Reisetipps für Vietnam Vietnam

Mjamm, mjamm – Essen in Vietnam

Vietnamesisches Essen – der Hauptgrund, warum wir das Land als Reiseziel ausgewählt haben (und unsere Kinder übrigens auch!). In diesem Post erzählen wir, warum Vietnam auch in Essensfragen ein ausgesprochen kinderfreundliches Land ist, welche Gerichte ihr nicht verpassen solltet und worauf ihr achten müsst, um Montezumas Rache zu entgehen.

Lecker Pho

Lecker Pho

Vietnams Küche ist ungemein vielfältig und interessant – hier finden sich Einflüsse aus China, Thailand und Korea, aber auch aus Frankreich (ehemalige Kolonialmacht) und natürlich modernes Fastfood imported from Staatsfeind good friend USA. Auch für heikle Esser finden sich hier viele Dinge zum Probieren: milde, klare Nudelsuppen mit deutlich zu identifizierenden und vor allem einzeln hinzufügbaren Zutaten und fluffig-weiche Baguettes mit herzhaftem Belag, um nur einige zu nennen.

Der Webtipp schlechthin zu dem Thema: „The Dropout Diaries“ – Barbara, eine Australierin mit Wohnsitz und Familie in Saigon, bloggt hier regelmäßig aus ihrem kulinarischen Alltag in der vietnamesischen Großstadt und zeigt dabei ein leckeres Gericht nach dem anderen, das man probieren sollte (und sagt, wo man es finden kann!).

Für Fortgeschrittene veranstalten Barbara und ihr Mann sogar Food-Tours durch Saigon, die sehr familienfreundlich sein sollen (kein Wunder, die beiden haben selbst eine kleine Tochter). Leider hat sich Barbara erst einige Wochen nach unserem Saigon-Aufenthalt zum Launch ihres kleinen Geschäfts entschlossen – sehr, sehr schade!

Hmm, frische Kräuter!

Hmm, frische Kräuter!

Was isst man in Vietnam?

Hier können wir nur eine kleine Auswahl nennen; zig mehr tolle Gerichte (aber immer noch nur eine kleine Auswahl) finden sich in Barbaras Blog.

Pho“ ist die ubiquitäre Nudelsuppe, für die Vietnam berühmt ist. In einer Brühe mit einem Spritzer vietnamesischer Fischsauce („nuoc mam“) schwimmen dünne Reisnudeln. Daneben liegen mundgerechte Stücken von Huhn („ga“) oder Rind („bo“), Bohnensprossen, zig Kräuter, Limetten, Chili und andere Zutaten zum selbst hineinwerfen (oder draußenlassen) bereit. Das Fleisch sollte noch roh sein, es wird in der heißen Brühe gerade richtig gegart. Viele Vietnamesen essen Pho zum Frühstück, aber eigentlich passt es zu jeder Tageszeit.

Bún Cha“ ist ein Gericht aus mariniertem Schweinefleisch an Reisnudeln (die oft mit der Schere portioniert werden) und einer Beilage aus fritierten, knusprigen Krabben-Pastetchen („Nem Cua Be“). Fanden wir toootal lecker, die Kinder unverständlicherweise gar nicht.

Als „Bo Bia“ (Variante: „Gui Cuon“) werden die vietnamesischen Frühlings- bzw. Sommerrollen bezeichnet, die in hauchdünnes, transparentes Reispapier gewickelt sind. Der Witz sind die Wurstscheibchen, die man durch das Papier sieht; dahinter verbergen sich noch Shrimps, Gemüse, Reisnudeln, viele herbe Kräuter und auch Erdnüsse. Das Ganze wird als Snack für Zwischendurch in verschiedene Soßen gedippt und mit den Fingern gegessen – welches Kind mag das nicht?

Tipp: Das Reispapier wird schnell hart und zäh, wenn die Frühlingsrollen an der Luft liegen. Lasst euch also keine fertigen Rollen andrehen (haha), sondern kauft immer nur solche, die frisch für euch zubereitet werden!

Hmm, getrockneter Fisch!!

Hmm, getrockneter Fisch!!

Über „Banh Mi“ staunen viele Touristen: echte Baguettes in Südostasien?? Na ja, so richtig französisch schmecken sie meines Erachtens nicht – da fehlt Salz im Teig und die Rinde ist nicht ganz so knusprig -, und der Belag, den Vietnamesen bevorzugen, lässt die Erinnerung an zu Hause gänzlich verblassen: „Banh Mi“ werden mit vietnamesischer Leberpastete, Wurst, Hühnchen und/oder Tofu belegt, dazu Gurke, Chilies und viele frische Kräuter. Schmeckt überraschend anders, aber sehr gut!

Tipp: Wer zum Frühstück unbedingt Brot braucht, kann ein „Banh Mi Trung“ probieren, dann ist es mit Butter und Rührei oder Spiegelei belegt.

„Ca Phe Sua Da“ ist ein ganz besonderes Leckerchen, das hier erwähnt werden muss, obwohl es ein Getränk ist: Der vietnamesische Kaffee ist eine einzigartige Spezialität und verdammt lecker – besonders für alle, die es gern süß mögen. Unbedingt probieren!!

Ca Phe Sua Da - ein Gedicht!

Ca Phe Sua Da – ein Gedicht!

Wie isst man in Vietnam?

Ganz einfach: überall. Tatsächlich ist es in Vietnam einfacher, etwas zu essen zu finden, als einen Parkplatz für sein Moped. Jeder Meter Fußweg, der nicht zugeparkt ist, wird bei Tagesanbruch mit klitzekleinen Schemeln und Tischen besetzt, an denen die Kunden der typisch asiatischen Garküchen für eine schnelle Suppe Platz nehmen. Gegessen wird mit Stäbchen oder mit den Händen.

Wie in ganz Südostasien üblich, bieten die meisten Köche und Köchinnen nur ein bis zwei Gerichte an. In Vietnam sind diese meistens ausgeschildert – mit ein wenig Übung weiß man bald, was man erwarten kann.

Achtung: Gerade in den touristisch beliebten Gegenden solltet ihr an solchen Garküchen ohne Speisekarte vorher über den Preis des Essens verhandeln; leider wird man auch als essender Gast nur allzuoft abgezockt. Eine Speisekarte schützt davor übrigens nicht automatisch; schaut genau hin, ob einheimische Gäste dieselbe Karte gereicht bekommen (höchstwahrscheinlich nicht) und verhandelt trotzdem immer um den Preis! Wir waren sehr überrascht, dass wir unsere Bestellung häufig ohne Probleme nur für die Hälfte des angegebenen Preises bekamen – wer zu viert auftaucht, bietet ja auch so schon eine erkleckliche Einnahmequelle.

Straßenrestaurant in Saigon

Straßenrestaurant in Saigon

Mäkel-Alarm?

Gerade in den ersten Tagen oder bei schlechter Stimmung (denn Reisen ist nun mal oft Stress) sind viele Kinder nicht in der Lage, sich auch noch auf exotisches Essen einzustellen. In diesen Momenten braucht man als Eltern Verständnis – und muss im Notfall noch schnell im Supermarkt eine Packung Kekse kaufen. In den größeren Städten Vietnams gibt es immer zahlreiche „Western Style Restaurants“; die Qualität lässt hier allerdings oft sehr zu wünschen übrig und das Essen kostet ein Vielfaches.

Wir haben unseren Kindern in der Regel lieber angeboten, ein ganz einfaches Gericht wie „Fried Noodles“ oder „Fried Rice“ oder gar „Plain Rice“ zu bestellen; zusammen mit ein paar interessanten Häppchen von unseren Tellern sättigte das ausreichend, der Rest Hunger wurde mit frischem Obst vom Markt und Baguettes (ohne Belag) aus dem Supermarkt getilgt. Die Dropout Diaries berichten außerdem von vietnamesischen Pommes frites („French Fries“), die statt rot-weiß mit einem Dip aus geschmolzener Butter und Zucker serviert werden. Na, wenn das nicht lecker klingt…?

Alle dürfen mal probieren - Mermaid Restaurant in Hoi An

Alle dürfen mal probieren – „Mermaid Restaurant“ in Hoi An

Aua, aua…

Viele Reisende leiden sehr unter Verdauungsproblemen, besonders in den ersten Tagen nach der Ankunft. Obwohl wir dieses Problem in Vietnam gar nicht hatten, möchten wir doch ein paar Worte dazu verlieren:

Nicht immer ist verdorbenes Essen schuld, wenn der Bauch zwickt und der Klogang länger dauert. Manchmal wird so etwas einfach durch die Umstellung in der Ernährung, in den Zutaten oder auch in der Zeitverschiebung und die Klimaumstellung verursacht. So lange keine Bauchschmerzen, Koliken oder Erbrechen damit einhergehen, ist das ganz normal und geht nach zwei bis drei Tagen von selbst vorbei. So lange solltet ihr erst einmal „plain rice“ oder Baguette essen. Und natürlich viel trinken (keine Cola, das ist Quatsch)!

Die goldenen Regeln sind dieselben wie in anderen Reiseländern auch:

  • Am besten gut besuchte Restaurants und Garküchen wählen, wo die Zutaten nicht lange (ungekühlt) herumliegen, bevor sie verwendet werden
  • frisches Obst gut waschen (mit Trinkwasser aus Flaschen!), besser schälen
  • keine frisch aus Blöcken geschlagenen Eiswürfel in Getränken akzeptieren; industriell hergestellte (die runden mit dem Loch drin) sind okay

Generell härtet man den Magen am besten ab, indem man so viel „local food“ wie möglich isst. Vietnamesen sind sehr gesundheitsbewusst und Garköche achten durchaus darauf, nur hochwertiges Essen zu verkaufen – man will ja schließlich, dass die Gäste wiederkommen. (Bei Restaurants für Touristen kann das allerdings anders aussehen: Hier ist es nach vietnamesischer Mentalität egal, wie das Essen sich auswirkt, Hauptsache man kann erst einmal Geld damit verdienen …)

Mutig: Das bekommt man, wenn man ein Bananenblatt-Päckchen kauft

Mutig: Das bekommt man, wenn man ein Bananenblatt-Päckchen kauft (und öffnet)

7 Kommentare

  • Wir lieben Asien, besonders auch wegen des Essens. Das Essen ist so schmackhaft und abwechslungsreich. In Vietnam waren wir noch nicht, aber dein Bericht weckt wieder unser Interesse und ich werde mich gleich mal durch weitere Berichte wühlen. Macht weiter so 🙂

    Lg, Nina

  • Liebe Jenny
    toller Reim im Titel 🙂 Tatsächlich hatten wir aber in Vietnam mit das beste asiatische Essen. Unvergessen bleiben die HotPots mit frischen Scampis aus Nha Trang oder der frittierte Fisch mit zig Kräutern im Cha Ca LaVong in Hanoi. Das ist soo lecker. Und wie ich mich in die Pho verliebt habe, da gibt es übrigens im deutschen Supermarkt eine recht gute Annäherung von Natsu von, die hol ich mir manchmal als Lunch.
    LG Annika

  • Da läuft einem ja das Wasser im Munde zusammen… zumindest 75% der Familie liebt ja asiatisches Essen, und trotzdem haben wir es immer noch nicht nach Asien geschafft. Vietnam klingt verlockend und stand auch schon mehrmals zur Debatte…
    Jedenfalls würde ich gerne einige von euch beschriebenen Leckereien mal vor Ost ausprobieren!!
    LG
    Hartmut

    • Lieber Hartmut,

      „asiatisches Essen“ an sich gibt es ja gar nicht, die Unterschiede sind z.T. schon innerhalb eines Landes gewaltig. Und unsere eigene Erfahrung hat uns gelehrt, dass vietnamesisches Essen in Deutschland gaaanz anders schmeckt als in Vietnam – was unsere Kinder sehr enttäuschte. (Wir fanden es sogar noch leckerer…)
      Wenn ihr noch nie in Asien wart, würde ich euch Vietnam aber nicht als Einstieg empfehlen, da ist Thailand oder Kambodscha weitaus lohnender (und es gibt auch viel leckeres Essen)!

  • Für mich wirkt die asiatische Küche überall sehr ähnlich, was vermutlich ein großer Irrtum ist. Ich kenne allerdings außer Singapur, Indonesien und den Malediven keine anderen Regionen und dort hauptsächlich Hotelküchen. . aber ich leibe diese wunderbaren Märkte, mit ihrer Farbenpracht und den vielen exotischen Lebensmitteln und manchen Dingen, von denen ich lieber nicht wissen möchte , was es genau ist. Liebe Grüße, Claudia

    • Die Märkte sind das Beste – da kann man überall naschen und probieren, und oft bekommt man auch überhaupt erstmal gezeigt, wie man ein Lebensmittel öffnet und isst 😉 Die gruseligen Erfahrungen wie gegrillte Käfer oder geröstete Entenschnäbel gehören zum Thrill absolut dazu! 😉

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