Budget und Sparen

Gastbeitrag von Familie Bauer: Günstig übernachten in Neuseeland, das geht auch mit Kind!

Neuseeland bietet für jedes Budget unzählige Übernachtungsmöglichkeiten. Ob im Hotel, im Hostel, auf Farmstays, im Campervan, auf Campingplätzen, beim Freedom Camping, in Bed and Breakfasts oder in Privatunterkünften von „Couchsurfer-Hosts“ – all diese Varianten sind auch problemlos mit Kind möglich.

Diesen Beitrag hat Sarah für uns geschrieben, die gerade ganz entspannt für sechs Monate (kreisch!) mit Mann und Kind durch Neuseeland tingelt. Danke!

Familie Bauer auf Weltreise in Neuseeland (c) FamilieBaueraufWeltreise.com

Familie Bauer auf Weltreise in Neuseeland (c) FamilieBaueraufWeltreise.com

Option 1: Schlafen im eigenen Campervan

Wir haben eine zweijährige Tochter und sind bereits das dritte Mal innerhalb von drei Jahren in Neuseeland. Die letzten beiden Reisen, eine mit und eine ohne Kind, hatten wir ähnlich organisiert: mit Mietwagen und im Wechsel zwischen Hostel, Hotel und B & B. Bei der Planung unserer jetzigen Reise wurde uns jedoch schnell bewusst, dass wir uns diese Variante nicht mehr leisten können. Sie bietet sich an, wenn man nur wenige Wochen Zeit hat, das Land zu bereisen. Da wir nun jedoch sechs Monate zur Verfügung haben, schien es uns viel passender, einen gebrauchten Campervan zu kaufen und am Ende der Reise wieder zu verkaufen. Man spart sich dabei nicht nur die astronomischen Summen für einen Mietwagen, sondern hält auch die Übernachtungskosten geringer.

Dabei kann man sich durchaus überlegen, wo und zu welchen finanziellen Konditionen man seinen Camper über Nacht abstellen möchte. Es gibt ausgewiesene kostenlose Flächen, die jedoch über keinerlei Ausstattung verfügen, aber auch günstige und bewachte DOC-Plätze. Diese kosten pro Person zwischen 6 und 10 NZ$, Kinder bis vier Jahre sind frei. Sie sind sauber und verfügen in der Regel über kalte Duschen, Wasser und Plumpsklos.

Campervan-Freiheit mit Moana Klümmel (c) FamilieBaueraufWeltreise.com

Campervan-Freiheit mit Moana Klümmel (c) FamilieBaueraufWeltreise.com

Die nächstteurere Variante sind „Holiday Parks“, die je nach Region zwischen 20 und 50 NZ$ pro Stellplatz kosten, dafür aber auch Strom, warme Duschen, Toiletten und Gemeinschaftsküchen anbieten. Wir haben uns auf Rat der Einheimischen bisher immer für die DOC-Variante entschieden, da es gerade im Norden und im Osten der Nordinsel in der Vergangenheit bereits zu Einbrüchen und Vergewaltigungen beim Freedom Camping gekommen sein soll.

Option 2: Couchsurfen bei Einheimischen

Hier sehen wir mal wieder, dass guter Rat nicht teuer sein muss. Im Gegenteil: Er kostet uns rein gar nichts. Die Einheimischen lernen wir nämlich durch die absolut günstigste Art, Neuseeland zu bereisen, kennen: das Couchsurfen. Couchsurfing ist ein soziales Netzwerk, das für Rucksackreisende auf der ganzen Welt zu einer organisierten Reisephilosophie geworden ist.

„Couchsurfer-Hosts“ bieten auf www.couchsurfing.org Übernachtungsmöglichkeiten an. Das Motiv dahinter ist die Suche nach Gemeinschaft, nach kommunikativem Austausch, nach dem Gefühl, anderen Reisenden eine gute Zeit bieten zu können. Als Mitglied der Plattform kann man entscheiden, ob man selbst seine Couch anbieten möchte oder nicht.

Es bleibt einem auch selbst überlassen, ob man die „Verifizierungsgebühr“ von 20 NZ$ zahlen möchte, um die eigene Identität überprüfen zu lassen und sich für potenzielle Hosts interessanter zu machen. Wir haben uns mit demselben Hintergedanken dafür entschieden, denn auch wir übernachten nur bei verifizierten Gastgebern. Davon gibt es bei Couchsurfing ausreichend.

Alejandra spielt mit den Spielsachen "unserer" Familie in Devonport (c) FamilieBaueraufWeltreise.com

Alejandra spielt mit den Spielsachen „unserer“ Familie in Devonport (c) FamilieBaueraufWeltreise.com

Glücklicherweise gibt es unglaublich viele Mitglieder, die reisenden Familien ein Dach über dem Kopf anbieten. So übernachteten wir in den ersten Nächten nach unserer Ankunft in Auckland bei Alex und Elena, die mit ihren beiden kleinen Söhnen Mitya und Andrej in dem kleinen Vorort Devonport leben. Schon aus Deutschland hatten wir sie über das Internetportal von „Couchsurfing“ kontaktiert. Elena fragte, ob es denn in Ordnung für uns sei, dass sie in den ersten zwei Tagen unseres Aufenthalts nicht zu Hause seien? Sie könnten uns den Schlüssel dalassen und wir sollten es uns in im Gästezimmer gemütlich machen.

Wir waren baff! Mit so viel Vertrauensvorschuss hatten wir nicht gerechnet. Umso mehr freuten wir uns auf unsere erste Couchsurfing-Erfahrung, die uns Alex und Elena so komfortabel wie möglich gestalteten. Dank der vielen Spielsachen von Mitya und Andrej hatte auch Alejandra ihren Spaß und die Kinder konnten gemeinsam Zeit verbringen.

Gerade für unsere Tochter bietet Couchsurfing die Möglichkeit, sich in einer fremden Umgebung willkommen und zu Hause zu fühlen. Am letzten Abend luden Alex und Elena sogar einen Babysitter ein, der auf ihren beiden Söhne und Alejandra aufpasste. So konnten wir endlich mal wieder gemeinsam essen gehen, ohne einer wilden Zweijährigen Tischmanieren beibringen zu müssen.

Mit so vielen positiven Eindrücken beschlossen wir, auf unserer geplanten Route weitere Couchsurfer anzuschreiben. In Whangarei fanden wir Stu, einen Fachmann im Beherbergen von Couchsurfern: In seinem großen Haus bietet er zwei Gästezimmer mit jeweils einem Doppelbett und einem Hochbett an, so dass man als Gast unglaublich viel Privatsphäre genießt. Handtücher und Bettzeug werden auch gestellt. Eine Klappchouch steht noch im Wohnzimmer, falls mal mehr Anfragen als Platzkapazitäten vorhanden sind.

Zum freundlichen Beisammensein lädt der Pool ein oder man sitzt abends auf der großen Terrasse bei einem Glas Wein zusammen und spricht endlich einmal Kiwi-Englisch. Stu ist so neuseeländisch, wie man nur sein kann, das verrät nicht nur sein großes Faible für Rugby. Bei ihm bekommt man Tipps zum Herumreisen und schließt auch noch nette Kontakte mit anderen Couchsurfern aus aller Welt. Außerdem ist es eine kostenlose Möglichkeit, mal wieder den Camper sauber zu machen, den Wassertank aufzufüllen und die eigene Wäsche durchzuwaschen.

Gemütliche Abendrunde beim Couchsurfen in Whangarei (c) FamilieBaueraufWeltreise.com

Gemütliche Abendrunde beim Couchsurfen in Whangarei (c) FamilieBaueraufWeltreise.com

Option 3: Hostels und Jugendherbergen

Natürlich übernachten wir nicht ständig bei Couchsurfern oder auf DOC-Campsites. Zum einen ist Neuseeland ein dünn besiedeltes Land und nicht in jeder Region findet man so viele verifizierte „Couchsurfer-Hosts“ wie in Auckland oder Whangarei.

Zum anderen sind wir BBH-Mitglieder und können mit unserer Mitgliedskarte alle dafür eingetragenen Hostels vergünstigt nutzen. Das ist gerade an Regentagen oder Feiertagen eine willkommene Abwechslung. Wir buchen außerdem nicht immer ein Zimmer, sondern zahlen nur einen geringen Betrag von 10 bis 15 NZ$ pro Person, um die Küche, das Bad und die Gemeinschaftsräume nutzen zu können. Geschlafen wird vor der Tür in unserem Camper.

Noch ein Tipp: während der Off Season nach Rabatten fragen! Oft sind Hotels oder B&B’s nicht ausgebucht, so dass man dann sogar in sehr komfortablen Unterkünften nur Hostel-Preise zahlt. Nach ein paar Nächten im Camper auf engstem Raum und ohne warmes Wasser kann das ein echter Genuss sein.

Fazit: Die Mischung macht’s!

Gerade Familien mit kleinem Budget sollten sich über sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten informieren und sie vor allem kombinieren. Die eigene Scheu vor dem Unbekannten oder von dem man glaubt, dass es mit Kindern nicht möglich ist (wie beispielsweise Couchsurfing), belastet nur unnötig die Reisekasse. Also, probiert es aus!

1 Kommentar

  • Schöner Beitrag und doch irgendwie motivierend 🙂 Bis jetzt reisen wir immer nur durch Europa und versuchen mittels Hotels.com Gutschein oder ähnlichen günstig zu reisen. Aber Neuseeland mit Kind klingt einfach unschlagbar toll!

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