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Doona Travel System: Es gibt sie doch, die eierlegende Wollmilchsau für Reisen mit Babys!

Was haben wir vor unserer Japan-Reise mit Baby hin und her überlegt: Welcher Kindersitz fürs Auto zum Flughafen, welcher für den Campervan in Japan und welches Rückhaltesystem für den Flugzeugsitz? Ach ja, und einen Reisebuggy brauchten wir auch noch. Gerade noch rechtzeitig entdeckten wir Doona – eine wirklich wahnsinnig clevere Idee und unsere Rettung.

Weltwunderer Doona Airport Haneda Japan

 

Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein etwas spaceiger Buggy, in dem das Kind sehr kuschelig liegt. Mit einem einfachen Handgriff jedoch ist das Fahrgestell nach hinten weggeklappt und aus dem Buggy ist eine Babyschale geworden – mit dem TÜV-Zertifikat „for use in aircraft“, wie ich viermal den staunenden Stewardessen bei Emirates zeigen durfte.

„It’s magic“, freuten wir uns alle zusammen jedes Mal, und das ist es tatsächlich: Die Idee von Simple Parenting, einfach einen Autokindersitz mit Fahrgestell zu entwickeln, kann ich gar nicht genug lobpreisen. So einfach und elegant, so clever und praktisch!

Auf der Website von Simple Parenting könnt ihr euch im Video anschauen, wie es funktioniert – und das geht tatsächlich so schnell, auch im Normale-Eltern-mit-zwei-linken-Händen-Alltag.

Reisen mit Doona – „a breeze“

Wir schnallten die Doona-Babyschale hier bei uns zu Hause im Auto fest (mit Dreipunktgurt) und fuhren damit zum Flughafen. Dort klappten wir sie zum Buggy aus und fuhren zum Check-in und durch die Sicherheitskontrolle (wo der Metalldetektor anschlug, aber nichts beanstandet wurde) bis zum Gate.

An der Flugzeugtür wurde das Fahrgestell wieder weggeklappt, die Babyschale ins Flugzeug getragen (was der Weltwundermann gemacht hat, für mich kleines Wesen war die Schale dann doch recht sperrig) und dort auf dem Sitz für unsere Kleine mit dem Beckengurt angeschnallt. (Praxistipp: Das war zweimal wegen einer feststehenden Armlehne nur möglich, wenn man die Schale von vorn quasi in den Sitz hineinschob – aber es passte!)

Weltwunderer Fliegen Doona

Mit Doona am Flughafen Prag – nun aber schnell zum Check-in!

Bei den meisten Airlines ist die Verwendung einer Babyschale mit dem Zertifikat „for use in aircraft“ kein Problem – Siegel vorzeigen und fertig. Einige Airlines haben jedoch Extra-Regeln, gestatten nur bestimmte Modelle oder, wie Emirates und einige andere Fluggesellschaften, schließen rückwärts gerichtete Kindersitze generell aus. Von dieser Vorgabe wusste zum Glück weder Boden- noch Bordpersonal an vier verschiedenen internationalen Flughäfen etwas, und wir haben uns gehütet, sie darauf hinzuweisen 😉

Sechs und dann noch einmal zehn Stunden Flug wurden in der auch für größere Kinder bequemen Babyschale aufs Angenehmste verschlafen. Auch die Wachstunden verbrachte unsere Tochter teilweise ebenfalls im Sitz – gern verkehrtherum sitzend und nach vorn schauend.

In Tokio angekommen, die ganze Prozedur umgekehrt: Babyschale raus aus dem Flugzeug und ausgeklappt, als Buggy über den Flughafen und in den Zug, bis in unsere Unterkunft. Ich war doch froh, dass wir zusätzlich zum Gepäck nicht auch noch die 11 kg Baby schleppen mussten – und die großen Geschwister helfen ja gern beim Schieben.

Und jetzt das Beste:

In unserem Campervan gab es nur vier Sitzplätze mit Dreipunktgurten – das ist bei sehr vielen älteren Modellen der Fall und oft das Problem, wenn Familien ein Wohnmobil mieten oder kaufen wollen. Die Doona Babyschale lässt sich aber, und das habe ich mir explizit vom Hersteller Simple Parenting bestätigen lassen, auch auf Sitzen mit Zweipunktgurt verwenden. Für unsere Situation perfekt – so saßen alle drei Kinder möglichst sicher.

Da wir das Doona Travel System als Testmodell zur Verfügung gestellt bekamen, haben wir aufmerksam nach Dingen geschaut, die uns daran nicht gefallen – immerhin wollen wir objektiv berichten.

Hier nun also unsere Kritikpunkte:

Durch das integrierte Fahrgestell ist Doona natürlich ein wenig schwerer als die durchschnittliche Babyschale und lässt sich daher z. B. im Flugzeug etwas umständlich transportieren. Aus demselben Grund bietet der Buggy leider keine feste Ablage oder andere Staufächer. Diese lassen sich aber extra nachrüsten und an zwei Ösen links und rechts anhängen, wenn man öfters mit dem Buggy unterwegs ist. Ebenfalls erhältlich sind ein Regencover, das wir nicht ausprobieren mussten, und eine Trage- bzw. Aufbewahrungstasche für das ganze System. Das Sonnendach ist fest integriert, stabil und auch praktisch als Sichtschutz zum Schlafen im Flugzeug (wo man als liegendes Baby ansonsten direkt in die Kabinenbeleuchtung blicken muss).

Wie es um die Haltbarkeit des ganzen Systems bestellt ist, können wir nach drei Wochen Nutzung noch nicht sagen – der Tragegriff erscheint uns recht locker, aber bisher gibt es für uns hier nichts zu beanstanden.

Die Handhabung, sowohl des Klappmechanismus als auch des höhenverstellbaren Schiebers, der cleveren Fußbremse und der Gurte, läuft fehlerlos und ohne Beanstandung. Dass der Sitzbezug abnehmbar und waschbar ist, finden wir toll – nach drei Wochen im Wohnmobil changiert unser Türkisblau eher ins Matschgrünbraungefleckte.

Weltwunderer Fliegen Doona

Eins-zwei-fix zusammengeklappt, wird aus dem Buggy eine Babyschale

Apropos Sitzbezug: Beim ADAC-Test 2015 erhielt Doona ein vernichtendes „Mangelhaft“ als Bewertung – allerdings einzig und allein wegen der erhöhten Schadstoffwerte im Sitzbezug. Für eine junge Marke ist so ein Urteil natürlich ein Desaster. In einem ausführlichen Gespräch hat man uns bei Doona gern erklärt, was es mit dem Testergebnis auf sich hat.

Zusammengefasst: Niemand kann sich den Ausrutscher erklären, denn in sämtlichen anderen Tests (und Doona hat viele absolviert) sind die Schadstoffgrenzwerte eingehalten bzw. weit unterschritten worden. Die einzige Stelle, an der die beanstandeten Schadstoffe überhaupt auftreten könnten, ist ein aufgedrucktes Warnschild im Kopfbereich (im Bild gut zu sehen), und dort auch nur die schwarze Druckfarbe, und auch bei dieser wurden im ADAC-Test nur die Grenzwerte für die Speichelfestigkeit, also die allerstrengste Vorgabengrenze, überschritten. Wir haben für uns beschlossen, dass unser Kind dieses Schild nicht dauerhaft ablecken wird und daher ungefährdet sein dürfte.

Das für uns persönlich größte Manko: Doona ist als Babyschale nur für Kinder bis 13 kg zugelassen. Dafür, dass wir Doona erst entdeckt haben, als unsere Jüngste diese Grenze fast erreicht hatte, kann natürlich keiner etwas. Ihre langen Beine baumelten zwar unten aus der Schale schon heraus, die Schultergurte sitzen aber noch perfekt – auch für 1,5-Jährige ist Doona also durchaus noch geeignet!

Weltwunderer Fliegen Doona

Auch für Langbeiner geeignet – Weltwunderbaby hat sich jedenfalls auch mit 1,5 Jahren sehr wohl gefühlt

Einschränkend müssen wir außerdem bemerken, dass Doona zwar sehr bequem ist, aber eben vor allem als Autositz konzipiert und auch genutzt werden sollte. Die Buggyfunktion ist zwar superpraktisch, sollte aber nur für kurze Fahrten dienen und nicht dauerhaft als Kinderwagen herhalten müssen.

Da wir unser Baby sowieso vorwiegend tragen statt schieben, stellte das für uns keine Einschränkung dar – da es aber garantiert entsprechende Kommentare geben wird, möchten wir das schon im Vorhinein klarstellen.

Unser Fazit zum Doona Travel System

Ganz klare Sache: Wir sind begeistert. Von der Idee an sich und auch von der Umsetzung – Daumen hoch und unbedingte Kaufempfehlung für alle reisenden Eltern, vor allem für alle, die sicher fliegen und in Übersee mit einem Wohnmobil fahren wollen!

 

Disclaimer: Das Doona Travel System haben wir für unsere Reise als Testmodell zur Verfügung gestellt bekommen. Wie ihr seht, hat das unseren kritischen Blick nicht beeinflusst!

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