Skandinavien

Norwegen ohne Wohnmobil – das geht?!

Gibt man bei Google das Suchwort „Norwegen Urlaub“ ein, kommen ganz oben gleich die Angebote für Miet-Wohnmobile. Und auch unterwegs im Land drängte sich der Eindruck auf, dass man als Reisender um ein Wohnmobil als Fortbewegungsmittel nicht herumkommt. Wir haben es trotzdem versucht.

Weltwunderer Norwegen Camping

Norwegen ohne Wohnmobil: geht!

Damit ihr uns nicht falsch versteht: Natürlich hätten wir unseren Norwegen-Roadtrip sehr gern in so einem schicken rollenden Heim angetreten. Allein, die Kosten ließen dies leider nicht zu bzw. uns die Haare zu Berge stehen. Immerhin brauchten wir (damals noch) ein Gefährt mit vier Sitzplätzen und Betten, und das zur Hauptreisezeit in den Sommerferien. No way!, sagte das Konto.

Wir wollten aber unbedingt gern nach Norwegen, und von unserem Stamm-Campingplatz in Altenkirchen auf Rügen war es ja auch gar nicht mehr sooo weit bis dahin. Also wagten wir es, das wilde Land im Norden mit unserem ganz normalen Familien-Auto und unserem ganz normalen Familien-Zelt zu erkunden. Eins sei vorweg verraten: Die Ergebnisse waren gemischt.

Norwegen mit Wohnmobil: darum ist das eine gute Idee

Ganz klar: Ein Wohnmobil ist für Familien, die im Urlaub flexibel und autark unterwegs sein wollen, eine gute Sache. In Norwegen umso mehr, denn hier sind vor allem zwei Dinge wichtig:

  • Wetterfestigkeit

Ein Wohnmobil hat den ganz klaren Vorteil, dass es eine feste, gut isolierte Behausung bietet, die vor den Unbilden des Wetters schützt. Im Sommer 2013 hatten wir mit dem norwegischen Wetter RICHTIG Glück – die Sonne schien knallte an vielen Tagen auf uns herunter und es regnete nur an drei Tagen wirklich ausdauernd. Aber auch im Sommer werden die Nächte empfindlich kühl, und das, je weiter man nach Norden und ins Gebirge kommt.

Unsere Reiseroute sollte uns eigentlich viel weiter nach Norden führen, wir wollten den Jotunheimen-Nationalpark erkunden, den sagenhaften Geirangerfjord sehen und vielleicht sogar bis nach Trondheim fahren. Aber schon viel weiter südlich mussten wir nach einer zähneklappernd verbrachten Nacht, in der wir uns mit unserer kompletten Garderobe zugedeckt hatten, der Realität ins Gesicht blicken: Mit Familienzelt und Sommerschlafsäcken kamen wir hier nicht weiter.

Unser Wohnmobil-Mangel bescherte uns dafür Entdeckungen, die wir ansonsten vielleicht nicht gemacht hätten, denn auch der Süden Norwegens bietet genügend grandiose Landschaften. Mit dem bezaubernden Eidfjord, dem grandiosen Hardangerfjord, der regelrecht magischen Hardangervidda und natürlich dem Preikestolen waren wir mehr als zufrieden. Aber irgendwie, irgendwann möchten wir doch gern auch mal den Norden des Landes sehen!

Weltwunderer Norwegen Camping

Camping bei Sch…wetter: keine gute Idee

  • Stauraum

Dank der Gnade der frühen Geburt dürfen der Weltwundermann und ich auch Fahrzeuge von mehr als 3,5 Tonnen steuern. Und so viel könnte ein Wohnmobil schnell wiegen, wenn man den kompletten Bedarf einer (damals noch) vierköpfigen Familie für eine vierwöchige Norwegen-Reise hineinpackt. Den Eindruck haben wir jedenfalls gewonnen, wenn wir in die Wohnmobile anderer Familien hineinschmulen konnten.

Leider, leider mussten wir darauf also verzichten und stopften stattdessen so viel in Deutschland gekauftes Essen wie möglich in den Kofferraum und auf die Rückbank unseres Familien-Vans. Die Kinder konnten sich zumindest am Anfang unseres Roadtrips kaum auf ihrem Platz bewegen, der Turm an Taschen und Kisten zwischen ihnen gab erst nach einer Woche langsam wieder den Blick auf sie frei.

Und der ganze Kram musste auch noch jeden Tag einmal komplett ausgeladen und dann natürlich passgenau wieder hineingepuzzelt werden. Auch wenn das schon bald sehr schnell und routiniert vor sich ging – Komfort ist was anderes!

Weltwunderer Norwegen Camping

Einpacken, auspacken – ganz schön nervig

Norwegen mit Auto und Zelt: darum ist das eine gute Idee

Allzu weit ist es nach Norwegen nicht – wer aber die Anfahrt statt mit 150 km/h nur mit wohnmobiltauglichen 100 km/h schaffen muss, der ist schon ein Stückchen länger unterwegs. Ein Flug zum Abkürzen verbietet sich aus gepäcktechnischen Gründen (denn man braucht ja den Essensvorrat von zu Hause!), und wer ein Wohnmobil erst vor Ort in Norwegen mieten will, dem tränen beim Blick auf die Preise sicher die Augen.

  • Vorteil Nummer eins des Autos vor dem (Miet-)Wohnmobil sind also, wie oben schon erwähnt: die Kosten.

Mit dem eigenen Auto, das ja schon bezahlt ist, kommt man budgetschonender voran als mit einem Benzinfresser, der mehr als 100 Euro Miete pro Tag kostet. (Ein eigenes Wohnmobil ist da natürlich eine andere Sache… träum…) Die Übernachtungen auf den Campingplätzen bezahlt man in jedem Fall, und wild campen hätten wir mit unserem Zelt auch gekonnt. (Haben wir nicht gemacht, aber eine andere Familie getroffen, die sich das getraut hat!)

Auch die Überfahrt mit der Fähre ist mit einem Wohnmobil sicherlich teurer (haben wir nicht geprüft).

Weltwunderer Norwegen Camping

Der Blick aus dem Zelt auf den Hardangerfjord: sowieo unbezahlbar

  • Vorteil Nummer zwei: Mit Auto ist man beweglicher.

Zuerst mal erreicht das Auto eine deutlich höhere Geschwindigkeit – jedenfalls auf der Anfahrt über deutsche Autobahnen. Hierfür will man nicht länger als nötig brauchen, da ist der Weg nicht das Ziel. Einmal in Norwegen angekommen, gilt dann für alle Tempo 70. Mööp.

Aber noch mehr Gründe sprechen für das Auto als Fortbewegungsmittel: Weil es kleiner und wendiger ist, kommt man damit auf kurvigen, engen Waldstraßen und Gravel Roads wesentlich besser voran als mit einem gemütlich-komfortablen Wohnmobil. Weshalb wir eben auch spontane Abstecher der Nase nach direkt in die Hardangervidda hinein machen konnten. Das hätten wir uns mit einem Wohnmobil sicher nicht getraut.

Weltwunderer Norwegen Camping

Ganz weit oben in der Hardangervidda

Wohnmobil contra Auto: wer gewinnt?

Es sind schon tolle Erinnerungen an unsere Norwegen-Reise: wie die Sonne morgens über den Hardangerfjord in den Zelteingang schien, wie der Igel nachts in unserem Vorzelt herumschnuffelte, wie wir bei Regen gemütlich im Zelt lagen und Karten spielten.

Aber es sind auch nicht so tolle Erinnerungen dabei: wie wir nachts bibbernd in unseren Schlafsäcken lagen und erst mit dem Sonnenaufgang und der Wärme, die er brachte, selig einschliefen. Wie wir bei strömendem Regen fluchend das Zelt aufbauten, während die Kinder uns aus dem geöffneten Kofferraum zuschauten. Und wie wir abends gar keine Lust hatten, aus der kuschelig warmen, hellen Gemeinschaftsküche zurück ins kalte Zelt zu huschen, wo die klammen Schlafsäcke warteten.

Für uns gab es im Jahr 2013 einfach keine andere Wahl. Ein Miet-Wohnmobil war für die Dauer unserer Reise zu teuer, also war das Auto alternativlos. Und dafür, dass es nicht anders ging, ging es richtig gut. Lasst euch also nicht einreden, ohne Wohnmobil würde eine Reise nach Norwegen keinen Sinn machen!

Wenn wir es uns aber aussuchen könnten und ein günstiges Angebot fänden, dann würden wir unsere nächste Reise nach Norwegen sehr, sehr gern mit einem Wohnmobil machen. Entsprechende Kandidaten habe ich schon auf www.campanda.de gefunden: Für unsere Sommerferien-Reisedaten gibt es da ein paar hübsche Kastenwagen, in denen wir sogar alle fünf Platz hätten und für die wir im Moment knapp 1.800 Euro für drei Wochen bezahlen würden. Oder ob wir mal Luxus-Urlaub in einem Alkoven-Mobil probieren?

Weltwunderer Norwegen Camping

Auf ein baldiges Wiedersehen, Norwegen – gern im Wohnmobil!

Disclaimer: Dieser Beitrag ist mit Unterstützung von Campanda entstanden.

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