Gut zu wissen

Musiktipp: Neuseeland total chilled-out

Ein Blog ist ja in der Regel eher bild- und wortlastig; Töne und Musik spielen bei der Reiseberichterstattung eine eher geringe Rolle. Das ist schade, denn die Erinnerungen an ein Land bestehen oft zum großen Teil eben aus: Musik, die man im Autoradio gehört hat; Ohrwürmer, die man gemeinsam gesungen hat; Bands, die man entdeckt hat. Eine solche stelle ich euch heute vor – ganz entspannt, bro.

Kora

Unterwegs in Neuseeland will man ja doch die Gelegenheit nutzen und auch etwas von der lokalen Musikszene mitnehmen. Im Radio wird man dabei selten fündig – das neuseeländische Radio gehört ja bekanntermaßen zu den wenigen Dingen, die hier noch schlechter sind als im Raum Dresden. Daher liefen in unserem Autoradio den Großteil der Fahrtzeit Konserven von zu Hause: Electro und Trip Hop, unterbrochen hin und wieder vom „Herr der Ringe“-Soundtrack und Reinhard Lakomy.

Unsere „Entdeckung“ machten wir auf einem kleinen, verblassten Poster (siehe unten) am Schwarzen Brett einer Superette in Tairua: Kora, eine Reggae-Dub-Band, die auch mal ein bisschen Rock und neuerdings Funk in ihre Songs mischt. Leider hatten wir das Event knapp verpasst. 🙁

Kora Nikau Rhythm Coroglen 2010

 

Typisch Neuseeland: Von den fünf Kora-Jungs sind vier Brüder, der fünfte im Bunde (und der einzige, der nicht singt) ist Dan McGruer. Schon die erste EP von 2004, „Volume“, erreichte Platin-Status, das Debut-Album „Kora“ hat sich bis heute fast 40.000 mal verkauft. Letzten Herbst ist „Light Years“ erschienen und sofort auf Platz 1 bei iTunes geschossen, obwohl kaum Werbung dafür gemacht wurde.

Das neue Album klingt ein ganzes Stück anders als die Stücke vorher – wesentlich weniger Reggae und Dub, wesentlich mehr Electro und, ähm, Disco. Ein Stück weit fühle ich mich sogar an die BeeGees erinnert. Aber fetzig!

Am besten ist es natürlich, „Kora“ live zu sehen – die Maori-Jungs aus Whakatane sehen nämlich außerordentlich nett aus und rocken ganz schön, wie uns Groupies Freundinnen berichteten. Mit ein bisschen Glück kann man die Band jedes Jahr auf den gängigen kleinen und großen Festivals in Neuseeland und Australien sehen; im Dezember 2012 sind sie zum Beispiel beim „Coromandel Gold“ aufgetreten, Anfang Februar 2013 waren sie in Queenstown beim Shotover Sunshine Festival. Aber auch in Australien und Europa (jaha!) hat man eine Chance.

Also, wenn ihr grad in „godzone“ unterwegs seid, haltet die Augen und Ohren offen. Vielleicht spielen „Kora“ ja im nächsten Pub?

Wer mal reinhören will, ohne zu kaufen – einfach bei YouTube „Kora“ eingeben. „Story ain’t over“ ist der aktuelle Hit, „On my Mind“ ist ein Klassiker und mit „Politician“ landeten die Jungs ihren ersten Hit.

Kennt ihr „Kora“? Was sind eure Lieblingsbands aus Neuseeland? Und welche Musik verbindet ihr mit „godzone“?

1 Kommentar

  • Hallo Weltwunderfrau,
    bei meiner Reise über den Jahreswechsel 2011/2012 lief im NZ-Radio (auch wenn es nicht besonders gut ist habe ich doch immer wieder reingehört) sehr häufig Kimbra. Solo (z.B. Settle Down) aber auch das Lied mit Gotye „Somebody That I Used to Know“.
    Ihre Stimme und die Lieder werden für mich ewig mit dieser Reise verbunden bleiben.
    Witzig war, dass ich mir aus der Godzone ihr aktuelles Album mitgebracht habe und als ich dann zurückkam, lief Kimbra mit Gotye hier im deutschen Radio rauf und runter. Es soll dann auch das meistgespielte Lied im Jahr 2012 gewesen sein. (bin mir aber nicht sicher, ob das nur für den WDR gilt oder bundesweit).
    Ich dachte eine Rarität und Geheimtipp mitzubringen und dann sowas 😉
    Viele Grüße
    Bernd

Hier kommt deine Meinung rein.