Reisetipps für Japan

Japanisch wohnen in Tokio mit Airbnb

„Was, das ist alles für uns??“ Wir Eltern standen mit offenen Mündern im Flur, während unsere Kinder schon jauchzend von einem Zimmer ins nächste sprangen – dabei immer wieder „Oohs“ und „Aaahs“ ausrufend. Diese Töne kamen uns in den nächsten Tagen noch oft über die Lippen in unserem Familien-Airbnb-Traumhaus in Tokio!

Airbnb in Tokio

Airbnb in Tokio: wundervoll traditionell

Was uns beim Urlaub mit Airbnb als Familie wichtig ist, wussten wir schon vor unserer zweiten Japan-Reise. Und auch die Unterkunft, die wir nach Anwendung aller Kriterien schließlich gewählt hatten, haben wir euch bereits kurz vorgestellt.

Dass wir in Wirklichkeit ein ganzes, komplettes japanisches Haus gemietet hatten, mitten im Herzen von Tokio, das war uns allerdings nicht bewusst gewesen!

Airbnb in Tokio Asakusa

Erste Eindrücke in Tokio: hier wohnen wir also

Japanisch wohnen mit Airbnb in Tokio: unsere Story

Die extrem sorgfältige achtseitige Anfahrtsbeschreibung unserer Gastgeberin Yuka („es ist sehr kompliziert, das Apartment zu finden!“) fest in den Händen, traten wir in der einsetzenden Dämmerung aus dem U-Bahnhof Honjo-Azumabashi – und erblickten als erstes den glitzernden Skytree, fast direkt über unseren Köpfen.

Ansonsten das gewohnte Stadtbild der Millionenmetropole Tokio: leere, ruhige Straßen mit einigen leise dahingleitenden Taxen und Hybrid-Bussen, bunte Neonschilder, ein zarter Duft nach gebratenen Nudeln, gepflegte Grünanlagen und ebenso gepflegte Passanten mit kleinen Hündchen.

Nach mehrmaligem Hin- und Herdrehen des Stadtplans und einigen Diskussionen mit hilfsbereiten Passanten stellten wir fest, dass wir uns nur einmal umdrehen und etwa 50 Meter durch eine kleine Gasse laufen mussten bis zu unserer Airbnb-Unterkunft in Tokio.

Airbnb in Tokio

Unser Airbnb-Haus in Tokio (Eingang rechts)

Die Suche nach dem richtigen Eingang endete mit einer Überraschung: Die Schiebetür führte ja in ein alleinstehendes, einstöckiges Haus – das ganz so aussah, wie eben alle (oder die meisten) japanischen Häuser aussehen. Dass wir kein Apartment, sondern ein Haus gemietet hatten, war uns bis dato nicht klar gewesen…

… und irgendwie hatten wir auch nicht mitbekommen, dass es so viele Zimmer hatte! Ein Wohn- und Esszimmer, eine Küche, zwei Toiletten und ein (kleines) Badezimmer mit Dusche und Wanne, ein Spielzimmer (!), eine Waschküche – und dann noch weitere vier Zimmer, alle ausgestattet mit Wandschränken voller Futons und Bettdecken und voneinander getrennt durch Schiebetüren, die mit Papier bespannt waren.

Airbnb in Tokio

Zimmer an Zimmer an Zimmer …

Genau, wie wir es in den alten Samurai-Residenzen in Aizu-Wakamatsu und Kakunodate gesehen hatten, wie es der Weltwundersohn in seinen Ninja-Manga und Samurai-Büchern gelesen hatte. (Was er umgehend nachzustellen begann.)

Airbnb in Tokio Tatami

Tatami-Alarm!

Mit wohligem Seufzen schob die kleine Weltwundertochter ihre nackten Füße über die glatten, weichen und nach Sommer duftenden Tatami-Matten, kletterte die (arg steile) Holztreppe hinauf und hinunter, bestaunte die Figuren in dem kleinen Wandschrank-Steingarten und linste aus jedem der vielen Schiebefenster (hinter denen sich oft nur eine wenige Zentimeter entfernte Hauswand auftat, manchmal aber auch ein geheimer Blick in eine schmale Gasse oder einen Hinterhof).

Airbnb in Tokio Treppenhaus

Nicht so ganz kindergerecht: die supersteile Treppe

Wir Eltern schalteten erst einmal die Klimaanlage und alle Ventilatoren im Haus ein (dem japanischen Sommer in der Großstadt ist auch ein traditionell gebautes Haus nicht gewachsen) und lehnten uns dann erschöpft zurück – auf den Stühlen ohne Beine, die an unserem niedrigen Esstischchen bereitstanden. Wie praktisch!

Airbnb in Tokio

Einfach schön: der japanische Esstisch

Wo sollten wir schlafen? Das war tatsächlich eine Frage, über die wir eine Weile diskutierten, da es dafür drei Zimmer zur Auswahl gab. Die Kinder mochten nicht allein schlafen, also rollten wir unsere Futons schließlich alle zusammen im kühlen Erdgeschoss-Schlafzimmer aus – das wir damit auch komplett ausfüllten.

Hach, was für ein herrliches Gefühl das ist, sich nach zwei Wochen im Campervan in voller Breite und Länge auf einem weichen, mit frischer Bettwäsche bezogenen Futon auszustrecken!

Im Urlaub wohnen wie die Japaner: (wie) geht das?

Japanisch wohnen fetzt, das hatten wir bei unserer ersten Japan-Reise mit Airbnb in Tokio schon festgestellt: Die Kinder haben Platz zum Herumtoben, können dabei (fast) nichts umstoßen, wir haben mangels Möbeln genug Platz für unsere Sachen und können auf den Futons flexibel schlafen, wo wir wollen.

Die räumt man als ordentlicher Mensch übrigens tagsüber weg, in die Wandschränke, die jedes Schlafzimmer zu einem versteckten Stauraum-Wunder machen. Dasselbe Zimmer, in dem die japanische Familie nachts schläft, ist dann tagsüber das Wohnzimmer – was bei genauem Nachdenken nur sinnvoll ist, weil diese beiden Zimmer ja eh immer abwechselnd benutzt werden.

Airbnb in Tokio Wandschrank

Japanisch wohnen: Wandschränke zaubern Stauraum …

Airbnb in Tokio Wandschrank

… und schaffen blitzschnell Ordnung. Voilà!

Ebenso sinnvoll sind die Schiebetüren und Schiebefenster. Das nimmt viel weniger Platz weg, verringert die Verletzungsgefahr und ermöglicht es, aus zwei oder drei Räumen ganz fix einen großen Raum zu zaubern. Oder umgekehrt; wenn jemand Privatsphäre braucht zum Beispiel. (Rein optisch allerdings nur; die dünnen Türen und Wände in Japan sind seeehr hellhörig.)

Airbnb in Tokio Spielzimmer

Airbnb in Tokio: natürlich mit Spielzimmer

Eltern von Babys und Kleinkindern freuen sich in japanischen Häusern darüber, dass die Kleinen nicht aus dem Bett fallen können, sich keine Türen an den Kopf schlagen und keine Tischdecken herunterziehen; weniger erfreulich ist mitunter, dass sie auf der niedrigen Tischplatte zwar alles erreichen, aber ebenso einfach alles wegnehmen können. Wertsachen und Süßkram wegpacken!

Ach ja: Selbst im Zentrum von Tokio (und genau da wohnten wir) freuen sich Eltern von Kleinkindern über absolute Ruhe in der Nacht. Es war schon fast unheimlich still, und das an einem Wochenende, 50 Meter von einer vierspurigen Straße entfernt und direkt neben einer Kneipe. Das einzige, was wir hörten, waren singende Kinder am Sonntagmorgen um 8 Uhr. Ist zu verschmerzen.

Einiges am traditionellen japanischen Leben war für uns ungewohnt; etwa die sehr karge Ausstattung des Badezimmers. Das verfügte zwar über die Kombination aus Dusche und tiefer Sitzwanne, die uns schon aus dem Onsen-Besuch vertraut war (erst draußen sauber abduschen, dann gemütlich in der Wanne baden), aber nicht über ein Waschbecken. Zähneputzen, Gesicht waschen oder rasieren – wo macht man das als Japaner?

Airbnb in Tokio Klo

Trick 17 auf Japanisch: doppelt genutzte Klospülung

Wo hängt man seine nassen Sachen auf, wenn man ins Haus kommt und nicht gerade heißer Sommer draußen herrscht? Wo sitzen Gäste, die man zum Essen eingeladen hat? Und was macht man mit den empfindlichen Tatami-Matten, wenn ein Weltwunderkind Marmelade draufkleckert oder – rein theoretisch! – mal draufpullert?

Im Sommer war es nicht schwer, die Sandalen beim Eintreten fix abzustreifen; denn hinter der ersten Stufe, die in den Flur führt, hat Schuhwerk im japanischen Haus nichts mehr zu suchen. Aber wie macht man das im Winter, oder wenn man nicht mehr so gut auf einem Bein balancieren kann, oder wenn fünf Personen gleichzeitig dringend rein und aufs Klo wollen?

Airbnb in Tokio Küche

Die japanische Küche: klein und funktional

Airbnb in Tokio Müll

Das Herzstück des japanischen Hauses: Mülltrennung!

Unsere Gastgeberin, die uns in mehreren Mails eindringlich darauf hingewiesen hatte, uns dezent und ruhig zu verhalten, verhielt sich ebenso und ließ uns in Ruhe. So konnten wir sie leider nicht danach fragen, wie das alles funktioniert in Japan. Schade!

Japanisch wohnen mit Airbnb in Tokio: geht gut!

Das Haus mitten im Zentrum Tokios könnt ihr über Airbnb mieten; es bietet Platz für bis zu 13 Personen (dann wird es aber mit der Badezimmernutzung sehr eng).

… Ihr seid noch nicht bei Airbnb angemeldet? Über diesen Link bekommt ihr einen Willkommensgutschein von 35 Euro für eure erste Reisebuchung (und wir bekommen ein Dankeschön von Airbnb)!

Achtung: Wir hatten Glück und profitierten von einem „Eröffnungsangebot“, weil Yuka das Haus wohl erst seit einigen Monaten vermietet. Angesichts der Größe des Hauses und der zentralen Lage wird der Mietpreis demnächst wohl ziemlich ansteigen :-/

Airbnb in Tokio

Raus aus dem Haus und rein ins Großstadtgetümmel von Tokio!

Disclaimer: Airbnb hat uns einen Gutschein zur Verfügung gestellt, der die Mietkosten zum großen Teil abgedeckt hat. Auf die Auswahl der Unterkunft hat Airbnb keinen Einfluss genommen.

2 Kommentare

  • Hi Jenny.

    Toll euer Erlebnis in in einer Japanischen Wohnung. Deine Fragen kann ich beantworten: Zähne putzen, Gesicht waschen, Rasieren, das macht man da wo das große Waschbecken ist, in der Küche oder unter der Dusche. Meine deutsche Freundin kam uns mal in Japan besuchen und fand das seht befremdlich. Ich hatte mich daran gewöhnt. Aber es gibt auch japanische Häuser mit einem Waschraum vor dem Bad.

    Im Winter stellt man eine kleine Schuhwanne in den Eingang, dem Genkan. Da tropft dann alles rein. Und wenn der Platz nicht reicht, vor der Tür. Ist ja Gott sei dank selbst im Winter oft schon sonnig, trotz Schnee.

    Marmelade und Pipi vom Tatami wäscht man mit einem feuchten Tuch ab, wenn das Maleur passiert ist. So reinigt man auch die Matten immer mal wieder. Aber dank der Socken ist es nie wirklich dreckig. Spätestens beim Auszug werden die Matten durch neue ersetzt. Die halten nicht ewig.

    Wenn du noch weitere Fragen hast, gib gerne Bescheid.

    Einen ganz lieben Gruß
    Daniela

    • Sehr gut zu wissen, danke! Wenn sich die japanischen Damen schminken, dann tun sie das offenbar auch nicht im Bad? Ich hatte ja kein Problem damit, mir in der Küche die Zähne zu putzen, aber am zweiten Tag will man dann doch mal wieder in einen Spiegel schauen und die Frise richten 😉

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