen Säuglinge liegen können, die Kinder können auf dem Boden spielen und man kann ein wenig Spielzeug herumliegen lassen. Tabu für Eltern mit Kindern sind die Plätze an den Notausgängen, wo ebenfalls viel Beinfreiheit herrscht; die dort Sitzenden haben im E-Fall die Verantwortung für den Notausgang, was man Eltern nicht zumuten will (oder kann).

Sind die Eltern-Kind-Reihen schon besetzt, platziert man die Kinder am besten am Fenster, wo es mehr zu sehen gibt und die Gefahr des unbeaufsichtigten Wegspazierens oder der Behinderung der vorbeilaufenden Stewardessen geringer ist. Da die Sitze oft in Dreierreihen angeordnet sind, verteilen sich vierköpfige Familien entweder alle nebeneinander vom Fenster über einen der Gänge hinweg (dann kann zum Beispiel immer abwechselnd das Elternteil, das „allein“ sitzt, ein wenig Ruhe genießen) oder man besetzt ein „Platzviereck“. Dann hat man zwei spannende Fensterplätze und die Kinder können auf der vorderen Reihe ein wenig herumturnen, ohne dass es den dahinter Sitzenden stört. Streitende Kinder oder solche mit verschiedenen Bedürfnissen (eins will fernsehen, eins will schlafen – oder auch: beide wollen das, was das andere hat) können so auch besser getrennt werden.

Schließlich noch ein Hinweis: Kinder unter zwei Jahren müssen zwar keinen eigenen Sitzplatz haben, es empfiehlt sich aber bei Flügen dieser Länge dringendst, dies trotzdem zu tun. Auch wenn es viel zusätzliches Geld kostet. Das ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, mit der ich mich später noch ausführlicher beschäftigen werde. Wer tatsächlich meint, ein einjähriges, zappelndes Kind zwölf Stunden am Stück auf dem Schoß halten zu können, der sollte das vor der Flugbuchung einmal durchprobieren. Ansonsten ist es sehr wahrscheinlich, dass man nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug nie wieder sein Kind auf dem Schoß halten will …

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8 Responses to Die Buchung

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  6. Frau Zausel (13 comments) says:

    Zur Reiseroute kann ich Folgendes sagen. Wir sind einmal ohne Kind über L.A. geflogen und einmal mit Kind über Dubai. Das erste Mal ohne Stopover, das zweite Mal mit einem auf der Rückreise in Dubai. Beides würde ich nie wieder machen! Sollten wir tatsächlich noch einmal nach Neuseeland fliegen, dann nur über Singapore, ob mit oder ohne Kind ist irrelevant. Gegen die USA spricht, die massiven Sicherheitsvorkehrungen beim Zwischenstop und ich denke bei den Stopover in den USA sieht es noch schlimmer aus. Ich fand es schon vor dem 11. September nervig dort, wie es jetzt ist, mag ich mir ehrlich nicht vorstellen. Je nachdem welche Airline man hat, gibt es noch zusätzliche Probleme. Wir flogen damals mit Air NewZealand, die aber schon auf der Rückreise eine Staralliance mit Lufthansa hatten. Lufthansa – Langstrecke – Holzklasse – never ever! Für mich der Alptraum schlechthin nach über 30 Stunden Reisezeit. Ich war kurz vorm Amoklauf! Die Strecke über Dubai – Australien hat eine ungünstige Aufteilung. Zuerst sitzt man 6 Stunden im Flieger, hat dann ein paar Stunden Aufenthalt in Dubai, wechselt den Flieger und hat noch den allergrößten Teil des Fluges vor sich, nämlich mit dem nächsten Zwischenstop in Australien ca. 19 h insgesamt. Das ist eindeutig zu lang! Das ist über USA schon besser, weil man beim ersten Zwischenstop quasi schon die Hälfte der Reise hinter sich gebracht hat. Auf der Rückreise über Dubai haben wir ja einen Stopover eingelegt, was psychologisch klasse war. Der schlimmste Teil der Reise hat man hinter sich, die restlichen 6 h schafft man nach zwei Tagen Pause locker! Aber wir hatten nicht mit dem Jetlag der Tochter in Dubai gerechnet. Der nächste Stopover würde in einem schicken Hotel mit Pool geplant ohne große Ausflüge. Einfach zum Entspannen! Das Kind schlief nämlich die meiste Zeit und so war nur wenig Zeit fürs Sightseeing.
    Von fast allen Leuten, die wir trafen und die die Singaporestrecke geflogen sind, waren ausnahmslos alle zufrieden! LG Frau Zausel

    • Weltwunderfrau (146 comments) says:

      Danke, Frau Zausel, für den ausführlichen Bericht. Diese Eindrücke scheinen ja sehr… eindrucksvoll gewesen zu sein ;-)
      Ich notiere also eine Stimme pro Singapur und Stopover und eine contra Dubai. Zu meinem Erfahrungsschatz gehört: einmal ohne Stopover, dafür aber mit acht Stunden Aufenthalt in Seoul (Incheon ist ein sehr schöner Flughafen!) und dann nochmal zwei Stunden in Sydney (auch ganz nett). Würde ich mit Kindern machen, aber ohne in Jubel auszubrechen. Das zweite Mal mit und ohne Stopover (dann wieder acht Stunden Aufenthalt) in Tokyo – ebenfalls erträglich und mit dem Bonus des “Das macht sonst fast keiner so”.
      Die Lufthansa kann ich nach Vergleichserfahrungen mit Air New Zealand und Air Asiana, was den Komfort angeht, sehr empfehlen. Es fehlte lediglich am Entertainment-Programm und an der Herzlichkeit des Personals – das können die Kiwis einfach besser.
      Womit Frau Zausel definitiv Recht hat: Mit Kindern sollte der Stopover, wenn er nicht länger als zwei Tage ist, wirklich vorrangig zur Erholung genutzt werden. Das Potenzial unseres Japan-Superkurztrips hat unter den kaum ausgeruhten und kulturell überforderten Kindern schwer gelitten…
      Schön wäre es, wenn sich andere Blogleser mit eigenen Erfahrungen aus den USA mal melden würden – ist die Einreiseprozedur wirklich so furchtbar oder ist das vielleicht nur ein neuer “urban myth”?

    • Frau Zausel (13 comments) says:

      Zu den Airlines kann ich noch was beitragen. Der erste Flug nach Neuseeland machten wir mit Air New Zealand, der war traumhaft, weil die Maschine das letzte Mal von Frankfurt aus flog. Die Stimmung unter dem Personal war prima, zum Abschied machte die Crew kurz vorm Einsteigen noch einen Haka. Dadurch, dass die Maschine nur halb besetzt war, konnten wir uns auf die freien Bänke aufteilen und quasi im Liegen fliegen. ;-) Das Personal war so freundlich und man bekam ständig Getränke gereicht. Auch der Sitzkomfort war prima, man hatte viel Beinfreiheit.
      In der Lufthansa Maschine auf dem Rückflug saßen wir die Ölsardinen. Ehrlich, ich war in noch keinem Flieger so eingequetscht wie in dieser Maschine und ich bin nur 1,63 m! Letztes Jahr flogen wir ja beide Strecken mit Emirate. Vom Komfort, Service, Enternainment der absolute Hammer. Fliegt man mit Kindern, sollte man Platz im Handgepäck und im Koffer einplanen, denn bei jedem Maschinenwechsel gibt Unmengen an Geschenke! Wir hatten ja 3 Wechsel pro Flug! ;-) Allerdings klatschen sie die Flieger bis an die Oberkante voll. Nicht ein Sitz blieb frei und obwohl Emirate zu den Airlines gehört, die angeblich eine große Beinfreiheit haben, hielt sich unsere Begeisterung diesbezüglich in Grenzen. Vor allem, wenn man einen Sitz hat unter dem die Box für die Fernseher sitzt. Die strahlt eine Hitze aus, so dass meine Beine trotz Stützstrümpfe ziemlich dick wurden. Während mir in allen anderen Flieger immer zu kalt war, bei Emirate habe ich geschwitzt. LG Frau Zausel

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