Ein Wohnmobil ersetzt bzw. verbindet Mietwagen, also Fortbewegung, und Unterkunft und ist damit der zweite Megaposten im Budget. Wobei nicht vergessen werden darf, dass man auch mit dem Wohnmobil fast jeden Tag zusätzlich noch die Stellplatz- und Stromgebühren auf einem Campingplatz bezahlen darf! Ganz zu schweigen von Benzin oder Diesel, Parktickets, Knöllchen, Bußgeldern …

In Neuseeland gibt es zig kleine und große Vermieter, die wir hier unmöglich alle aufzählen können. Die Preise schwanken genauso wie das Angebot; welches Modell man wählt, hängt von persönlichen Vorlieben (manche Vans sind schlicht weiß, manche verrückt und individuell mit Graffiti verziert…), Luxusbedürfnis (nach oben offen) und Risikobereitschaft ab (einige Anbieter vermieten preiswert alte Fahrzeuge, die dann natürlich gern mal schlapp machen…). Auf dieser Seite von Discovery Motorhomes werden einige der bekannteren Anbieter verglichen, was einen guten Überblick für den Einstieg ermöglicht.
Wer mit Kindern reist, für den schränken sich die günstigen Varianten sofort deutlich ein, denn nun braucht man einen Drei- bis Viersitzer, von denen es im Low-Budget-Segment kaum welche gibt. Wir haben nach langer Suche nur den Toyota Voyager von Britz gefunden. Familien mit zwei Kindern haben wir aber z. B. auch in kleinen Campervans von Jucy Campers gesehen. Eine generell etwas preiswertere Alternative sind die Spaceships, die eher an einen Familienvan erinnern und damit wesentlich schnittiger, sparsamer und einfacher zu fahren sind. (Die Kinder schlafen dann in einem lustigen Stoffzelt auf dem Dach – sicher ein großer Spaß, solange es nicht zu kalt draußen ist…)
Wir haben für unser Wohnmobil, das wir für 49 Tage gebucht hatten, insgesamt knapp 4.200 Euro bezahlt; das sind knapp 86 Euro pro Tag. Dazu kam noch eine One-way-Gebühr von 250 NZ$, weil wir den Campervan in Christchurch angemietet und aber in Auckland wieder abgegeben haben.
Beim Mieten eines Wohnmobils sollte man sich nicht von Sonderangeboten blenden lassen; hier gibt es einen miesen Trick der Vermieter, den ich hier beschrieben habe: Zum normalen Tagesmietpreis kommen bei Britz noch einmal 45 NZ$ dazu, wenn man sich im Schadensfall an diesem nicht selbst beteiligen möchte (der sogenannte Collision Damage Waiver). Wer das Risiko eingeht, sich mit bis zu 7.500 NZ$ selbst zu beteiligen, muss diese aber bei Beginn der Fahrzeugmiete von der Kreditkarte abbuchen lassen. Die Lösung? Findet sich hier – und kostet abhängig von der Reisedauer noch einmal ca. 350 Euro.
Dazu kommen weitere kleingedruckte und nicht zu vermeidende Schmankerln wie die Wechselkursschwankungen bei der Zahlung und Rückzahlung der Selbstbeteiligung (für uns ergab sich auf diese Weise ein Minus von über 500 Euro!) und die Diesel-Tax. Diese wird nachträglich auf die günstigeren Preise für Diesel aufgeschlagen, wodurch Diesel im Endeffekt nahezu genauso teuer ist wie normales Benzin. Pro gefahrenen 100 km werden bei Fahrzeugabgabe noch einmal 4,45 NZ$ (Stand: März 2011) Steuern erhoben. Wer viel gefahren ist, zahlt entsprechend mehr – logisch.
Tanken ist eines der wenigen erfreulichen Dinge im Budget: Benzin und Diesel sind aus deutscher Sicht in Neuseeland extrem billig. Wir haben für einen Liter Diesel zwischen 1,32 und 1,46 NZ$ bezahlt. Der Tank unseres Campervans fasste 70 l, der Verbrauch wurde mit 15 l/100 km angegeben. Bei über 6.000 gefahrenen Kilometern haben wir insgesamt für ca. 900 NZ$ getankt; ein Schnäppchen, hm?
Außerdem brauchen die Kleinen ja noch einen Kindersitz, den man für 25 NZ$ leihen kann (Aktualisierung: inzwischen gibt Britz den Betrag mit 35 NZ$ an). 27 NZ$ kostet die gefüllte Propangasflasche, für 15 NZ$ gibt es einen Campingstuhl, einen Tisch leiht man für 25 NZ$. Und all das braucht man, wenigstens ab und zu!


Pingback: Howdy, 2013 – Blog Summary und gute Vorsätze | weltwunderer
Pingback: Unser Wohnmobil – Testbericht und Urteil | weltwunderer
Pingback: Unser Britz-Wohnmobil - Testurteil