Gut zu wissen

„Kauri dieback“ – Gefahr für Neuseelands einzigartige Wälder


Kauris sind die größten Regenwald-Bäume der Welt und wachsen nur in Neuseeland. Der größte heute noch lebende Kauri, Tane Mahuta, hat einen Durchmesser von fast fünf Metern. Sein Alter wird auf 1.200 bis 2.000 Jahre geschätzt. Der Anblick des riesigen Baumstamms, der sich mitten im Regenwald wie eine Wand erhebt, ist wahrhaft atemberaubend und Touristen aus aller Welt besuchen die neuseeländischen Kauri-Wälder. Nun sind diese vom Aussterben bedroht – was ist geschehen?

Kauri Trees

 

Das Problem

Es hat einen eher sperrigen Namen: Phytophthora taxon agathis, abgekürzt daher als PTA, gern auch „Kauri dieback“ oder Kauri-Wurzelfäule genannt. Es handelt sich um einen mikroskopisch kleinen pilzartigen Krankheitserreger, der sich über das Wasser im Erdboden von Wurzel zu Wurzel verbreitet. Befallene Kauri-Bäume bekommen erst gelbe Blätter und sterben dann langsam ab.

PTA ist erst 2008 als Erreger des „Kauri dieback“ identifiziert worden. Bisher ist seine Herkunft unbekannt, obwohl natürlich eine Einschleppung aus dem Ausland, evtl. aus Korea, vermutet wird.

Bisher wurde PTA in Kauri-Beständen im Norden der Waitakere Ranges und in DOC-Reservaten in Pakiri, Great Barrier und Waipoua sowie in Aucklands Stadtteilen North Shore, Okura und Albany gefunden. Die Hunua Ranges sind bisher nicht befallen.

Man geht davon aus, dass 11 bis 13 Prozent der Kauri-Bestände in den Waitakere Ranges mit PTA infiziert sind. Man erkennt das allerdings nur, wenn ein Baum bereits erkennbar verwelkt ist; die Dunkelziffer des Befalls dürfte wesentlich höher sein. Sehr deutlich ist jedoch, dass sich der PTA-Befall fast ausschließlich entlang von Wanderrouten ausbreitet, besonders auf populären Wegen wie dem Auckland City Walk.

Wenig hilfreich ist es da, wenn Aucklands Stadtrat im Bemühen, den Tourismus anzukurbeln, das Problem des „Kauri dieback“ verschweigt und stattdessen noch mehr Wanderwege, ein Mountainbike-Wegenetz und noch größere Projekte ankurbelt: zum Beispiel einen „Canopy Walk“ in den Baumwipfeln der Waitakere oder der Hunua Ranges. Anträge um eine Budget-Erhöhung für Biosecurity-Maßnahmen wurden dagegen abgelehnt.

Die Lösung?

Kauri dieback controlGenauso wenig wie über seine Herkunft weiß man über die Bekämpfung von PTA. Daher ergehen bisher hauptsächlich Bitten an Wanderer und Radfahrer, ihre Schuhe und Reifen zu säubern, bevor sie die Hunua Ranges betreten, sich auf den Wegen zu halten und die 105 Säuberungsstationen zu benutzen, die an den Startpunkten und Kreuzungen der Wanderwege eingerichtet wurden. Aber ist das genug? Die Wanderwege in den Waitakere Ranges führen durch viele Kauri-Bestände und häufig direkt über deren Baumwurzeln. Lösungen wären die an anderen Orten gebräuchlichen erhöhten „Boardwalks“, das Umleiten von Wegen und Entwässerungsmaßnahmen. Bei einem Wegenetz von 270 km wird das ein teures und langwieriges Unterfangen, und die Arbeiten könnten den PTA-Erreger noch weiter verbreiten. In der Zwischenzeit soll es reichen, sich die Schuhe zu putzen? Unwahrscheinlich, wie Kameraaufnahmen an Säuberungsstationen zeigen: Nur die Hälfte der Wanderer hält sich an die Bitten der Parkverwaltung.

Die einzige Möglichkeit, um die letzten Kauri-Bäume Neuseelands zu retten, ist daher eine drastische und für Aucklands Stadtverwaltung bisher wenig populäre: eine komplette Schließung der Wanderwege, mindestens für zwei Jahre. Bis man sich an offizieller Stelle dazu durchgerungen hat, kann jeder Besucher Neuseelands etwas ganz einfaches tun:  „Stop using the tracks!” Es gibt hunderte schöner Wanderwege in der Gegend um Auckland; auf die Waitakere Ranges sollte man vorerst verzichten.

Keep Kauri Standing

(Die Bilder stammen von Flickr; thanks to „unincorporated“ und „eliduke“!)

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