Routenplanung

Neuseeland in 3 Wochen – lohnt sich das?

Wir predigen auf diesem Blog ja gern, dass lange Reisen bessere Reisen sind. Gerade für Neuseeland trifft das zu – bei netto vier Tagen für An- und Abreise möchte man bitte mehr als 14 Tage Reisezeit einplanen. Aber muss der Otto-Normal-Urlaubsnehmer deshalb auf eine Neuseeland-Reise verzichten? 

Weltwunderer Tasman Glacier Road Mt Cook

Nur 3 Wochen Zeit in Neuseeland – das heißt nicht zwingend, dass ihr rasen müsst

Klar ist es schöner, wenn man mehr Zeit hat. Neuseeland ist ähnlich groß wie Deutschland und hat einiges an wunderschönen Highlights und ebenso wunderschönen Geheimtipps zu bieten – wie Deutschland übrigens auch.

Apropos: Dürfen wir mal nachfragen, wie lange ihr so innerhalb Deutschlands verreist? Hoffentlich mindestens zwei Monate, sonst könnt ihr doch gar nicht alles sehen – oder? Ein Scherz. Aber der soll etwas verdeutlichen: Niemand kann „ganz“ Neuseeland bereisen, nicht in vier Wochen, nicht in vier Monaten und nicht einmal in vier Jahren.

Die meisten Neuseeländer schauen euch wahrscheinlich sowieso neidisch an, wenn ihr erzählt, dass ihr gerade für drei Wochen ihr Land bereist. Kiwi-Arbeitnehmer haben nämlich im Durchschnitt nur 20 Urlaubstage (während die Deutschen bis zu 30 Tage bekommen – plus Feiertage). Für mehr als kurze Trips reicht da die Zeit (und das Geld) gar nicht, und es gibt nicht wenige Nordinsulaner, die noch nie auf der Südinsel waren.

Wenn ihr es euch irgendwie leisten könnt, mehr als drei Wochen herauszuschlagen, dann raten wir unbedingt: Tut das! Je länger ihr unterwegs seid, desto günstiger wird eure Reise – relativ gesehen natürlich. Die Flugkosten bleiben dieselben, für den Miet-Campervan bekommt ihr ab 21 Tagen Mietdauer einen Langzeit-Rabatt von 5 bis 8 Prozent, einige Vermieter bieten ab 35 Tagen noch mehr Rabatt. Und wer länger als zwei Monate bleibt, für den kann sich der Kauf eines gebrauchten Campervans lohnen – was mit etwas Glück beim Wiederverkauf dann insgesamt viel günstiger ist.

Wer länger reist, hat auch mehr Zeit und muss nicht jeden Tag hunderte Kilometer schrubben, den nächstbesten (eventuell teureren) Campingplatz nehmen und schnell (und teuer) im Restaurant essen gehen. Er kann ganz in Ruhe den Lauf der Natur genießen, unentdeckte Plätze entdecken, mit Einheimischen ins Gespräch kommen, spontanen Einladungen und Ideen folgen…

Aber wenn das nicht geht, dann ist es noch lange kein Grund, Neuseeland komplett von eurer Reiseziel-Liste zu streichen! In drei Wochen haben wir (damals noch ohne Kinder) große Teile der Nord- und Südinsel gesehen und waren schon nach zwei Tagen sicher, dass dies die traumhafteste Reise aller Zeiten für uns ist.

Weltwunderer Maunganui Ocean Beach

Keine Eile – auch drei Wochen in Neuseeland sind genug

Lasst euch bitte nicht einreden, dass zwei bis drei Wochen in Neuseeland völlig ausreichen, um alles zu sehen.

Wer das sagt, hat wirklich keine Ahnung (winkewinke, liebes Reisebüro!). Aber für einen Besuch muss man ja auch nicht gleich das ganze Land von Nord nach Süd und von Ost nach West abgrasen. Das tun wir bei Reisen in andere Länder schließlich auch nicht, und dort macht es uns seltsamerweise gar nicht so viel aus, wenn wir uns nur ein paar Regionen (oder gar nur eine einzige Stadt!) aussuchen.

Entscheidet euch also bei einer kürzeren Reise am besten für einen Roadtrip mit weniger Zwischenstopps und beschränkt euch auf die Nord- oder Südinsel (beide haben auch für längere Reisen viel zu bieten!).

Tipps für die Nordinsel

Tipps für die Südinsel

Lasst euch bitte auch nicht einreden, dass man Neuseeland nur im (deutschen) Winter bereisen könnte, weil es dort von Februar bis Oktober kalt und regnerisch ist.

Das ist totaler Quatsch: Reisen in der Nebensaison sind im Gegenteil absolut empfehlenswert (und werden neuerdings sogar von Tourism New Zealand aktiv promotet, weil Neuseeland in der Hauptsaison ohnehin schon gnadenlos überfüllt ist).

Tipps für das Wetter

Lasst euch schließlich erst recht nicht einreden, dass man nicht mit Schulkindern nach Neuseeland fahren könne – es würde mit den Ferien ja nicht mehr passen.

Klar mögen die Weihnachtsferien für eine Neuseeland-Reise ein wenig kurz sein. Aber viele Bundesländer haben zwei Wochen Herbst-, Winter- und/oder Osterferien. Fragt den Klassenlehrer oder die Lehrerin nett um Erlaubnis, ob ihr die Ferien um ein paar Tage verlängern könnt, und erzählt von eurer Traumreise ans andere Ende der Welt. Nach unseren Erfahrungen habt ihr eine gute Chance auf eine Beurlaubung.

Und wenn nicht: Nutzt die Sommerferien und schaut euch das menschenleere, naturgewaltige Neuseeland im Winter an!

Lasst euch vor allem nicht einreden, dass ihr so viel Sightseeing wie möglich in eure 3 Wochen Neuseeland-Urlaub quetschen müsst, weil ihr so bald nicht wiederkommen werdet. Glaubt uns: Ihr werdet wiederkommen 🙂

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6 Kommentare

  • Huhu, icb war damals 6 Wochen im August da. Es war zwar etwas kühl, aber insgesamt echt super. Würde ich jedem empfehlen.

    In diesem Jahr waren Verwandte von uns 6 Wochen im Januar / Februar da und hatten davon mindestens 4 Wochen Regen. Und wenn ich Regen sage, meine ich strömenden Unwetterregen die meiste Zeit des Tages. Von daher würde ich sagen: Fahrt hin, wenn ihr Zeit habt, das Wetter ist wie in Nord Deutschland so wie es grad ist. Man muss immer auf alle gefasst sein.

    Lg, Nina

    • Oh, das klingt verlockend – sechs Wochen Sommerferien im Winter… Hast du darüber gebloggt? Ich bekomme meine Familie von dieser Sommer-Winter-Tauschidee leider nicht so recht überzeugt…

    • Ja hab ich tatsächlich, damals, das war 2005, war ich 15 Monate auf Weltreise. Schau mal in meinen alten Bericht: http://www.umdiewelt.de/Australien-und-Ozeanien/Neuseeland/Reisebericht-520/Kapitel-12.html vielleicht hilft euch das zu entscheiden, ob die Saison passend für euch ist. Anhand der Klamotten auf den Fotos erkennt man gut, wie kalt es war.

      Mit Kind wollen wir noch vor der Schule 3 Monate reisen. 6 Wochen Neuseeland und 6 Wochen Australien. Der Arbeitgeber von meinem Mann lässt ihn Urlaub ansparen, meinen muss ich erst noch fragen… Wenn das nicht klappt, muss ich dann wohl einen neuen Job suchen. Wäre aber schade, mein Job ist echt gut… Aber Reisen ist mir wichtiger, ich brauche diese Auszeiten.

  • Hallo liebe Jenny,
    ich gehöre leider zu den (anscheinend wenigen) Menschen, die gerade mal 2 Wochen Urlaub am Stück bekommen. Von 3 Wochen oder mehr brauch ich gar nicht träumen. Deshalb war ich auch noch nie in Ostasien, Neuseeland oder Australien. Obwohl ich unbedingt mal dorthin möchte. Aber ich mag die weite Reise ehrlich gesagt nicht auf mich nehmen, wenn ich dann vielleicht nur 1 Woche dort zur Verfügung habe, um etwas zu unternehmen :/ Deshalb lasse ich mich von deinem Blog inspirieren und träume inzwischen weiterhin vom anderen Ende der Welt. Liebe Grüße aus Kärnten, Anita

    • Liebe Anita,
      im Gegenteil – nur tummeln sich auf diesem Blog halt genau die, die genug Zeit für so eine Reise haben.
      Gib die Hoffnung nicht auf – irgendwann ist mal eine Auszeit dran, oder du kommst halt als rüstige Rentnerin nach NZ 😉

  • Hallo Jenny,

    ich kann dir nur beipflichten. So lange wie möglich, und dann die Konzentration auf eine der Inseln. Man braucht zwar keinen Grund um wiederzukommen, wenn man einmal dort war, aber es wäre ein guter, die andere Insel zu erleben. 🙂
    Ich war im November 2014, in der Vorsaison, für drei volle Wochen auf der Südinsel und habe immer noch nicht alles gesehen. Muss man ja auch nicht. Ich will (muss) auf jeden Fall wieder hin und der Frühling im November ist eine sehr gute Wahl.
    Dein letzter Satz im Artikel hat mir jedenfalls ein glückliches Lachen ins Gesicht gezaubert.
    „“Glaubt uns: Ihr werdet wiederkommen““
    Wie wahr (seufz)
    Viele Grüße
    Steffen

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