Gut zu wissen Unterkünfte

Hotels in Neuseeland: was ihr darüber wissen müsst (und noch ein bisschen mehr)

Nach den eher subjektiv bzw. eindeutig negativ ausfallenden Bewertungen einiger Unterkünfte in unseren Gastbeiträgen wollen wir uns nicht lumpen lassen und reichen ein paar Fakten nach zu Hotels und Motels in Neuseeland – damit ihr euch wirklich objektiv für die beste Unterkunft entscheiden könnt.

Hotels in Neuseeland The Chateau Hotel Tongariro NZ Flickr/SidPix

Das berühmteste Hotel Neuseelands: „The Chateau“ im Tongariro National Park © Flickr/SidPix

Hotels in Neuseeland: So fing alles an

Wir fangen ganz am Anfang an: Eines der ersten Hotels in Neuseeland wurde schon 1830 am Hokianga Harbour im Northland eröffnet; an derselben Stelle steht heute immer noch ein Hotel!

Hotels waren damals vor allem deshalb wichtig, weil der schlechte Zustand der Straßen die Reisenden oft zwang, mitten auf der Strecke zu übernachten. Viele stehen heute noch an strategisch wichtigen Punkten wie Kutschenstationen, Bahnhöfen oder Fährhäfen.

Da es noch keine Touristen gab, vermieteten die meisten Hotels in Neuseeland ihre Zimmer an Handelsreisende, ankommende Siedler und Walfänger; viele wurden gleichzeitig als Orte für politische Treffen und für Theatervorstellungen genutzt. Auf der Südinsel gab es um 1860 einen Hotelboom, als Goldsucher das Land überschwemmten. Das Nest Hokitika an der West Coast war damals berühmt für seine Luxushotels!

Hotels in Neuseeland Cardrona Hotel Flickr/goosmurf

Das „Cardrona Hotel“ war seinerzeit bestimmt mal sehr schick © Flickr/goosmurf

Im Jahr 1894 gab es offiziell 1.719 Hotels in Neuseeland, das entsprach einem Hotel auf 420 Einwohner. Bis zum Jahr 2008 sank diese Zahl auf 584. Heute kommt nur noch ein Hotel auf 7.000 Kiwis, und Hotels machen weniger als ein Drittel der verfügbaren Unterkünfte für Reisende in Neuseeland aus.

Zum Teil liegt das am Aufstieg anderer Unterkunftsarten, die für Touristen attraktiver sind: Vor allem Motels sind für die vielen Selbstfahrer praktischer und günstiger.

Ein weiterer Grund ist die Prohibition: „Hotel“ war in Australien und Neuseeland über lange Zeit gleichbedeutend mit „Pub“. Bis 1989 mussten Geschäfte, die Alkohol ausschenken wollten, gleichzeitig Unterkünfte für Reisende anbieten (wohl, damit die Trinker direkt ins Bett fallen konnten – eigentlich eine sehr kluge Regelung…). Wer keine Gäste beherbergte, musste bereits um 18 Uhr schließen; mit Gästezimmern konnte bis 22 Uhr weiter ausgeschenkt werden.

Da die Hotelbesitzer das meiste Geld mit dem Alkoholausschank verdienten, ließen sie ihre Zimmer einfach leer stehen und gaben sich kaum Mühe, sie ansprechend herzurichten oder zu erhalten. Dadurch gab es chronisch zu wenige Hotelzimmer, weil die Hotelbesitzer kein Interesse am Ausbau hatten.

Als 1989 (!) die Zwangsverbindung von Alkohol und Hotels aufgehoben wurde, mussten viele Hotels in Neuseeland schließen, weil der Wettbewerbsdruck durch neu eröffnete Bars und Restaurants zu hoch war.

Der traditionell schlechte Zustand neuseeländischer Hotels ist bis heute legendär: Badezimmer waren auch in den besseren Hotels lange Zeit Gemeinschaftsräume, Gäste mussten sich mit Fremden ein Doppelzimmer oder sogar ein Doppelbett teilen. Bis 19 Uhr mussten alle gegessen haben, damit das Personal Feierabend machen konnte, und das neuseeländische Essen war lange Zeit berühmt für seine Durchschnittlichkeit.

Auf Bemühen der Regierung kamen in den 1960er-Jahren internationale Hotelketten nach Neuseeland und hoben den Standard signifikant. Bis heute haben die Großen einen wesentlichen Anteil am Hotelgeschäft, aber besonders außerhalb der Großstädte dominieren immer noch die kleinen Hotels mit weniger als 20 Zimmern.

Hotels in Neuseeland Copthorne Hotel Auckland Flickr/chatani

Das Copthorne Hotel in Auckland © Flickr/chatani

Motels und Hostels in Neuseeland

Mit dem Auto kamen die Motels – 1952 eröffnete das erste in Picton. Dass sie kein Essen anboten und niedrigere Personalkosten hatten, war ihr großer Vorteil in der Wirtschaftskrise. Die Selbstversorgung von Reisenden, ermöglicht durch kleine Küchen und eigene Badezimmer (Luxus!!), wurde schließlich zum typischen Merkmal neuseeländischer Ferien, das besonders für Familien attraktiv ist.

Aber auch Campingplätze und Motor Lodges (quasi Motels mit Restaurant) machen den Hotels in Neuseeland zunehmend Konkurrenz; Backpacker-Hostels bieten jungen Reisender fast denselben Komfort wie Hotels und sind wesentlich preiswerter.

Nach der Eröffnung des ersten Hostels (natürlich von der YHA) 1932 gab es 2008 bereits fast 500 davon im Land und sie drohen, langsam die Szene zu übernehmen. Das „Waterloo“-Hostel in Wellington war früher ein Luxushotel.

Was ihr bei der Hotelbuchung in Neuseeland beachten solltet

Wozu brauchen wir ein Hotel in Neuseeland, wir haben doch einen Campervan gemietet?! Lasst euch aus Erfahrung versichern: Auch Campervan-Reisende wollen mal bequem oder gar luxuriös schlafen, besonders in kühlen Frühlings- und Herbstnächten, nach einer Woche Dauerregen oder – sehr zu empfehlen – in den ersten Nächten nach der Ankunft in der neuen Zeitzone.

Denkt an Christians mahnenden Motel-Bericht und bucht eure Unterkünfte im Voraus! Auf Buchungsportalen im Internet (hier haben wir einige zusammengestellt) könnt ihr schon von zu Hause aus günstige Hotelzimmer und Motels in Neuseeland suchen und buchen.

Schaut euch am besten immer vorher die Bewertungen anderer Reisender an, und achtet darauf, dass diese einen europäischen Erwartungshorizont haben (Neuseeländer sind, was Hotels betrifft, wesentlich härter im Nehmen).

Die „Hospitality Association of New Zealand” (auf deren Website sich interessanterweise immer noch eine starke Verbindung zwischen dem Hotelsektor und der Alkohol-vertreibenden Branche zeigt) kürt jedes Jahr die besten Hotels in Neuseeland.

Der „Overall Supreme Champion Award”-Gewinner im Jahr 2012 brachte uns zum Grübeln: Es ist ausgerechnet das „Rydges Hotel“ in Wellington, das Christian in seinem Gastbeitrag nicht eben lobend erwähnte (Update: Dieses Hotel war auch 2016 wieder unter den Finalisten!?).

Hotelübernachter vor – wer kann diese Auszeichnung bekräftigen oder möchte sich beschweren?Merken

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