Packtipps Rund ums Wohnmobil

Koffer, Reisetasche oder Rucksack – was passt am besten ins Familien-Wohnmobil?

Die Wahl zwischen Koffer und Rucksack ist die Gretchenfrage, die sich vielen Familien vor einer längeren Reise stellt. Beide haben Vorteile und Nachteile, beide haben auch ihre Fans, die sich nur schwer vom Gegenteil überzeugen lassen. Wir schauen uns Pro und Contra an und verraten euch, welches Gepäckstück für eure Wohnmobil-Reise durch Neuseeland das ideale ist.

Unser Gepäck für drei Wochen Japan - selbst das war viel zu viel

Unser Gepäck für drei Wochen im Campervan – selbst das war viel zu viel

Das Tolle an einem Langstreckenflug ist, dass ihr deutlich mehr Gepäck mitnehmen könnt als per Billigflieger nach Mallorca. 23 Kilogramm pro Person sind die Regel, Emirates erlaubt sogar 30 Kilo. Zusammen mit euren Kindern, die (sofern sie einen eigenen Sitzplatz haben) denselben Anspruch auf Freigepäck haben, bekommt ihr so eine beachtliche Menge an Klamotten und sonstigem Kram mit – aber wie verpackt ihr es am besten?

Der Klassiker für Budget-Reisende: der Rucksack

Wir outen uns gleich mal zu Beginn als langjährige Rucksack-Fans. Wer schon ohne Kinder als Backpacker um die Welt gereist ist, für den steht ein zünftiger Rucksack gleichbedeutend mit Abenteuer, Fernweh und Weltentdecken – also genau das, was ihr auch mit euren Kindern in Neuseeland machen wollt.

Ein guter Rucksack fasst unheimlich viel Gepäck und wenn er über mehrere getrennte, am besten von außen zugängliche Staufächer verfügt und sich gut tragen lässt, könnt ihr problemlos den Bedarf eurer ganzen Familie für eine vierwöchige Tropenreise in einem großen Rucksack unterbringen (wir haben diesen großen hier seit 15 Jahren in Gebrauch!).

Weitere Vorteile: Wenn ihr den Rucksack auf dem Rücken habt, sind die Hände frei für … alles mögliche: kleine Kinder, deren abgeworfene Gepäckstücke, eure Handgepäckstücke, Kleingeld, die gezückte Kamera. Und die Beschaffenheit des Bodens ist dann total egal (schon mal einen Rollkoffer über einen Bootssteg, durch Schnee und Eis oder über eine Schotterstraße gezogen?).

Weltwunderer Japan Backpack

Klingt perfekt? Jetzt kommt das große Aber:

Wenn ihr in Neuseeland per Wohnmobil unterwegs seid, dann müsst ihr euer Gepäck nicht selbst von A nach B tragen. Dieser Vorteil des Rucksacks kommt also gar nicht zum Tragen (haha).

Und selbst wenn ihr das vorhättet: Schaut mal auf unsere Packliste für die Neuseeland-Reise. Man mag sich beschränken, wie man will, es wird euch als Familie wirklich schwerfallen, alles Nötige für drei oder mehr Personen in zwei Rucksäcken unterzubringen, die ihr dann noch tragen könnt.

Wenn ihr mehrere Wochen lang im Wohnmobil wohnt, wollt ihr außerdem nicht täglich eure Rucksäcke nach frischer Kleidung oder der Haarbürste durchwühlen. Zum kompletten Auspacken ist aber gerade in den Budget-Fahrzeugen im Kastenwagen-Stil (also auf der Basis des Toyota Hiace oder Mercedes Sprinter) gar kein Platz!

(Geheimtipp: Wenn es denn unbedingt ein Rucksack sein musst, dann füllt ihn wenigstens mit Packsäcken und Beuteln – in die ihr euer Zeug einzeln und sinnvoll aufteilt. Die könnt ihr immerhin einzeln an verschiedenen Stellen des Wohnmobils verstauen und spart euch das ständige Wühlen.)

Unser Rat: Ein Rucksack ist auf einer Wohnmobil-Reise durch Neuseeland allenfalls im kleineren Format praktisch, weil ihr ihn für Wanderungen braucht. So ein Daypack lässt sich auf der Anreise hervorragend als Handgepäck nutzen, denn dann kommen wieder alle genannten Vorteile zum Tragen (und wieder haha).

Weltwunderer Backpack Flying

Spießig, aber praktisch: der Hartschalenkoffer

Gereist wird mit Koffern, so sieht es nun mal aus. Für Familien mit viel Gepäck – und das fällt bei einer Neuseeland-Reise auch im Sommer an, denn vier Jahreszeiten an einem Tag brauchen nun mal einen etwas größeren Kleidungs-Vorrat – bieten sie Platz, sind übersichtlich ein- und auszupacken und lassen sich, mit Rollen versehen, auf ebenen Untergründen bequem schieben oder ziehen.

Kleinere Kinder können als Bonus sogar auf den Koffern sitzen oder sich darauf ziehen lassen, im Notfall fungieren große Hartschalenkoffer auch hervorragend als flache Tische!

Auch hier gibt es leider wieder ein großes, dickes Aber:

Neuseeländische Budget-Wohnmobile bieten nur sehr begrenzten Stauraum für euer Gepäck, und auch in den größeren Alkoven-Modellen ist der Platz begrenzt. In der Regel müsst ihr euer Gepäck in schmalen, langgezogenen Fächern unter den Sitzbänken oder in kleinen Klappschränkchen unterbringen. Einen Hartschalenkoffer bekommt ihr dort nicht unter – weder voll (so dass ihr ihn als Schrank nutzt) oder ausgepackt und leer.

Viele Wohnmobil-Vermieter bieten ihren Kunden sehr freundlich an, die sperrigen Koffer in ihrem Büro unterzustellen, bis sie wieder abreisen. Das funktioniert aber nur, wenn ihr den Campervan dort wieder abgebt, wo ihr gestartet seid – und genau das empfiehlt sich bei einer Neuseeland-Reise eigentlich gar nicht.

Und noch ein Nachteil: Gute Koffer, zumal mit vier Rollen, haben leider ihren Preis, wie ein schneller Blick ins Internet zeigt. Mit 300 bis 400 Euro müsst ihr schon rechnen – Schluck.

(Geheimtipp: Wenn es denn unbedingt Hartschalenkoffer sein müssen, dann könnt ihr die euch per Kurierdienst an euren Abgabe-Ort nachschicken lassen. Euer Campervan-Vermieter organisiert das sicher gern für euch.)

Unser Rat: Hartschalenkoffer sind toll und eigentlich auch praktisch, aber auf eine Wohnmobil-Reise durch Neuseeland solltet ihr sie wirklich lieber nicht mitnehmen. Das gilt auch für das Handgepäck – denn Rucksäcke zum Wandern braucht ihr ja ohnehin, also warum solltet ihr sie nicht auch auf der Anreise als Gepäckstücke nutzen?

Die Alternative, bzw. die eierlegende Wollmilchsau?

Was soll man denn nun mitnehmen, wenn ein Rucksack zu klein und unpraktisch ist und ein Koffer zu groß und sperrig? Ihr braucht ein flexibles Gepäckstück, das viel Volumen fasst und sich bei Bedarf klein zusammenknautschen lässt. Die Lösung heißt: Reisetasche.

Weltwunderer Campervan Japan

Hier passt nur eine Reisetasche rein!

Dabei solltet ihr jetzt nicht an einen schmucken Weekender (so was hier) oder eine Sporttasche denken – da passt ja nichts rein. Wir reisen seit unserer ersten Wohnmobil-Reise immer mit einer oder zwei großen Reisetaschen (bei Globetrotter laufen die interessanterweise zum Teil ebenfalls unter dem Namen Rollkoffer), die sehr robust und mit Rollen und Ziehgriff ausgestattet sind.

Das ist für die Wege über den Flughafen, zum Motel oder zum Büro des Campervan-Vermieters nicht ganz so bequem wie ein Rollkoffer mit vier Rollen, aber immer noch besser als ein superschwerer Rucksack. Plus: Das Fassungsvermögen ist enorm und der Preis liegt viel niedriger als bei einem „richtigen“ Koffer.

Im Wohnmobil (oder auch im Hotel, wenn wir nur ein bis zwei Nächte da sind) packen wir die Tasche(n) dann gar nicht aus, sondern nutzen sie als Kleidertruhe(n).

Der Toyota Hiace (und auch der minikleine Mazda Bongo, den wir in Japan hatten) bietet fast gar keinen Stauraum für Kleidung. Unsere Reisetaschen standen daher während der gesamten Reise unter dem Tisch bzw. unter der Liegefläche. Herausgenommen hatten wir nur die Beutel mit Schuhen und Regenkleidung (ab unter die Sitzbank damit), mit Unterwäsche und Badesachen (die kam in ein Ablagefach über der Fahrerkabine) und die Waschtasche.

Hätten wir den nötigen Platz gehabt, um unsere Sachen komplett auszupacken (seufz…), dann hätten wir die Reisetasche flach zusammenfalten und hinter die Sitze schieben können.

Unser Rat: Ist derselbe, den euch jeder Campervan-Vermieter in Neuseeland geben wird – bringt Reisetaschen oder wenigstens weiche Koffer mit!

2 Kommentare

  • Wir reisen auch seit unserer ersten richtigen WoMo-Reise 2011 nur mit Taschen (sogenannten ‚Duffel Bags‘). Ist einfach super praktisch. Da passt viel rein, die sind absolut robust, bedingt wasserdicht oder zumindest -abweisend, so dass man sie auch mal im dreckigen Laderaum eines Bootes oder auf einer Lkw-Ladfläche lagern kann, ohne Angst um die Tasche oder den Inhalt haben zu müssen. Zur besseren Übersicht packen wir die kleineren Dinge wie Kopfhörer, Kabel usw. oder Unterwäsche und Socken und ähnliches in farbige Beutel. So hält sich das Chaos in Grenzen!

  • Stimmt! Das kann ich so nur unterschreiben! Als wir noch mit einem VW California unterwegs waren (der hat ja auch so gut wie keine Schränke), sind wir nur so gereist. Wir hatten für jeden eine große Reisetasche, die während des gesamten Urlaubs immer geöffnet auf der Ablagefläche hinter der Rückbank standen und so als Kleiderschränke fundierten. Klappte sehr gut (von dem Durcheinander in der Tasche selbst nach einigen Tagen mal abgesehen). Aber das ist wohl normal auf so engem Raum!
    LG, Steffi

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