Neuseeland-Reise 2011

NZ-Reisetagebuch: Abel Tasman National Park, ein Abstecher in die Südsee

Unsere Tage auf der Südinsel sind gezählt, was jammerschade ist. Um uns auf die milde und zahlreicher bevölkerte Nordinsel einzustimmen, sind wir vor zwei Tagen nach Marahau eingerückt; das Tor zum Abel Tasman National Park, beherrscht von ungewohnten Horden von Jugendlichen, die hier ganz cool das erste Mal ohne Eltern unterwegs sind. Niedlich.

Bereits bei unserer Ankunft hob es uns fast aus den Socken; ein regelrechter Hitzeschock nach einem Monat Südinsel! Entsprechend wäscht man sich auf dem Campground „The Barn“ (hier waren wir schon mal!! Können uns aber kaum erinnern) unter freiem Himmel, sämtliche Service-Gebäude sind ohne Wände und es herrscht ein generelles Abhängen, das gewaltig an Südostasien erinnert.

Typisch neuseeländisch sind allerdings die neugierigen und extrem komisch aussehenden Pukekos, die alles untersuchen und zerpflücken.

Es folgte ein Tag, den wir faulenzend, badend und riesige „green lipped mussels“ sammelnd an der paradiesischen, abgelegenen und nur per Boot zu erreichenden Tonga Bay verbrachten; hin und zurückchauffiert vom Aquataxi, das die größten Buchten des Nationalparks anfährt.

Die rasante und dank kauzigem Kapitän auch sehr lustige Bootsfahrt wurde gekrönt von einer Begegnung mit einer Schule von Bottlenose Dolphins (sind das Tümmler): Wie aus dem Nichts tauchten auf einmal bestimmt 30 riesige Delphine neben dem Boot auf, sprangen aus dem Wasser und folgten der Bugwelle – der Wahnsinn! Die in Neopren gehüllten Gestalten, die nicht weit von unserem Boot entfernt eifrig ins Wasser sprangen, fanden die Delphine leider interessanter als uns…

Die Weltwunderkinder sind jedenfalls immer noch ganz verzaubert, vor allem von den Delfinbabys. Hach.

Wir haben – alles im Preis inbegriffen! – auch einiges gelernt über den Split Apple Rock, die anderen Felsformationen und die hiesige Tierwelt. Besonders witzig: die staubtrocken vorgebrachte Anekdote über Touristen, die begeistert vom Anblick der zahlreichen Kormorane sind, die auf den Felsen nisten. „Wow, Pinguine!“ Wenn diese dann ihre Flügel ausbreiten und abheben, sind die meisten ernüchtert – einige aber seien „amazed“… 🙂

Heute wollten wir uns nicht lumpen lassen und wieder ein wenig wandern; was wegen der Sommerhitze und der wenig kinderfreundlichen Wege zwischen der Torrent Bay und der Anchorage Bay allerdings ein anstrengendes Unterfangen war. Zumal die Beschilderung sehr, nun ja, beliebig gestaltet ist: Was am Anfang mit 1,5 Stunden beschrieben wird, sind bald 2 Stunden, dann noch mal 50 Minuten… ganz schlecht, wenn man ständig die „Wie weit ist es noch?“-Frage beantworten muss.

Nachdem man mehrere Stunden damit verbracht hat, um eine Bucht herumzulaufen, fühlt man sich ein wenig, hm, verarscht, wenn die Ebbe einsetzt und man dieselbe Bucht in 20 Minuten überqueren könnte… Für den Gewaltmarsch durch feuchtwarmen Farnwald wurden wir aber reichlich belohnt; zuerst durch ein sehr kühles und mutiges Bad in den Felsenpools der Cleopatra (die Mutigsten rutschten eine natürliche Felsenrutsche in einem Wasserfall hinab) und am Ende natürlich durch ein Bad im herrlich warmen und türkisblauen Meer.

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6 Kommentare

  • Nu aber endlich!
    Doch was soll ich bei solch herrlichen Beiträgen und Fotos, neben all den ‚achs‘ und ‚ooohs‘ der Lesenden und Kommentierenden, noch hinzufügen???
    ‚Ach‘, wie schön, und ‚oooh‘, will auch! Ich, die sich nie für die Südhalbkugel der Erde begeistern konnte, entwickele ein gewisses brennendes Interesse, geweckt durch die wahnsinnig schönen Fotoeindrücke und die Informationsdichte ‚deiner‘ Beiträge – und die Lütten sehen immer so zuckersüß aus inmitten der rauen Wildnis.
    Um auf einen Kommentar einzugehen – sicherlich hätte es den einen oder anderen Weit- oder Ausblick auch in greifbarerer Nähe gegeben, anstatt um die halbe Wekt zu reisen. Doch ich habe den Eindruck, nirgends sonst als in NZ kann man so viele unterschiedliche Naturschauspiele auf so kleinem Raum erleben. Ein echtes Traumreiseziel also. Jetzt kann ich eure Begeisterung, kann man es schon NZ-Manie nennen?, wirklich verstehen.
    Viel Spaß weiterhin, und wir sind per blog stets bei euch.

    • Schön, dass ihr da seid, Fipselstrolch, und ja, genau das ist es: Alles auf einem Haufen hier 😉 Und dann sind noch alle so nett! Außerdem kann ich jetzt (wieder) eure Finnland-Natur-Begeisterung nachvollziehen; nach vier Wochen Ruhe und Abgeschiedenheit hat uns Wellington mit seinen lächerlichen 400.000 Einwohnern heute fast erschlagen… nach Hause und Fernsehen und Nachrichten usw. haben wir uns bisher noch keine Minute zurückgesehnt.

  • Ist auf diesem Zeltplatz nicht das „Katalogfoto“ von Herrn weltwundermann und mir für die Firma Britz entstanden? Und es gab das Bier in den riesigen Flaschen? Ja, ich glaub das war da auf dem Campingplatz…
    An eine Bucht, die man wegen Flut stundenlang umwandern msste, kann ich mich auch noch gut erinnern. Hach wie schön.
    Da wärr ich auch gen. Aber viel lieber bin ich grad wieder zu Hause! Es scheint sogar die Sonne.
    Grüüüüße!

    • Nee, ich glaube nicht. Das war doch in Akaroa auf diesem Campground mit den Terrassen.

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