Routenplanung

Langfristig planen oder spontan sein? Worauf ihr euch in Neuseeland einstellen solltet

Spontan einen Übernachtungsplatz suchen oder doch lieber vorbuchen, um den perfekten Stellplatz zu bekommen? Beides kann auf einer Neuseeland-Reise sinnvoll sein. In der Hauptsaison spontan einen Flug oder ein Wohnmobil für vier Personen buchen, das geht hingegen gar nicht. Wir erklären euch, was wann die beste Strategie ist.

Weltwunderer Moeraki Boulders

Um in Tokio in der Sommerzeit eine bezahlbare Unterkunft für Familien zu finden, muss man ein halbes Jahr vorher buchen. Ein günstiges Hotel in Vietnam bekommt man dagegen auch, wenn man direkt vorbeischaut. Die Gegebenheiten sind in jedem Land anders, man sollte sie aber besser ungefähr kennen, bevor man seine Reise antritt: Sonst kommt es schnell zu langen Gesichtern, wenn dann das einzige passende Campervan-Modell plötzlich inselweit vergriffen ist oder die Flugtickets ein Jahreseinkommen verschlingen würden.

Wir schauen uns daher mal an, wie spontan ihr auf eurer Reise nach Neuseeland sein könnt – und wann ihr lieber brav und frühzeitig buchen solltet.

 

Lange im Voraus: unvermeidbar

Einige Dinge müssen langfristig vorgebucht oder reserviert werden, wenn ihr eine Neuseeland-Reise plant. Wenn ihr nicht im tiefsten Winter durchs Land fahren wollt, müsst ihr Flugtickets und Wohnmobil mehrere Monate im Voraus buchen und meist auch schon bezahlen.

Klar findet ihr mit etwas Glück auch kurzfristig noch Flüge oder einen passenden Campervan, aber mit ziemlicher Sicherheit wird das wesentlich teurer. Schnäppchen-Angebote machen die Vermieter im Gegenteil für Frühbucher, die sich bis zu acht Monaten vorher festlegen. Gerade die größeren Wohnmobile mit genug Platz für Kinder sind so begehrt, dass sie meist über die komplette Hauptsaison vergriffen sind (und oft sitzt dann nur ein älteres Ehepaar drin, das sich aber „den Luxus gönnen will“).

Was viele Wanderfreunde nicht wissen und was dann vor Ort zu langen Gesichtern führt: Auch einige der „Great Walks“ können und sollten schon mehr als ein halbes Jahr vorher reserviert werden. Wollt ihr begehrte und nur im Sommer bequem laufbare Wege wie den Milford Track laufen, wo die Übernachtungskapazitäten auf den Hütten begrenzt sind, heißt es jetzt (also im deutschen Frühling) reservieren!

 

Einige Wochen im Voraus: zu empfehlen

Ein familienfreundliches Motel oder Hotel, in dem ihr nach der Ankunft euren Jetlag ausschlaft und erst einmal in Ruhe im Reisemodus ankommt, solltet ihr nicht erst vor Ort suchen. Keine Angst: Sowohl in Auckland als auch in Christchurch gibt es genügend Übernachtungsplätze, so dass auch in der Hauptsaison jeder eine akzeptable Unterkunft findet. Aber so einen bis zwei Monate vorher würde ich persönlich schon gern wissen wollen, wo ich mein übermüdetes Haupt betten kann.

Für die letzte Nacht vor eurer Abreise, wenn ihr den Campervan schon abgegeben habt, braucht ihr eventuell ebenfalls noch eine Unterkunft. Reist ihr nicht gerade in der Weihnachtszeit ab, genügt es auch hier, ein paar Wochen oder Tage im Voraus nach einer Bleibe zu suchen – also schon während der Reise. Achtet darauf, dass der Flughafen von eurem Quartier aus gut zu erreichen ist. Viele Motelbesitzer bieten rund um die Uhr einen kostenlosen Shuttle-Service an.

Auch die Fähre, mit der ihr (wahrscheinlich mitsamt Wohnmobil) von der Nord- auf die Südinsel übersetzt (oder andersherum), muss nicht allzu lange im Voraus reserviert werden. Es gibt jeden Tag mehrere Überfahrten von zwei Fährgesellschaften, die sich im Angebot sehr gleichen: Interislander und Bluebridge, letztere sind ein wenig günstiger.

Seid ihr nicht felsenfest auf einen ganz bestimmten Termin festgelegt oder in der Weihnachtszeit unterwegs, könnt ihr durchaus abwarten, wie sich eure Reiseroute entwickelt, und eure Überfahrt dann einige Tage vorher reservieren. Schnäppchenpreise für Früh- ODER Spätbucher gibt es nicht, allenfalls ist die Überfahrt in der Mittagszeit ein wenig teurer als morgens oder abends. Für Vorsichtige gibt es beim Interislander (teurere) Tickets im „Easy Change“-Tarif, bei Bluebridge heißen sie „Super Sail“ und „Flexi Sail“: Die könnt ihr nach Bedarf auf einen anderen Termin verschieben oder stornieren.

 

Auch die glücklichen Campervan-Besitzer, die ihr eigenes Gefährt über Neuseelands Straßen gesteuert haben, sollten durchaus schon zwei bis drei Wochen vor ihrem Rückflug den Wiederverkauf in die Wege leiten. Was ihr tun könnt, haben wir hier beschrieben. Wer keine Lust auf solche langfristigen Verbindlichkeiten hat, kann vorsorgen und seinen Campervan bei einem Händler kaufen, der eine „buyback“-Garantie gibt. Dann heißt es wirklich: Sachen zusammenpacken, Campervan verkaufen und adé, Neuseeland!

 

Einige Tage im Voraus: für Vorsichtige und Unflexible

Wir sind von Anfang Januar bis Anfang März, also durchaus noch in der Hauptsaison, durch Neuseeland gefahren und haben in der Zeit etwa 40 Campingplätze besucht. Einmal haben wir den letzten freien Stellplatz erwischt, nämlich im vom DOC verwalteten Whakapapa Holiday Park – der ist schnell ausgebucht, weil es im Tongariro National Park nur wenige Campsites gibt. Hin und wieder war es recht voll, aber wir kamen immer unter.

Ratet mal, wie oft wir wieder wegfahren mussten, weil ein Campingplatz ausgebucht war: genau einmal. Der wunderschöne Tawharanui Regional Park in der Nähe von Auckland ist an Wochenenden auch Ende Februar noch knackevoll. Das macht aber nichts, denn in der Umgebung gibt es noch zig weitere schöne Campsites.

Die Faustregel lautet also: Einige Tage vorher einen Platz zu reservieren, ist in der absoluten Hochsaison (Weihnachtsferien!) und rund um Auckland generell an Wochenenden empfehlenswert, wenn ihr einen speziellen Campingplatz im Auge habt oder mit kleinen Kindern im Gepäck nicht lange suchen wollt. Auch außerhalb der Hochsaison sind einige Campingplätze in Alleinlage schnell voll: Das gilt nicht nur für Whakapapa und Ohakune, sondern auch für begehrte stadtnahe Plätze wie den Wellington Motorhome Park. (Auch hier hatten wir jedoch keine Probleme, spontan einen Platz zu bekommen.)

Eine weitere Sache, die man besser ein wenig im Voraus bucht, sind Aktivitäten wie geführte Wanderungen, Helikopterrundflüge, Sea Kayaking oder Whale Watching. Hier ist es meist nur in der Nebensaison möglich, spontan an Bord zu springen – wenn ihr einen straffen Zeitplan habt oder mit kleinen Kindern auf eine bestimmte Tageszeit festgelegt seid, kann eine Reservierung sinnvoll sein.

Im Abel Tasman National Park sind Aqua Taxis die einzige Möglichkeit, die verschiedenen Buchten zu erreichen: Hier ist es ebenfalls sinnvoll, am Vortag oder noch früher seine Fahrt zu buchen – die kleinen Boote sind zwar zahlreich, aber schnell voll.

Ruft einfach am Vortag in der örtlichen i-Site oder direkt beim Veranstalter an, oft kann man auch über die Website reservieren oder sich an der Rezeption der Campsite helfen lassen.

Und schließlich ist es zwar nicht ideal, aber nicht anders möglich: Erst nach der Ankunft in Neuseeland könnt ihr daran gehen, euch einen Campervan zu kaufen. Mehr als ein paar Tage, maximal eine Woche Zeit sollte dafür nicht draufgehen, damit ihr keine Reisezeit verschwendet. Ein wenig Recherche könnt ihr schon zu Hause betreiben, aber der eigene Blick auf die Karosse und den Motor ist nicht zu ersetzen.

Weltwunderer Aqua Taxi Abel Tasman NP

Das Aqua Taxi im Abel Tasman National Park wartet nicht

 

First come, first serve: für Entspannte

Ein Großteil der wunderschönen und abgelegenen DOC Campsites kann überhaupt nicht reserviert oder vorgebucht werden: Hier heißt es, wer zuerst da ist, der hat den besten Stellplatz.

(Beim Reisen mit Campervan ist das immer ein wenig problematisch, wenn man zwar den Campingplatz behalten, aber einen motorisierten Tagesausflug machen will. Wer seinen Stellplatz verlässt, kann zwar versuchen, ihn mit Handtüchern, Zweigen oder einer Notiz freizuhalten, aber neue Gäste sind nicht verpflichtet, dies zu beherzigen – und werden das vor allem in der Hauptsaison, wenn die Plätze knapp sind, wohl auch nicht tun!)

Auch fast alle privat geführten Holiday Parks sind außerhalb der Weihnachtszeit auf „Laufkundschaft“ eingestellt – fahrt einfach hin, schaut euch das Gelände an und sagt dann in der Rezeption Hallo. Sollte es wirklich einmal nicht passen, wird man gern für euch auf nahe gelegenen anderen Campsites anrufen und nach Kapazitäten fragen.

Viele touristische Angebote und Aktivitäten wie Bootstouren oder Führungen stehen natürlich ebenfalls jedem Besucher offen, der sich rechtzeitig vor Beginn oder Abfahrt einfindet.

So beruhigend eine gute Reiseplanung auch ist: Sie schränkt euch ein. Erlebnisse, die auf spontanen Entscheidungen beruhen, sind doch sowieso immer die besten, gell? Legt euch also nicht zu sehr fest, bucht und reserviert nur das Nötigste und habt den Mut, auch mal etwas auf euch zukommen zu lassen.

In Neuseeland ist das gar nicht gefährlich: Es wird immer jemanden geben, der euch hilft, der euch jemanden vermittelt, den er kennt, oder der euch notfalls auch zu sich nach Hause einlädt – versprochen!

1 Kommentar

  • Ich versuche so früh wie möglich eine Reise und das passende Hotel zu finden. Bei meinem letzten Urlaub, habe ich bereits auf dem Rückweg den nächsten Urlaubsort ausgesucht und gebucht. Dem Internet sei Dank, das es so viele Möglichkeiten gibt, seine Reise zu planen.

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