Neuseeland-Reise 2011

NZ-Reisetagebuch: Von Wellington nach Norden

Der geschätzte Leser mag sich erinnern, dass wir am 13. Februar einen festen Termin haben – da müssen wir in Matamata sein, um die Hobbithöhlen zu besichtigen, bevor sie erneut von Hobbits belegt sind und nicht mehr öffentlich zugänglich sind. Von Wellington aus ging es also schweren Herzens, aber schnellen Schrittes gen Norden.

Das müssen wir hier mal sagen: Trotz des Inselwechsel- Schocks fanden und finden wir Windy Welli richtig gut. Das liegt nicht nur daran, dass sich hier die Weta Studios befinden, die Pflichtprogramm für jeden Herr-der-Ringe-Fan sind; auch nicht an Te Papa, dem bisher beeindruckendsten aller von uns besuchten Museen (und das will in Neuseeland etwas heißen!), und nicht an dem Ring aus perfekt englisch durchgeplanten Stadtparks, der Wellington umrundet und wegen dem man von nahezu jedem Punkt aus entweder das Meer oder eine Grünfläche sieht…

Hierher kommen wir auf jeden Fall zurück.

Dass die Nordinsel einen ganzen Zacken näher am modernen Leben dran ist, merken wir tagtäglich. Auf der Fahrt entlang der riesigen, leeren schwarzen Strände der Kapiti Coast begegneten uns so viele Autos wie in den letzten vier Wochen zusammen, und wir durchquerten eine Stadt nach der anderen, wobei uns von den vielen Geschäften und Werbeschildern ganz schwindelig wurde.

Angenehm überrascht hat uns Wanganui, eine der ältesten Städte Neuseelands (haha…), vor allem mit dem weltbesten Spielplatz aller Zeiten im Kowhai Park. Das muss man sich mal vorstellen: Neben all den üblichen Spielgeräten in fantasievoller Gestaltung und einem riesigen Wasserspielplatz gab es hier kostenloses BBQ für die Papas, wie üblich blitzsaubere Toiletten, Trinkwasserspender und, jetzt festhalten, einen Sonnencreme-Spender. Gesponsort von der Cancer Society. Den Weltwunderkindern standen die Münder offen, und uns auch.

Wanganui hat aber noch mehr zu bieten, und zwar den berühmten Whanganui River. Für alle mit zu wenig Zeit oder zu kleinen Kindern bietet sich statt Bootstouren auf dem wildromantisch dahinmäandrierenden Fluss die Möglichkeit der Whanganui River Road; fast 100 km enge, einspurige und/oder unversiegelte Straße mit Nonstop-Flusspanorama und ca. 500 Kurven. Ein Traum für den Weltwundermann (die Kinder haben das meiste verschlafen).

Dass die Uhren auf der Nordinsel ein wenig schneller ticken und die Saison hier mit dem Ferienende noch lange nicht vorbei ist, merken wir auch auf den Zeltplätzen; schon zum zweiten Mal haben wir im Tongariro National Park knapp den letzten Stellplatz erwischt. Hier sind noch Massen an Touristen unterwegs – ich weiß nicht, ob mir das gefällt…

Zum Glück ist der Nationalpark groß genug, so dass man auf den weniger begangenen Wegen noch durchaus allein ist. An den wild rauschenden, 39 m hohen Waitonga Falls konnten die Weltwunderkinder stundenlang „wir sind arme Kinder, und jetzt kochen wir Blättersuppe“ in freiester Natur spielen. Und gestern Nacht habe ich Kiwis rufen gehört! Ganz sicher!

Auf halbem Wege zum Gipfel des fast 2300 m hohen und konstant wolkenverhangenen Mount Ruapehu nächtigen wir heute im Lahar-Fließgebiet; im Ausbruchsfall müssen wir uns dann schleunigst 100 m weit nach links begeben (wo man den ganzen Zeltplatz sinnvollerweise gleich hätte hinbauen können, oder?).

Tine erinnert sich bestimmt noch an diesen Platz; diesmal brieten wir hier keine selbst gefangene Forelle, sondern selbst eingekauftes Fleisch auf dem Freiluft-BBQ. Morgen werden wir im Gedenken an unseren letzten Urlaub erneut versuchen, einen Skilift ins Whakapapa-Skigebiet zu nehmen; der Wetterbericht verheißt Gutes.

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6 Kommentare

  • Hallo ihr 4 Weltwunderer,
    ich bin zufällig über meine Blog-Statistik hier auf eurem Live-Blog gelandet. Und habe mich jetzt durch alle Postings gelesen. Bei uns ist die Reise ja fast ein Jahr her und ich schwelge durch euren Blog in Erinnerungen. Ich muss auch schmunzeln, wie ähnlich sich Kinderspiele sind. „Arme Leute“ war letztes Jahr hier in unserer Strasse auch der Renner. Ich werde nun mal weiterlesen und ein paar innerliche Tränchen verdrücken, dass wir selbst wohl nicht mehr so schnell in dieses wunderbare Land kommen. Wegen Schulkind und so! 😉 LG Frau Zausel, die euren Blog sofort verlinken wird

  • Hallo,

    das mit den Sonnencremespendern fand ich auch ueberraschend, aber die Dinger kommen hier haeufiger vor. Im Hagley Park (Christchurch) gibt es im Sommer immer die Lazy Sunday Konzerte. Was findet man da, kostenlos? Richtig, Sonnencremespender.
    Fussballspiel Canterbury gegen Wellington Phoenix? Richtig, der BBQ Stand mit den Wuerstchen (die waren nicht kostenlos, aber ich haette sie auch nicht kostenlos gegessen, sorry, die sizzles hier sind einfach grauenhaft) hatte auch kostenlos Sonnencreme im Angebot. Normalerweise von der Cancer Society gestifted, wie schon erwaehnt.
    Euch noch eine sonnenbrandfreie Zeit!
    Gruesse,
    Frithjof

  • oh, ich bin ja mal gespannt ob euch dieses mal das wetter hold ist am skilift. hast du deine handschuhe noch?
    viel spaß weiterhin!

  • LIBE LINE!

    DANKE FÜR DEINE KARTE!!!!!!!!!!!!!!! 🙂

    WIA WARN SCHIFAREN, DAS WA FAST SO SCHÖN, WI TRAMPOLIN, NOCH EIN BISCHN SCHÖNA…
    VERMISÄ DICH SEA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    LIV GRETE

    ggfxjxhhjxxhtjkrgyyxxhxhgjgsjjrbjagjhtjkhjkajgkhhrjökhagajkrhguhrajkhughanhkjhe

  • sonnencremespender und kostenloses bbq, wow!
    fahrt ihr eigentlich nach karte? nee, ihr habt ja das super phone mit navi, oder? ansonsten stelle ich mir die reise durch dicht aufeinanderfolgende städte sehr anstrengend (links!, quatsch, ich meinte rechts! warum biegst du denn hier nicht ab? du hältst die karte falschrum…) vor.

    mit dem skilift ins skigebiet? und dann? wollt ihr tatsächlich ski fahren? für leo gibts einen schlitten? oder nur mal kucken, wie es der schnee am anderen ende der welt so ist 🙂 ?

    bin schon gespannt auf den hobbithöhlenbericht!
    übrigens schön, dass ihr am 17.4. vollständig dabei sein werdet!

    es küsst euch euer bu

    • Ja, lieber Bu, genauso läuft es; nur halt andersrum, weil ja hier links gefahren wird 😉 Navi haben wir nicht; Autoatlas, Lonely Planet und Empfehlungen von Eingeborenen („Just turn right after about 2 k, or was it left? It should be signposted..“) reichen uns. Im Notfall fahren wir mit Kompass. Inzwischen klappt es mit dem Lotsen ganz gut, der Weltwundermann gehorcht aufs Wort und widerspricht nur noch selten. Wer die Karte hat, hat Recht!
      Die vielen aufeinander folgenden Städte täuschen aber; eigentlich ist hier immer total viel Platz dazwischen. Jetzt auf der Nordinsel wird es etwas dichter und stressiger, aber gegen eine deutsche Großstadt oder gar so was wie Paris ist das hier alles ein Kindergeburtstag, höhö.

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