Unterkünfte Where to go in NZ

Motel Review: Wetland View Park in Golden Bay

Campingplätze sind ja gut und schön, aber zwischendurch braucht (fast) jeder mal eine Pause vom Campervan-Leben – sei es wegen einer hartnäckigen Schlechtwetterfront oder auch nur, um sich mal etwas Privatsphäre zu gönnen. Deshalb stellen wir heute zur Abwechslung mal ein Motel vor.

Disclaimer: Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag unseres Lesers Christian, der zurzeit mit seiner Familie ein Jahr in Motueka nahe der Golden Bay, verbringt. Auch die Fotos wurde von ihm zur Verfügung gestellt. Danke, Christian!

Nach fast acht Monaten in Neuseeland haben wir auf unseren Reisen durch das Land wirklich viele verschiedene Arten von Unterkünften gesehen. In all der Zeit haben wir kein einziges Motel gesehen, das wir als „genial“ oder auch nur „sehr gut“ eingestuft hätten. Ich war tatsächlich kurz davor, einmal über die wirklich schrecklichen Motel-Standards in diesem Land zu bloggen.

Die meisten Motels (egal wie teuer) in Neuseeland sind schon ziemlich alt und angeschlagen, unter vielen Duschen muss man im Kreis springen, um nass zu werden, in einigen wird man abgezockt über den Internetanschluss, der Extra-Gebühren kostet, wenn man nur seine E-Mails abrufen will. In vielen stehen viel zu laute Kühlschränke direkt neben dem Bett und in den meisten herrscht ein wirklich widerlicher Geruch, entweder nach „Was könnte das nur sein?“ oder nach sehr starken chemischen Reinigungsmitteln.

Letztes Wochenende war das Wetter sonnig, so dass wir beschlossen, wieder einmal die Golden-Bay-Gegend zu erkunden und nach Orten zu suchen, die wir noch nicht gesehen haben. Freunde schlugen uns das Westhaven Inlet vor, das nicht weit entfernt von der berühmten Farewell-Spit-Landzunge liegt (den Info-Point dort sollte man übrigens tunlichst vermeiden – das ist eine Touristenfalle, die Gebühren für die Benutzung ihrer Toilette nimmt!).

Mangarakau Beach (c) Christian

Mangarakau Beach (c) Christian

Also buchten wir für eine Nacht ein Zimmer im „Wetland View Park„. Der Name ließ einen großen Motel-Komplex erwarten, aber zu unserer Überraschung kamen wir zu einem typischen Landhaus mit einem riesigen Gemüsegarten, das neben zwei Gebäuden im Zelt-Stil in der Mitte von Nirgendwo stand – genauer im Kahurangi National Park, in einem der größten Sumpfgebiete der Südinsel.

Auf der Straße zum Farewell Spit biegt man kurz nach der kleinen Ortschaft Pakawau links ab. Danach geht es 30 km über das Westhaven Inlet. Ungefähr 2 km nach dem Dorf Mangarakau kommt der Abzweig zum Motel – noch ein weiterer Kilometer auf der Snake Creek Road.

Diese Unterkunft liegt auf jeden Fall abseits der touristischen Route, aber die Anfahrt über die vielen Bäche und Flüsschen des Inlets und der Ausblick vom Knuckle Hill sind jede Minute wert. Die Gastgeber, Sally und Gill, luden uns nach Sonnenuntergang zu einem ganz besonderen Schmankerl ein: Sie zeigten uns ihren gut versteckten Schatz, ein winziges Quellflüsschen mit Süßwasserkrebsen und Wetas in einer Grotte voller neuseeländischer Glow-worms. Ein tolles Erlebnis!

Wir genossen die absolute Dunkelheit, die in dieser Gegend nachts herrscht, und schauten uns auf dem Boden liegend die Sterne an (die Kinder sahen ihre erste Sternschnuppe aller Zeiten!), weit weg von jeder größeren Siedlung.

Am folgenden Tag genossen wir den Spaziergang über einen kurzen, etwa einen Kilometer langen Fußweg, den die Gastgeber angelegt haben, über ein Flachsfeld, durch einen Manuka-Wald und ein wenig neu gewachsenen Urwald zu einem Aussichtspunkt, von wo man einen herrlichen Ausblick über das Mangarakau Wetland hat.

Wetland View Park (c) Christian

Wetland View Park (c) Christian

Diese Unterkunft hatte alles, was wir auf unseren vielen Reisen so sehr vermisst haben:

  • geräumige, saubere und schöne Zimmer mit ausgezeichneten Betten
  • eine Dusche mit gutem Wasserdruck
  • eine Kochgelegenheit und einen nicht allzu lauten Kühlschrank
  • Gastgeber, die uns das Gefühl gaben, wirklich willkommen zu sein
  • Gastgeber, die ihren Gästen jeden Wunsch von den Augen ablesen, sie herumführen, ihnen Geschichten über die Gegend erzählen und mit allem helfen, was man braucht

Ja, wir haben endlich das Motel gefunden, das das Etikett „AWESOME“ verdient!

In die Chalets passen bis zu sieben Personen; Kinder unter 3 Jahren zahlen nichts. Pro Nacht kostet ein Chalet für zwei Personen 120 bzw. 140 NZ$ (in der Hochsaison vom 15.12. bis 29.2. 150 bzw. 175 NZ$), jede weitere Person zahlt 20 NZ$ pro Nacht dazu.

Jedes Chalet kommt mit voll ausgestatteter Küche und BBQ, aber man kann sich auch bekochen lassen: entweder privat im Wohnzimmer des Chalets oder gemeinsam mit den Gastgebern im großen Haus.

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