Reiseplanung und Vorbereitung

Neuseeland mit Baby und Kind – 10 Fragen, die sich Eltern vor einer Reise stellen (und 10 Antworten darauf)

Eine Neuseeland-Reise ist eine einmalige Sache. Aber die Fragen, die sich vor so einer Reise mit Kindern stellen, sind doch immer wieder dieselben. Natürlich beantworten wir sie euch gern (und immer wieder). Aber um das Ganze abzukürzen, haben wir hier die „Top Ten“ einmal zusammengefasst. Eure Frage ist nicht dabei? Dann freuen wir uns auf eure E-Mail 🙂

Weltwunderer 10 Fragen Neuseeland-Reise

 

Wie kommen wir nach Neuseeland?

Neuseeland liegt genau am anderen Ende der Welt. Eine lange und anstrengende Anreise ist also nicht zu vermeiden. Die allermeisten Familien wählen den Flug über Asien und damit eine mindestens 24-stündige Strecke, in der Regel mit einer oder zwei Zwischenlandungen. Wer Flugangst oder viel Zeit hat, der kann Neuseeland aber auch per Kreuzfahrtschiff erreichen.

Wie viele Wochen sollten wir für eine Neuseeland-Reise einplanen?

Die Frage ist schnell beantwortet: so viele wie möglich. Ernsthaft: Da ihr allein für den Hin- und Rückflug insgesamt mindestens drei Tage einreichen müsst, sollten vor Ort allerwenigstens drei Wochen zur Verfügung stehen. Besser sind vier Wochen, nach oben offen 🙂

Das bedeutet natürlich, dass ihr für so eine Reise mehr Zeit als für den normalen Jahresurlaub einplanen müsst. Viele Eltern nutzen die Elternzeit oder nehmen eine berufliche Auszeit, um sich ihren Traum zu erfüllen. Und weil das deutsche Schulgesetz es recht schwer macht, mit Schulkindern außerhalb der Ferien zu reisen, solltet ihr euch diese Reise am besten noch vor der Einschulung auf die Agenda setzen!

Was ist die beste Reisezeit mit Kindern?

Entgegen der Reiseführer-Empfehlungen würden wir euch nicht zu einer Reise zwischen Ende Dezember und Mitte Januar raten, obwohl das der Hochsommer in Neuseeland ist. Weil dann alle Kiwis (siehe oben) Sommerferien haben und außerdem Weihnachten und Silvester feiern, herrscht dann absolute Hochsaison mit entsprechenden Preisen, Besuchermassen und ausgebuchten Campingplätzen.

Der Winter ist nicht eben ideal, um mit kleinen Kindern Neuseeland zu entdecken. Skifahren geht mit den Lütten noch nicht, sie brauchen unheimlich viel Wechselkleidung und außerhalb der Skigebiete besteht das Winterwetter leider sehr oft nur aus Sturm und Regen. Aber wenn ihr ein knappes Budget habt, dann probiert doch mal den Frühling ab Mitte Oktober oder den Herbst ab Mitte März!

Weltwunderer 10 Fragen Neuseeland-Reise

 

Wie reist es sich in Familie am besten durchs Land?

Hier sind wir eindeutig parteiisch und empfehlen euch uneingeschränkt den Campervan als Transportmittel und gleichzeitig Unterkunft. Das ist besonders für Familien superpraktisch, preisgünstig(er) und im Roadtrip-Land Neuseeland einfach die beste Möglichkeit, um viel zu sehen. Plus: Ihr werdet viele Kiwis (das sind die Einheimischen, nicht die Vögel!) kennenlernen, die ebenfalls mit Vorliebe per Wohn-Bus oder Campervan Urlaub machen.

Was kostet eine Neuseeland-Reise mit Kindern?

Die kurze Antwort: Leider eine ganze Menge. Faustregel: Unter 10.000 Euro kommt ihr als Familie sicherlich nicht weg.

Die längere Antwort: Das kommt ganz darauf an, wie lange und zu welcher Jahreszeit ihr unterwegs sein wollt, wie viele Kinder ihr dabei habt, wie ihr euch fortbewegen wollt und welche Ansprüche ihr an Komfort habt. In unserer Budget-Reihe haben wir die Frage jedenfalls ausführlich beleuchtet.

Was können wir in Neuseeland sehen – und was nicht?

Landschaftlich findet ihr in Neuseeland fast alles, was unser Planet so an Schönheiten hergibt: von schneeweißen Stränden über dichten Regenwald und grüne Wiesen bis zu verschneiten Berggipfeln ist alles da. Und alles liegt herrlich bequem in kürzester Entfernung beieinander, so dass ihr auf jeden Fall eine große Vielfalt sehen werdet, auch wenn ihr nicht die Zeit findet, um beide Inseln komplett zu bereisen.

Dazu kommen grandiose Sachen wie aktive Vulkane, heiße Quellen oder geheimnisvolle Höhlen, reinste Bergseen und die Küsten zweier Meere… kurzum, von der Landschaft Neuseelands ist eigentlich jeder begeistert, der auch nur kurz durchs Land gereist ist.

Was ihr hingegen eher nicht in Neuseeland finden werdet, sind Stadtleben und Kulturgüter. Natürlich sind die Städte nett und auch durchaus groß (Auckland ist immerhin die größte Stadt des Pazifikraums mit etwa vier Millionen Einwohnern), aber Metropolenfeeling kommt hier nicht auf. Desgleichen werdet ihr durchaus toll aufgemachte Museen und originelle Kunst finden können, aber die Zeugnisse menschlicher Geschichte in Form von alten Kirchen, Tempeln oder auch nur Ruinen, die Europa oder Asien so sehenswert machen, fehlen in Neuseeland fast komplett.

Wer hierher kommt, der sollte unberührte Natur mögen und sich gern darin bewegen – und das tun ja fast alle Familien mit Kindern durchaus gern.

Weltwunderer 10 Fragen Neuseeland-Reise

Der „Hot water beach“ in Kawhia – Zufallsentdeckung und Geheimtipp

 

Was sollten wir unbedingt anschauen?

Eine Frage, der sich unzählige Reiseblogs und natürlich alle Reiseführer widmen. Wir können hier nur eine generelle Empfehlung geben: Wenn ihr in der Hochsaison und mit Kindern unterwegs seid, dann versteift euch nicht darauf, die überall angepriesenen Attraktionen besuchen zu müssen. Selbst wenn ihr die Thermalparks in Rotorua, den Ninety Mile Beach im Northland oder den Milford Sound auf der Südinsel nicht gesehen habt, werdet ihr von Neuseeland begeistert sein.

Besser noch: Verschwendet eure Zeit nicht damit, Sehenswürdigkeiten hinterherzujagen, die ihr sowieso schon zigmal in Dokumentationen und Reiseblogs gesehen habt. Das Tolle an Neuseeland ist, dass ihr an nahezu jeder Ecke wunderschöne Landschaften und Naturwunder entdecken könnt, für die ihr keinen Eintritt zahlen müsst und die ihr fast für euch allein haben werdet. Das sind dann eure ganz persönlichen Erinnerungen und Geheimtipps, die ihr nicht mit tausenden anderen Reisenden teilen müsst.

Ihr wollt trotzdem eine Liste von „Must sees“ haben? Dann schaut mal hier, und hier, und hier

Müssen wir irgendetwas beachten, wenn wir mit Baby in Neuseeland unterwegs sind?

Natürlich sollte man sich auf so eine lange Reise gut vorbereiten – den richtigen Flug buchen, rechtzeitig nach einem familientauglichen Campervan schauen, die Reiseapotheke zusammenstellen und eine Reiserücktritts- sowie eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen. Auch ein paar Travel Hacks für Reisen mit Baby sind durchaus praktisch.

Ansonsten müsst ihr eigentlich nichts besonderes beachten. Alles, was ihr im Alltag braucht, findet ihr in jedem neuseeländischen Supermarkt. Weder sind spezielle Impfungen gegen Reisekrankheiten nötig noch Vorsichtsmaßnahmen wegen Malaria. Einzig für die starke Sonnenstrahlung solltet ihr euch entsprechend ausrüsten.

Neuseeland mit Baby oder Kind, macht das überhaupt Sinn?

Wir haben mal nachgeschaut und fanden erstaunlich wenige Sachen, die ihr mit Kindern nicht machen könnt. Im Gegensatz zu einigen anderen tollen, aber anspruchsvollen Reisezielen ist Neuseeland eines der familientauglichsten Länder, die wir kennen. Auch mit einem Baby könnt ihr hier Wanderungen in grandioser Szenerie machen, wild campen oder am Strand abhängen – ganz nach eurem Geschmack. Zahllose Familien, die jedes Jahr begeistert aus Neuseeland zurückkommen, sind wohl der beste Beweis.

Die Einwohner Neuseelands sind unglaublich kinderfreundlich, Geschäfte und Restaurants denken immer daran, dass Familien gute Kunden sind, das Gesundheitssystem und die Infrastruktur sorgen für Sicherheit, es gibt überall tolle Spielplätze, die öffentlichen Toiletten sind pieksauber und meist kostenlos, Windeln und Babynahrung sind überall erhältlich und das Essen finden auch Kinder lecker.

Weltwunderer 10 Fragen Neuseeland-Reise

Ist Neuseeland ein sicheres Reiseland?

Wir verstehen gut, dass euch diese Frage bei der Reiseplanung umtreibt. Zur Beruhigung können wir euch versichern: Neuseeland ist zwar kein Paradies, aber doch eines der sichersten, saubersten und nettesten Länder auf diesem Planeten und laut unserem Faktencheck total familientauglich. Natürlich gibt es auch hier Kriminalität, aber betroffen sind davon in aller Regel nicht Touristen. Und selbst die Tierwelt ist fast vollkommen harmlos.
Das einzige, weswegen man sich aus Gründen Sorgen machen könnte, sind Naturkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Tsunamis. Aber hey – so etwas kann euch auch in Thailand, Italien oder der Türkei begegnen. Viel wahrscheinlicher ist, dass ihr euch vor Ort mit dem  Neuseeland-Virus ansteckt, das euch fortan immer tief seufzen lässt, wenn ihr Bilder von Neuseeland seht. Und die Neuseeland-Sehnsucht ist leider nach aktuellen Erkenntnissen unheilbar…

 

Haben wir eine Frage vergessen? Dann her damit, wir beantworten sie euch gern!

3 Kommentare

  • Hallo!
    Danke, für die tollen Infos zu einer Reise nach Neuseeland. Neuseeland ist mein großer Traum und wir hätten nun die Möglichkeit für einen Monat dorthin zu reisen… Wir sind zu 3 ( 2 ERw. und 1 Kind – 1 Jahr). Als Reisezeit gibt es bei uns nur die Möglichkeit das Land im August zu bereisen. Hmmm, Winter in Neuseeland – ja nicht optimal, aber dennoch reizvoll. Wie ist das denn mit einem Camper o.ä. im Winter zu reisen bzw. wie ist das im Winter allgemein so? (Gibt es jemanden der das schon gemacht – einen Reisebericht dazu…).
    Danke und viele Grüße
    Carolin

    • Hallo Carol, wir haben es selbst noch nicht probiert, aber bisher nur Gutes darüber gehört! Bis auf Baden im Meer kann man im WInter in Neuseeland so ziemlich alles machen, und es ist gehörig preiswerter 🙂

  • Wie reist es sich in Familie am besten durchs Land? Mit dem Campervan!

    So klar würde ich die Frage heute nicht mehr beantworten. Wir haben uns dieses Mal bewusst gegen ein Campervan entschieden, weil wir wussten, dass es mit drei Kindern schon schwierig wird, ein geeignetes Mobil zu finden – denn zu groß sollte ein Campervan in Neuseeland nicht sein. Erst einmal fahren sich die kleinen viel besser und zweitens kommt man auch überall hin. Mit einem großen Teil wär das Oparara Basin z.B. nicht möglich gewesen.
    Warum nicht einmal etwas anderes probieren? Da wir schon einige Male in Neuseeland waren, hatten wir uns bei der Auswahl der Regionen Schwerpunkte gesetzt. Wir wollten vor allen Dingen an den Orten länger verweilen als sonst mit dem Campervan, wo man höchstens mal drei Tage an einem Ort blieb. Also fiel die Wahl auf einen Mietwagen (Kombi) und ich buchte wochenweise Baches – das sind die neuseeländischen Ferienhäuser. Zudem übernachteten wir auch mal in DOC-Lodges oder auch in Cabins in Holiday Parks, wenn wir längere Strecken zu überwinden hatten. Und wir hatten Glück, dass wir am Ende unserer Reise noch zwei Wochen im Haus unserer Freunde in Auckland wohnen konnten, während sie sich im Weihnachtsurlaub befanden. Im Nachhinein muss ich sagen, das war unser schönster Neuseeland-Urlaub, weil wir richtig schön Zeit hatten und einen Ausflug auch mal wegen schlechtem Wetter verschieben konnten. Mit dem Campervan wird der Urlaub schnell mal zur Hetztour, da man möglichst viel mitnehmen/sehen möchte.

    derkiwi

Hier kommt deine Meinung rein.