Eure Neuseeland-Reisen mit Kind

Euer Weihnachten in Neuseeland: mit Baby auf dem Kepler Track

Wie ist es, wenn man Weihnachten in Neuseeland feiert? An jedem Adventssonntag berichtet eine Familie bei uns auf dem Blog, wie sie auf ihrer Neuseeland-Reise Weihnachten erlebt haben. Philipp und seine Frau verbrachten mit ihrem Baby drei wunderschöne Tage rund um Te Anau – ohne Weihnachtsmann oder Geschenke.

Weihnachten in Neuseeland

Wenig Weihnachtsstimmung am Lake Manapouri © Philipp Mertens

So war unser Weihnachten mit Baby in Neuseeland

Als wir am Nikolaustag 2015 in Neuseeland ankamen, hatten wir noch keinen Plan, wo wir Weihnachten feiern werden. Wir haben uns zwar eine Route überlegt, jedoch bewusst offen gelassen, in welchem Tempo wir unterwegs sein werden. Vielmehr wollten wir da verweilen, wo es uns gefällt. So hatten wir zum Beispiel bei unserem ersten Kurztrip ins Land der langen weißen Wolke die Catlins ausgelassen bzw. auslassen müssen und wollten dieses Mal unbedingt dort hin.

Da wir unser Abenteuer in Christchurch begannen, hatten wir grob geplant, an Weihnachten in Invercargill zu sein. Wir wollten doch lieber in der Zivilisation sein und nicht irgendwo im Nirgendwo, zum Beispiel an der Westküste. In Invercargill kamen wir dann schon zwei Tage früher an und entschlossen uns recht schnell – die Bewohner mögen es uns vergeben -, die wenig beeindruckende Stadt zu verlassen und weiter nach Te Anau zu fahren.

Das Tor zum Fiordland hatten wir von unserem ersten Neuseeland-Trip noch sehr gut in Erinnerung: der See, die Regenwälder vor der Tür und obwohl dahinter eines der regenreichsten Gebiete der Erde beginnt, oftmals schönes Wetter!

Tatsächlich hatten wir auch in diesem Jahr Glück. Die Sonne schien die gesamten fünf Tage, an denen wir uns in Manapouri und Te Anau aufhielten. Also herrschte zunächst wenig Weihnachtsstimmung, wie wir sie kennen.

Wenig Weihnachtsstimmung in Te Anau

Natürlich gab es ein paar Weihnachtsbäume und auch etwas Schmuck in den Straßen und Läden. Und in der i-Site wurde das eine oder andere Weihnachtskonzert angepriesen. Das war aber auch schon so ziemlich alles, was an das heilige Fest erinnerte. Die wenigen Läden im Ort waren längst nicht so im „Weihnachtsfieber“, wie man es von den Geschäften hierzulande kennt.

Die Nacht des 23. Dezember haben wir auf dem sehr kleinen Campingplatz in Manapouri direkt am Hafen verbracht. Für Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage haben wir uns dann einen Stellplatz auf dem sehr vollen Top 10 Holiday Park in Te Anau gebucht, ein sehr schöner Platz übrigens! Zwar  teuer, aber auch wirklich sehr modern ausgestattet, es war mit Abstand die beste Küche auf unserer Reise, nagelneu, wie auch die Sanitäranlagen. Dazu beste Spielmöglichkeiten für unsere Tochter Olivia: Es gab einen Indoor-Spielraum und auch ein Trampolin. Und dann noch kleine, separate „hot pools“ auf dem Gelände, die man mit Seeblick buchen konnte.

Es waren – wie so oft rund um die Feiertage – viele Kiwis auf dem Platz, die ihre Motorboote dabei hatten und die Feiertage mit Essgelagen auf dem Campingplatz und Bootstouren auf dem See verbrachten.

Wir hatten das Gefühl, dass viele Kiwis den Sommerurlaub mit ihren Kindern genossen und ihnen Weihnachten dabei eher ein wenig „dazwischenkam“. Sprich: Von weihnachtlicher Stimmung war dort auf dem Campingplatz gar nichts zu merken. Es gab auch Jugendliche, die zum Feiern gekommen waren. Unsere Stellplatz-Nachbarn, ein älteres Ehepaar aus der Schweiz, vermissten Weihnachten auch nicht.

Weihnachten in Neuseeland: mit Baby auf dem Kepler Track

Am 24. Dezember sind wir einen Tagesabschnitt auf dem Kepler Track gelaufen, bei allerbestem Wetter und somit ebenfalls irgendwie wenig weihnachtlich. Der Kepler Track beginnt praktisch gleich am Ortsrand von Te Anau. Der Weg zum Gate, wo der eigentliche Track anfängt, beträgt ca. sechs Kilometer und ist selbst schon sehr schön. Man kommt durch einen Vogelpark und läuft ansonsten immer am flachen Ufer des Lake Te Anau entlang.

Der erste Abschnitt des Tracks selbst unterscheidet sich noch wenig vom Weg zum Startpunkt. Es geht zunächst weiterhin meist am Wasser entlang, abgesehen von einigen Abstechern in den dichten Regenwald und wirklich sehr leichte Steigungen. Wir liefen etwa zwei Stunden bis zum Ende der Dock Bay, wo ein schöner Strand mit vielen Steinen ist, die Olivia sehr gern von A nach B sortierte oder dem Papa gab, damit er sie ins Wasser warf.

Als wir am frühen Abend nach 15 Kilometern Wanderung zurück nach Te Anau kamen, gingen wir in die Stadt, um im „FAT DUCK“ (auf Empfehlung der i-Site) Heiligabend zu feiern. Aber auch da kam so gar keine Weihnachtsstimmung auf, auch wenn das Essen gut und das Restaurant voll war. Shorts und Bier! Einige Gruppen mit Männern oder Frauen feierten im Restaurant alles, aber sicher nicht Weihnachten.

Da Olivia bereits im Restaurant wenig Anstalten machte, mehr als fünf Minuten stillzusitzen, verwarfen wir auch die Idee, am Weihnachtstag die Messe zu besuchen, um so wenigstens noch etwa „Christmas Feeling“ zu erhaschen. Stattdessen gingen wir am 25. Dezember erneut zum Kepler Track, der ja ein Rundweg ist und somit die Gelegenheit bietet, dass man gleich in zwei Richtungen eine Tageswanderung machen kann.

Der Abschnitt vom Rainbow Reach bis zum Lake Manapouri (hin und zurück ca. 13 Kilometer) war dann auch ganz anders als der Track, den wir am Vortag gelaufen waren. Entlang eines steilen Abhangs und dem Lauf des Flusses Waiau folgend, gingen wir bis zur Öffnung des Sees und der letzten Hütte, wenn man den Track in der „richtigen“ Richtung läuft. An der Moturau Hut hingen wir unsere Füße ins kristallklare Wasser des Sees, denn es war richtig heiß, und genossen unser wenig weihnachtliches Weihnachten in Neuseeland.

Den zweiten Weihnachtstag nutzten wir, um einen sehr langen und für Kinder im Endeffekt doch zu anstrengenden Tagesausflug zum Doubtful Sound zu machen. Auf unserer ersten Neuseelandreise hatten wir den Milford Sound besucht, daher wollten wir diesmal den größeren, weiter entfernteren Bruder sehen. Es war ebenso beeindruckend, jedoch eine der wenigen Aktivitäten, die unsere Baby-Tochter stresste. Schließlich gab es von morgens um 7 Uhr bis nachmittags um 5 Uhr vier verschiedene Busfahrten und drei verschiedene Bootsetappen zu bewältigen.

Weihnachten in Neuseeland Doubtful Sound Flickr

Der berühmte Anblick des Doubtful Sound © Flickr/digitaltrails

Den Folgetag verbrachten wir ebenfalls zum größten Teil auf dem Wasser. Vormittags fuhren wir über den Lake Te Anau zu den Glühwürmchenhöhlen, die wir wirklich sehr empfehlen können und zwar auch mit kleinen Kindern! Sie sind noch nicht so bekannt und daher auch nicht so überlaufen wie Waitomo, aber mindestens genau so beeindruckend.

Am Mittag bestiegen wir dann eine Yacht am Lake Manapouri und fuhren den ganzen Nachmittag traumhafte Buchten an, machten ein paar Kurzwanderungen und Kanufahrten auf dem See, ehe wir mit Sonnenuntergang und Livemusik vom Piano mit ausgeschaltetem Motor zurück zum Hafen trieben. Am 27. Dezember erlebten wir endlich den wohl weihnachtlichsten Moment der gesamten Weihnachtszeit in Neuseeland.

Fazit: Weihnachten in Neuseeland, wie war es?

Für uns ist Weihnachten vor allem das Beisammensein mit der Familie. Das war ja nun mal in diesem Jahr nicht möglich, außer natürlich für uns drei. Trotzdem war es eine sehr schöne Erfahrung und wir würden es jederzeit wieder machen.

Wäre Olivia älter gewesen, hätten wir sicher etwas mehr planen müssen. Mit ihren zehn Monaten hat sie den Weihnachtsmann aber wohl noch nicht vermisst. Geschenke sind in diesem Jahr zwar ausgefallen, mit zehn Monaten wurden sie aber auch noch nicht eingefordert.

Und wir Eltern? Was soll man sich schenken, wenn man eigentlich gerade das größte Geschenk überhaupt genießt, so lange gemeinsam in Neuseeland zu sein?!

Weihnachten in Neuseeland Lake Te Anau

Perfekte Stimmung am Lake Te Anau © Cat Burton

Dieser Gastbeitrag stammt von Philipp, der über seine Neuseeland-Reise auf www.oliviasneuland.wordpress.com berichtet hat. Klickt mal rein!

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