Neuseeland-Reise 2011

NZ-Reisetagebuch: Into Canterbury

15. Januar: Ach, war das ein herrlicher Sommertag! Mal abgesehen davon, dass die Tochter mich mitten in der Nacht weckte, weil sie aufs Klo musste, und der Sohn mich um 6 Uhr morgens weckte, weil er wach war, und der Mann beim finalen Aufstehen feststellte, dass es ja noch gar nicht 9:30 Uhr, sondern erst 7:30 Uhr war – was auch erklärte, warum es noch so kalt war.

Weltwunderer Purau Banks Peninsula

Freedom Camping mit Frühstück auf der Banks Peninsula

Jedenfalls frühstückten wir in der Morgensonne in wahrer Reisekatalog-Perfektion. Der Weltwundermann beschloss dann recht überraschend (für uns andere), dass wir jetzt eine Wanderung zu einer Angelgelegenheit machen, und trieb uns die bergigen Gravel Roads von einer Scenic View zur nächsten – nur, wo ging es zwischen all den Zäunen zu einem Strandzugang hinunter?

Weltwunderer Purau Banks Peninsula

Über Stock und Stein auf der Suche nach einem Strand

Durch beherztes Übersteigen eines Schafsweidezauns gelangten wir „immer der Nase nach“ vorbei an interessanten Ölfass-Bäumen zum Ziel: an einen perfekten kleinen Strand. Im Schatten pittoresker Pinien bewunderten wir die Millionen gleicher und doch jeweils einzigartiger Muscheln sowie die lustigen Picknickgesellschaften und Wasserskifahrer, die dem Ganzen ein doch recht urbanes Flair verliehen.

Zum Baden war das Wasser der Bucht genau richtig, dummerweise durften die Kinder in der krass heißen Mittagssonne nicht so lange drin bleiben, wie sie wollten. Dafür gab es Muscheln satt (zum Sammeln, nicht zum Essen) und eine Strick-Schaukel am knorrigen Pinienbaum. Die „locals“ hatten es eher nicht so mit dem Baden, die hockten lieber auf ihrer kleinen Yacht (Neid…) und ließen die Füße ins Wasser hängen.

Weltwunderer Purau Banks Peninsula

Das erste Bad in Neuseeland!

Der Eindruck einer Ferienidylle blieb auch nach der Rückkehr an „unseren“ Platz, an dem sich inzwischen zahlreiche Familien aus der Gegend tummelten. Wir waren rechtschaffen erledigt nach unserer ersten Wanderung (und ich hatte die ganze Zeit den Weltwundersohn auf dem Rücken), sonnenverbrannt und hatten blutige Blasen an den Füßen – oder jedenfalls erweckte die Tochter diesen Eindruck, die den gesamten Rückweg über erbarmungswürdig gejammert hatte.

Weltwunderer Purau Banks Peninsula

Unsere erste Wanderung: noch nicht perfekt ausgerüstet

Da wir nun sowieso nicht mehr in die Sonne konnten und das Meer sich eben wieder zur täglichen Ebbe verabschiedete, nahmen wir ein hastiges Mittagsmahl im Schatten ein und beschlossen, erstmal weiterzufahren.

Also alles verstaut und angebunden, nebenbei herausgefunden, wie der Kindersitz des Weltwundersohns wirklich befestigt werden muss, und dann los: über eine kleine Passstraße auf die andere Seite der Banks Peninsula hinüber und weiter gen Süden – hinein ins schöne Canterbury.

Die Gegend wurde immer ruraler, ringsum erstreckten sich Felder, Weiden, Kühe und Rasensprenger von immensen Ausmaßen. Dazu wehte ein nur von riesigen Hecken gebremster, stetiger Wind von den Southern Alps herüber, der unser Wohnmobil fast von der Straße trieb.

Roadtrip Canterbury Neuseeland

Country Roads…

In Rakaia überquerten wir in mystischem Staubnebel auf Neuseelands längster Brücke den wahnsinnig hellblauen und ausgesprochen flachen Rakaia River – oder vielmehr die Rivers, denn das waren mindestens fünf Flussärmchen, die wir auch ohne Brücke wahrscheinlich problemlos passiert hätten.

Und kamen schließlich nach Ashburton: eine überraschend amerikanisch anmutende, völlig unspektakuläre und reizlose Stadt. Der Eindruck wird vom hiesigen Campingplatz, dem „Coronation Holiday Park“, perfekt reproduziert.

Man beachte das Werbeschild!

Man beachte das Werbeschild!

Beim Einkaufen stellten wir immerhin erleichtert fest, dass die Preise fern der Metropole (haha) sinken und gönnten uns daher guten Gewissens eine Portion Fish and Chips in einem ebenfalls sehr amerikanisch anmutenden „Diner“, von der wir für 4,60 NZ$ fast alle satt wurden.

Morgen wollen wir gleich weiter – was auf Unverständnis bei der Weltwundertochter stößt, die den Platz wegen des großen Trampolins und des Pools sofort zu ihrem „Lieblingscampingplatz“ erkoren hat. So verschieden sind die Geschmäcker …

Weltwunderer Ashburton Coronation Holiday Park

Campinplatz in Ashburton: immerhin mit Trampolin!

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