Budget und Sparen

Günstig reisen in Neuseeland – das geht?!

Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: Eine Reise nach Neuseeland rangiert für eine Familie zwischen ganz schön teuer und verdammt teuer, je nachdem, wie lang sie ist und auf wie viel Komfort man verzichten mag. Sparen ist zwar möglich, aber wirklich billig kommt man nicht nach „Godzone“. Anders ist es, wenn man einmal da ist: Dann lässt es sich doch recht günstig reisen in Neuseeland!

Günstig reisen in Neuseeland Lake Wakatipu

Eine Fahrt am Lake Wakatipu entlang ist das Highlight für viele Neuseeland-Reisende – und komplett kostenlos

Günstig nach Neuseeland reisen?

Neuseeland ist kein günstiges Familienreiseziel. Schnäppchen-Angebote wie Error-Fare-Flüge gibt es zwar hin und wieder, aber für „normale“ Reisen nach Neuseeland gilt: Ein Flug unter 1.200 Euro pro Person ist für Reisen zwischen November und März kaum zu bekommen, und für Muttervaterkind kommt allein dafür schon ein ordentlicher Batzen zusammen.

-> Hier lest ihr, wie ihr (relativ) günstige Flüge nach Neuseeland findet.

Unterkünfte und Verpflegung schlagen zwar nicht ganz so schmerzhaft zu Buche wie in Europa oder Japan, aber billig ist was anderes. Ganz zu schweigen von den horrenden Kosten für ein Wohnmobil, in das mehr als zwei Personen passen… und am Ende schlägt dann noch der Wechselkurs Kapriolen und erleichtert das Budget schnell um mehrere hundert Euro, die gar nicht eingeplant waren.

-> Eine Übersicht über die wichtigsten Wohnmobil-Vermieter in Neuseeland

Es bleibt euch wohl nichts übrig, als vor eurer Neuseeland-Reise mit Kindern mindestens ein paar Monate zu sparen. Wie ihr das schaffen könnt, auch ohne Beamtengehalt oder Erbtante, haben wir in unserer Spar-Challenge für Neuseeland beschrieben.

Ist man aber erst einmal im Land, kann man allerdings seine Ausgaben als Familie durchaus in erträglicher Höhe halten – und das, ohne auf schöne Erlebnisse zu verzichten!

Günstig reisen in Neuseeland Surfing Muriwai Beach

Unterwegs in Neuseeland: nicht günstig

Klar gibt es viele Produkte und Attraktionen, die teuer sind. Auf eine Whale-Watching-Tour aus Kostengründen zu verzichten, würden wir zum Beispiel niemandem empfehlen: Das Erlebnis ist einfach gigantisch, anders wird man einen Wal in Neuseeland nur schwer zu Gesicht bekommen und für sein Geld bekommt man hier eine Menge Gegenwert.

Diese Kriterien solltet ihr kritisch an alle preisintensiven Unternehmungen anlegen, um hier die Spreu vom Weizen zu trennen und möglichst wenige dieser Posten abbuchen zu müssen.

Generell teure Dinge in Neuseeland sind:

  • Abenteuer- und Adrenalin-Aktivitäten (Whale Watching oder Swimming with Dolphins schlägt z. B. mit ca. 100 NZ$ zu Buche, eine Bootstour durch den Milford Sound mit ca. 65 NZ$, ein Bungee-Sprung um die 400 NZ$ − pro Person!)
  • Essen in Restaurants, Nachtleben und Party (Achtung, Hörensagen!)
  • guter Wein aus Neuseeland
  • Lebensmittel made in New Zealand
  • importierte Produkte; das betrifft nahezu alles von Möbeln bis zu Elektronik!
  • schicke Campingplätze (für einen Stellplatz auf einem „Top Ten Holiday Park“ an einem Touristen-Hotspot bezahlt ihr als Familie in der Hauptsaison locker 80 NZ$)

Besonders auf der Nordinsel gibt es nach unserer Wahrnehmung zunehmend mehr Freizeitparks und „Adrenalin-Attraktionen“, die man sich als Über-Zwanzigjähriger locker sparen kann.

Während auf einige geführte Touren nicht verzichtet werden sollte, sind andere zu hinterfragen: Muss eine Fahrt mit dem Jetboat wirklich sein? Ist es wirklich wichtig, fast nackt in einem Plastikball einen Hügel hinunterzurollen? Kann man die Drehorte vom Herrn der Ringe wirklich nur im Rahmen einer geführten Tour finden? Diese Fragen muss jeder für sich selbst beantworten und nach seinen Prioritäten bewerten.

Neuseeland günstig Tasman Glacier Lake Boats

Neuseeland, nicht günstig (aber geil): eine Tour über den Tasman Glacier Lake

Andere Dinge lassen sich leicht vermeiden: Ausgehen und Party sind für Familien sowieso wenig praktikabel, importierte Produkte muss man nicht kaufen, wenn man sie schon zu Hause gekauft hat (eine Packliste zahlt sich aus, um nichts nachkaufen zu müssen). Auf guten Wein und Eis zu verzichten, will ich niemandem vorschreiben; aber Maßhalten und Genießen sind ja nicht nur für den Budget-Reisenden empfehlenswerte Tugenden.

Unterwegs: (sehr) günstig reisen in Neuseeland

Das Tolle an Neuseeland: Viele Dinge, die viel Spaß machen und Kindern echte Abenteuerstimmung garantieren, sind nahezu kostenlos oder ganz umsonst zu haben. Hier können preisbewusste Familien zuschlagen und eine herrliche Zeit erleben:

  • Wandern, Baden, Angeln usw. – hier fallen maximal Gebühren für die Übernachtung in einer Hütte an, Angeln im Meer ist umsonst. Selbst das Braten auf einem öffentlichen BBQ bekommt man mit Glück for free, mit Pech müssen 50 Cent eingeworfen werden.
  • Camping auf DOC-Plätzen – der Standard ist zwar rudimentär, aber die Lage oft grandios. Kosten liegen zwischen 0 und 19 NZ$ pro Person.
  • Freedom Camping – der absolute Hit, weil zum Naturerlebnis noch das abenteuerliche Gefühl kommt, auf sich selbst gestellt zu sein.
  • Übernachtung in Wanderhütten – wer einen mehrtägigen Great Walk unternimmt, kann sehr preiswert in den vom DOC bereitgestellten Huts übernachten oder davor zelten.
  • Einladungen von Neuseeländern – diese einmaligen Erlebnisse internationaler Gastfreundschaft sollten natürlich nicht wegen der kostenlosen Verpflegung gesucht werden; wer mit Vorlauf eingeladen wird, bringt aus Anstand sicher auch eine Flasche Wein mit; aber ein BBQ-Abend mit anschließendem Eis und Feuerwerk kommt besonders auf reisende Familien, die sich einem freundlichen Gespräch am Straßenrand nicht verschließen, durchaus öfters zu.
  • Selbstverpflegung – „Fish and Chips“ und chinesisches Essen aus Take-aways, Obst und Gemüse der Saison vom Straßenrand, selbst gesammelte Muscheln, Austern, Pilze usw. sind lecker und unschlagbar preiswert!

Günstig reisen in Neuseeland: Zeit ist Geld – oder umgekehrt

Als Faustregel kann gelten: Das Tagesbudget sinkt umso mehr, je länger man unterwegs ist. Wer mehr als zwei bis drei Wochen Zeit hat, um beide Inseln zu erkunden, der kann pro Tag weniger Kilometer fahren (Stichwort Tanken), länger nach günstigen Gelegenheiten Ausschau halten (seien es Campingplätze, Stellen zum Freedom Camping oder Schnäppchen-Deals) und mehr Zeit für die Dinge des Alltags reservieren, die ansonsten teuer zugekauft werden müssen (also: Essen kochen statt gehen).

Mit mehr Zeit kann man auch abgelegenere Gegenden erkunden und „off the beaten track“ gehen. Das ist nicht nur überhaupt das Beste, sondern auch günstiger – denn in JWD kommt eben die große Touristenmeute nicht vorbei.

-> 100 solcher Geheimtipps auf Nord- und Südinsel findet ihr in meinen Reiseführern „Neuseeland abseits der ausgetretenen Pfade“ für die Nordinsel* und die Südinsel*

Diese Beispiele sind die Pflicht; die Kür wären Ideen wie, ein Auto oder einen Campervan nicht zu mieten, sondern zu kaufen (und am Ende der Reise wieder zu verkaufen) oder auch tage- bis wochenweise Stops für Besuche bei Einheimischen, House Sitting oder Arbeitsaufenthalte (für Geld oder Kost und Logis).

Und wenn das alles nicht geht: Lasst euch wenigstens beim Wohnmobil-Mieten nicht mit dem angeblich sicheren Bonus-Paket abzocken, spart euch die Vollkasko-Versicherung und sichert euch gegen den Unfall-Fall mit einer CDW-Versicherung ab.

-> Hier findet ihr Spartipps, die ihr VOR eurer Reise anwenden könnt, um das Reisebudget anzusparen.

Wer also wenig Geld ausgeben will, der muss genügend Zeit dafür „ausgeben“ können. Denn die wichtigste Attraktion Neuseelands eröffnet sich eben erst, wenn man genug Zeit hat, sie zu genießen: die großartige Natur.

Günstig reisen in Neuseeland Lake Taupo

Günstig und unbezahlbar: gemeinsame Zeit in der Natur Neuseelands

5 Kommentare

  • Danke für den tollen Bericht, liebe Jenny!!! Für unsere Reisevorbereitungen werde ich die nächsten Monate noch seeeeeeeeeeeehr oft auf Deine Tipps zurückkommen 🙂

  • Also wir haben 2009 in der Nähe von Queenstown für einen Sprung von „DER A.J.Hacket Brücke“ 170 NZD pro Nase bezahlt. Und wenn man schon mal dort ist, wo der Bungee-Sprung mehr oder weniger entstanmden ist, sollte man das auchmal machen.
    liebe Grüße

  • Hey Weltwunderer,

    toller Beitrag zum Thema Budgetreise. Eine Reise in und nach Neuseeland ist mit Sicherheit nicht günstig und es gibt einfach so Vieles zu erleben! Ich stimme voll mit euch ein, dass die Attraktionen sehr teuer sind, aber ein Bungysprung kostet doch keine 400 NZ Dollar! Bungysprünge kosten um die 200 Dollar oder hattet ihr ein goldenes Bungyseil 😉

    LG Henry

    • Hallo Henry, danke für deinen Hinweis! Ich hatte diesen Preis im Vorbeifahren irgendwo mitgenommen und entrüstet in meinem Reisetagebuch notiert (sonst hätte ich nämlich durchaus mit einem Sprung geliebäugelt…), aber da hatte ich wohl entweder ein Combo-Ticket gesehen oder die Preise sind seither stark gesunken. Ich korrigiere mich also feierlich – und bleibe aber dabei, dass Bungy immer noch eine teure Angelegenheit ist, die man sich dreimal überlegen sollte 😉

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