Erste Eindrücke in Christchurch

Na, wenn das hier auf so große Resonanz stößt… dann will ich doch noch ein bisschen mehr erzählen ;-)

Nachdem wir aus Versehen unseren Jetlag-Mittagsschlaf auf einen 15-Stunden-Komplettschlaf ausgedehnt hatten, von dem wir dann frisch und ausgeruht gegen 5:30 Uhr (Ortszeit natürlich…) erwachten, verbrachten wir den heutigen Tag ganz profan mit Ankommen. Nachdem die Kinder im Motel mehrere Stunden lang Trampolin gesprungen waren, konnten wir sie zu einem “Stadtrundgang” überreden. Mit dem kostenlosen Central City Shuttle der Red Line ging es bein- und umweltschonend (weil Hybridbus!) quer durch die City von Christchurch erst einmal ins Einkaufszentrum, um dringend Sonnencreme und einen Adapter zu erstehen; ein wenig Take-away-Sushi als Mittagsimbiss gab es gleich noch dazu. Da die “City” hauptsächlich aus dem Cathedral Square und der Colombo Street besteht, dauerte das nicht lange.

IMG 9123 Erste Eindrücke in ChristchurchZu Fuß (bzw. mit dem Buggy – ZUM GLÜCK haben wir den mitgenommen!) stiefelten wir, inzwischen schon reichlich angefressen, zurück zum Canterbury Museum. Dort gab es für lau mehrere tolle und vor allem beeindruckend kindgerecht bereitete Ausstellungen, vom Dinosaurier bis zum viktorianischen Zeitalter zu sehen – uns beeindruckte am meisten das Erdbeben-Display, dem wir entnehmen durften, dass das letzte Nachbeben mit einer Stärke von 3,3 nur wenige Stunden vor unserer Ankunft war… grusel!!

NZ Diashow 12 von 372 Erste Eindrücke in ChristchurchAch ja: Nicht nur ist der Eintritt frei, man soll bitte auch alles anfassen (“Please touch!”) und fotografieren natürlich, bitte, gern. Selten haben wir uns mit Kindern in einem Museum so willkommen gefühlt.

IMG 9137 Erste Eindrücke in ChristchurchGleich hinter dem Museum beginnt der Botanische Garten, der wirklich toll ist, mit riesigen Bäumen, handzahmen Enten in Massen und einem Spielplatz, der seltsamerweise bei unseren Kindern trotz 100-qm-Planschbecken keine Gnade fand. Die vielen Spielgeräte sind allerdings, das muss man zugeben, vor allem für Kleinkinder konzipiert und liegen vor allem in der Knallsonne; nicht wirklich machbar für unsere blassen Winternasen.

CIMG2073 Erste Eindrücke in ChristchurchInzwischen kann man über das Wetter in Christchurch wirklich nicht mehr meckern – es waren am Nachmittag gefühlte 30 °C in der Sonne, welche mit ungeheurer Wucht herniederbrennt. Wir schleppten uns müde und geschafft durch den riesigen, von Golfern übersäten Hagley Park zurück ins Motel, um dort die Füße zu kühlen und die Eindrücke zu sortieren. Christchurch ist ein idealer Einstieg in unsere große Reise: sehr übersichtlich und klein. Allenfalls die Vororte im klassischen Suburb-Stil sind für matte Fußgänger ein wenig zu ausladend; wenn jeder ein Haus mit Garten haben will, geraten die Städte unverhältnismäßig breit. Schäden vom großen September-Erdbeben sind kaum noch zu bemerken; hier und da mal ein Absperrband oder ein Baugerüst, aber die Stadt scheint das Ereignis schon großteils verarbeitet zu haben.

Wir Eltern spüren vom Urlaub noch nicht so viel; zu viele Dinge müssen noch erledigt, eingekauft und geplant werden. Es ist z. B. schwieriger als gedacht, einen passenden Adapter zu finden, auch der mobile Internetzugang gestaltet sich überraschend kompliziert. In den Technikgeschäften ist deutlich zu merken, dass Neuseeland dem allgemeinen Entwicklungsstand einige Jahre hinterherhinkt, auch wenn man sich ehrlich Mühe gibt. Die freundlichen Verkäufer, Busfahrer, Einlasser und sogar die Passanten hauen uns noch regelrecht um. Hoffentlich schauen wir nicht allzu verdutzt durch die Gegend.

Die Weltwunderkinder sind schon angekommen: Es gibt Eis und Enten zum Füttern, die Weltwundertochter badete (zähneklappernd…) im Motel-Pool und auf den Betten lässt es sich herrlich hüpfen. Und es ist Sommer! Den Weltwundersohn hat die Wucht des ersten Tages voll umgehauen, er schläft seit dem Nachmittag wie ein Toter. Ein Jetlag-Toter. Wir tauen auch so langsam auf – die kurzen Hosen sind ausgepackt, die Flipflops fühlen sich noch seltsam an den Zehen an; der erste neuseeländische Sauvignon wartet auf der Terrasse und so langsam wird es endlich dunkel…

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8 Responses to Erste Eindrücke in Christchurch

  1. Chris Maschke (1 comments) says:

    Klasse geschriebener Reisebericht, der Lust auf mehr macht! ;-)

    • Weltwunderfrau (148 comments) says:

      Danke, Chris – ich hätte auch schon wieder Lust… ;-)

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  4. Arya (4 comments) says:

    my sweets, ich habe schon bauchschmerzen vor lauter wehmut und sehnsucht. kann ich nicht für’s wochenende runterkommen?
    have fun, have fun, have fun, have fun!!!! drücker an alle.

  5. Tine (11 comments) says:

    wir wollen auch wärme!!! hier alles kalt. nur 15 grad. das soll miami sein…aber ihr habt das verdient. nicht nur das wetter ist zum neidisch werden, auch der laaaange schlaf klingt toll! weiter so.

  6. Frithjof - NZ (6 comments) says:

    Bei 3,3 Beben ist es noch nicht gruselig, die merkt man kaum, nur wenn man direkt drauf liegt. Ab 3,6 merkt man sie schon ganz ordentlich und gruselig wird es dann ab 4.0, je nach Lage. 5er sind wirklich scary und alles dadrüber wünscht man auch seinem Feind nicht mehr. Das ist meine persönliche Skala nach der Erfahrung von vielen hundert Nachbeben seit September 2010.
    Also, don’t worry!
    Viele Grüße,
    Frithjof

  7. Butzen (19 comments) says:

    das macht meine beginnende winterdepri nicht eben besser ;-). schoen, dass es euch gut geht und ihr auch noch so tolles wetter habt! um mal eben aus der heimat zu berichten: es ist mild, ca. 6 grad, und eklig nass und dreckig… keine besserung in sicht. ich bin ein bisschen gruen vor neid :-).
    trotzdem unheimlich neugierig auf eure weitere berichterstattung! drueck euch und viel spass im bubble spa!

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