Rund ums Wohnmobil

Internet in Neuseeland – so geht ihr im Wohnmobil günstig online

Es ist schon eine Weile her, dass wir mit unserem Netbook und einem iPhone 4 (funktioniert noch!!) in Neuseeland waren und über mangelnden Internetzugang, umständliche Abrechnung und hohe Kosten stöhnten. Viele Neuseeland-Besucher bringen heute ihre eigenen Devices mit und möchten bitte genauso komfortabel mit Smartphone, Tablet & Co. surfen wie zu Hause. Welche Möglichkeiten haben Familien also heutzutage, beim Reisen durch Neuseeland online zu gehen?

Weltwunderer Internet Campervan

Luxus: on the road mit „mobile wifi“

Auf Reisen einfach und günstig ins Internet zu kommen, das ist nicht nur ein Luxus-Wunsch, sondern immer mehr eine Selbstverständlichkeit für uns. Immerhin gibt es da draußen zig praktische Reise-Apps, die Lieben daheim wollen per Instagram oder Facebook auf dem Laufenden gehalten werden und Google Maps hat als Routenplaner die teuren Navis und blöden Straßenkarten schon lange abgelöst.

Einfach so mit dem Datentarif von zu Hause ins Internet zu gehen, verbietet sich im Ausland – und schon gar in Neuseeland, am anderen Ende der Welt. Statt horrender Roaming-Gebühren braucht ihr also „wifi“, und das gibt es entweder über euer Smartphone (das über UMTS oder LTE verfügt) oder über ein vor Ort installiertes WLAN-Netzwerk, in das ihr euch mit diversen Geräten und zu diversen Konditionen einwählen könnt.

Auf Neuseeland-Reisen steht ihr allerdings vor einem Problem, wenn ihr die stärker besiedelten Gegenden mit guter Netzabdeckung verlasst und in die Wildnis fahrt. Es ist wirklich ein Dilemma: Die abgeschiedensten, schönsten und spektakulärsten Gebiete in Neuseeland sind in der Regel komplett ohne Internet. Sorry, da lässt sich nichts machen! Die tollen Fotos müsst ihr dann ein paar Tage später auf Instagram hochladen.

Tipp: Google-Karten könnt ihr offline abspeichern, bevor ihr in Internet-freie Gebiete fahrt. Dann klappt es auch weiterhin mit der Routenplanung.

Weltwunderer Internet Neuseeland

In den Catlins gibt es kein Internet. Niente. Nada.

Die Luxus-Variante: Wifi an Bord

Für eure maximale Bequemlichkeit könnt ihr heutzutage in vielen Miet-Wohnmobilen auf „onboard wifi“ zurückgreifen – das kostet manchmal extra (bei Maui zum Beispiel 10 NZ$ pro Tag – ohne Datenvolumen!), manche Vermieter machen im Gegensatz eine Philosophie daraus, das immer inklusive anzubieten. (Manche „Klassiker“ wie Apollo oder Britz, bieten es auch gar nicht an, also vorher recherchieren!)

So ein „Internet zum Mitnehmen“ ist ideal, weil ihr es überall benutzen könnt, auch während der Fahrt. Google Maps lässt grüßen!

Achtung: Auch mit einem mobilen Wifi sitzt ihr hin und wieder auf dem Trockenen, siehe oben.

Jeder Vermieter handhabt das ein wenig anders; unser Campervan-Vermieter in Japan stellte uns dafür ein iPad zur Verfügung, wir konnten aber auch mit unseren eigenen Geräten auf das Wifi zugreifen.

Hier kommt auch schon der große Vorteil zum Tragen: Auf das zentrale Wifi könnt ihr mit euren Smartphones, dem iPod des Sohnemanns und auch noch dem Kindle der Tochter zugreifen – gleichzeitig. Zwar ist der Datenverbrauch prinzipiell unbeschränkt, meist wird er aber trotzdem auf eine Höchstzahl an Gigabyte pro Tag gedeckelt. Ist diese überschritten, wird nur noch mit wenigen MB aufs Internet zugegriffen.

Tipp: Achtet darauf, was die Kinder auf der Rückbank so herunterladen, damit ihr nicht überraschend mit Schneckengeschwindigkeit eure Route zum nächsten Campingplatz finden müsst!

Kosten: wenn überhaupt vorhanden, dann kostenfrei bzw. inklusive im Mietpreis oder bis zu 100 NZ$ (in der Regel aber nur mit 500 MB Datenvolumen, alles darüber ist kostenpflichtig) 

Die DIY-Variante: Prepaid-SIM-Karte oder UMTS-Stick mit Flatrate

Gibt es in eurem Campervan kein mobiles Wifi, könnt ihr auch selbst Hand anlegen und euch ein „pre-paid mobile internet package“ kaufen. Die Voraussetzung ist natürlich ein vorhandenes Funknetz. Auch hier seid ihr mobil und unabhängig. Die Flatrate-Pakete von XX sind für Vielsurfer bequem und überraschend günstig.

Für Familien mit mehr als einem internetfähigen Gerät gehen Prepaid-SIM-Karten allerdings trotzdem schnell ins Geld, denn ihr braucht für jedes Smartphone und Tablet eine eigene, der Laptop braucht dann einen UMTS-Stick und so weiter.

Eine Möglichkeit für alle, die in Sachen Computer mehr drauf haben als ich: Man kann eines der Smartphones als „Hub“ einrichten und sich sozusagen sein eigenes mobiles Wifi basteln, auf das die anderen Geräte dann zugreifen können.

Kosten: Ein preisgünstiger neuseeländischer Anbieter ist 2degrees, daneben gibt es Vodafone NZ (jaha!) und Spark. Eine Prepaid-SIM-Karte bekommt man von 2degrees derzeit für 20 NZ$ (dafür gibt es 1 GB Datenvolumen), von Spark für 15 NZ$ (dann mit 500 MB Datenvolumen) oder bei Vodafone für 19 NZ$ (ebenfalls 500 MB).

Einen USB-Stick bekommt ihr zum Beispiel bei Vodafone für 49 NZ$. Für weitere 20 NZ$ gibt es dann monatlich 500 MB an Daten, oder für 30 NZ$ gleich 1 GB. Oder ihr wählt euch mit dem Ding über IAC/Zenbu ein (siehe unten).

Weltwunderer Internet Reise Kinder

Vorsicht, wenn die ganze Familie mitsurfen kann!

Die Sparvariante(n): „Pay as you go“

Braucht ihr nur gelegentlich mal Internetzugang, um eure E-Mails abzurufen oder nach dem Wetterbericht zu schauen, müsst ihr euch nicht mit neuen SIM-Karten befassen oder ein teures mobiles Wifi mieten. Dann macht ihr es ganz einfach so, wie wir es auf unserer letzten Reise getan haben:

Wählt euch mit eurem internetfähigen Laptop oder Smartphone nach Bedarf an einer i-Site, auf eurem Campingplatz oder im Hotel ins Internet ein. Hierfür gibt es die sogenannten „Pay-as-you-go“-Services wie IAC oder Zenbu. Hier steht, wie das genau geht.

Für den Otto-Normalreisenden ist das gar nicht so kompliziert, wie es zunächst aussieht: Alle Top Ten Holiday Parks, Family Parks und Kiwi Holiday Parks (plus zig weitere private Campgrounds, Cafés und Restaurants) bieten Internetzugang über den Provider IAC (was ganz einfach „Internet Access Company“ heißt) an, der große Rest nutzt Zenbu. Wenn ihr also sowieso vorhabt, die meisten Nächte auf solchen kommerziellen Campingplätzen zu verbringen, könnt ihr ein Konto bei IAC und/oder Zenbu anlegen und dort per Kreditkarte einen Zeitzugang kaufen (von 24 Stunden über eine Woche bis zu einem Monat gibt es hier viele Varianten), den ihr dann „abfeiert“.

Noch bequemer und etwas für Kreditkartengegner ist die Internetkarte von IAC, die wie eine Telefonkarte (wer kennt die noch?) mit Bargeld aufgeladen wird. Sie wird an der Rezeption der Campingplätze und in einigen teilnehmenden Cafés verkauft. Mit dem Zugangscode könnt ihr euch dann einfach in jedes IAC-Netzwerk einloggen.

Der Haken ist vielleicht schon ersichtlich geworden: Wenn ihr euch nicht vom Internetprovider vorschreiben lassen wollt, welchen Campingplatz ihr nutzt, wird es ein lustiges Wechseln zwischen IAC und Zenbu geben, ihr müsst zwei Internetkonten führen und die Daten- und Zeitbeschränkungen dafür im Auge behalten oder aber zwischendurch auf Internet verzichten, wenn gerade nicht der „richtige“ Anbieter vorhanden ist. Uns hat das auf unserer Neuseeland-Reise sehr genervt.

Und wenn ihr gar kein eigenes internetfähiges Gerät habt? Nutzt ein Internetcafé (die heutzutage allerdings immer seltener werden) oder einen „Internet Kiosk“ auf einem Campingplatz – hier müsst ihr an einem bereitstehenden PC wie in einer Telefonzelle Kleingeld einwerfen, um eine Internetverbindung über IAC oder Zenbu zu bekommen.

Tipp: Wenn ihr hier mal eben schnell eine E-Mail schreiben wollt, rechnet mit erhöhtem Zeitaufwand – auf den englischen Tastaturen an diesen PCs sind nämlich einige häufig verwendete Buchstaben anders angeordnet!

Kosten: Bei IAC  zahlt man derzeit für 24 Stunden 7 NZ$ (bekommt dafür aber bis zu 100 GB!), für eine Woche sind 25 NZ$ fällig (wofür dann schon ein Terabyte heruntergeladen werden kann!), ein Monatspaket kostet 60 NZ$.

Zenbu verfolgt eine andere Philosophie und verkauft reines Datenvolumen, ohne Zeitbegrenzung. Ein Megabyte kostet 0,01 bzw. 0,10 NZD, je nach Übertragungsart. Das ist also eher etwas für spontane Nutzer, die seltener ins Internet gehen, dann aber so richtig reinhauen wollen (etwa um einen Film zu downloaden).

Am „Internet Kiosk“ gibt es in der Regel 12 Minuten Internet für einen Festpreis von einem NZ-Dollar (bzw. 1,25 NZ$ von der IAC Card für dann 15 Minuten).

„Free Wifi“ – nicht unbedingt die beste Variante

Es gibt tatsächlich auch in Neuseeland Bereiche mit kostenlosem Wifi – hier könnt ihr einfach hingehen und euch einwählen. Diese geheiligten Orte sind vor allem die Fastfood-Tempel mit dem großen gelben (bzw. grünen!) M, aber auch in vielen Bibliotheken findet ihr kostenfreie öffentliche Hotspots über das Aotearoa People’s Network Kaharoa.

Der Haken: Beim großen Gelben und in anderen Cafés und Restaurants müsst ihr natürlich etwas konsumieren, um dort sitzen und surfen zu können, und die Bandbreite ist generell nicht die beste. Wetterbericht schauen geht, Bloggen oder gar Fotos hochladen – no way. Bequem ist es auch nicht, stundenlang mit dem Laptop auf dem Schoß im Eingangsbereich einer Bibliothek oder gar bei Mäckes zu sitzen.

Da viele Backpacker und Sparfüchse auf dieselbe Idee kommen, ist es in den Wifi-Zonen oft auch sehr voll – was die Übertragungsgeschwindigkeit weiter reduziert. Und wenn die Bibliotheken oder Cafés schließen, schalten sie ihr Wifi ab. Das heißt in Neuseeland: Ab 17 Uhr ist Sense mit Surfen.

In Wellington gilt das gesamte Gebiet des CBD seit dem World Rugby Cup als „free wifi zone“. Auckland, Rotorua und Dunedin haben inzwischen nachgezogen. Bevor ihr euch zu sehr freut: Freier Zugang ist hier meist beschränkt auf 30 Minuten, danach muss man bezahlen. Manche Hotspots beschränken auch die maximale Nutzerzahl ihres Netzwerks, wenn also viel los ist, müsst ihr euch „anstellen“.

Der neuseeländische Internet-Anbieter Zenbu stellt ebenfalls einige freie Hotspots zur Verfügung (auf der Website könnt ihr die finden, wenn ihr auf der Karte nach „free hotspots“ sucht).

Tipp: Auf Onlinebanking und andere sensible Transaktionen solltet ihr in solchen öffentlich zugänglichen Netzen verzichten und generell keine Passwörter eingeben – sicher ist sicher!

Sobald ihr in eine größere Stadt kommt, solltet ihr mit eurem Smartphone die Wifi-Angel auswerfen. Freie Hotspots findet ihr am einfachsten mit entsprechenden Apps.

Kosten: nix (bis auf das internetfähige Gerät, das ihr natürlich braucht)

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Hier oben auf dem Mount Ruapehu mal schnell online gehen? Eher nicht.

4 Kommentare

  • Ooohhh… Sorry. 🙂 Keine Ahnung wie ich auf den Namen kam. manchmal bin ich „e-bissel“ schusslig oder oberflächlich. Such dir eins davon aus und sei mir bitte nicht böse. 🙂
    Jenny

  • Hallo Petra,

    Einen sehr interessanten und vor allem ausführlichen Artikel hast du da über die Internetnutzung in Neuseeland geschrieben. Dass es in vielen Wohnmobilen/Campervans auch schon „onboard wifi“ gibt, wusste ich noch gar nicht.

    So ein „pre-paid mobile internet package“ hatte ich mir auch von 2degrees geholt.
    Da gibt es verschiedene Angebote und man sollte vorher schon mal Uf deren Website recherchieren. Bei der Ankunft in Christchurch findest du am Flughafen leider nur Vodafone.

    Ich musste mich erst durchfragen und habe mir dann die Simkarte im „Palms-Center“ geholt (habe ich in einem Artikel auf meiner Website beschrieben)

    Zusätzlich habe ich noch 10 $ für internationale Telefongespräche dazu gebucht. Das waren dann 300 Minuten um nachhause zu telefonieren. Für 10 Dollar, sagenhaft.
    Zuhause habe ich eine Blau Simkarte und die wollten doch tatsächlich einen Euro pro Minute für Gespräche aus Neuseeland. Muss ich jetzt nicht vorrechnen, oder? 🙂

    Meine Erfahrung war, dass ich mit 2degrees fast überall ein gutes Netz hatte.
    Sogar auf einem abgelegenen Campingplatz (Orari Gorge in der Nähe von Geraldine). Mitten in der Pampa, und das Netz war schnell. 🙂

    An den roten Telefonzellen, die überall zu finden sind, kann man sich auch für „Free Wifi“ anmelden. 1 GB ist gratis und wenn du einmal angemeldet bist, bist du an jeder roten Telefonzelle im Land angemeldet. Noch ein Tipp. Nehmt mehrere E-Mailadressen mit. Wenn die gratis Datenmenge aufgebraucht ist, naja, dann einfach die nächste nehmen. 🙂
    In den Städten gibt es auch Hotspots, die gratis nutzbar sind. In Dunedin zum Beispiel am Octagon. Das erfährt man in den I-Sites, wenn man fragt.

    Viele Grüße

    Steffen

    • Hallo Steffen, vielen Dank für deine nützlichen Tipps! Ich hab auch noch einen für dich: Mein Name ist nicht Petra 😉

  • Wir sind gerade aus Neuseeland zurück und haben in den letzten Monaten sehr gute Erfahrungen mit Spark mobile gemacht (davor hatten wir auch eine Karte von Vodafone, aber deren Datenvoloumen war sehr schnell leer und ließ sich nur einmal wieder aufladen).
    Der Clou ist bei sparks, dass man neben dem normalen pre-paid-Internet auch immer deren Telefonzellen-Wifi-Spots (das sind die pinken Telefonzellen, die häufig in Stadtzentren stehen) nutzen kann. Das spart einfach viele MB, wenn man etwas vorausplant.
    Daneben waren wir auch ab und an mal in Büchereien, wenn wir einen richtigen PC brauchten und haben gelegentlich auch IAC genutzt. Häufig waren wir aber auch froh, wenn wir auf manchen DOC-Sites einfach mal den Ausblick statt des Internets genießen konnten… 😉

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