Anreise: Rund ums Fliegen

Mythbusting – 10 „Fakten“ über das Fliegen mit Baby und Kind, die Blödsinn sind

Nach zahllosen Online-Diskussionen und (zähneknirschend) nett formulierten Versuchen, Eltern davon zu überzeugen, dass ein eigener Sitzplatz im Flugzeug das Sicherste für ihr Baby oder Kleinkind ist, muss der ganze Frust mal raus – über geldgeile Airlines, selbstherrliches Bordpersonal und VOR ALLEM über die ach so gut Bescheid wissenden Internet-Eltern. Wir klären auf über zehn weitverbreitete Irrtümer zum Fliegen mit Baby und Kindern.

1 Flickr_andrechinn

© Flickr/andrechinn

„Wenn was passiert, sind wir eh alle tot.“

Aha, da weiß also jemand supergut Bescheid über die Flug-Unfallstatistiken. Das Luftfahrtbundesamt, der TÜV Rheinland und das amerikanische National Transportation Safety Board geben zwar nach Auswertung von Daten aus über zehn Jahren an, dass über 90 Prozent aller Flugzeugunglücke (inklusive Abstürze!) überlebbar sind, aber wer sind die denn schon.

Richtig ist: „Wenn was passiert, sind wir ziemlich wahrscheinlich NICHT alle tot. Wenn wir uns korrekt sichern!“

Und wisst ihr was? Wenn wir eh alle draufgehen, dann müssen wir Erwachsenen uns ja auch nicht extra anschnallen, hm? Bei der Sicherheitseinweisung hören wir auch nicht mehr zu, ist ja eh umsonst. Tralala!

2 Flickr_Andrea

© Flickr/Andrea

„Es ist doch noch nie etwas passiert!“

Nach dem ersten Spruch folgt unweigerlich der zweite, sobald man über Kindersicherheit beim Fliegen spricht. Es ist natürlich Blödsinn, dass NOCH NIE etwas passiert ist, sonst wäre die Aufmerksamkeit so vieler Behörden und NGOs ja gar nicht erst auf das Thema gelenkt worden.

Wer fleißig sucht, der findet in den Medien den einen oder anderen Fall, bei dem Babys und Kinder im Flugzeug verletzt oder getötet wurden. Dass man überhaupt fleißig suchen muss, liegt daran, dass die Airlines solche Fälle sehr ungern öffentlich machen. Die Unfallstatistiken werden nicht getrennt nach Alter herausgegeben und überhaupt werden nur Todesfälle an Bord „gewertet“ (wird jemand erst nach der Landung für tot erklärt, ist er technisch gesehen dann auch erst nach der Landung gestorben – kein Scherz!). Vorfälle mit kleineren Verletzungen werden von den Airlines angeblich gern mit Abfindungen unter der Hand „gelöst“, damit die betroffenen Eltern sie nicht publik machen oder vor Gericht gehen.

Richtig ist: „Unfälle mit Babys und Kindern sind selten und kommen darüber hinaus kaum an die Öffentlichkeit.“

Wetterexperten warnen übrigens davor, dass starke Turbulenzen beim Fliegen in Zukunft bis zu 40 Prozent häufiger sein werden – das liegt am Klimawandel, der den Jetstream verändert und „turbulenter“ macht. Auch wenn bisher nur wenig passiert ist: Die Zunahme des Flugverkehrs plus der veränderte Jetstream machen es rein statistisch zu einer Frage der Zeit.

Update: Soeben stolpere ich über einen weiteren grandiosen Spruch, den offenbar sehr viele Eltern einfach glauben (wollen, muss ich hier leider einfach unterstellen):

2a) „Wir fliegen ja nur Kurzstrecke mit unserem Baby.“

Wie, bitteschön, kommt man denn auf die Idee, die Dauer des Fluges hätte etwas mit dem Risiko zu tun, dass es bei Start oder Landung zu einem Zwischenfall kommt? Tatsächlich passieren weit über 90 Prozent aller Flugzeugunglücke in der Start- und Landephase. Wenn ihr Auto fahrt, schnallt ihr euer Kind doch (hoffentlich) auch auf kurzen Strecken an und nicht erst, wenn es auf die Autobahn geht??

Eigentlich müsste man genau andersherum kalkulieren: Auf einem Billigflug nach Malle ist es doch viel eher möglich, einen Extrasitzplatz zu buchen, als auf einem Neuseeland-Flug. Wo dann, rein statistisch gesehen, das Risiko eines Zwischenfalls auch geringer ist, wenn man Start- und Landephase zur gesamten Flugdauer ins Verhältnis setzt. (Was man natürlich nicht tun sollte!)

3 Flickr_Skyler Shepard

© Flickr/Skyler Shepard

„Unter zwei Jahren haben Kinder keinen Anspruch auf einen Sitzplatz.“

Für diesen Satz müsste man sämtliche Verkehrsminister seit 2008 plus die Verantwortlichen aller Airlines regelmäßig ohrfeigen – denn er ist schuld, dass 99 Prozent aller Eltern gar nicht auf die Idee kommen, ihr Baby im Flugzeug in einer Babyschale zu sichern. Und 9,9 Prozent der restlichen Beharrlichen lassen es sich mit diesem Satz ausreden.

Ich weiß nicht, warum die Formulierung so verdreht sein muss, wahrscheinlich ist es irgendwie juristisch begründet. Eigentlich sollte der Satz so lauten:

Richtig ist: „Unter zwei Jahren können Kinder auf Wunsch ihrer Eltern auch ohne eigenen Sitzplatz fliegen.“

Denn wir Eltern haben die Wahl, und die Airlines müssen sie uns bitteschön auch lassen – uns, ihren zahlenden Kunden, die ja angeblich die Könige sind und für die alles getan wird. Ha. Ha. Ha.

4 Flickr_bicouni

© Flickr/bicouni

„Babys fliegen kostenlos.“

Wenn wir „kostenlos“ hören, sind wir sofort dabei, vor allem wenn es ums Reisen geht, gell? Leider ist dieser eine Satz so verlockend, dass kaum Eltern kritische Nachfragen stellen, ob „kostenlos“ denn auch „sicher“ bedeutet. Ganz abgesehen davon, dass ich ums Leben keinen Langstreckenflug nach Neuseeland mit einem 1,5-Jährigen auf dem Schoß auf mich nehmen würde – komplett kostenlos fliegen auch Babys ohne Sitzplatz nicht im Flugzeug.

Die einzigen wirklich kostenlosen Strecken sind meistens Inlandsflüge. Für den großen Rest werden mindestens zehn Prozent des Ticketpreises fällig, PLUS Steuern und Gebühren. Und wer Charter oder No Frills fliegt, der zahlt einen Kinder-Festpreis, denn hier gibt es erst recht nichts umsonst.

Richtig ist: „Babys ohne Sitzplatz fliegen zu einem stark reduzierten Preis. Bei stark reduzierter Sicherheit.“

5 Flickr_Joanna Poe

© Flickr/Joanna Poe

„Mit dem Loop Belt ist ein Baby genauso sicher wie ein Erwachsener.“

Für diese Falschaussage sollte man Airline-MitarbeiterInnen eigentlich ohrfeigen, denn sie ist einfach mal eklatant und komplett falsch. Schaut euch die Crashtests an, lest die Statements des TÜV Rheinland, denkt darüber nach, warum Loop Belts vor 2008 in der EU gesetzlich VERBOTEN waren (und warum sie es in den USA auch heute noch sind), fragt euch, warum Loop Belts KEIN SICHERHEITSZERTIFIKAT haben (sie wurden nämlich als Gurtverlängerung für sehr dicke Passagiere entwickelt und nicht zur Baby-Sicherung) – und dann stellt diese Fragen eurem freundlich lächelnden Bordpersonal.

Wenn ihr richtig gut drauf seid, fragt ihr noch nach, ob sie denn die Verantwortung übernehmen werden, wenn euer Baby nach einer Vollbremsung auf der Landebahn in zwei Teile zerquetscht wurde. Und lasst es euch schriftlich geben!

Richtig ist: „Der Loop Belt ist zur Sicherung von Babys beim Fliegen ungeeignet und hochgefährlich.“

Sein einziger Zweck ist es, andere Passagiere im Flugzeug vor herumfliegenden Babys zu schützen – so eines will man bei Turbulenzen ja auch nicht plötzlich an den Kopf bekommen, nech.

6 Flickr_Anders Adermark

© Flickr/Anders Adermark

„Im Tragetuch sind Babys im Flugzeug am sichersten aufgehoben.“

Ich bin total froh, dass die vielen Vorteile des Tragens von Babys immer mehr Gehör bei Eltern finden – in meinem Stadtviertel fühle ich mich schon als Rabenmutter, wenn ich mein Kind im Buggy umherschiebe. Dass Kinder eng am Körper der Eltern, in ergonomischer Anhock-Spreiz-Haltung, am besten aufgehoben sind, ist quasi artgerecht – aber unsere Art, der Homo sapiens, hat sich bisher evolutionär nicht ans Fliegen angepasst.

Das heißt: Was zu Fuß die beste Transportweise für ein Baby ist, muss beim Fliegen noch lange nicht die richtige sein. Tatsächlich ist es die allergefährlichste, falls es zu einer plötzlichen Bremsung oder zu Turbulenzen kommt. Rückwärts zur Fahrtrichtung kann der Nacken des Babys die plötzlich auftretenden Fliehkräfte niemals abfangen, und NEIN, auch ein korrekt gebundenes Tuch oder eure liebenden Mutterhände können das nicht!

Dazu kommt der Klappmessereffekt, der euch selbst bei einer Bremsung nach vorn schleudert, genau auf euer Baby drauf. Reißen euch Turbulenzen unvermittelt nach oben oder zu den Seiten, wird das Baby dabei sicherlich auch in Mitleidenschaft gezogen.

Richtig ist: „Bei Start, Landung und Turbulenzen ist das Tragetuch kein sicherer Aufenthaltsort für ein Baby!“

Der einzige Vorteil des Tragetuchs: Der Bauch des Babys wird nicht durch den Loop Belt, der sich in die Weichteile einschneidet, zerquetscht. Aber bei einem gebrochenen Genick wird ihm das nichts mehr helfen.

Hier müssen wir dem Bordpersonal also ausnahmsweise mal Recht geben, wenn sie euch verbieten, euer Kind bei Start, Landung und Turbulenzen ins Tuch zu nehmen. Hört auf sie!

7 Flickr_keso s

© Flickr/keso s

„Im Baby Bassinet sind Babys während des Fluges sicher aufgehoben.“

Siehe oben – ein Babykörbchen bietet vielleicht nicht genauso wenig Schutz wie ein Tragetuch, aber doch zu wenig. Das sehen selbst die Airlines ein, die euch denn auch auffordern, in den (potenziell) gefährlichen Situationen euer Baby NICHT in das Körbchen zu legen. In dem Bettchen ist es nur locker oder gar nicht angeschnallt und würde bei plötzlichen Bremsungen oder Turbulenzen mit Garantie an die Kabinenwand knallen oder aus dem Körbchen fliegen.

Das Körbchen ist ein nettes Angebot der Airline, euer Baby in ruhigen Flugphasen gemütlich schlafen zu lassen. Da dieser Schlaf aber aus Sicherheitsgründen jederzeit unterbrochen werden kann, finden wir persönlich das nicht eben ein durchdachtes Angebot. Und euer müdes Baby wird sicherlich auch nicht begeistert sein…

Richtig ist: „Im Baby Bassinet können Babys während des Fluges schlafen, solange alles ruhig bleibt.“

Ach ja: Wenn ihr einen eigenen Sitzplatz für euer Baby gebucht habt, bekommt ihr damit automatisch KEIN Bassinet. Die gesamte Eltern-Kind-Reihe ist für euch damit gestorben. Ob das nun Schikane ist oder Sicherheitsgedöns – keine Ahnung.

8 Flickr_Mario Klingemann

© Flickr/Mario Klingemann

„Die Stewardessen sind gut ausgebildet und wissen, was am besten für unsere Sicherheit ist.“

Das Bordpersonal ist in Sachen Sicherheit bestimmt gut ausgebildet, das wollen wir ihm gar nicht absprechen. Aber wenn es um das korrekte Anbringen von Kindersitzen geht, um Informationen (Fakten!), Verordnungen und Gesetze zur Luftfahrtsicherheit von Kindern, dann müssen wir leider sagen: In diesem Bereich findet offenbar keine Aus- und Weiterbildung statt.

Unsere Theorie: Eine Stewardess wird immer sagen, sie sei in Sachen Kindersicherheit gut ausgebildet, denn damit beruhigt sie aufgeregte Passagiere und hält sie vom Herumstreiten ab. Und die meisten scheinen sich tatsächlich einzubilden, sie wären gut ausgebildet (was für ein Wortspiel), nur weil sie eine Liste mit den von ihrer Airline erlaubten Kindersitzen haben und schon so und so viele Flüge mit Kindern an Bord absolviert haben.

Beweise gefällig?

  • Bei Lufthansa ist seit 2012 der Gebrauch des CARES Gurtes verboten (Originaltext: „Kinderrückhaltesysteme, die nur aus Gurten bestehen, die über und/oder um die Rückenlehne des Sitzes befestigt werden, können an Bord nicht eingesetzt werden.“). Fragt mal auf Facebook herum, wer in den letzten Jahren alles mit LH geflogen ist und ohne Beanstandung durch das Bordpersonal den Gurt benutzen durfte. Es ist nämlich ein FAA-Siegel darauf, und die LH-Richtlinien erlauben alle Sitze mit FAA-Siegel – ausgenommen reine Gurtsysteme wie eben den CARES Gurt.
  • Oder: Emirates verbietet den rückwärts gerichteten Gebrauch von Babyschalen. Haben wir trotzdem gemacht, assistiert von lächelnden Stewardessen.
  • Oder auch, immer wieder: Eltern buchen Sitzplatz für Baby, Stewardessen schauen beim Einbau der Babyschale zu, und zwingen sie dann, für Start und Landung ihr Baby mit dem Loop Belt auf dem Schoß zu „sichern“, denn Babys sind ja mit dem Loop Belt… dädädä.

Richtig ist: „Die Stewardessen haben oft keine Ahnung von Kindersicherheit, nicht einmal von den Regelungen ihrer eigenen Airline. Aber: Sie haben die Macht, euch am Fliegen zu hindern, also müsst ihr euch mit ihnen arrangieren.“

Wir haben Stewardessen (und Stewards, bleiben wir fair) schon so viel Quatsch mit Soße fabrizieren hören, dass wir bei diesem naiven Satz einfach nur schallend lachen müssen.

9 Flickr_will in nashville

© Flickr/will in nashville

„Bei Start und Landung muss ich mein Baby stillen, sonst kriegt es furchtbare Ohrenschmerzen.“

… und das geht nun mal nicht, wenn das Baby festgeschnallt in einer Babyschale liegt. Oder?

Wie ist denn das bei euch Eltern – müsst ihr bei Start und Landung literweise Getränke in euch hineinkippen, um grauenhafte Ohrenschmerzen zu vermeiden? Oft genügt ein herzhaftes Gähnen, und der Ohrendruck ist allenfalls unangenehm. Babys und Kindern geht es da nicht anders. Meine Tochter, die bei ihrem ersten Flug noch gestillt wurde, hat jedenfalls alle Starts und Landungen ohne Probleme gemeistert, mit ihrem Schnuller im Mund oder einem Obst-Quetschie. Und auch ihre Geschwister hatten nie Ohrenschmerzen, auch wenn sie überhaupt gar nichts im Mund hatten.

Der Kabinendruck in modernen, großen Flugzeugen steigt und sinkt so langsam, dass kaum jemand mit Ohrendruck und Schmerzen zu tun hat. Die allermeisten Babys schaffen es, das mit Spucke-Schlucken zu regulieren, und wenn die Eustachische Tube sich doch verschließt, wird kurzes Weinen sie viel effektiver wieder öffnen, als die minimalen Schluckbewegungen beim Stillen das könnten.

Und wie ist das eigentlich, wenn ihr Auto fahrt und das Baby weint? Zieht ihr dann sofort rechts rüber und holt die Brust raus? In aller Regel versucht ihr bei Roadtrips doch sicher auch, das Baby erst einmal anders zu beruhigen, und nehmt es auch nicht während der Fahrt aus der Babyschale. Wegen der Sicherheit. Genau dieselbe Einstellung braucht ihr beim Fliegen: Solange die Lichter an sind, muss nun mal im Sitz gesessen werden, wegen der Sicherheit. Punkt.

Richtig ist: „Für den Druckausgleich bei Start und Landung brauchen Babys vielleicht ein wenig Hilfe durch den Schnuller oder etwas zu trinken.“

10 Flickr_Phae

© Flickr/Phae

„Wenn das Fliegen mit dem Loop Belt so gefährlich wäre, dann würden die Airlines das doch nicht machen!“

Hier wird es richtig mies, oder? Denn ja, warum lassen die Airlines ihre Passagiere überhaupt den Loop Belt benutzen? Offiziell ziehen sie sich aus der Verantwortung, indem sie a) auf den Bundesverkehrsminister zeigen, der die Verwendung des Loop Belt durch Nichterlassung eines deutschen Gesetzes zur EU-Verordnung EU OPS 1.320b erst möglich gemacht hat (was er natürlich nur auf den Druck der Airlines nicht getan hat, damit sie im internationalen Wettbewerb nicht schlechter dastehen – Taschentücher raus, alle!), und b) darauf verweisen, dass ihre Passagiere ja sehr gern einen zugelassenen Kindersitz mitbringen könnten.

In praxi ist das, wie viele Eltern leidvoll bestätigen können, natürlich alles andere als gern gesehen – oder warum gibt es bei jeder Airline andere Zulassungskriterien, andere Ausnahmen, andere Antragsregularien und vor allem eine komplett falsch oder gar nicht informierte Kundenhotline? Warum werden nicht wenigstens für die größeren Kleinkinder CARES-Gurte, die wirklich klein, leicht und günstig sind, in den Maschinen oder an den Airports auf Vorrat gehalten (einige Airlines wie Singapore tun das offenbar inzwischen!)? Warum werden Prototypen von integrierten Kindersitzen wie der Aerokid entworfen und dann doch nicht produziert?

Ich jedenfalls würde sehr gern mal demjenigen, der diesen Mist mit dem Loop Belt verzapft hat, herzhaft ins Gesicht spucken. Für alle Eltern, die Stunden und Tage ihrer Zeit für dämliche Anträge und das mühsame Finden von Informationen geopfert haben, die sich im Flugzeug mit dem Bordpersonal streiten mussten, die ausgelacht, erpresst, beschimpft oder dem Flugzeug geworfen wurden, weil sie ihre Kinder sicher transportieren wollten, die mit Angst fliegen mussten, weil man sie zur Verwendung des Loop Belts zwang, oder deren unzureichend gesicherte Kinder bei Unglücken verletzt oder getötet wurden.

Richtig ist: „Der Loop Belt wird solange das bevorzugte Mittel der Kindersicherung im Flugzeug bleiben, bis es den Airlines entweder gesetzlich verboten wird oder ein schlimmes, medienwirksames Unglück mit toten Babys sie zum Umlenken zwingt.“

Es ist eine Schande!

Wenn ihr mehr zum sicheren Fliegen mit Babys und Kindern wissen wollt, dann könnt ihr euch hier einlesen:

5 Kommentare

  • Grandioser Artikel mit mehr als 100% Wahrheitsgehalt!
    Wir haben auch schon so viele „tolle“ Erfahrungen gemacht, die zwar nette Anekdoten sind (im Nachhinein), jedoch im Grunde abgrundtief schlimm…

    Thai Airways sagte uns zum Beispiel, dass es das sicherste sei das Baby einfach mit den Armen festzuhalten. Ein eigener Sitz mit Kindersitz wäre nicht annähernd so sicher. Kicher.

    Liebe Grüße und nochmals DANKE für diesen Post!
    David

  • Puh, sehr guter Artikel der echt zum Nachdenken anregt und sehr Informativ ist. So genau habe ich mich mit dem Thema auch noch nie beschäftigt obwohl wir auch bereits mit Kind unter 2 Jahren und über 2 Jahren geflogen sind. Ich würde es gut finden, wenn bei den Airlines eine weltweites Umdenken stattfindet und man für den entsprechenden Airbus ein Kontingent an zugelassenene Sitzen stellt.
    Man kann ja bereits bei der Buchung erkennen welche Passagiere an Board gehen werden. Für die Kinder werden dann im Vorfeld die passenden Kindersitze reserviert bzw. der Fluggast könnte das als Option auswählen. Dann spart man sich die Schlepperei und das Kind reist sicher. Natürlich muss dann auch das Personal zum Umgang mit den Kindersitzen geschult werden.
    Ich selbst bleibe beim Flug eh immer angeschnallt. So sehr stört der Gurt ja nicht und wenn plötzlich starke Turbulenzen auftauchen, habe ich keine Lust die Gurtschlaufen aus dem Sitz zu fummeln. Es wurden ja letztens erst Menschen durch Turbulenzen verletzt weil sie nicht angeschnallt waren.

  • Ohh mein Thema!
    Die Umfrage von Kerstin sagt ja schon alles: 30% geben wenigstens zu, dass es ihnen zu teuer ist … der Rest freut sich, dass es so günstig ist und fährt die Scheuklappen aus!
    Das Thema Kindersicherheit im Flugzeug ist ein schönes Beispiel wie menschenverachtend der Kapitalismus ist und wie kapitalhörig die Politik.
    Da muss man die Schuhe ausziehen beim Sicherheitscheck, wird nacktgesacannt, darf nicht sein eigenes Wasser mitnehmen und weiß der Geier was … und dann muss man sich vom Bordpersonal noch blöd anmachen lassen, wenn man den Marathon einer Sitzplatzbuchung + Kindersitzanmeldung für ein unter 2-jähriges Kind durchgestanden hat.
    Aber mit Eltern und Kindern kann mans ja machen, die haben zu wenig Zeit und Geld sich zu wehren …
    Liebe Grüße,
    Marc

    • Wirklich schlimm. Der Herr vom TÜV meint ja, dass sich an der Sache nie etwas ändern wird, weil die Eltern immer nur so lange aktiv für mehr Sicherheit kämpfen, bis ihre eigenen Kinder alt genug sind. Eine richtige Lobby gibt es einfach nicht. Und ganz ehrlich: Ich bin auch heilfroh, wenn ich mir keine Gedanken mehr um Beckengurte & Co. machen muss…

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