Japan

Japan zum zweiten Mal: Tohoku entdecken

Ja, wir tun es wieder! Japan hat uns bei unserer ersten Reise im Campervan so fasziniert, begeistert und rundum glücklich gemacht, dass wir kurzentschlossen ein zweites Mal die Reise ins Land der aufgehenden Sonne antreten werden. Wieder im Campervan, wieder im Sommer, aber diesmal mit einer anderen Reiseroute: Es geht nach Norden, wir wollen Tohoku entdecken!

Japan zum zweiten Mal Tori Shikoku

Japan off the beaten track: wir freuen uns drauf!

Da wir mit unserem treuen kleinen Campervan von JapanCampers von Tokio bzw. Narita aus starten müssen, bleibt unser Radius ein wenig eingeschränkt – denn, wie wir bereits erzählt haben, ist Japan zwar für seine schnellen Züge, aber nicht eben für seine schnellen Highways bekannt.

Während andere Reisende also einfach in den Shinkansen steigen, eine Übersee-Fähre oder gar einen Inlandsflug buchen und ganz fix in Hokkaido landen, fällt das für uns Selbstfahrer wohl leider aus. Zu groß ist die Entfernung von Tokio nach Sapporo, der Hauptstadt der nördlichsten Insel Japans – wo es im schwül-heißen japanischen Sommer angenehm kühl sein soll und wo jede Menge unberührte Natur wartet.

Beides (also Kühle und Natur) finden wir prinzipiell gut, wollen dafür aber nicht auf den Luxus unseres Campervans verzichten – der uns nun mal an den Startpunkt Tokio bindet. Also haben wir uns nach Ersatz umgeschaut, und ihn schnell gefunden: Der nördliche Teil der Hauptinsel Honshu wird unser Reiseziel im Sommer 2017 werden. Wir wollen Tohoku entdecken und schauen, was es da so gibt – Touristen offenbar schon mal nicht.

Was gibt es in Tohoku zu sehen?

Eine kurze Recherche zu Tohoku, das von Touristen offenbar fast gänzlich übersehen wird, ergibt zuerst ein großes leuchtendes Warnzeichen: Da liegt doch Fukushima! Das berühmt-berüchtigte Kernkraftwerk, das durch den verheerenden Tsunami im Jahr 2011 (vier Tage, nachdem wir damals aus Tokio abgeflogen waren!!) zusammen mit großen Teilen der Ostküste von Tohoku zerstört wurde und bis heute vor sich hin strahlt. In Japan wurden nach dieser Katastrophe sämtliche Kernkraftwerke abgeschaltet, inzwischen ist die Gefahr aber offenbar wieder in Vergessenheit geraten und man will die Kraftwerke nach und nach wieder hochfahren.

Was es sonst noch in Tohoku gibt? Keine Ahnung! Wir haben daher mal nachgefragt bei denen, die es wissen müssten und uns hoffentlich ein paar Tipps und Empfehlungen zu unserem Tohoku-Trip geben können.

Shikoku Meer

Was werden wir in Tohoku entdecken?

Daniela von Nippon Insider: Tohoku ist mehr als Fukushima

Ein Reiseblog ist Nippon Insider nicht, das betont Daniela, die mit ihrem japanischen Mann mehrere Jahre in Fukushima gelebt hat, immer wieder. Trotzdem hat sie uns vier maßgeschneiderte Tipps geschickt – und angekündigt, dass es auf ihrem Nicht-Reiseblog demnächst noch viel mehr Informationen über Reisen in Tohoku geben wird.

„Tohoku ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Denn das ist das Japan, in das ich mich verliebt habe. Sechs Jahre habe ich im wunderschönen Fukushima gelebt und in dieser Zeit habe ich den Norden nur selten verlassen. Warum auch? Das Essen ist großartig, die Natur einzigartig, es gibt heiße Quellen, wohin man auch kommt und jede Jahreszeit hat etwas anderes zu bieten.

Wie haben Samurai-Familien eigentlich gelebt?

Ein beliebtes Ausflugsziel in Tohoku und eines der Highlights in der Akita Präfektur ist Kakunodate – ein kleines Samurai-Dorf. Sechs von rund 80 Samurai-Häusern in der Stadt sind für Besucher geöffnet. Einige komplett, andere nur teilweise, weil die Familie dort weiterhin lebt. Es ist kein bunt schillernder Ort, sondern schön unspektakulär. Die Atmosphäre ist toll, erinnert ein bisschen an Kyoto. So habe ich mir Japan immer vorgestellt! Vor allem die kühlen und ruhigen Gärten der Häuser haben es mir angetan.

Der Ort ist aber schon touristisch: Es werden viele Handwerksprodukte und regionale Besonderheiten verkauft. Dafür findet man dann aber auch die Erklärungstafeln auf Englisch. Unser Highlight hier war am Ende aber… das Essen: selbstgemachte Inaniwa Udon Nudeln, ein Akita-Original!

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Das Samuraidorf Kakunodate © Nipponinsider.de

Deine eigene Kokeshi-Holzpuppe

Tatsächlich kommt das beliebte Souvenir ursprünglich aus Tohoku. Die traditionelle Holzpuppe mit dem runden Kopf begegnet einem eigentlich in jeder Präfektur. Und jede Region hat ihr eigenes Design.

Im Village of Four Seasons nahe der Stadt Fukushima habe ich schon so mancher Kokeshi die Streifen verpasst. Der Park bietet auch sonst einiges für Kinder und ist bei Familien, gerade am Wochenende, sehr beliebt. Nun weiß ich aus vielen Gesprächen, dass Fukushima momentan nicht zum Lieblings-Reiseziel gehört. Schade. Aber Kokeshi-Workshops gibt es auch in anderen Präfekturen, wie z.B. in Miyagi, Yamagata oder Aomori.

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Kokeshi aus Tohoku © Nipponinsider.de

Soba-Nudel Workshop

In Tohoku gibt es die besten Buchweizen-Nudeln ganz Japans. Nicht nur für Kinder ist es ein großer Spaß, die Nudeln selbst herzustellen und zu essen. An der Westküste von Akita gibt es den Minehama Michi no Eki (みねはま道 の駅). Hier kann man für 1.000 Yen pro Person aktiv an der Soba-Herstellung mitarbeiten.

Zwar geben sie den Workshop erst bei einer Teilnehmerzahl ab vier Personen. Für die Weltwunderer-Familie ist das ja aber kein Problem!

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Leckere Soba-Nudeln mit Tempura © Nipponinsider.de

Sonnenuntergang am Meer im Onsen

„Nie älter werden, nie sterben“ – wollen wir das nicht alle? Ganz besonders wenn man die Sonne im Japanischen Meer versinken sieht. Genau das bedeutet der Name Furofushi Onsen (不老不死温泉) in Aomori. Das Wasser der Quelle ist gelb und salzig, denn das natürliche Becken liegt direkt am Meer – eigentlich schon fast im Meer. Das Besondere für Familien: Alle können hier gemeinsam im heißen Wasser sitzen, denn hier wird nicht nach Geschlechtern getrennt.

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Zusammen abspannen im Onsen – machen wir bestimmt! © Nipponinsider.de

Kumo von The Hangry Stories: Matsushima

Ich würde auf jeden Fall wieder nach Matsushima in der Miyagi-Präfektur reisen. In der Bucht vor Matsushima liegen über 200 kleine, mit Kiefern bewachsene Inseln. Über eine lange, rote Brücke gelangt man auf die kleine Insel Fukuura rüber – die Insel ist vergleichbar mit einem kleinen Naturschutzgebiet und bietet ein paar entspannende Wanderwege, die nicht zu lang sind, falls die Kinder keine Lust mehr haben.

Tohoku entdecken Tipps thehangrystories.com

Die Insel Fukuura © www.thehangrystories.com

Die Sicht auf die Inseln vor Matsushima gilt als eine der „drei schönsten Landschaften Japans“, und nachdem ihr beim letzten Mal bereits Amanohashidate kennenlernen konntet, das ja ebenfalls auf dieser Top-3-Liste zu finden ist, empfiehlt sich die Bucht von Matsushima als ein „Muss“ 😉

Wieder runter von der Insel, möchten wir den Tempel Zuiganji empfehlen – Michael hat hier ein Perlenarmband gestaltet und trägt es immer noch gern.

Wenn ihr dann noch nicht genug habt, besucht das Retro-Museum in Matsushima. Hier sind alte Mangas, Spiele und Schulmaterialen ausgestellt und dürfen auch ausprobiert werden. Klein, ein bisschen verrückt – aber ein großer Spaß. Besonders interessant fand ich, dass eine kleine Ecke der Erinnerung an den Tsunami von 2011 gewidmet wurde. Zeitungsartikel und Bilder aus der Zeit nach der Katastrophe können hier durchgeschaut werden.

Lohnenswert war für uns schließlich der Ausflug nach Aizu-Wakamatsu (Fukushima-Präfektur). Am Bahnhof haben wir uns Räder geliehen und damit die alte Samurai-Stadt erkundet. Mitnehmen sollte man auf jeden Fall das Tsuruga-Schloss, mit einer recht interaktiven Ausstellung zum Leben der Samurai.

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Kawaii in Fukuura © www.thehangrystories.com

Besonders in Erinnerung blieb mir ein Spielzeug aus der Region: Akabeko – eine kleine, rote Kuh aus Pappmache mit Wackelkopf. Man sagt ihr nach, dass die Kuh Kinder vor Krankheiten schützt. Die rote Farbe steht in Japan für Gesundheit und Leben und ich bereue es immer noch, dass ich keine Akabeko als Erinnerung gekauft habe.

In einem Youtube-Video habe ich neulich gesehen, dass man auch eigene Akabeko anmalen kann, sogar nur eine Bahnstation von Aizu entfernt – vielleicht ist das auch was für euch?

Katharina von Kulturtänzer: ein Herz für Sendai

Die Tohoku-Region (東北地方) im Norden der Insel Honshū ist eine der schönsten Regionen Japans. Im Landesinneren bietet sie viele Berge, die sich wunderbar zum Wandern eignen. Die vielen heißen Quellen sorgen dafür, dass ihr euch nach einem anstrengenden Tag entspannen könnt. Wenn das nicht so euer Ding ist, fahrt in eine der vielen Küstenregionen. Dort könnt ihr eure Seele am Meer baumeln und den Alltag vorbeiziehen lassen.

Tohoku Tipps © www.Kulturtaenzer.de

© www.Kulturtaenzer.com

Meiner Meinung nach solltet ihr euch Sendai (仙台) in der Präfektur Miyagi näher anschauen. Neben vielen Ausflugsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten bietet Sendai Familien ein paar tolle Möglichkeiten, die Region zu erkunden und Japan kennenzulernen – landschaftlich wie kulturell.

Anfang August feiert man hier Tanabata Matsuri, das landesweit größte Sternenfest. Die Straßen sind dann prunkvoll geschmückt und tauchen die Stadt in ein buntes Farbenmeer. Mit Spielen und Shows sowie leckerem Essen lockt das Fest viele Menschen in die Stadt, die meist von weither kommen. Ein Spektakel, das ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet und was auch Kindern sehr viel Spaß machen dürfte.

Tohoku Tipps © www.Kulturtaenzer.de

Festivals ohne Ende in Tohoku! © www.Kulturtaenzer.com

Außerdem sehr sehenswert ist das Sendai Uminomori Aquarium, wo es eine Menge zu entdecken und lernen gibt. Wenn ihr die Unterwasserwelt nicht so mögt, hat Sendai auch eine Menge Parks zu bieten, die sich für Picknicks und Spaziergänge anbieten.

Etwas japanischer wird es mit einem Besuch des Sendai Castle. Neben der Burg kann hier auch ein Fuchsdorf besichtigt werden, wodurch die Burg besonders bei Kindern beliebt sein sollte.

Die Region um Sendai wurde durch das große Erdbeben 2011 und das damit verbundene AKW-Unglück stark zerstört. Landschaftlich wie emotional. Viele Menschen sind damals geflohen und wollen oder können heute nicht mehr in ihre Heimat zurück. Die anderen hingegen versuchen, ihr Zuhause wieder aufzubauen. Je mehr Menschen das Gebiet also heute wieder besuchen und Tohoku entdecken, desto mehr wird die Region gestärkt!

Tohoku Tipps thehangrystories.com

Fukushima lohnt sich! © www.thehangrystories.com

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9 Kommentare

  • Hi! Auch aufgrund des Reiseberichts von letztem Jahr von euch haben wir auch eine Japan Reise gebucht diesen Juli! Auch mit dem Bongo 😉 Wir freuen uns sehr.. Jedoch haben wir vor, den Süden zu bereisen.. Den einen oder anderen Übernachtungstip von euch oder Travelisto werden wir sicher testen.. Vielleicht sieht/hört man sich ja, so wie ihr geschrieben habt sind die Camper miteinander verbunden. Grüsse aus der Schweiz, Tobi

    • Lieber Tobi,

      das wäre ja absolut cool, wenn wir uns „vor Ort“ treffen würden 🙂 Mal sehen, ob die Campervans in der inzwischen ordentlich gewachsenen Flotte immer noch untereinander verbunden sind…

      Liebe Grüße und viel Spaß noch bei der Reisevorbereitung!
      Jenny

  • Liebe Jenny, seit 2011 bin ich mindestens einmal im Jahr in Tohoku – zwischen Iwaki und Fudai mit Autos und Studenten unterwegs. Im September fahren wir wieder mit der 3. Summer School nach Sendai und an die Sanriku Küste. Gerne kann ich Dir tips geben – zu Iwaki, Kesennuma, Rikuzentakata, Kamaishi, Otsuchi, Yamada, Miyako, Taro, Tanohata, Kitayamazaki …

  • Hallo Weltenwunderer!

    Im Moment sitze ich gerade in einem wunderschönen Ausflugshotel in Minami-Sanriku – einem durch den Tsunami stark betroffenen Ort – schaue auf die dunkle Meer hinaus, wo in der Ferne die Lichter der Tintenfischfischerboote leuchten… Euren Plan, im Sommer Tohoku unsicher zu machen, kann ich nur unterstützen, es ist gerade zu dieser Jahreszeit eine der schönsten Gegenden Japans.
    Zu den Tipps für Sendai kann ich „aus dem Hut“ nicht viel hinzufügen, außer vielleicht, dass Sommerzeit natürlich auch Feuerwerkszeit ist – und ein japanisches Feuerwerk solltet ihr auf keinen Fall verpassen! Traditionell gibt es zum Tanabata (Sternen)-Fest ein großes Feierwerk in Sendai-City, zum 15. August eines in der Bucht von Matsushima. Solltet ihr Ende August erst fahren, solltet ihr die nationalen Feuerwerksmeisterschaften in Omagari (Akita-Präfektur) am letzten August-Wochenende nicht verpassen. Dies ist zwar die japanische Seite, aber normalerweise gibt es kurz vor der Veranstaltung auch eine englische Version:
    http://www.oomagari-hanabi.com
    Mit meinem Sohn (fast 18 inzwischen) war ich vorgestern dort bei einem Feuerwerk und es war zwar „nur“ 45 Minuten lang, aber absolut traumhaft. Ihr solltet Euch vielleicht auch Zeit nehmen, die Küstenstrasse 45, die an der Pazifikküste entlangführt, entlang zu fahren. Neben wundervollen Aussichten erfahrt ihr auch, was man hier tut, um gegen zukünftige Tsunami gewappnet zu sein. Man kann dazu stehen, wie man will, beeindruckend ist es auf jeden Fall. In diesem Zusammenhang sind vielleicht auch Besuche in Kesennuma ganz interessant oder in Ishinomaki. Letzteres ist auch ganz pitoresk mit einem Nachbau eines Schiffes aus dem 17. Jahrhundert, das an die Mission des Regionalfürsten Date Masamune erinnert, der eine Delegation nach Rom zum Papst geschickt hat… Und es gibt ein Manga-Museum – und in der Stadt aufgestellte Mangafiguren – von Manga, die in Japan weltberühmt sind, aber im Ausland nicht so bekannt.
    In der Nähe von Ishinomaki gibt es auch ein „Museumsdorf“, das das Leben des späten 19 Jhd. darstellt (Meijimura). Der Besuch der vielen heißen Quellen (Onsen), die z.T. auch noch gemischte Bereiche haben, sind schon erwähnt worden, da von mir die Empfehlung in das „Onsendorf“ Nyuto Onsen zu fahren, und vielleicht das Onsen „Kuro’yu“ zu besuchen. Da kommen die Kinder auch ein wenig rumplanschen 😉
    Oder ganz im Norden in Aomori ein großes Community-Onsen zu besuchen.
    Es gibt auch ein „Santa-Land“ in Aomori, aber da müßte ich noch mal recherchieren, ob es das noch gibt… Das Schloss in Hirosaki ist auch immer einen Besuch wert.
    Und mein Pokemon-Go Begeisterter Sohnemann ist ganz begeistert davon, wieviele seltene Pokemon er schon gefangen hat 😉
    Könnt Euch auch gerne direkt bei mir melden, bin im Moment nicht mehr so ganz auf dem neuesten Stand, aber ich schaue gerne mal nach, zu mal es auch für meine berufliche Tätigkeit (Reiseleiter) ganz nützlich ist, es paar Tipps parat zu haben.

    Noch ein Anmerkung zu den Radioaktivitätswarnungen – ich gehe davon aus, dass ihr euch gut informiert habt und euch auch bewußt ist, dass die möglicherweise erhöhte Radioaktivität im weiteren Umkreis der havarierten Reaktoren für einen Besucher eher weniger gefährlich ist, als z.B. für die Leute, die hier wohnen. Die Politik, die die japanische Regierung da fährt, halte ich auch für nicht adäquat, aber sich da zu sehr in Panik zu steigern, halte ich aus psychologischen Gründen für eher kontraproduktiv.

    Die Katastrophe, die sich am 11. März 2011 zugetragen hat, war das Erdbeben mit dem Tsunami, mit ca. 18000 Opfern, das darf man nicht vergessen. Und meiner Meinung nach kann man die Leute hier am besten auch unterstützen, in dem man sie besucht und die Dienstleistungen in Anspruch nimmt, die sie schon immer angeboten haben: alles was des Urlaubers Herz begehrt und die besten Meeresfrüchte Japans!

    In diesem Sinne erst einmal viel Spaß bei der weiteren Planung!

    Liebe Grüße aus Minami-Sanriku,
    Rainer Stobbe

  • Oh Ihr zieht ein zweites mal mit dem Campervan durch Japan? Ist ja Klasse! Bin schon gespannt auf die Berichte, wir sind mittlerweile auch schwer am überlegen doch mal mit dem Campervan eine Tour zu machen (Wunschregion dann allerdings Hokkaido). Mal sehen … 😉 Viel Spass & gute Fahrt!

    • Hokkaido würden wir auch seeehr gern sehen. Aber mit einem Campervan, den wir in Tokio abholen und wieder abgeben müssen, wird das leider in nur drei Wochen nichts 🙁

      LG
      Jenny

  • Das klingt herrlich, ich freue mich auf Eure Blogposts! Ich habe bei Daniela schon einiges über Fukushima gelesen & dabei gelernt, Stadt und Atomkraftwerk nicht gleichzusetzen. Was mich interessiert: Wo bekommt man eigentlich einigermaßen zuverlässige Infos über die Strahlenbelastung in den verschiedenen japanischen Regionen? Als wir letztes Jahr da waren, stand ich diesbezüglich etwas auf dem Schlauch, wobei wir in sowieso unbedenklichen Regionen unterwegs waren. Aber fürs nächste Jahr ist eine weitere Japanreise in Planung, und mit Kindern ist man ja dreifach vorsichtig, daher bin ich dankbar für eine Info!

    Liebe Grüße,
    Maria

  • Konnichiwa!
    So einfach ist es dann aber doch nicht. Natuerlich sind unterschiedliche Gebiete unterschiedlich stark verstrahlt. Nur weil es Orte in Fukushima gibt, die einem radioaktiven Level von Orten ausserhalb entsprechen, kann es lange noch keine Entwarnung geben. Tatsaechlich ist die Strahlung hoeher denn je und die Kontrolle ueber die Situation ferner denn je zuvor. Die urspruengliche Theorie, dass die Lage im AKW Fukushima in vielleicht 44 – 50 Jahre unter Kontrolle sein koennte, wurde laengst verworfen. In Californien kann man seit Jahren messen, wie die Werte im Pacific Ocean steigen. Es gibt keinen Plan und von einer Loesung des Problems kann keine Rede sein.
    In Japan selbst muss man Angst haben radioaktive Nahrung zu sich zu nehmen.
    Hier ein Link zum Thema: https://netzfrauen.org/2017/02/05/fukushima-japan
    Abgesehen davon gab es keine Konsequenzen fuer die Verantwortlichen (Firmen und Politikern) und – noch schlimmer – haben die Menschen aus dieser Katastrophe nichts gelernt.

  • Ich freu mich, dass am Ende so viele tolle Tipps zusammengekommen sind. Die rote Kuh aus Aizu – AKABEKO solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Das ist mein absolutes Highlight. Wir haben schon die verrücktesten Kühe mit dem Wackelkopf bemalt und haben das eigentlich immer mit unserem Besuch gemacht.

    Ich freu mich schon jetzt auf eure Reiseberichte.

    Eine kleine Anmerkung habe ich noch zum Schluss: Die Region um Sendai wurde durch den Tsunami und dem starken Erdbeben 2011 vor der Küste Miyagis am schlimmsten getroffen, dort ist aber vieles wieder aufgebaut worden. Menschen sind wieder zurückgekehrt – Miyagi ist nicht verstrahlter als Tokyo oder München!!! Das AKW-Unglück hat mit dem 120km nördlichen Sendai nicht viel zu tun.
    Das Atomkraftwerk von Fukushima liegt im südlichen Teil der Präfektur Fukushima an der Küste. Das wird alles gerne durcheinander geschmissen, wenn man von TOHOKU und Fukushima spricht.

    Hier gilt es für mich, noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

    Liebe Grüße
    Daniela von Nipponinsider

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