Neuseeland für Familien

Off the beaten track mit Kindern: der Rotorua Redwoods Forest

Wald in Neuseeland, das sind Riesenfarne, uralte Kauris und knorrige Pohutukawa-Bäume – eben typischer neuseeländischer Busch. Sieht toll aus, kennt man. Wer nach ein paar Wochen in NZ meint, ihn könnte waldtechnisch nichts mehr überraschen, der sollte einen Abstecher nach Rotorua machen.

Weltwunderer Rotorua Redwoods Forest

Wie in einer anderen Welt wähnten wir uns, als wir unter die kerzengerade in den Himmel ragenden Baumriesen des Redwoods Forest traten. Während draußen die Sommerhitze flirrte, herrschte hier schattiges, tiefes, feuchtes Grün – kein Laut war zu hören und sogar die Weltwunderkinder waren ausnahmsweise mal ganz still.

Kaum zu glauben, dass diese Oase der Ruhe nur wenige Minuten entfernt vom Touristenrummel Rotoruas liegt, mit seinen Bungee-Jumping-Luging-Zorbing-Caterpillaring-Aktivitäten, den Internet-Cafés und den blubbernden, spritzenden Thermalwundern. Wir selbst stolperten nur zufällig darüber, als wir von der noch abgeschiedeneren DOC Campsite am Lake Okareka zurückkamen.

Und wie das immer so ist mit den zufälligen Entdeckungen – aus „Lasst uns fix mal aussteigen und schauen, aber nur kurz“ wird im Handumdrehen ein ganzer Vormittag, den man nur widerstrebend beendet, weil man ja eigentlich etwas ganz anderes geplant hatte. Allein in dem sehr hübsch gemachten Souvenirshop mit Spielecke und Café verbrachten wir mehr Zeit als gedacht – wenn es dort aber auch so interessante und lehrreiche Displays zu sehen gibt …

Die Puriri-Motte: total harmlos, aber gruselig groß

Die Puriri-Motte: total harmlos, aber gruselig groß

Der Redwoods Forest wurde ganz offensichtlich gezielt angepflanzt. Die gigantischen Kalifornischen Redwood-Bäume und 170 weitere Arten, die den angrenzenden Whakarewarewa Forest bilden, dienen ganz schnöde der Holzwirtschaft und außerdem der Forschung – welche Bäume gedeihen in Neuseeland, welche nicht?

Das hinderte die wanderfreudigen Rotoruer (?) nicht daran, den Wald auch zu Erholungszwecken zu nutzen. Durch das etwa vier Hektar große Kerngebiet mit den Redwoods führen daher mehrere, in typisch neuseeländischer Manier picobello instandgehaltene Wanderwege verschiedener Schwierigkeitsstufen. Drumherum erstreckt sich ein Netzwerk von weiteren Wander- und Radwegen. Diese sind allerdings nur frei zugänglich, wenn nicht gerade Bäume gefällt werden – laut der Redwoods-Website ist genau dies aktuell der Fall.

Rotorua Redwood Forest

Das Problem(chen) ist die Nähe zu Rotorua, seines Zeichens Großstadt und Touristenzentrum. An Wochenenden in der Ferienzeit kann es im Park und dem darin liegenden Besucherzentrum, das regelmäßig Familienaktivitäten wie Orientierungsläufe veranstaltet, ordentlich voll werden – von der mystischen Zauberwald-Stimmung ist dann nicht mehr viel zu bemerken.

 

Der Redwoods Forest ist daher etwas für die Nebensaison, für regnerische Tage oder für die Morgen- und Abendstunden. Kommt ihr zu diesen Zeiten her, habt ihr den Wald und seine märchenhafte Atmosphäre ganz für euch allein. Mit kleineren Kindern ist der „Redwood Memorial Grove Track“ am ehesten zu empfehlen, hier könnt ihr einen Buggy schieben und die etwa 2 km mit leichten Steigungen schaffen auch kleine Selbstläufer.

Andere kurze Walks in und um Rotorua findet ihr auf dieser Karte des DOC.

Weltwunderer Rotorua Redwoods ForestTipp: Nehmt euch im Visitor Centre eine „Junior Explorer Map“ mit, dann macht es den Kids mehr Spaß. Da man sich auf den längeren Wegen tatsächlich schnell verlaufen kann, empfiehlt es sich, dort auch eine Karte des Waldes mitzunehmen. Der Clou: Diese „mankys“ sind aus Microfaser und können gleichzeitig zum Brilleputzen und Schneuzen verwendet werden.

Adresse: Long Mile Road in Rotorua (gut ausgeschildert und leicht zu finden)

Öffnungszeiten: immer

Eintritt: nix 🙂

1 Kommentar

  • Wir waren in der dicken, fetten Hauptsaison da. An einem ganz heißen Tag und haben mit einigen anderen Menschen die Stille und Kühle des Waldes genossen. Wirklicher Rummel herrscht nur auf dem Parkplatz, die Menschen verlieren sich zwischen den Bäumen und der Lärm auch. Insofern lohnt sich ein Abstecher immer. Auch wenn man dann nicht komplett alleine ist…

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