Budget und Sparen Camping

Reisebudget-Posten Unterkunft: Was Campingplätze in Neuseeland kosten

Camping gilt gemeinhin als sehr preiswerte Möglichkeit der Übernachtung, und das kann sie auch in Neuseeland sein – wenn man denn gewillt ist, auch auf das letzte bisschen an Komfort zu verzichten. Wer in Großstädten oder an touristischen Hotspots mit Stromanschluss, warmer Dusche, „free WiFi“ und Fernsehzimmer kampieren will, der wird dafür in der Hochsaison in einem „Top Ten Holiday Park“ fast so viel zahlen wie für ein Motelzimmer. Camping ist nicht gleich Camping!

Muriwai Beach Motorcamp

In knapp zwei Monaten in Neuseeland haben wir 41 mal auf Zeltplätzen übernachtet (und einige Male „Freedom Camping“ für lau gemacht). Im Durchschnitt kostete eine Übernachtung für zwei Erwachsene und ein Kind (der Weltwundersohn war, da unter fünf Jahre alt, in aller Regel kostenlos) auf einer „powered site“ 33 NZ$. Der Durchschnitt sagt aber über die Extremwerte oben und unten nicht viel aus.

Staatlich verwaltete DOC-Plätze kosten zwischen gar nichts („basic“-Standard) und 19 NZ$ pro Erwachsenem. Zeltplätze in privater Hand sind wesentlich weiter verbreitet, aber auch nahezu immer und zum Teil wesentlich teurer. Dafür gibt es dort fast immer einen Stromanschluss für euren Campervan, Spielplätze und Klos mit Wasserspülung. Wir haben hier zwischen 18,50 und 62 NZ$ bezahlt.

Die Kosten für Zeltplätze (und auch die Möglichkeiten zum kostenlosen Freedom Camping) sind extrem abhängig von der Reisezeit: Wer gemeinsam mit allen anderen Kiwis um Weihnachten und Neujahr herum einen Campingplatz aufsucht, zahlt in der „peak season“ bis zu 50 % mehr; das kann in den dichter besiedelten Gegenden der Nordinsel bis zu 80 NZ$ pro Nacht bedeuten. Wir waren in der „shoulder season“ (Mitte Januar bis Anfang März) unterwegs und haben mittlere Preise gezahlt, die in der Regel trotzdem fast immer über den im Lonely Planet angegebenen Beträgen lagen. Das „Jason’s Book“ hatte dagegen fast immer korrekte Informationen (keine Kunst, es wird ja auch jährlich aktualisiert).

Viele Zeltplatzbetreiber schienen nach dem Ende der Schulferien erleichtert und geschafft „die Füße hochzulegen“. Weil der Jahresumsatz offenbar erreicht war, gaben uns einige ungefragt Rabatt, ließen die Kinder kostenlos rein oder winkten beim Eintritt fürs Quadbike-Fahren ab – danke!

Außerdem ist ehrlicherweise einzukalkulieren, dass wir unsere Große häufig kleiner bzw. jünger geschummelt haben. Unsere Ausrede: Das magische Alter, ab dem Kinder in Neuseeland Eintritt und Gebühren bezahlen, liegt bei fünf Jahren, also dem Schuleintrittsalter. Da die Weltwundertochter zwar fünf, aber eben noch kein (deutsches…) Schulkind war, haben wir sie folgerichtig häufig als Vierjährige verkauft. Den quietschfidel daherplappernden und umhertappenden Weltwundersohn als Unter-Einjährigen durchzumogeln (dann hätte er in den Top Ten Holiday Parks nämlich nichts bezahlt), haben wir allerdings nicht gewagt.

Insgesamt drei Nächte haben wir zusätzlich in Motels genächtigt, um die An- und Abreise etwas zu entstressen; was wir jederzeit wieder tun würden. Das „Diplomat Motel“ in Christchurch, wo uns Paul und Linda sehr freundlich in Neuseeland empfingen, kostete für zwei Nächte 270 NZ$, in Auckland bezahlten wir für eine Nacht im „Airport Goldstar Motel“ 140 NZ$. Beide Motels lagen preislich im unteren Mittelfeld, soweit meine Recherchen ergaben; auf Wifi und Pool wollten wir nicht verzichten und der Besitzer des Letzteren fuhr uns sogar in aller Herrgottsfrühe höchstselbst zum Flughafen.

Unsere Ausgaben für Übernachtungen auf Campingplätzen beliefen sich damit insgesamt auf 1.366 NZ$, was einem Tagesbudget von 27 NZ$ entspricht. Wir haben aber darauf geachtet, möglichst preiswerte Campsites zu finden, und auf hochpreisige Ketten wie Top Ten Holiday Parks, wenn möglich, verzichtet.

Die Kosten für unseren Zwischenstopp in Tokio, die der Budgetkurve einen spürbaren Aufwärtszacken beigebracht haben, füge ich hier nicht ein, weil sie zu einer „normalen“ Neuseelandreise nicht zwingend dazugehören. Sagen wir es so: Es hat sich trotzdem gelohnt!

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