Milford Sound – der Wahnsinn…

Wir dachten ja, uns kann so schnell nichts mehr beeindrucken. Aber die extrem steil von Meeresniveau in die Höhe steigenden Gipfel des Fiordland National Park aus schwarz glänzendem, von unzähligen kleinen Wasserfällen überspültem Fels, bewachsen mit wild wucherndem Bergregenwald in unzähligen Grünschattierungen, die an jeder Straßenbiegung ein neues atemberaubendes Panorama eröffnen, ließen uns echt die Kinnladen nach unten klappen. „Scenic view“ ist hier eine echte Untertreibung.

NZ Diashow 105 von 372 2 Milford Sound   der Wahnsinn...Nach fast 100 km stößt die sich windende Straße schließlich auf eine riesige hohe Steilwand und scheint zu Ende zu sein – aber nein, da öffnet sich der winzige Homer Tunnel, der so klein und unbearbeitet aussieht, als wäre er mit Hammer und Meißel aus dem Fels gehauen worden. Tatsächlich hat es 20 Jahre gedauert, ihn zu bauen; das muss 1934 kein Spaß gewesen sein. Auf der anderen Seite, nach einer eineinhalbspurigen, unbeleuchteten Durchfahrt (Tempo 100 ist erlaubt…) warten schon die neugierigen Keas und zuppeln alles aus dem Auto heraus, was nicht angebunden ist. Und schließlich eröffnet sich zwischen den schroffen Steilwänden eine lauschige kleine Bucht… in der Massen von Reisebussen auf riesigen Parkplätzen ihre Fracht auf große, voll verglaste Schiffe abladen, die eines nach dem anderen die zehn wichtigsten Stationen des Milford Sounds ansteuern.

IMG 0101 Milford Sound   der Wahnsinn...Familie Weltwunderer ist zum Glück, ganz wie es ihrer Gewohnheit entspricht, erst sehr spät angereist, als das Besucherterminal schon in den letzten Zügen lag, und so eine sehr günstige Rundfahrt auf einem kleinen Schiff mit wenigen Mitreisenden gemacht. Und was soll ich sagen – es war der Wahnsinn! Zwei Stunden vergingen wie im Flug, die Kinder haben sich nicht gelangweilt, es gab Kaffee für umsonst und wir konnten trotz strahlenden Sonnenscheins herrliche Wasserfälle bewundern, die sich direkt über uns ergossen – aber von so weit oben, dass sie unten nur als feiner Sprühnebel ankamen. Dazu gab es die obligatorischen Seehunde, die wie dicke braune Nacktschnecken auf jeder glatten Felsoberfläche lagen und schliefen (sie jagen nämlich nachts und schlafen dann tagsüber, damit man sie besser sehen kann). Fazit: Diese 60 NZ$ pro Person (Kinder bis fünf Jahre fahren umsonst – klar, dass die Weltwundertochter erst fünf ist, ne?) waren sehr gut investiert.

NZ Diashow 112 von 372 Milford Sound   der Wahnsinn...Gekrönt haben wir den Tag mit einer Übernachtung auf einem DOC-Campingplatz mitten im Fiordland National Park. Die Regierung bzw. das Department of Conservation betreibt diese sehr günstigen und rudimentären Campingplätze, auf denen es meist nur ein Plumpsklo und eine Feuerstelle, mitunter auch Duschen mit Kaltwasser gibt und die ansonsten in unberührter Natur stehen, wahrscheinlich um die Leute vom Freedom Camping abzuhalten, wo sie über kurz oder lang alles verdrecken würden (räusper; wir verhalten uns beim Freedom Camping natürlich immer vorbildlich!).

Am leise murmelnden Cascade Creek auf einer Bergwiese inmitten von Regenwald spielten die Kinder am Flüsschen „arme Leute“ und kochten Blättersuppe, der Vater entfachte ein Feuer mit Pinienholz und backte (buk?) Stockbrot und des Nachts bewunderten wir am glitzernden Sternenhimmel die Milchstraße…

NZ Diashow 116 von 372 Milford Sound   der Wahnsinn...Nach diesem perfekten Tag, der statistisch gesehen sehr unwahrscheinlich war (hier regnet es nämlich an 350 Tagen im Jahr!), musste das Wetter ja schlechter werden; tat es auch, weshalb wir heute die Milford Road in ihrem „Normalzustand“, also wolkenverhangen und nass, erlebt haben.

Aber: Auch das ist sehr beeindruckend; unzählige Wasserfälle stürzen die Berghänge herab, die kleinen Flüsschen sind auf einmal richtige Flüsse und zwischen den dicken grauen Wolkenfetzen lugt immer mal wieder überraschend ein schneebedeckter Gipfel hervor. Weltwundermann und -tochter sind beim Hochkraxeln zu einem Schneefeld, das überraschend viel weiter weg war, als es von unten schien, klitschnass geworden…

NZ Diashow 121 von 372 Milford Sound   der Wahnsinn...

Den eigentlich geplanten Key Summit Walk mussten wir wegen des schlechten Wetters leider ad acta legen und sind zurück in den Fiordland Great Views Holiday Park in Te Anau geschlichen, wo es sich bei schlechtem Wetter doch besser aushalten (und waschen! und kochen!) lässt. Am nächsten Tag ging es dann bei anhaltendem Regen weiter nach Queenstown

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2 Responses to Milford Sound – der Wahnsinn…

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