Freedom Camping

Freedom Camping Spots in Neuseeland: Zehn Tipps, um den besten Stellplatz zu finden

Es ist gar nicht so einfach, in Neuseeland überhaupt geeignete Stellen für den Campervan oder ein Zelt zu finden: Große Teile des Landes sind zwar einsam, aber in Privatbesitz und daher abgezäunt, was bereits ein spontanes Picknick schwierig macht. Parken am Straßenrand macht keinen Spaß und ist gefährlich, auf Parkplätzen ist Camping meist verboten. Wo also hin?

Zunächst: Der 2011 verabschiedete „Freedom Camping Act“ bestimmt, dass Freedom Camping in Neuseeland grundsätzlich erlaubt ist. Verbote an spezifischen Stellen müssen auch dort kenntlich gemacht sein. Ein generelles, distriktweites Verbot gibt es also nicht und tatsächlich gilt: Wo nichts dransteht, ist Übernachten erlaubt.

Schilder, die „private property” oder „no trespassing” sagen, solltet ihr immer beachten, und „No camping/No overnight staying”-Schilder mit einem Campervan-Symbol drauf natürlich auch. Das wird erstens sonst teuer und zweitens sollen die Kiwis ja einen guten Eindruck von den Touristen bekommen bzw. behalten! Allerdings: Steht auf einem Schild „No camping“ und es ist nur ein Zelt-Symbol drauf, dann gilt das nicht für Campervans.

Responsible Camper Logo

self-containment sticker NZ

 

 

 

 

Explizit fürs Freedom Camping zugelassen sind nach dem „Freedom Camping Act“ zwar nur die „großen“ Wohnmobile mit eigener Toilette und Wasserversorgung, mitunter ist auch eine Plakette vorgeschrieben, die deren Vorhandensein bestätigt. Wer so etwas nicht hat, kann aber Abhilfe schaffen: entweder ein portables Chemieklo kaufen oder nur dort hinstellen, wo man öffentliche Toiletten nutzen kann – die es ja in Neuseeland wirklich fast überall gibt.

Unsere Tipps, um einen Freedom-Camping-Platz zu finden:

Mangawhero Falls Lookout Ohakune Mountain Road Tongariro National Park

1) Sucht nicht in touristischen Zentren wie Queenstown, Rotorua oder Wellington. Hier ist die Gegend meist durchgehend „besetzt“ und weil die vielen Campingplatzbesitzer und Motel-Vermieter Geld verdienen wollen, wird außerdem gut überwacht. Verdächtig am Straßenrand parkende Campervans werden da schnell kontrolliert.

2) Sucht in Gegenden, wo keine oder nur wenige Campingplätze verzeichnet sind. Ortschaften, die keinen Campingplatz haben, stellen oft eine „Freedom Camping Area“ zur Verfügung, um Reisenden den Aufenthalt in ihrem Ort attraktiver zu machen.

3) Fragt herum! Anwohner haben meist die besten Tipps oder gar ein eigenes Stück Land, auf dem sie euch übernachten lassen.

4) Auch in den i-SITEs kann man euch sagen, ob eine Gemeinde spezielle Stellplätze fürs Freedom Camping bereithält und wenn ja, zu welchen Konditionen. Oft sind maximal eine oder zwei Nächte erlaubt, manchmal muss man sich vorher anmelden oder eine Kaution bezahlen.

5) Für die wirklichen „secret spots“: Erkundet die kleinen weißen Straßen auf eurem Atlas, die in Sackgassen enden. Achtet darauf, dass ihr euch mit dem Campervan nicht in unpassierbaren Gravel Roads ohne Wendemöglichkeit oder mit sumpfigem Grund verheddert!

6) Sucht eher auf der Südinsel nach Freedom Camping Spots. Hier ist einfach mehr Platz, Freedom Camping stört potenziell weniger Anwohner und es kommen potenziell weniger Gesetzeshüter vorbei. Und die Stellplätze sind potenziell wesentlich wilder und schöner!

7) Mit Kindern gelten zusätzliche Sicherheitsregeln: Achtet auf steile Klippen, frei zugängliche Wasserstellen usw. Stellt euer Wohnmobil nicht direkt an befahrenen Straßen ab und sprecht evtl. mit den Kindern ab, wo und wie nachts die Toilette zu benutzen ist (falls ihr keine an Bord habt).

8) Wenn ihr euch ans Meer stellt, checkt die Gezeiten! Binnen weniger Stunden kann ein breites Ufer komplett verschwunden sein. Hilfreich sind Indizien wie Strandgut-Gürtel, am besten aber Hinweise von Anwohnern oder Aushänge an Infotafeln.

9) Ist Regen angekündigt (oft ist er auch nicht angekündigt und kommt trotzdem…), prüft den Stellplatz auf Wassersicherheit: Unschuldige Bächlein und Flüsschen schwellen in Neuseeland minutenschnell auf doppelte Breite an, lauschige Wiesen „saufen ab“ und machen ein Verlassen mit dem Campervan evtl. unmöglich oder zumindest mitten in der Nacht extrem blöd.

10) Vorsicht: Wählt keine allzu abgelegene Gegend. Auch in Neuseeland gibt es Kriminelle, und die erkennen ein Mietwohnmobil als goldene Einkommensquelle sehr leicht (weshalb ein Wohnmobilvermieter sogar extra Autos ohne auffällige Aufkleber etc. anbietet). An einigen Stellen warnen Schilder vor „car theft and robbery“, hier haben wir uns bewusst nicht allzu lange aufgehalten.

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