Freedom Camping

Illegales Freedom Camping – was kann passieren?

„No Camping or Overnight Staying“: Das gilt inzwischen leider in vielen Gegenden von Neuseeland. Einige Sparfüchse lassen sich von den Verboten nicht beirren und versuchen sich trotzdem im Freedom Camping – illegal. Die Folgen sind den meisten Touristen nicht klar und es gehen zahlreiche Gerüchte um. Wir klären auf: Was kann passieren?

Ocean Beach Tairua Coromandel

Wenn man sich in einer Zone aufhält, die Freedom Camping verbietet, sollte man damit rechnen, dass diese Regeln auch kontrolliert werden – zumal sie in den meisten Gegenden noch recht „frisch“ sind. Eingeführt wurden viele der Verbote anlässlich des World Rugby Cup im Frühling 2011. Gerade in touristisch stark frequentierten Gegenden kann man daher recht zuverlässig davon ausgehen, dass die Einhaltung der Verbote auch kontrolliert wird.

Wie kontrolliert wird

Sieht ein Beamter (oder eine Beamte, wir wollen ja nicht diskriminieren) der Gemeinde einen Campervan, der aussieht, als würde jemand darin schlafen, wird er (oder sie) mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein Strafticket an die Windschutzscheibe klemmen.

Er (oder sie) wird wahrscheinlich nicht, wie das lebhaft zirkulierende Gerücht besagt (und wie es evtl. vor den Zeiten des strengen Verbots gehandhabt wurde), mitten in der Nacht anklopfen und sich auf eine Diskussion mit den „Straftätern“ einlassen – allein schon aus Sicherheitsgründen.

Da man es einem Campervan in der Nacht schwer ansehen kann, ob sich jemand darin aufhält, werden Indizien wie geschlossene Vorhänge und ausgebreitete Schlafsäcke ersatzweise als Hinweise genutzt. Wer ein reines Gewissen hat und nachweisen kann, dass er die betreffende Nacht zum Beispiel in einem Hostel verbracht hat, der muss ein fälschlich ausgestelltes Ticket natürlich nicht bezahlen.

Was erlaubt ist

Erlaubt ist natürlich weiterhin, den Campervan einfach so abzustellen, während man einen Tagesausflug macht oder eben woanders übernachtet. Auch das Abstellen auf Privatgelände kann euch, das Einverständnis des Besitzers vorausgesetzt, niemand verbieten.

Der „Freedom Camping Act“ erlaubt ausdrücklich auch „short term sleeping“ in ansonsten verbotenen Zonen, damit übermüdete Fahrer/innen kein Sicherheitsrisiko für den Verkehr werden! Wenn ihr (übermüdete) Kinder an Bord habt, könnt ihr daher vielleicht auf Mitleid des Vollzugsbeamten spekulieren, aber: Neuseeländer sind auch nur Menschen und wer weiß, wie oft derjenige die Ausrede mit den Kindern in dieser Saison schon gehört hat?!

Was es kostet

Die Mindeststrafe für unerlaubtes Freedom Camping sind 200 NZ$. Vorsicht: Die Strafe kann auch schon für den Versuch des Freedom-Campens anfallen (etwa wenn euch der Officer abends findet und ihr schon die Betten aufgebaut habt). Die überall angedrohten „bis zu 10.000 NZ$“ werden allerdings nur für größere Übertretungen des Gesetzes, wie das illegale Ausleeren einer Chemietoilette, fällig.

Wer sich mit einem Beamten anlegt, sich weigert, seine Personalien anzugeben (wozu man laut Freedom Camping Act verpflichtet ist!) oder gar das Gelände auf Aufforderung nicht verlässt, der kann wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu 5.000 NZ$ verknackt werden. Also: Schön ruhig bleiben!

3 Kommentare

  • Bei unserem Roadtrip durch Neuseeland haben die Beamten wirklich an die Fensterscheibe geklopft. Nicht mitten in der Nacht, aber früh am Morgen. Gekostet hat uns der Spaß zum Glück nur 50$. Trotzdem ärgerlich, weil wir die Schilder wirklich nicht gesehen haben. Trotzdem war es eine wunderschöne Zeit 🙂
    Liebe Grüße
    Helena & Tobias von http://www.AroundWorld.de

  • Oje, das ist ja was. Da habe ich wieder etwas gelernt. Als ich vor mehr als 20 Jahren mit dem Rucksack (und noch ohne Kinder) in NZ war, da war das alles gar kein Problem. Wenn wir im kommenden Winter dorthin fahren (ja, das ist der Plan! – Und Dein super Blog ist nicht ganz unschuldig an unserem Vorhaben), ist es wohl nix mehr mit dem wilden Campieren. Schade. 🙁

    • Keine Angst, Kerstin – demnächst gibt es noch mehr Tipps zum Freedom Camping. Das klappt immer noch, wenn man weiß, wie 🙂

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