(Nie) mehr Meer!

Höchste Zeit für ein Update! Und was für eines: Die Tour zu den Delfinen wurde erfolgreich absolviert und ich muss sagen, es war ein Erlebnis, von dem wir sicherlich noch unseren Enkeln erzählen werden. Die Weltwundertochter jedenfalls erzählt seit Tagen von nichts anderem. Ich bin auf diesem Ausflug so direkt mit der Natur konfrontiert worden, habe meine Grenzen kennengelernt, dädä…

Im Klartext: Der Seegang war an diesem Tag so heftig, dass nicht nur ich, sondern auch Weltwundertochter und -sohn sowie bestimmt ein Drittel der weiteren Tourteilnehmer schwerst seekrank wurden und uns in regelmäßigen Abständen über die Reling hängen mussten – wobei wir uns sicherlich auch auf die zahlreichen Delfine übergaben, denen das aber offenbar nichts ausmachte. Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein; leider waren alle Nicht-Seekranken damit beschäftigt, Delfine zu fotografieren, so dass es keine Bilder von uns gibt, wie wir bleichgesichtig und verzweifelt abwechselnd den Horizont oder das Wasser unter dem Katamaran fixierten. Zum Glück hatten wir nur die Vier-Stunden-Tour und nicht den Tagesausflug gebucht – und zum Glück erwies sich der Weltwundermann an diesem Tag als immun. So konnte er das Herumtragen des Sohnes übernehmen und ein paar Bilder von den Delfinen machen, damit wir uns wenigstens nachträglich an den Viechern erfreuen können. Ach ja – geschwommen werden durfte leider nicht, weil die Delfine ihre Babys dabei hatten (und ich frage mich: Weiß man das als Tourbetreiber nicht vorher, dass gerade Babysaison ist? Könnte man das nicht fairerweise den Touristen vorher sagen…?). Ich war schon froh, dass ich meinen Platz an der Reling nicht für alberne Schwimmer räumen musste, andererseits wäre ich über jeden Anlass froh gewesen, dem Rollen dieses Kahnes zu entgehen…

Inzwischen haben wir den heftig von Joggern heimgesuchten Mount Maunganui (wer bitteschön joggt einen steilen Berg hoch und herunter?) und die schöne Bay of Plenty weit hinter uns gelassen und mehrere Tage Internet-, Strom- und Zivilisationsabstinenz genossen. Nachdem wir in Waihi und der Karangahake Gorge interessante Dinge über das Goldsuchen in heutigen und vergangenen Tagen gelernt hatten (und total überrascht waren, dass uns so etwas überhaupt interessiert –darin sind die Neuseeländer echt gut), sind wir in dem beschaulichen Örtchen Tairua auf der Coromandel-Halbinsel ganz unbeabsichtigt hängengeblieben und haben zwei Tage lang den da ansässigen, einfach wahnsinnig schönen Strand genossen.

Das muss man sich vorstellen: Dieses Nest hat knapp 1500 Einwohner (und noch einmal so viele Ferienhaus-Besitzer aus Auckland, die am Wochenende schnell zum Baden rüberkommen) und leistet sich einen eigenen Radiosender, der uns am Morgen mit The Cure und Marilyn Manson überraschte. Die Weltwunderkinder wiederum waren begeistert von der spontanen Einladung unserer „Nachbarn“ zum abendlichen Feuerwerk mit anschließender Ice Cream. Von wegen, die Auckländer seien doof.

Das eigens gekaufte Waveboard ermöglichte endlich eine sinnvolle Nutzung der herrlichen Pazifikbrandung, und der Pazifik selbst ist hier WARM! Mit Hilfe der neuseeländisch-englischen Gartenbaukultur, die jeden „scenic place“ flugs mit weichem englischem Rasen umgibt, hübsch anzusehende und schattenspendende Baum-Arrangements daraufstellt und alles mit praktischen Picknickbänken und einer öffentlichen Toilette versieht, waren die zwei Tage illegalen Campens am North Beach ein Traum. Wenn nicht gestern Abend die Batterie unseres Wohnmobils den Dienst quittiert hätte, dann wären wir wohl jetzt immer noch in Tairua.

flattr this!

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3 Responses to (Nie) mehr Meer!

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