Vietnam Vietnam/Kambodscha

Mui Ne – Sonne, Sand und … Schlittenfahren?!

Nicht zu glauben – wir sind seit zwei Tagen am lang ersehnten Meer und waren noch nicht ein einziges Mal drin baden…

Sunset Mui Ne  BeachDas hat zwei Gründe: Erstens ist unser schickes Hotel „Mui Ne Hills“ hoch über der Bucht mit gleich zwei Pools ausgestattet, so dass wir gar keinen Anlass haben, uns mit Salzwasser zu benetzen. Der deutsch-niederländische Besitzer hat zwei Kinder, die momentan ihre Sommerferien hier verbringen, was für unsere Kinder wiederum ein starkes Argument zum Hierbleiben ist.

Mui Ne Hills

Zweitens ist der Strand in Mui Ne, obwohl der Ort als einer der schönsten Badeorte Vietnams gilt, nicht wirklich der Hit; nur bei Ebbe wirklich vorhanden, da die Strömung in der Bucht große Teile des Sandes abgetragen hat, welche wiederum zwar Kitesurfer-, aber nicht unbedingt kinderfreundlich ist, außerdem streckenweise verseucht mit Sandflöhen, die fies beißen, sowie großzügigen Ansammlungen von Müll. Ob der nun aus China angeschwemmt oder lokal produziert wird – beides ist sehr wahrscheinlich.

Mit Umweltschutz und Sauberkeit ist es hier in Asien generell nicht weit her; zum normalen Essverhalten in Restaurants, Bussen usw. gehört es zum Beispiel, den Müll einfach auf den Boden zu werfen. Außerhalb der eigenen vier Wände (die peinlich saubergehalten werden) interessiert es niemanden, wie es aussieht.

Am Wochenende, wenn die Vietnamesen aus Saigon hier einfallen, leidet der europäische Urlauber außerdem am „Clash of Cultures“: Asiaten verstehen unter einem gelungenen Urlaub nun mal etwas ganz anderes als wir. Dazu gehört vor allem das lärmende Auftreten in organisierten Gruppen und das Befriedigen von deren Bedürfnissen durch fliegende Händler, die gepflegtes Strand-Liegen unmöglich machen. Das muss man wissen, wenn man kein Hotel mit Privatstrand hat – und es gehört ja auch zum Kennenlernen eines Landes, finden wir.

Wir haben den gestrigen Tag und das Wiedersehen mit unseren deutschen Reisefreunden genutzt, um eine flotte Moped-Partie zu unternehmen – und nun löse ich auch das Rätsel aus der Überschrift auf! Es ging nämlich mit Knattern und Hupen (das macht man hier so) und wackelndem Helm (von Tragekomfort und Sicherheit her ungefähr so, wie wenn man sich ein Nudelsieb auf den Kopf schnallen würde – aaahhh…) erst zum „Fairy Stream“, wo wir uns á la vietnamese mitsamt Klamotten in einen pi-warmen Wasserfall stürzten, und dann zu den roten Sanddünen, für die Mui Ne berühmt ist.

Mui Ne Fairy Stream

Direkt an der Straße liegt ein riesiges Gebiet voller rotem Sand, der sich tatsächlich zu Sahara-ähnlichen Dünen türmt; nur dass man am Horizont das Meer sieht, verdirbt ein wenig den Eindruck. Die geschäftstüchtigen Vietnamesen vermieten hier Plastikstücke als Schlitten an die Touristen (am Fairy Stream passen sie gegen Geld auf Schuhe auf oder führen einen die knifflige Strecke durch das Flussbett, das man ja wirklich leicht verfehlen kann…).

Unser Schlittenvermieter, der höchstens zehn Jahre alt war, erwies sich als Volltreffer, der die Kinder professionell zum Rodeln anleitete, ihnen alle Tricks und die besten Pisten zeigte und sogar johlend mitrutschte. Das war ein toller Tag, an dessen Ende wir wie panierte Schnitzel aussahen – erst komplett durchnässt und dann in rotem Sand gewälzt.

Mui Ne Red Sanddunes

Ach ja, und Mopedfahren fetzt!

6 Kommentare

  • Liebe Weltwunderer,

    eure Berichte machen wieder richtig lust selbst die Welt zu erkunden! Vielen Dank dafür!
    Leider geht es bei uns dieses Jahr „nur“ nach Italien und auch die nächsten Jahre werden unsere Reisen etwas kleiner ausfallen weil wir ein Haus planen. Aber vielleicht schaffen wirs ja immerhin zu meinen Eltern nach NZ 😉
    Ich bzw. Wir wünschen Euch noch einen super schönen Urlaub und ganz viele tolle Erlebnisse!!!!

    Viele Grüße

    Steffi & Alex

    • Nee, jetzt machen wir erstmal Meter und fahren gleich weiter nach Hoi An, Weltkulturerbe und so… Ist ja schon die Hälfte des Urlaubs vorbei, Hilfe!!

  • hach ja, auch wieder aufregend! dass du mit einem solchen helm tatsächlich unterwegs gewesen bist, mag ich gar nicht glauben, aber gut, wenn’s alle so machen :-). seid ihr jetzt selbst gefahren oder wart ihr „hintendrauf“-fahrer?
    gestern hatten wir hier übrigens 36 grad und dazu eine drückende Schwüle – fast wie bei euch ? dabei sehen eure fotos immer recht sonnig aus… ich drück euch!

    • hm, jetzt hab ich grade mal gekuckt wo ihr so seid, ihr seid ja noch da ganz unten! habt ihr ja noch einige kilometer vor euch, wa ? 🙂 aber is ja auch noch bisschen zeit…

    • Ich sage dir – „normal“ ist hier Fahren ohne Helm und nachts natürlich auch ohne Licht. Dafür IMMER mit Atemschutzmaske und Handschuhen; weil’s schee macht 😉 Und: Wir sind natürlich stolze Selbstfahrer.

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